Schön, Theodor von
Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schön (Band 4): Anlagen zum 2. Theil, Scharnhorst — Berlin, 1876

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4.

Spätere, eiqenhändige Aufzeichnung Schöns aus
der Zeit während seiner Stellung beim deutschen
Verwaltungsrathe.

Den 12. Febr. 1848.

Brese wurde vou seinem Vater, dem Postmeister iu
Berliu, im Frühjahre 1813 zum Staatskanzler von Hardeu-
berg uach Dresdeu mit der Bitte geschickt, daß der Staats-
kanzler bestimme, wie er am Kriege Theil nehmen köuue.
Hardenberg faud vinen wohlunterrichteten, gewaudten juugeu
Manu, uud bestimmte, daß Brese iu seiner Begleitung bleibe,
der Bureau-Dirigent (der jetzige Minister N.) würde ihm cin
bestimmtes Geschäst zuweisen. Dieser bestimmte, daß Brese
das heimliche Briesaufmachen besorge. Brese verweigerte die
Berrichtung dieses Geschäfts als einer ehrenrührigen Hand-
lung, erklärte sich aber bereit, als Kriegsmaßregel Briefe zu
öffueu, uud sie mit dem preußischen Siegel wieder versiegelt
weiter gehen zu lasseu. Als dem Staatskanzler dies ge-
meldet war, erklärte er dem Brese: Er befehle ihiu das heim-
liche Briesöffnen, und nun würde sein Gewissen wohl be-
ruhigt seiu. Da beharrte Brese bei seiner Weigerung und
erklärte, daß er keinen Besehl zu einer unlauteren Handlung
annehmeu kvuue. Darüber wurde Hardenberg entrüstet und
antwortete voll Unwillen: Dann möge er die Muskete tra-
gen. Brese that dies, und dies ist der jetzige
Ingenienr-General Brese!

Ehre ihm!
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