Schön, Theodor von
Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schön (Band 4): Anlagen zum 2. Theil, Scharnhorst — Berlin, 1876

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Pflicht der Treue gegen S. M. den König und die Achtnng
gegen E. D., der Sie mir den Anftrag zur speeietlen Prn-
fnng gaben nnd

keine Grenze dabei setzteip
von mir, Folgendes vorzustellen.

Hätten statt angeblich 1P 30—40 Millionen Thaler
gefehlt, so mnßte dies keine Besorgniß erregen, denn wenn
ein Volk Gut nnd Blut für König nnd Vaterland einsetzen
kann, dann können 30—40 Millionen Thaler nicht in Be-
tracht kommen. Das Uebel liegt also tiefer als in Zahlen,
und dieses, und nicht das anscheinende Zahlen-Deficit zu
heben, war der Pnnkt, desfen Untersuchung mir insbesondere
übertragen ist.

Bis zum Jahre 1806 lief unsere Staats-Maschine in
dem Geleise fort, das Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.
ihr angewiesen hatten. Das Volk glanbte an die Heilsamkeit
der Bahn, die Verwalter fanden fie bequem und übersahen
es, daß die Zeit so tiefe Furchen und Unebenheiten hinein-
gebracht hatte, daß die einzige Schlacht bei Auerstädt das
Ganze beinahe auflösete. Bei dem reinen Willen, bei der
Trcne im Herzen, ward mit dem Unglück der Gedanke frei.
Die Vernichtnng des letzten Restes der Selaverei') gab das
Signal znm neuen LebenH) ihm folgten mehrere Maßregeln

0 Anhang znm erstm Theil, Band II, Seite 101 bis 129 (ZIN-
mediat-Bericht vom 17. Angust 1807).

Z Schön sagt 1844 nber seine Reisen nnno 1797 (etr. Theil I.
vom ersten Abschnitt anf Seite 19 an bis incl. 23):

Schlesien halte damals außer in den Städten keinen Mittelstand,
sondern nur Adel und Knechte, und selbst in den Städten anßer Breslau
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