Schön, Theodor von
Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schön (Band 4): Anlagen zum 2. Theil, Scharnhorst — Berlin, 1876

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Nachricht bekam, als Privatmamr sich dem Kriegsschauplatze
genäherch und nachdem wir in Leipzig eingerückt waren, nichts
Angelegentlicheres zu thun, als, um dem Kaiser Alerander
indirect wieder nahe zu kommen, denr Fürsterr Wolkonsky vor-
zustellen: Sein (Wolkonsky's) Schwager Repnin sei bekannt-
lich sehr verschuldet, das Gonvernement von Sachsen würde
deshalb sehr wichtig für ihn sein. Wolkorrsky nahm dies mit
Eifer anf, der Kaiser billigte es und Hardenberg, um nicht
dem kaiserlichen Worte entgegen zu handeln und Wolkonsky

sich zu verbinden, hatte anch Nichts dagegen.-Und fein

Verlangen wurde doch nicht erfüllt, denn das Vertrauen
Alexanders zu Stein kam niemals wieder.' Man gab ihm
eine saft- nnd kraftlose Stellung ohne alle Autorität, hielt
ihn ferne von den großen Angelegenheiten, und fand ihn
arrr Ende mit dem Andreas- und schwarzen Adler-Orden und
nrit einem Geschenke von 200,000 Thalern, zur Hälfte von
Preußen und zur Hälfte von Nußland, ab. Alle Versuche,
im öffentlichen Leben in Paris und irr Wien wirksam zrr sein,
scheiterten. Er, der vollendete Ultra-Aristokrat, galt als liberal.

Aber wie anders wäre die sächsische Sache in Wien zu
stehen gekomnren, wenn statt Neprrin ich Gouverneur von
Sachsen geworden wäre! Schon die Stimme meines Schwa-
gers, des Generals von Langenau, der für Sachsen in Wien
eine Hauptpersorr war, wäre nentralisirt!

S.
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