Schön, Theodor von
Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schön (Band 4): Anlagen zum 2. Theil, Scharnhorst — Berlin, 1876

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2.

Derselbe an Denselben.

Ew. Excellenz

beehre ich mich, die einliegende Antwort von Strehlke'),
welche heute eingegangen ist, zn nberreichen. Jch würde
nür erlaubt haben, sie Ew. Excellenz persönlich einzuhändigen,
allein das kalte und heitere Wetter hält mich aus der Stern-
warte zn warm, um sie jetzt verlassen zn können. ^— Strehlke
hat wiederholt geklagt, daß ihm sein jetziges Treiben nnd
die Gesammtheit, in welche es verslochten ist, nicht zusage;
ich schreibe eine Stelle hiernber ab:

„Wenn man jahrelang den mathematischen, nberhanpt
„nicht philologischen Unterricht in Anstalten, welche dnrch
„philologische Leistungen einigen Rus haben, ertheilt hat,
„so drängt sich das Verlangen ein, Bemerknngen
„über den heutigen allgemein wissenschastlichen Stand-
„vnnkt unserer Gymnasien zn machen und von selbst
„kounnt man immer wieder anf die Frage zurück, ob es
„nicht möglich sei, durch einen anderen Bildungsgang
„jnnge Leute zu wahrer Bildnng zu führen. Man
„wird sich in unseren Gymnasien schwerlich überreden
„lassen, daß die oft Stunden lang durcbgesührte
„Berichtigung einer Leseart, während die Hauptsache
„mit dem Sinne einer Stelle tängst in Ordnung ist,
„etwas so Wesentliches sür allgemeine Bildung ist, als
„die Philologen sagen. Solchen rein philologischen Ab-

st Professor vr. Str., damals Oberlehrer am Gymnasimn, später
Dircctor dcr höheren Bnrgerschule zu St. Petri in Danzig.
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