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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0143
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ShaKespeare - Funde / Georg Brandes

Der dänische Schriftsteller Eeorg Brcmdes. wohl einer
der bedeutendsten Shakespeare-Biographen, hat im Verlag
von Erich Reiß. Berlin, in autor'.sierter Uebertragung oin
Vuch herausgegeben, das er „Miniaturen" üetitelt. Außer
Charatterbildern bedeutender Persönlichkeiten von Napoleon
r Lis Bebel, von Verhaeren bis zu > hem Chinesen Ku Hung
' Ming enthält das Buch seine neuesten Entdeckungen über

' Shakespeare. dre wir hier folgen lassen.

Niemand hat in jüngster Zeit soviel zur Kenntnis der Lebens-
verhältnisse Shakespeares beigetragen, wie der Amerikaner Charles
William Wallace, der nach einer gemeinsam mit seiner Frau vor-
genommenen Durchsicht von mehr als einer halben bis ganzen Mil-
lion Aktenstücken im Londoner Public Record Offrce (dem englischen
Nationalarchiv) im Jahre 1909 Akten eines Prozesies aus dem
Jahre 1612 enldeckte und veröffentlichte, in de-m der Dichter William
Shakespeare als Zeuge auftrit.

Aüs diesLn altön Papieren lernte man nicht wenig. Wir er-
fuihren -daraus, was bisher bloß vermutet wurde, daß Shakespears
seine Familie in Stratford Mrückließ und allein in London lebto.
Wir erfuhren, wo er von 1598 bis mindestens 1604, höchstwahrschein-
lich aber bis zur Rückkehr in seine Vaterstadt, gewohnt habe, nämlich
an der Ecke der Mugwell Street und Silver Street bei dem französi-
schen Perückerrmacher Montjoy. Das erste Schauspiel. das er in die-
se.n Hause schrieL, war bezeichnender Weise Heinrich V. Er hatto am
Familientisch reichlich Eelegonheit, das gebrocheno Englrsch Md
Französisch — Englisch von Franzosen, Französisch von Engländern —
zu hören, das die Hauptbelustigung in den Szenen zwischen Katha-
rina und Alioe, wie Katharina und Heinrich Lilsdet. Er benutzte
hierzu stine neuerworL-enen Kenntnisse. wie goborene Franzoson sich
englisch ausdrücken und geborene Englänher das Französische mitzhan-
deln. Bei dem französischen Perückenmacher hat er die unartigen
französischen WoÄe gehört, die er in den Dialog einflocht. Und dort
hat er rvahrscheinlich itt Belleforests französischer Uebersetzung die Ee-
schichte von Hamlet kennen gelernt.

Wir erfuhren also, datz Shakespearo trotz seines verhältnismä-
tzigon Wohlstandes noch dreizehn Jahre nach seiner Ankunft in Lon-
don keino vornehtmero Wohnung als ein oder zwei bei einem etst-
gewanderten Frisour gemietete Zimmer innohatte. mit dessen Familie
or auf so völlig gleichem Futze verkehrte, datz man sich naiv seiner
Eesch'cklichkeit Lediente. um einen im Fach tüchtigen Lehrling als
Schwicgersohn unsd Konrpagnon festzuhalten. Div aristokratischen
Sympathien, dis Tolstoi an rhm sv loidenschaftlich tadelt, haben ihn
also nicht gehindert, sich in dem Hause des Handwerkers, das sei'n
Heim geworden war, hilfrsich und dieirstwillig zu zoigen.

Eine Hauptanziehuirgskraft dieses Heiims bildete offonbar des-
sen Lage in der Nähe seiner meisten Freundo und, Dekannten, seines
Lheaters und seines Lieblingswirtshauses.

Dank Wallace wissen wir nun demr. wie dio lloscheidrne Woh-
nung Leschaffen war, in der Shakespeare allo sek.nv ausgezoichneten
Trauerspiele und Lustspiele geschrieben hat. Äor allem aber ver-
danken wir diesem Forscher die Lasung des Rätsels, wie Shakespeare
mit einem so unbedeutenden Dramatiker wie Eeorge Wilkins in Be-
rührung kam und wiHo er darauf verfallen konnte. die moisterhaften
Szenen, die Timon von. Athen un>d Periklos alloin Wert vsrleihen,
in von Wilkins entworfene Schausviele einzuflechten. Shak^peare
machte die Bekanntschaft des um vierzehn Zahre jüngevrn Berufs-
gonosien als Montjoys Tochter und ihr Mann in Wilkins Wirts-
haus übersiedelten, das von der Ecke der Silver Stveat und Mugwell
Street kaum fünf Minuten entfernt lag. Wilkins zeigte Shake-
speare sckne Entwürfe, und dieser formte die Hauptpartien in seinen
Eeist und Stil um.

Iin April 1915 hat Wallace neuerdings durch seine Forschungen
in mehr als dreihundert Zahre alten Dokumenten, Rechnungsbüchern
kleiner Stgdtgemeinden. Funve gemacht. dle wohl mchts mit Soelen-
leLen und Seelengeschichte zu tun haben. aber d>o Boweise. auf die
sich Shalospeares moderne Hasier berufen zunichts machen und >i.hn
von einer Beschuldigung vein waschen, die man hunderte Male vor-
gebracht hat und der nun der Boden so völlig entzogen ist, datz ste in
sich zusammenbricht.

Die Haupiontdeckung, die wir Dr. Wallace zu verdanken haben,
bestcht darin, datz nicht Llotz der Name Shakospeare, sondern die Na-
mensverbindung WiNam Shakespearo in Stratfoü>-on-Avon und Ro-
wington. einom ungefähr zwei Msilen nördlich davon gelegenen Drof
zu des Dichters Zeit fast ebenfo landläufig war. wie dio Namens-
vcrbindung Christian Hansen oder Rasmus Melsen im heutigen
Däuemark. Zu des Dichters Willtam Shakefpearos Lebzeiten 1564
Lis 1616 waren alletn in dem etwa drer Stunden entfernten No-
wingion sechs Leuie anfäsiig, die auf den Namen WiMam Shako-
spcare hörten.

'Zm Stratforder Esrichtsprotokoll ist der LeriHmte Prozetz ei>n-
geiragen. den „William Shexpere" zu Michaeli 1604 gogen Philipp
Nogers wegen Vezahlung einer kleinen Rechnuna für Malz an-
strengle. das „Shexpere" dem Rogers durch drei Monate alle vier-
zehn Tage geliefert hatte. . Die Summe betrug 31 Schilling 10
Pence. Davon waren 6 Sthilling abgezahlt, sodatz 25 SchiMng 10
Pence ausständig waren.

Dieses Aktenstück, das vor hundert Zahren. 1814, gestinden
wurds, hat eine hsrvorragende Rolle in allen ShakSspsare-Riogra-
phien gespielt. Man wutzte. datz Shakespeare esn tüchtiger Eo-

schäftsmann gewesen ist, wunderte sich nber, datz er ein so umrach-
sichtigec war, wie es aus dem Prozctz hervorging. Man fand ein
Zeichen von Habsucht darin. datz er wogen einer so klesinen Eeldsummo
einen Prozetz'gegen einen armen Toufel führte, der offenbar fchroer
bezahle.i konnte, und man schlotz daraus auf eins gewiste Härte sei-
ncs Charakt-ers. (Zch elbst habe leider zehn Zeilen über die Sache
geschrieben).

Nun ist es klar wie der Tag. datz dieser „Shexpere" eine ganz
andere Person war. Dieser Mälzer hat im Zcchro 1604 am 27. Vtärz.
10. April, 24. April, 3. Mai. 16. Aöai und 30. Mai je einige Diertel
Malz an einen gewissen Nogers verkauft, der sich alle vierzehn Tags
cin Fatz Vier zu dcauen pflegte. Dcr Mälzer lebte in Stratford und
lieh auch dem Rogers am 25. Iuni persönlich die Summe von zwei
Sch'.lling.

Am 16. März 1604 abcr gingen Shakespeare und seine Kiame-
raden, die im Zahra 1603 zu KLniglichen Schauspiielern ernannt wor-
dcn waren, aller Wahrscheinlichkeit nach mit in der Prozession bei
den Krönungsfeierlichkeiten in London. Shakespeares ganze Zeit
war damals von seinen dramatischen Dichtungen und dcr Leitung
des Thoaters in London in Veschlag genommen, und da solltv er
vierzehn Tage nach .der Prozesiion in Stratford gesesien haben, um
kleine Partien Malz zu verkaufen! Zm August desselbon Zahres wa-
ren er und seine Eenosien, wie nachgewii-esen. bei dem spanischen Ge-
sandten beschäftigt. Ilnd zu eben jener Zeit schrieb er Othello. Zm No-
vember schreiLt er für den König und den Hof dis lustigen Weibrr
von Windsor und zu Weihnachten hat er sein ganz grotzes Reper-
toire zustande gebracht: Measure for Measure, The Comedy of Errors.
Looe's Labour^s Lost, Henry V., The Merchcmt of Dcplice. autzerdem
zwei Stücke von Ven Zonson. >

Selbst ein Shakespeare konnte nicht aN zwei Orten zugleich sein.
Er hatte i-n London autzer seiner täglichen Arbeit am Elobe-Theater
den anstrengenden Hofdienst, mutzte auf ausdrücklichen Wunsch des
Königs bei Hof Stücke, wie .Ier Kaufmann von Venedig". in Szene
sctzen und stand in steter Berührung mit der Blüte des englischew
Adels. Er konnte also nicht im Zahre 1604 für drei Monate Hof und
Hauptstadt den Rücken kehren. um in Stratford kleine Mengen Malz
zu verlaufen und auf dem Prozetzwege den geringen Betrag dafur
einzutreiben.

Der Malzbrauer und der Dichter waren zwei ganz verschie-
dene Personen, die nichts als den Namen miteinander gemein hatten.
den Namen, der im Laufe des Zahchunderts zu solcher Grötze erwach-
sen ist. daß man sich nicht vorstellen konnte, es hätten ihn auch Bauern,
Konstabler, Soldaten, Krämer und Bierbrauer getragen.

Doch infolge der Aufklärung, datz es nicht unser, nicht der w«lt-
geschichtlicye Shakespeare war. der mit Rogers wegen oin bitzchen
Malz prozesiierte, zerrinnt der ganze Hagel von Beschimpfungen. mit
denen alberne Anhänger der Fabel von Bacon als dem Verfasier dcr
Dramen den DUchter gerade aus diesem Erund überschütteten. Was
ist er nicht alles geheitzen worden! Eeizhalz und Wucherer (zudem
Wilddieb und Betrüger)! Die Baconianer haben sörmlich geschwelgt
in diesen paar Schcffeln Malz und in der geistigen Erbärmlichkeit. die
ein Prozetz um einer solchen Bagatelle willen verrät. Man emvfin-
det eine nicht geringe Dankbarkeit gegen unerschrockene und beharr-
liche Forscher, die, wie Charles William Wallac. nun all die Lügen.
all den Humbug. der aufgetürmt wurde. Shakespeares Ruhm zu ver-
schwcirzen, bis in die Erundfesten erschüttert haben.

Wer rät's?

2.

Bis auf den dritten Laut
Sind gleich die beiden Worte
Man findet alle zwei
Eewitz an jedem Orte.

^Das erste schuf Herr Eott
Zn seiner Lesten Laune,

Das zweite mit Eeschick
Der Dichter bricht vom Zcumo.

Solang die Welt Lesteht
Vestehen auch die beiden.

?1lnd sind beliebt gar sehr
Pei alt' und jungen Leuten.

Das erste kann das zweite sekn,

So lieb und hold und wonnig,

Und wenn es gar vom zweiten spricht
Wirds uns im Herzen sonnig.

Das erste kann mit Leichtigkeit
Des Rätsels Lösung bringen.

Das zweite aLer kann das nicht
Es latzt sich gern besingen.

Das erste stirbt dahin einmal.

Das zweite lebet immer.

Doch auch des ersten edlo Art
Dergeht auf Erden nimmer. ^

Auflosung des Nätsels Nr. 1: Born. Zorn. Korn. Horn. —
Michtigs Lösungen sandten ein: Ludwig Henkel, Schlierbcrcher Land»
straße, Frau A. K.. Häusserstr., Obertertianer Ludwig M.

Veruntwortlicher Lchriflleiter: Zulius Kraemer in Heidelberg.

ns Salon- u.

i. ^ayrgang, ucr. 2

26. September 1919

Dem Altmeister i)ans Thoma

Zu seinem 80. Geburtstag am 2. Vktober l9l9

Frühherbst / Läsar Flaischlen

Nun kommen jene stillen, klaren Tage:
kleine weitze Wolksn am Himmeh
wie Thoma sie malr...'

Liefgrüne weite Wiesen

und Hügelhöhen in der Ferne

mit Lraunrotbraunem Schimmer in den Väu-

men,..

die Eärten alle aber noch
im Sommerfestschmuck roter Rosen
und bunter Astern, umhütet von großon
Ltenumflogenen Sonnenblumen.

Die Schwalben nur,

die noch vor ein paar Tagen

so laut die Luft durchzwitschert und so froh,

sind fort,

und da und dort

steht halb verdorrt

ein Strauch am Weg.

Wir aber wollen

wenn es kalt nun wird und rauh, '

was uns der Sommer gab an Schönem,

wir wollen still es mit nach Hause nehmen

und uns dran freuen und es hüten.

damit es durch dis Wintertage

uns einem neuen Mai

entgegentrage!

Aus dem „Hans Thoma-Buch" von Karl llosef Friedrich

Hans Thoma als Dichter

SreLzigjährig schenkte uns Mcüster Hans Thoma sein crstes
Buch: „Zm HerLste des LeLens. gesammelts ErinnsrungsLlät-
ter". EiNe Zusammenstellung von Aufsätzen, Reden. Aphorismen,
Antworten auf Rundfragen ästhetischer, religiöser, ethischer Natur, da-
neben die Geschichte seines künstlerischen Werdegangs vom bescheidenen
SchwarzwLlder BauernLüLlein zum grotzen anerkannten Künstler. Ein
Weg voll Mühe, Entsagung und Eedull», dor durch viel Oede und
steinichtes Land, über viel Bosheit. Neid und Nörgelsucht führte, bis
endlich dio Sonne des Elückes leuchtete. ALer auch ein Weg. der nie
so dunkel war, datz nicht ein Strahl treuer Mutter- und Freundes-
lrebe ihn erhellt hätte. Frisch natürlich, plastisch erzählt der Meister
feine Biographio, die wohl als die Perle des Vuches angesehen wer-
den darf. Weiter und breiter wird er wohl das Bild seines >in-
neren und äußeren Lebens in den noch dieses Jahr erscheinenden Er-
-innerungen „Jm Winter des Lebens" zeichne-n.

Nach längerer Pause erschien mitten im' Weltkrieg (1917) das Büch-
lcin „DiezwischenZeit u. Ewigkeitunsicher flat-
ternde Seele" als 1. Teil der „sucheickien Seele". 1918 folgte der 2.
Tell „Seliakeit nach Wtrrwahns Zoit" und vor wenigen
Tagen der Abschlutz „Wege zum Friohe n". Tstei Lüchlein voll

Lebensweisheit, geschöpft aus dem unversieglichen Schatz einer reifen,
reichen Seelc, die in den Stürmen des Lebens den Ruhepunkt. die
innere Harmonie gefunden Hat7 Thoma ist kein Erübler, der aus-
zieht has Hcrz Eottes zu suchen und zu ergründen. Eott ist ihm
nicht nur der cwig Schaffende, der in seinem Schaffen befriedigte
Künstler, er ist ihm auch das Selbstverständliche, Feststohende. Zn der
Erkenntnis, datz der letzte Sinn des Daseins für uns stetZ in Verbor-
genheit und llnergrüiü>Larkeit gehüllt sein wird, bleibt er bescheiden
in respekivoller Entfernung vor den verschlosienen Türen stehen: ,.Die
ewigen Mächte lieben das Eehermnisvolle und verhüllen es vor ,dcn
Augen dcr Sterblichen, die nur mit Ehrfurcht vor dem Wunder ste-
hen können und mit all ihrer Neugrer es doch nicht verstehrn lernen "
Dieje innere Cewitzheit. dieser unbeirrte Elaube, datz ein tisferer
Sinn die Ecschicke der Welt leitet. das Vewutztsein der Wirklichkrit
Eottes, gibt ihm die ftoho, lachelnde E^lasiMMt, has. kmdliche Per-
trauen^ >7 ,'

„Ich komm, weitz nit woher, ' - ^

Jch Lin und weitz nit wer,

Zch lob, weitz nit wie lang,

Zch steä und weiß nit wann
Zch fahr, weitz nft wohin:

Mich wunderts, datz ich ftöhlich birt.

/Da mir mein Sein so unbekannt.
fEeb ich es ganz in Eott-es Hand. ^ ^

'Dio führt es wohl, so her wie hin.^ , -
Mich wunderts, wenn ich noch traurig Lm." ^ .

Aus dem „Geheimrnis" Eott stammend, dis Sehnsucht nach Nück.
kehr zu ihm und den Elauben an ein ewiges Leben in sich Lragend
tritt die Seele ins irdische Dasein, schafst sich hier suchend und taftend
ihr Wsltbild im Schauen und Erleben. Doch gar bald wörd der reina
Spiegel der Seele vom Leben getrübt. Zwiespalt mit der Welt ent-
stcht. Aus diesen Wirrnisien und Verstrickungen kcmn nur Jesus die
Seele hcrausführen. Er, der Eottmensch, der persLnlich-menfchlichs
Ausdruck Gottes, der Seelenbräutigcmr, der das Recht der Ceele auf
W'icdergeburt verkündet und durch ssin Auferstehen ihr Unsterblrch-
keit veüürgt, er kann der Seele zum Erloser werden, kcnm ste ftei
machen aus irdischen Gebundenheiten und ihr den Weg öffnen zum
Neich Eottes, menn sio ihn im Elauben sucht und er ihr EiAentum
wird. Was Thoma Wer Zesus und die Seele geschrivben. gehört
zu dem tiefften u. schönsten, was je hierüber gesagt wuAe. — Aus der
Einheit dcr Seele erwachsen Kunst und Religion. die Schwestern. als
eine durch Schauen sich gestaltende schöpferische Tatigkelt der Seele,
ihre Vereinigung schaftt das geistige Bild des Menschen.

Des Meisters Weltanschauung ist fcst im Christentum verwur-
zelt Sie auillt ans dem reichen Born einer tiesinnerlichen Frommig-
keit, wie sie seit den Eottessteunden des Mittelalters zum unver-
äutzorlichen Erbteil deutscher Religiosität geworden. Er gcchört zu
jenen seltenen Christophorusnaturen. die ,chas Zart^te, den Klndersinn
sich wahrten im tückischen Lebensmeer." Es ist eme r«fe, abgeklärte
Mnstik an Teerstegen gemahnend, der die Hfttorie der Evangellen zu
Symbolen persönlichen ErlebenS. das Reich Eottes zu einem Zustand
der Scele wird. — Sein Elaube lätzt ihn cruch has wine Eeschehen
des Wcltkrieges von höherer Warte aus betrachten.' 3hm lst der
Krieg einc Priifung, in der ein Volk seine NotweiHrgkelt zum Be-
stand des MensckMgeschlechts erweisen mutz. Und ietzt m ^n Tagen
des Zusammcnüruchs wird uns Thoma zum Troster. McrMer uiw
Führer mit seinem letzten Vüchlein „Wege zum A glaubt

an dle Zukunft dcs deutschen Volkes. weil er an den mrdlichen Sleg
des Eutcn in der Welt glaubt. Nun ist ds.e Stunde des stillen, stvm-
men Teuischen gekommen, der in unermüdlicher Arben, bescherden.
zusrieden und uneigennützig schaftt und wrrkt, u,nd, dex bas staEr
 
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