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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0028
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4)se zwelle Akot tst die N o t a n N oh w a r e.
Wenn wir sie Iricht heranschaffen können, liegr
hrer die zweite Todesgefahr. Was
hat die Regierung getan? Zn den vergange-
nen Monaten hielt sie am Wahne der Zwangs-
wirtschaft fest und lietz uns nicht an die Roh-
ware des Weltmarktes herantommen, die da-
mals zu wesentlich billigeren Preisen als
heute zu haben war. Auch heute vergehen
Wochen und Monate, ehe selbst Veschlüsse der
Nationalversammlung auf Aufhebung der
Einfuhrsperre auf dem Verordnungswegc
durchgeführt werden. Ueberall der lahme
Eang einer Regierungsmaschine, der es an
dcr inneren lebendigen Triebkraft schöpfe-
rischer Tatkrast sehlt. Ilnd dazu nun die Ver-
wüstung der Valuta durch den Dilet-
tantismus des Reichsfinanzmi-
nisters Erzberger! Trotz allem hielt
fich im Auslande ein gewiffes Vertrauen auf
den zwar zur Zeit schlummernden aber eines
Tages erwachenden Arbeitswillen des deur-
schen Volkes. Zn der Tat stietzen unsere Zm-
porreure bei der Anknüpfung von Geschäfts-
vcrbindungen hinsichtlich 'der Krebitfrage im
neutralen Auslande nicht auf unüberwindliche
Schwierigkeiten. Da sprach der Herr Reichs-
finanzminister das Wort vom Staatsban-
krott rmd richtete Verheerungen damit jen-
seits der Erenzen für die Wiederanknüpfung
der wirtschaftlichen Verbindungen Deutsch-
lands mit der Welt an. Er spielte mit dem
Ilmtausch und der Abstempelung Vds deutschen
Papiergeldes, die im Auslande einer Entwer-
tung der deutschen Banknote gleichgestellt
wurde. Zeder Banksachverständige hätte den
Reichsstnanzminister auf die ungeheuerlichen
Folgen aufmerksam machen können, aber der
Herr Reichsfinanzminister braucht bekanntli.ch
keine Sachverständigen. Er weiß alles
besser und handelt danach. Die Folge
ist dann auch nicht ausgeblieben.

llnd nun, nachdem Wochen hindurch die
Alarmnachrichten des Reichswirtschaftsmini-
steriums die Kreditverhältnifse aufs schwerste
erschüttert haben, verkündet eine amtliche No-
tiz ganz harmlos, daß nach Besprechungen mit
einem großen Kreis von Sachverständigen
(also doch!) der Reichsfinanzminister nicht
den Umtausch des deutschen Papiergeldes
mehr vornehmen werde, und daß eine Ab-
stempelung der Vanknoten nie in Frage ge-
kommen sei. Zch frage: Wie kann man wochcn-
lang den deutschen Kredit unter den schweren
Folgsn der fich nun als undurchführbar erge-
benden Pläne des Reichsfinanzministeriums
leiden lassen? Wußte niemand in Ler Regie-
rung, was der Valutasturz bedeutet? Mit
Hunderten von Millionen hat die
deutsche Wirtschaft jetzt den Dilettantismus
des Reichsfinanzministers zu zahlen, indem
die Einuhr lebenswichtiger Waren durch den
Valutasturz ungeheuer verteuert ist und diese
Verteuerung einer Beschränkung der Arbeits-
möglichkeit der deutschen Zndustrie und einer
Derteuerung der Produktion im Znnern
gleichkommt.

And das alles um Nichts! Alles aus
Unfähigkeit ünd mangelnder Voraussicht! Zch
frage: Zst je ein Volk von seiner Regierung
so unverantwortlich, so dilettantenhaft, so
jammervoll geführt worden? Es mag sein,
daß dem unpolitischen deutschen Volke die Be^
urteilung dieser Dinge fern liegt, aber man
sollte meinen, daß die harte Schule, die das
deutsche Dolk unter dieser Regierung durch-

Kunst und Wissenschaft

Berwahrloste klassische Stätten
Gerajde zu Eoethes Eeburtstag werden in
Weinrar lebhafte Klagen laut über die Verwahr-
losung von Kulturstätten aus Weimars klassischer
Zeit, vor allem des Goethehäuschens auf dem
Kickelhahn bei Jlmenau. sowie der Höhle unter
dom Hermannstein. Ueber die Vedeutung des
Eoethehäuschens auf dem Kickelhuhn für die deut-
tscho gebildete Welt noch em Wort zu verlieren,
dürfts überflüssig erscheinen. Die Bedeutung
wird auch keineswegs dadurch abgeschwächt. datz
das jetzige Häuschen nach der Brandkatastraphe
vom 12. August 1870 als Ersatz genau nach dem
Original errichtet wurde, es handelt sich eben um
die Stätte, wo Eoethe an seinem letzten Eeburts-
tage noch einmal in tiefen Sinnen weilte und mit
Tränen m den Augen die wunderbar stimmungs-
volle Jnschrift noch einmal in tiefster Ergrfsen-
heit betrachtete, die er vor vielen Zahrzehnten in
dcr Blütezeit se.nes Lebens niedergeschrieben
und deren im Schlutzvers angedeutetem Aus-
klang er wehmütig für bald entgcgensah. Und wie
sreht die Stätte heute aus? Verschmutzt und ver-
lottcrt. besuhelt und entweiht. Der Zustand dieses
Sauschens bedeutet einen Skandall Wenn hier
^'-n Einhalt gctan wird. ist zu befürchten, datz
Bubenhände, die den Bretterbau schon genügend
verschandelt haben, ihn ganz zerstören. Ünd wie
M-t d,e Höhle unterm Hermannstein. die Eoethe
bei Regenwetter zur Arbeit bcnutzte. in wslcher
cr an t>rau von Stein schrieb und in welcher diese
den Dichter und Freund einmal besucht hat, aus!
Zwei wundervolle Eoethe-Znschristen zu beiden
Seiten des Eingangs, vom Bergmeister Mahr
rind der Gabelbachgttmeinde angebracht. erinnern
an dcs Dichters besonderes Erlebnis. aber das bal
allos nicht oerhindern lönnen, datz die Vänke, die
srüher zur Nast und ruh gem Gedcnken einluden.
zertrümmcrt. hie Geländer völlig zerstört, die
Trümmer aninutig zerstreut sind... Hier ist drin-
ncnde und sosortige Abhilfe und dann dauernde

nötig! Es genügt nicht, datz der Neichs-
Ebert dem „genius.loci" vor dem Dios-
mren-Denkmal in Weimar einen schönen Kranz

nrachen muß, endlich zum Erwachen aus dem
politischen Eleichmut führen muß, mit dem es
seit dem 9. November alles Furchtbare über
fich ergehen läßt.

Der Gewaltfrieden von
St. Germain

Der Eindrück in Wien

Die Wioner Blätter beklagen einhellig, daß
die von Sachlichkeit eingogebenen Vorschlage des
Staatskanzlers, Dr. Nenner. durch die Entente
bis auf wenige unbedeutende Aenjderungen abge-
lehnt wurden und erklären, der erste Eindruck der
vorläusig auszugsweise vorliegendcn Friedensbe-
dingungen sec so niederschmetternd. datz nur der
harte Druck der Wirklichkeit Deutsch-Oester-
reich zur Unterschrift des Wertrages zwingen
könne. den es niemalswerde einhalten.
Neuerlich betonen die Blätter, datz dem Staats-

tät des linken Rheinufers. Diesse Bedin-
inngon hätten Widerstund erfahren. Man
>abe keine pror'isorische Besetzuna dex'Riheinlande
sewollt, vor allen Dingen oder L»aLe man die Be-
teilrsuing der alliierten Truppen an diescr B>e-
setzuNg lÄbgelehnt. Die Derhandlungen hälten ge-
dmiert ms zum 14. März, also dis zur Rückkchr
Wilsons iijach FrcnEreich. Dann seien Enaland u.
AmeriLa mit dem Vorschläg des Eavanticjftiedons
hovoorgetröten aber die franMsche Reaierung
haibe erklart, diosos Angebot genüse nicht. Fvank-
reich drauche Gavantien hinsichtlich der zuLünstigen
Nbeingodiets mrd zeitlich begrenzte BesetzuNa des
Nheingebiets und zeirliche begrenzte Bchetzung des
linksn Rheinufers und der Vrückenköpfe. Auf dieser
BcLsis habe man dis zuin 20. April vechandelt und
foi fchlietzlich den Bedingungen gekommen, dre
der -Friödensvertraa fastsetze.

Unbefugte Richter

'vurg-eois kcrm zu dem Erseibnis. datz ste
nrcht unHefriedigeiid seien. Wenn man
Deuns

Deultschland HLtte zerstückeln wollen. dann lhätte

man die Zustimmung einzelner Gliedstcvaten
rkaufen müsscn. Schlietzlich hätte man

kanzler, dcr redlich, aute Arbeiit mit Hingebung
Dc

geleistet habe. der Dank nicht nach dem Ergeb-
nisse zugemessen werden dürfe. Die zugestandenen
Amderungen und Milderungen des endgültMn
Vertrages hätten das Wesen dieses Eewaltfrie-
dens nicht berllhrt. Das schmerzende Vewutztsein,
datz Millionen deutscher Volksgenossen in Fremd-
staaten h'ineingezwängt würden, werde noch durch
die Tatsache verschärft, datz die Unabhängigkeit
Oesterreichs. das fich nicht einmal mehr deutsch
nennen dürfe, nnveräutzerlich erklärt roerden, was
mit andersn Worten das ausdrückliche Berbot des
Anschlusses an Deutschland bedeute.

Zn allrn pa rstame n 1 a ri sch en Kreisen
herrscht tiefste Niedergeschlagenheit. Die
Beratungen der Partetllubs finden am Freitag
statt. Ein Teil der Ehristlich-sozialen und der
sozialdemokratischen Abgeordneten aus jenen LLn-
dern, die deutsches Gebiet an die Nationalstaa-
ten abtreten müsion. wird sich zum mindesten der
Abstimmung enthalten. Eegen den Vertrag
rvird geschlossen die großdeutsche Dereinigung
stimmen. Znfolgedessen wird sich in der National-
versammlung. die bekanntlich 170 Mitglieder. un-
ter ihnen 82 Soziakdemokraten. 68 Christlüh-so-
ziale und 26 Eroßdeutsche zählt, nur eine ge-
ringe Mehrheit bei zahlreichen Stimment-
haltungen für die llnterzeichnung des Vertrages,
ergeben. Eanz allgemem und ohne sede Ein-
schränkung wurde in allen parlamentarischen Krei-
sen die aufopfcrungsvolle Tätrgkeit des Staats-
kanzlers Dr. Nenner und der Friedensdelegation
anerkannt.

teuerer . _ ____

ihnen ein Agitätionsmiitel in die Hand gegobon.
dessen Macht grotz gewastin ware. weil es sich aüf
eine lsgitime Erundlage aufgobaut hätte.

Tardieu verteidigte alsdann noch die
rheinisch« Politik Fvankreichs. die loyal
und ohne HintergedaiirSe-n fei. imd bcvt >'chlietzlich
bei der Deurteilung L»er Sachl-age zu berücksichtisen,
datz Fvankreich L.satz-Lothringen. Kamevun und
Wcrrokko durch diesen Vertvag als-' Eigentum er-
halte, datz das Saargebiet 15 Zahre unter franM-
schs Herrjchaft komme, Belaien wiederl>evgestellt
uivd Luxsmburg dem deutschen -Eirvflutz «ntzosen
werde tzind Polen sowie die Tjchechoslomakei mit
Hilfe Englauds und Amerikas auffgerichtelt wor-
dcm seii.

Der 'Eeneralderichterstatter Barthou tadelte
iy -scharsen Worten, datz das ftanzösjjsche Ministe-
rium den Fri-sdeii ohn>e die Mi'twirkung des
fronzösischen Volkes mib--chchloss!en halbe,
und ibesprach alsdann die Frage der Verantroort-
lichlkeit. Redner wandte stch gosen dle Bechauptung
Albert Thomas, datz das doutsche Volk keine Ber-
antwortiung für den Krieg tvage und fragte, ob das

Numänien verweigert die Unter^eichnung

Einige Pariser Blätter stellen fest, datz die
rumän sche Negierung sich weigere. den öster-
reichischen Friedensvertrag zu u n t e r z e i ch n e n.
Nach dem Petit Parisien erklärt ein hervorra-
gendes Mitgliod der rumänischen Friedensdele-
gation. datz d)e Weigerung ersolge, wcil cher Frie-
densvertrag zwei Bedingungen stelle, die gegen
die nationalen Znteressen Rumä-
niens verstotzen würden.

Die französtsche Kammer

setzte die Beratung über den Friedensvovtrag
als Negievungskormnissac Mhrte

schen dissen. Barthou fvaigte. „st dft deutsch«
Eefinnung sich geändevt b)abe. Das Reich be-
hexp>che alles und zcftchlage alles. Mom bafrnide
sich einem geeinigten. ftarken Deutschland gesen-
übor, deshalb müsse der Fried-e-nsvertrag mit Ee-
rechtisveit und StroWe -durchgssÄhrt -werden. Bar-
thou tadelte schliotzlich Clemencecvu. weil er inbe-
zug. auf die deuM-cn Kriegsgefaug>enen nachgege-
-ben habe. Diese huinmnitären Matznialhme.n Lönn-
ten als Schwäche ausgelegt -werden.

Es kam während dor stch dav.rn. anschlietzenden
le-bchaften D iskuf'j ion z>ur Geltung. datz die
Nechtssozialisten inbezua auf die Krieasveranit-
wortlichkeit wesentlich anderer Ansicht stnd als die
Gruppe der linksstehenden Sozkiliften um Longuet.

An der weitoren Forlletzuug der Dcbatte be-
dauerte Fvanriin Vouillon, datz das wichttgste
Dervangeu mit Bezug anf die Erenzs nicht aufrecht
erhakten werden könnte und datz die Linheit der
Deutschen geftärkt worden sei. Er bekla'gte sich ülbvr
die mngsnügenden finanziellon Elarcrntien und
hofft im übrigep, datz Amerika Fvwnkreich nicht an-
gesichts des Sieges untergshsn laste.

Der Istat des Jnternationaken Fritz»
densbüros hat in Bern Wer die Schuld ain
Kriege zu Eericht gcsesten und dabei in Form eiue,
Entfchlietzung ein Deutschland verdammendes Ur.
teil gefällt. Er konnte sich bei der Formulierun,
diescs Urteils leider daranf .stühen, datz rm Juni
disses Zahres dcr Kongretz der deutschen Pchifrstei,
— oor alldm unter dem Einflutz dles Herrn von
Eerlach, und -angefichts befreindlichen Cchwei-
gens Prof. Quiddes (beide sind Mitgli-eder der,
de mokra t isch e n Partei), der voirher in
Mort unÄ Schrift einen andcren Standpunkt ver«
trcten hatte — iämmerlich «enug «vwesen
wav, die alleinige Vercmtwortumg Deutsch-
lands und Oclsterreichs für Len Auslbruch des Krie-
ges feftzustellen, alfo trotz aller haudgreifl'ich'n uich
urkundlichen Boweife für die mindestens gleich
gres^ Schuld Rutz lands, Englands und Frank-
reichs das Verdammungsurteil der Entente zu
scinem eigenen zu machen. Dcr Rat des Znterita,
tienalen Frrcdenslbüros hat die Zämmeirlichftii
des deutschen Friedenskongrestes — gegen die
sicherlich auch Äeutsche Parifisten sich innerlich cmif-
gelebnt haben — in gewissem SinNs selbst als un-
rccht ancirkannt, indem er seinerlseits wenigstens
einräumt, datz „alle Völker, defonders die grotzen,
ihren schwereir Teil der Berantwortung haben",
und indem er neben Deutschland, Oeftc-rroichlln-
garn und der Türkei auch Rutzland ru dienjeni-gcn
MLchten zählt, die die größte Schuld trügsn.
Die Cründe, di-e er dafür anführt, sind Äann aber
gänzlich einfeitig, und unter gän-licheri Veifeite--
schiebung des llmstand-es ausgewählt, Vatz ein Teil
von ihriLn mit weit grötzerem Nechte auch England
ocrgeworfe.n werden kann und bei soichem Anlatz
o^rgLworfen werden mutzte. Der Rat iist feicver
niit derl Fordevung der Veröffcptlichung der deu 1-
schen Dokumente über die Vorgeschichte des K-rie-
ges einverftanden. aber er sordert nicht. wie eir
als sevechter Richter mutzte, das sleiche auch von
Fimkosen und Engländem. Die „wahren vmi-
fisiiichen Erundfätz^, deren Dempelhüter der Rai
zu f<>m bebauptet, vertritt das neue Deutfchland;
dcr Rcrt des Jnternationalen Frredensbüros ver-
leugnet und schändet sie durch feine phwrifärfche
Parteilichkeit. und gcrr die Frage, ob jene deui,
schen Pasififten, Äie sich Deutschlland gegeiviiber auf
den Standpunkt «ostellt haben, von dem aus die
Entente ihm don, Versailler Fricdon diktiert hai,
Aiclatz haben, cruf den Elückwunsch des Rates des
Internationcrlen Friedensbüros stolz su sein, isi
sichlerCich nicht ru bejahen.

Eine bayerische Antwort an
Fayolle

Die amerikanischen Abänderungett

fort.

Tprd ieu
aus:

Der Berftag berahe auf den drei Grundsätzen:
Sicher-Heit, Solidarität und Gerech-
tigkeit. Man habe Dsutschland alle seine

offenfiven Mittel nelhmen müsftn, um
einem nouen Angriff unmöslich zu mack-sn. iFrank-

reich -müsse sich für den Frieden die Mitarbeit der
LäiÄier garantiercn, die geholfen bätten, den Krieig
zu aewinnen. Die fraüzösrfche Regierung hätte im
Femuar die einziq nrösliche Gavantie, die.geo
graphische G<irantie verlangt. Am 25.
Februar sei der Friedenskonferenz ein Memoran-
dum überreicht worden, das sich in «llgomeinen Li-
nien den militärischen Sicherchsitsn. die Marschall
Foch wufgestellt hätte, «rngeschlosten hwbe, nur mit
einer Ausucchme: Foch verlcmgte die Annexion
von fieben MillioiiLN Demtfchen, die
Regieruug dwgeqen aber forderte deren vol >lstä n-
dig« Unabhängigkeit unid Neutrali-

'Die Nswyockk Morld berichtet: Die Senatoren
Knor und Lodge haben jetzt rhre Essstzent,
würfe zur Aleuderung dos Friedenswbkommeiis und
des DölkerbuudNvertrasss fertig «cftellt. Jm ull-
gemein^n geben die Dorschläge auf folgendel Punkte
binaus: 1. Sichcrste-lluna in der, Monroe-
lehre, 2. SEftregelung interner Angelegen-
heiton, 3. dws Recht, Krieg zu erklären, ble'bt
do,n Kongretz vorbehwlftn, fo dah nicht der
Völkcrbund, sonbern Amerika die Entscheidung
bat. Die von Knor und Lodge abgckfahtcm Vor-
schläge sagen weiter. datz, wenn die Bowilligung
des Senats dafür -erzielt wird, bas gegcuwärtige
Wkomimen nicht in Wirkung treten kwnn und datz
die Bowilligung dor anderen Mlächte. die das
VerswiMr Abkommen untorjchriebon habcn, gleich-
notwenldig tft.

Zur ALlehnung der Unterredung des
bayerischen Mjnifterpräsidenten mit dvm ftanzö-
sischon Eeneral Fayolle in Kaiserslaut^n schreibt
d'o Bayerifche Staa'tszeitung:

„Um die Vcdeutung der ablehnenden Alntworl
Lös Geuerals würdigen ru kömren, rst es notwen-
drg, sü boachten, datz er geflistentlich üborsieHt, dotz
die Pfallz in erftev Linie bayerisches Eebier
ist. Dwmit gibt Fayolle dann unzweüdeuttg zu er-
kennen. datz es den Franzofen darum ru tun ist,
die Pfalz sunächst v'o n B a y ern> losrulösen,
um dann ein EÄbrlde gemäß Frankretchs Zntcresten
aus rhr ru machen. So hat der Schritt des baye-
rischen Mnisterpräsidenten doch das Eute gcbvbr,
Klarheit darüber su schaffen, datz alle dic bis-
herigen Erklävungen der fransösischen Eewaltha-
Ler, die dlon Anschetn erwecken konnten. als stnn-
den sie den Vorgängen vollig unparteiisch g:<len-
üb'r, nichts als oitol Wind sind."

wrdmet und -ie weimarische Staatsregierung im-
mer Md immcr wiöder betont, für die Weimar-
Kultur ein warmes Herz zu besttzen und Mittel
in Aussicht stellen zu wollen, wo es ,nötig ist, hier
mutz -unbedingt rind Laldigst eine Stelle geschaf-
sen werden, die ständig diefe Stätten im Auge
behält und für ihre Pflege sorgt.

* Felix Salten, der am 6. September 1869 in
Budapest geboren wurde, wird fünfzig Zahre

alt. Er ist heute der erste Moister des ruziener
Feuilletons, dessen Form er mit Etazie und
Elanz auch für die scharfe Kritik von Kunst, Kul-
tur,und Menschcn zu beherrschen weih. Als Er-
zähler und Bühnenschriftsteller hat er grotze Er-
fölge. Nicht zum mindesten deshalb, weil er seine
Erenzen konnt. Feinen Einfällen, die ihre Bogen
aber nicht zu weit spanncn, hat er die entspre-
chende Form zu geben gewutzt, deren knappe AL-
rundung keine Lücke spüren lätzt. Am bekannte-
sten sind seineFeuilletonsammlung „Das österreichi-
sche Antlitz", sc-in Band novellistischer Skizzen
„Künstlerfrauen" und sein Einakterzyklus „Vom
anderen Ufer", dem vor zwci Zahren eine neuo
Eiinakterreihe „Kinder der Freude", folgte, die
über allc deutschen Vühnen gegangen sind.

Hochschulnachrichten. Der Ordinarius der
Psychiatrie, Professor Dr. Karl Kleist tn Ro-
st o ck, hat einen Nuf an d'e Universität Frank -
furt a. M. als'Nachfolger des Eeh. Med.-Rats
Sioli erhalten. Der etatsmätzige a. o. Professor
für orthopädische Lhirurgie, Dr. mcd. Alexandft
N i ts ch l in Freiburg i. V., wird auch nach
seiner Zuruhesetzung die Leitung des orthopädi-
schen Znstituts der Universität Freiburg Lis auf
Weitercs beibehalten. Der ordentliche Profestor
und Direktor dcr medizinischen Klinik an der Uni-
versität Erlangen, Eeh. Hofrat Dr. Franz
Penzoldt tritt zum Schlutz^des WinterseMesters
1919—20, in den Nuhestand. Die 50jährige Dok-
torjubelfeier begeht am 4. September der Dozent
für Chirurgi-e an der Lc-ipziger Universität,
Dr. med. Ladislaus Freiherr von Lesser. Dr.
med. Zohannes Brodersen. Privatdozent, Ab-
teilungsvorsteher und erster Prosektor am anato-
mischcn Znstitut dex Universität Münster, ist

zum ersten Prosektor und Konservator der anato-
mischen Sammlung dsr Universität Hamburg
berufen worden. Zn München versch'ied der
Tiermaler Paul Leuteritz (geb. zu Porsdorf
bei Dresden) im Alter von 52 Zahren.

Neues aus aller Welt

* Huqo oon Strautz und Tournay, Wirklicher
Ecch. Rcit und Senatspräsidsnt <rm preutzi^chen

Oberoerwwltungsgericht, ist in Berlin im 82. Le-
bensjichre mn Herzschlag gestorben. Trotz feincs
hohen Älters wirkte er mit unverminderter Schwf-
fcnskvast und galt auf dem Eebiete des Polizei-,
Wage-, Wasser- und Eewerbcrechts Mr eine Auito-
rität. Durch sein uncrmüdliches Eintreten ljiiir die
Antiwlkobolbe-weauna und seine eiftige Tätigkeit
mif dein Eebiste der inneren Miiston M von Strautz
unid Torney weit übor die juristijchen Kreisc >be-
Lannt goworden.

^ 3m Zeitalter der Tarise. Die „Ebcrbacher
Zeitung," vo-m Sept. kündiat an: „F:cmungs-
preise des hochwürdigstcn Herrn Wsihbi'chofs."
Haben stch vielleicht die Horren Eeistlichen jeit der
engen Liierung mit den „Eenosten" «uch gewerk-
schiaftlich organisiert und Tarife .aufgLstellt? O
du böser Setzkastenkobold!

* D:r grötzte Dichter. Björn Björnson,
der Sohn von Norwegens bcrühmtem poetischen
Volksredner, stand einmal auf der Kommando-
brücke eines skandiiiavischen Dampfers. — „Sie
dürfen hier nicht stehen, mein Herr", sagte
Kapitän. „Doch", war die zuoersichtliche Aut-
wort. „ich darf, ich bin der Sohn des grötzten
norwegischen Dichters!" — „Verzeihen Sie!" sagte
der Kaprtän. „abcx Sie dürfen wirklich nicht. Hcrr
Zbsen." Bjornson sah etwas betroffen aus. Da
lüftete ein höflicher Herr neben ihm dcn Hut:
„Dieser Kapitän weitz ja nicht, datz Knut
Hamsun der grötzte norw'i-gische Dichtcr ist."

» Cin Scitenstück zur Moua-Lisa-Asfäre. Aus
der Pinakothek in Bologna wurde am hellen
Tage das Bild der berühmtcn Madoncr des
Francia gestohlen unjd an ihre Stellci eine be-
malte Photographie gehängt. Von den Dieben
fehlt jede Spur.

» Aus dem Eoldenen Vuch in Wcimar. Am
Abcpd der Untertzeichnung Les Friedensvertrages
wurde folgender Eintvag im Eoldenen Duch su
Meimar gemacht:

Erzberger: „Evst mach dein Sach, dann
trink und lach."

Direkt darunter schrieb
EriLfe:

„Als Deutschland noch hoch in Ehren und> Macht,
T-a hab' ich gern nach dex Ärbeit gela-cht,

Toch seit' ein Zudcrs in Deutschla.id orstaud,

Das Lachen von mernen Lippen schwand."

Neue Bücher

* Saturn. EiNe Monatsschrift, hcrausgegeben
von Herm. Meister und Robert R.
Schmidt. Verlag Hermann Meister. Heidel-
berg. Einzelheft Mk. 1.60. Halbjahr Mk. 9.—.
Das soeben erschienene fünfte Hest des f ü n f-
t e n Zahrgangs ent-hält folgonde Veiträge: Otto
Stoetzl, Rückkehr zur Natur; Robert Walser: Zwei
SkizAen; Robert R. Schmidt: Küste, ewiges Son-
nenrot; Hermann Meister: Die Stimmc; Adolf
Heinz Emelin: Zwei Gcdichte: Herbert Grotzber-
g-er: Der Mann-auf dem Dach; Kurt Bock: Die
Eenesis dss Gedichtes: Hermann Kcster: Bis e'rn
Himmel fällt; Max Unglehrt-Berchem: Das Son-
nenba'o; Fritz Zerner: Das Wesen dcs Europäers.

* Das Vodensecbuch 1920 (Verlag Reutz und
Ztta, Konstanz), wird in einigen»'Wochen zur
Ausgabe gelangen. Die Ausstattung und -er
Vildschmuck werden trotz der schwierigen Verhält-
niste die gleichcn sein, wie in den bisherigen 6
Zahrgängen, die ungeteilten Beifall gefunden ha-
ben. Textlich wÄ) das Vodenseebuch 1920 wiiede-
rum eine Neihe weftvoller Beiträge bringen, die
in dcr Landschaft wurzeln und aus dcr Kultur des
Bodensees hervorgegangen sind. Am bildnerischen
Teil arbeitet eine Neihe neuer Künstler mit, zum
Titelblatt hat Herr Kurt W. Kabisch, der xmch
am bildnerischön Teil mitwirkt, den Holzschnitt
angesertigt. Der Preis mutz infolge der erhöhten




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