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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0238
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ttröeitsmiEer anöe'imaestettt wird cmf Drund sei-
' nes LorschlQaes Verhandlunaen zwlschen vem Me-
tallarbeiterverband und dem Verbanv Berliner
Metallindustricller bis Mittwoch. den 15. Ottober.
12 Uhr. einLuberukm. Weiaert sich der Verband
Berliner Metallindusirleller. die Verhandlunaen
ein-uleiten. so ist damit zu rechnen. daß am Mitt-
woch nachmittaa die, Seizer und Maschinrston
einen Synwathiestreir für die Metallarbeitdr be-
«innen.

Die Aerabsetzung der deulschen
Aeeresstärke

Aon uniserem Berliner Vertreter
! Wte «h von unterrichtctor Seite ersahve, Ihaben
hie Bemtuiigen mit der aMerten Mvlitärkommis-
ston Wer diie HerÄbsetzung der deutschen Heeres-
stärke boreits begonnen. Am vergangew n Scvms-
ta» hcrt beveits düc dritte Si-hung skrttgelunlden.

Voiil unterrichteteu Seite orsialiron wir. dab das
Re.i>ch6wtrMMsministerium unv das Reichscvr-.
boitsnrini.sterrum bereits die Borbereitungen sur
Bcte-iliMNg deuffchcr Firinicn unb sur Gestellung
von deutschen Anbeitern -um WiederaufVau der
-crstörtcn Gcbicte getrossen hat.

Dänemark und die Washingtoner
Arbeiterkonferenz

An.läblich dcr Ntchtteilnahmo dcr deutschen und
österreichischen Arbeiter an deo Arbeitorroirferenz
in Washingtcn eFlärten die dimischen Gewerkschas-
ten, datz -imvi» bänischerseils nur Vertreteü nach
Wachington senden wrrde, wenn die deutschcn und
öperrerchischen Mrbeiter ebenfalls an Leü Konserenz
IcilncllMen und! den Dertreteru dsr iibrigen Läir-
der voMonvnien glcichgeflellt werden.

Aus dem besetzten Geblet

Ausschreitungen in dcr Pfalz

Kaiscrslautern, 10. Olt. Anr gcstrigen Vormit-
tage, nxvhrend dessen die Wden fast in der ganzen
StaLlt geMosfen hatten, kmn es leider noch zu
Wusschreitun gen, deren Ursache ant das
-ie'iivlich rp-he und brutale Vorgcchen der franzö-
stschen Soldaten zuLÜckzufiihren ifl. wenngle'ich crrch
«ranche AngcHörigü der Arbeiterschast nicht von
jedei! Schulld freizusvrechen stnid. Jn vcvsch cde-
nen Toilen kam es ru sckMfen Zusammenstöhen
Lwischen rbeitern und 'Soldaten, wobei, lehtero
gcsenübch: den Skreikenden alsbald vsn rhren
Masfcn, Gewebren und Maschinengewahreiv. Eo-
Lraiuch nvachten. Dre Streikendcn verj-uchteii ver-
schiedentkich. den Fvanzosen^ dic Waffen su ent-
reiben. was auch mituntcr gelang. Es sab jv-
doch auf fseitcn der Streikcnden viole MvMiUdete
-arunter einige Schwervcrletzte. Bei den zum
Teil sehr ernsthafften Schlägerekn, die sich an ver.
schteÄäircfft Punkten der Stadt äbsuielten. bekamen
datürlich auch französtffche Soldaten und Offrzie're
«kwas ab. Die Vcsahungsbohöiden natürlich su-
chien die Schuld an diesen m-cdr als unkvebsamen
Vorgängen vorhorigen Ausschreitungrn deäStrei-
kei'.den in die 'jSchuhe zu schioben und führen zu>m
Bcffege dafür in einer DekanntmwHung. dk d'i'e
Stadtderwcvltung per orjdro de Mlusti-veröffent-
lichen mubte, einen Angrisf auf zwei fransöstsch'.-
Offrzmrs ahire jeden Grund, wobei der «line schwcr,
Iex andere stcrvk verwundet worden sei. das Ejn-
orlnsen der Ctreikendcn iir «>m Hcurs und di«
dort erfolgte schwere Mkhandlung eines Käval-
leristerr, einen Angriff aus eine vorüberfahrende
FelLküche, Mihhandlung der F.rlirer und Abnahme
von 2 Kuvabinern uird cms dem Mioge bsffMicher
Munätion, endlich die Vewersung eines zwecksBe-
xrchrgung derffeÄben untzrr die Streikenden getrete-
neu HZHeren Offfziers durch die Mienge mit Stei-
hren an. Jw WrMichkait muhte das rücksichts-
ikose, echtfranzösisch-eVorgehen der Drup-
pen m Äev Siadt sokbfft gegcn friedliK daherkom-

Gottsried-Keller-Feier

lm Verband zur !?ördcrung deotscher Theaterkultur

Dast dieses gröhte Erzählertalent deutscher
Zunge im 19. Iahrhundert imnrer mehr die ganze
gebkldete Welt Doutschlands in seinen Bann Zieht.
zeigie der auherordentlich starke Besuch. den diese
anlätzlich des 100. Geburtstages des Dichters ver-
anstaltete Gchenkseier fand. Sie war von Keller-
schem Eeiste getragen. schlicht. abrr eindringlich,
bemüht. Kellers innerstes Wesen von allen Seiten
zu beleuchten und es so der Hörerschast so nahe wie
möglich zu brinaen.

Es war ein glücklicher Gedanke. neben einen
Iugendbri-ef des Dickiters. der gleichsam ein Le-
bensprogramm darstellt. zwei Vlätter seines Tage-
Luches aus dem ssrühiahr 1848 zu stellen. diesen
den gedankenreichen Entwurf zu einem Gedicht
aus seinen letzten Lebenstagen folgen zu lassen. und
damit einen Scklüssel zu Kellers Gedankenwelt zu
bieten.

Maria o. Camvenhgusen hat e§ ausge-
zeichnet verstanden. diesen spröden Stoff zu mei-
stern. wk es ibr auch vortrefflich gelang. die- im
vollen Glanze Kellerscher Erzählerkunst und Laune
funkelnde Legende von der „Iungfvau und dem
Teufel" vor den aebannten Zuhörern zu entfalthn.

Ein breiter Teil der 'Feier war Kellers Lyrtk
gewidmet. die. der seines norddeutschien Zeitgenos-
sen Hebbel nicht unähnlich. vielmehr EÄianken- als
Gefühlslyrik doch in die ttefsten Tiefen des Em-
pfindens hinabdringt. Es fei nur an di« iwunder-
bars: „Kleine Passion" erinnert. die neben andern
Maria o. Camvenhausen vortrug. oder an den
..ersten Schnee". den Luise Lobstein - Wirz mit
ihrem frischen. sympathischen Sopran nach der Ver-
üinung von F. Niaali sang. Auch die anderen Kel-
ler-Lieder von Brahms. Hugo Wolf u. a. fanden
durch Luise Lobstein. die von Mina Tobler am
Klavier verständnisvoll bealeitet wurde. eine aus-
gezeichnete Wiederaabe. — Und welchem Deutschen
wurde nicht das Herz schwer beim Hören des stol-
zen und doch zurückbaltenden Schweizer Vater-
' tandsliedes. das Adolf Dürr mit gulem Eelingen.
«ber vielleicht etwas zu getragen. sang.

' Eröffnet wurde die stfejer durch ihren Leiter Dr.
Eugen Ehrmann mit Nicarda Huchs tiefschür-

nvenbe Passauten im höchfften Grade vevletzen. Na?
tür-lch wluüde nuumehr jedes Zuffammensteheni auf
der Strahe verboten, der Verlkehr cruf der (Sttlatze
nuch 8 Uhr abends untersast und der Schlub der
Usentlchen LoLaLe d-urch Lie ffvmzöstsche Destrtzungs.
bohörde auff die gleiche Stundo festaüsetzt. Schlietz-
tich wird die Stadtvevwaltung -ur Ersreifuug
entsvrechender MatznaHmen, zur Rückgabe der ge-
ftcru den Sokda'teii entrissenen Mcrffen aufgesor-
dert. Ein Rogimont Zuaven ifft zur Verfftär-
kung der bisherigen Garn>tson zwecks Auifrechter-
haLtunia der Ordmniig eingetroffen. Heute ffnvktto-
nkrt das Masserwevk wieder, auch das Gläktrizi-
tätswerk hat seinen BetrieL wiedex ausgcnommen,
dasogen verckcihrt dio olektriffche sStvatzenbahn noch
nicht. Jn einigen Betricbeni sind Heuto svüh auch
dlo A!rbciter wlieder. augetreten.

Aus Stadt und Umgebung

Ausweisungen aus der neutralen
Zone

Gvstern wurde in Wieblingen durch die Orts-
schclle bekauntaegeben. dab stch sosort alle Mklitär-
pe--ffon«n aus der nautralen Zane zu entffrnen hät.
ten, die seit 1914 zugezagen sind. Heuio will eine
französische Kontrollkommissian. sich
von dcr DllvchMhrung dieffer Matzregel Merzeu-
gen. Meülngm, ltegt bckamitlich in der neutra-
len Zvue. Der E'nnd sür dieffe Berardnung liegt
in der durch die Ballikunr-Note an-gcdrohten
Besetzung r e cht sr h e i n iffcher Gebiets-
1 eile. Die Mieblinger Bovölkerung besind'e't stch
natuvgemätz in gvotzey Ausreguntz.

Schleichhandel und Lebensmittel-
versorgung

... die Bekampsung des Schleichhandels und
über die Lebensmittelverforgung hat das Minj-
söerium d>es Jnnern neuerdings wieder eine dln-
weisung an die Bezirksämter geseben aus der wir
solgendes mitteilen:

Die Getreideablieferung hat m ver-
schtedenen Bezirken des Landes erfrpuliche Ergeb-
nisse oezeitigt lätzt dagegen in Vorderba-den, ins-
besondere ii» der Gegend zwischen Freibuvg und
HeideMerg! lmmer noch zu wünschen übriL Die
Einwirffmg der Grotzstädte und des Hamsterunwe-
!ens der Städter sino mit eine der Hauptursachen
der SHwieriMiten. Man könne sjch dev Eindrucks
nicht erwehren. so sast lder amtliche Erlatz, datz
hier in den Vezirken schon die gan^s,n Iahre hin-
durch nicht mit genügender Schärse vevsucht wor-
den ist, den behb'rblichen Matznahinen E«ltu.ng zu
verschaffen. Die Schwcrrzschlächterei habe serade in
Vordcrbaden grotze Dinipnsionen ansenommen.

Mit dcr Kartofselablieseruna steht es
auff der sanzen Linie ffehr fchlecht. Die Amtsvor-
ständc wurden deshalb ersucht, bei den Eemeinde-
vevmaltungen neuerdings darauf zu dringen, datz
die Landwirte wenigstens eimnal einen Teil ihrer
Kiartosff-lernte zur Ablieferung Lrinaen. Von den
neuen Anordnungen ffir den Obstverkehr sast der
EÄatz, batz diese stch iin allgpmeinen bewährt ha-
ben. Vor alleni soll verhindert werden. datz Obst
in Lastautos abaefahren wird. wie das insbeffon-
dere in dcr Bodenffeogegend im Aufftrag der Wein-
kslterer vorkommt. Ferner wird festsesti:llt. datz die
abermalige ZwangSwdrtffchaft ffür Obfft eine sehr
cvfrenliche und recht skarke Preisffenkuna im Ge-
foläe gchabt hal.

Da der Au tom obi l o e r kehr immer noch
nichlt absenommen hat, so wird aUch dieffe Frage
in oer ministeriellen Anweisung berührt und dabei
beiont, datz ffich die Ko.ntrolle der Automobvle nicht
nur auf die Durchstcht der Fahrlausweise zu bc-
schränken hat, sondern amch FcMsllrinaeu über den
Zweck der Fahrt, über die Besetzung und den et-
waisen Transport oon QebensmitiLln gcnürdmet
sein lolli Die Kontrolle ffoll insbssondcre auch in
der Nachtzeit vorgenom-nven werden. — Des wei-
tevcn betont der Erlah, batz der Kampf gssen das
Schiebertum mit aller Schävfe gefübrt' werden
müsse. Er weist ferner davauff hw. datz die Feier-
affendstunds überall püinktlich einzuhalten ist und

fender Charakteristeruna Kellers. Auch Karl Weit-
bvechts Gedicht „Mrister Eottfrieds Tod". das stch
in Kellers Wesen lo wunderbar einzusiihlen ver-
steht. trua Dr. Ehrmann mit warmex Empfindnng

vor.

Theater und Musik

Der Mannheimer Theaterkonslikt

Zu dc-m Bsschlutz der Murnheimer Prefse, «LeN-
fülls die Berichtevstcrttung iüber AEühriunsen des
-Nationaltheaters oder seiner Mitglieder oinsu-
stellen, hat die. Bi'chnengenostenffchcrft in folgen-
denr Schveiben Stellung genommen:

,Mrff das seffl. Schreibon -vom 10. Oktober, ent-
haltend die Entschllietzung der darin angegebenc'n
Vevsa.mm.lung, eriwidern wir ersebenst:

Da den BeHauptungen des Herrn Dr. Stcchl Le-
sü-glirch des von ihm eingcforÄerten Mateviails di-
rekte Aieuberungen dos Herrn -Furtwängler entge-
gensteihon, ist ein-e weiteve Klärung der Anoslegen-
besi cruch rvach unffeirer Ansicht unbedingt erfforder-
lich. Wir stnd zu einer Behandlung des Falles
oor einem neutralen '.Schlichtungsaus-
ffchub Mundsätzlich bereit, tndcm wir bedanern.
datz «s uns we-gen det Mwesenheit des Intendian-
ten Dr. Karl Hag-om-ann und des Herrn Furt-
wängler nicht möalich ijst, eine endgültige Ent-
scheidung Lesüglich unserer weiteren Stcllungnabme
jchon jetzt herbeisusübren."

Die Erklärung ifft so unbestiimnt und uuklar ab-
geffatzt, dab sie noch eines Kommcntcrrs bedarff. Dor-
läuffig bleibt die Sperre noch üestohem

Kunst unVWissenschaft

H Cine Preisaufgabe des uorweüischen Nobel-
instiluts. Das Nobelinstitut tn Kriistiania: fftellt
bis zum 1. Juli 1922 solgcnd« Prvisauffgabe: Dar-
stellung dsr Gcffchichte der Jrvihandclsbowe-gung

kerung erfreulicherwesie wisdevkchrt.

* Cinschränkung dex Tanzvergnügungen. Beim
Minffffterium des Jnnern wivd augenblicklich die
F >ags nach einer Verffchärfung der Befftimmungen
üher tzte Aibihcvltung 'der Tanzvergnügungen er-
wogen. Es hat di-e Bezivksämter vevanliaht, an
Hand der fchon jetzt befftebenden Bestimmunaen su
vsrsuichen, die Beivölkerunü wicdvr an Ordnung zu
gckmöbnon. Dcrs boziebt sich auch auff die Foier--
aLendstunde, dio in den Evfftwiritschafften sehr
vieler Städte und Ortv des Landes nicht mchr
eingchalten wird.

* Don d«r Univerfltät. Im Sommerffomester 1919
betrug die Gesamtzahl der Studlereuden 34«.
Ausgeffchieden sind durch Ermatrikulation. Verg'chr
uffw. 868. Für das Mntersemeffter 1919-20 sind
vevblieben 2535. Neu zugegangen sind 787. Der
Stand am 11. Oktober 1919 beträgt 3322. Vorw»
merkt stnd noch 21. Auff die Fakultäten verteilen
sich die Studvereuden wie solgt: Theologe».
174, Juristen 6334, Medizine.r 1087, Phi-
lologen 977, Naturf orschev 450.

* Deutsch«. liberale Vottspmtei. Heute abend
8.30 Uhr svricht im .Mitzen Bock" Dr. Steiner
über den Mcheveintritt dev Dcmokvaten in die Re-
giorung. Die Mitgliedc!r und Freunde der Pcrrtei
rverden zu sahlr-eichom Bcffnch eingeladen.

* NieMe Vorträge. Der zweite Nietzsche-
Vortra« Dr. Ernst Wachlers findet am Tstens-

OEt^ber. abends 8 Uhr im SHwarzen
Schiff MEnheim) stxttt. Da-, Tbcm-a heitzt: Das
Leben des Phrlosophen und seine EMingsschrif-
ten <..Eeburt der Tranodie aus dem Geiste der
Musik ) Es wird darauf hingewiesen, daf-I der
Vortag Dienstag, den 14. Oltoiber. nicht wie irr-
lumlich berickstet. am 13c OLtoiber stattffindet.

* Crtapptcr Schleichhändler. Ein lcdiger Schlos-
ser von Eambura wollte 40 Pfund Kalbfleisch. das
curs einer Schwarzschlachtung herrührte. in etn hiv-
siges Hotel schassen. Er wurde am Karlstor er-
wischt und das Fleisch beschlagnahmt.

* Polizeibericht. Vertzaftet wurden: ein Bäcker
wegen Bettels. ein Ausläufer wegen Unterschla-
gung. eino Köckin und ein Taalöhner wegen Dieb-
stahls. Zur Anzeiae kam ein hiestger Bäckermeb
ster welvn Sckleichhandels und <Pveistreiberei:
ferner 5 Personen weaen aroben Unsuas und Ruhe-
störnna.

* Die Cinstelluna des Sonntassverkehrs soll
Lem eVrnehmen nach vnrcmsstchtlich erstnmls anr
Ssnntag, den 26. Otktober durchgefführt wttr-
den.

* Aussall von Schnellzügen. Don gefftern an ist
der geffamte Schnellzugsoevkehr icmf den Strecken
Mich oer Linie Dresden- Berlin - Stpj-
t i n his mit 2. Nooember eingestellt worden.

* Dsm Lehrervereiu. Die Dorstandswahlcn
des Badischen Lehrervereins hatten fdlgendes Er-
gebnis: Es wurden gewählt als Obmann Haupt-
lehrer Oskar Hofheinz in Heidelberg, Ob-
inann-Stellvertreter Oberlehrer Heinrich Win-
termantel in Offfenburg, SchriWhrer Hcmpt-
leihver Karl Hermann in Rin^r.bach.

* Liederabend Marimilian Lipmann Schon
heute seien die zahlreichen Freunde brr Ge'angs-
kunst des Manicheimer Künsilers davauf aufmerk-
fmn gemacht, datz er ain 29 Oktober hier im Saale
der Harmonie einen Liederabend „Von
Haydn bis heuto" Vormevkunctcn wevden von
hente an im Musikhaus Hock)stein, Hauptstratze, ent-
gegengenommen (Näheres im Anzeigenteil)

» Stadtheater. Morgrn Dienstag golangt neu-
einstudiert Friedrich Hebbels Tragödie „Iudit h"
zur Aufsiihrung und sind die Hauptrollen drs be-
deutsamen Wchneniwerkes. das von Herrn Peheny
einstudiert wurde, mit erfften Schauspiel'kräftpn be-
setzt. . . , . _

Der Hausan.qeftellten-Dienstverteo-a

Der Heidelberger Haussrauenveretn lad-t seir.e
Mitalieder und Alle. die es einmal werden wollen,
zu einer letzten Aussprache über dcn nun iomm.cn-
den Hcmsangestellten-D ienstyertragu.Lohn-
tarif ein. Dazu müss).'n alle Hausfrauen. bcsor-
dcrs solche. die Anaestellte in ihrer Häuölrchleit
brcmchen. Stelluna nehm^n. Was am Montaa nicht

im 19. JaHrhundert rnrd ihrer Bodeutung ffür diie
Friedensbeistrcbunisen. Die Dsarbevt'unsen sind in
deutffchev, fransSstffchev unÄ enÄifchev Svr-ache zu-
lassrg. Der Preis beträgt 5000 norwogiffche Kronen.

* Hochschulnachrickiteir. Für das Fach der vrack-
tischen Thsockogre haLMierte sich in der Donner
e ucrngol tsch-tlhoologiffchen Fakultät Pffavrer Lic.
theo-l. Huipfeld mrt cistrer Antritt-Vorleffunjg
„Die 'Kunfl sin Eottecdienfft". — Dr. vhil. Wilh.
Adclff Baehvens, Lisher orV. Proffessor an der
vlämiffchen Untzoersttät Gent (Belgien). iffk als
Priivatdozent für klaffiffche Philalogie <rn Äep Uni-
versttät Halle zuge-laffen worden. — Für das
Fach der Sevoloigio mit beffonderer VerückstchtÄung
dev Dvdürfniffe der Ebe-mlker rrnd Pharm'wzeuten
habillitierte stch an dcr Techn-iffchen Hockffchule su
Stuttgart der Geheinre Sa-nitätsrat Dr. ZVus.
Fauffer. Di'rektor der Kraiikeu- und Irr-eivcrbtei-
lung des Bürgerhoffprtals daffeLbst. — Der Obev-
regierunssrjat Karl Otto Hartmanu. Mitglied
des Württ. Gewerbe- und Oberschnlrats. wurde rn
Anevkenniung serner hevvorragenden Veidienste um
die Ausg-esta'ltung des -gewerblichen Fortbrldunas-
schulwesens umd ffefflrer ersolgretchen Arbeitcm auff
kunsterzreheriischckn Gebiete von der T-echniischen
Hochfchule inKarlsruhe zum Doktor-Zngenieur
ehreuhalber arniannt. -

Neue Vücher

* D!c Leipziger „Illuttrierte Zeitung" erösinet
das neue Quartal (Beclcvg I. I. Weber) verhei-
tzungsvoll mit ihrer Nummer 8979. in dcr sie wie-
derum zeigt, datz sie keinon Wettbewerh mit an-
deren rn- und cmsländischen Zeitsiliristen zu scheuen
braucht. Die hohe Qualität ihrcr farbigen Re-
produktronen Lildet von jel^r einen ihrer RUl)mes-
titel. Was sie auf diesem Gebict zu leistcn ver-
mag, lchrt ein Vlick auf da.^ vierfarbig in doppel-
seitigem Format wiedergegebs-ie Tciptychon ..Der
verlorene Eohn" von Ntar Sleooat, dessen schrvieri-

wendig d-r Z u I am m e n sch l u h o!ls,
frauen rst. nicht tausend Mitglreder, sondern
tausend sollte der hiestge Berein haben. um
unsere Intereffen wirksam zu vertreten. Nickt
Marmelade- und Apfelbeschaffunas
verein will der Verein sein. sondern er wiü
sammenarbeiten am wirtschaftlichen und kultutel
len Ausbau des deutlchen Heims zum Wohle de«
Vaterlandes. zum Elück unseres Hauses urd
rer Kmder. Am Montag Abend soll noch übcr die
Kochkisten. über Haushaltungsunterricht und nock,
über manche wirtschaftliche Forderung grsrochen
werden. De: Vortraa sindet hcute abend statl ,,„x
beginnt um halb 9 Uhr.

Die Versorgmrg mit Mostobfl

Die Versorsung des vlatten Laudes msi MH
obst iifft z. Zt. durchcrüs ungeirügend, sodah zu be-
fürchten i-st, datz dte Landwirtschafft nüht den nö-
tigen Haustrunk sich ru verffchasi-en, vermaig. Die
Uiffache dieser» Erffcheinuiig liegt in dem Umfftande
datz -d-as Miniffterlumi des Innern 30 Zentner Obfft
ffür den freien Dcrkcchr zugslasseir hat. wodurch
grobe M.engen verschoben werdei». Wü
wir lwrvu, hcsi der Dorstand desBad. Baucrn-
vereins tclelmivhiffch Las Ministoriu-m des In-
ncrn crsucht, die Mense des freien Verkehrs auf
5 Zcntner hevabsuffe-tzen, da sonfft e'rne Delieserur.g
des Landcs -ur Unmöglichkoit wiid.

* Das ersts pfälzische künst?eri>he Pupprn-,
Figuren- und Schattenspieltheater wird domnäckst
in Luwigshaffen erüffnet werden. Die Leitun^ des
Unternehmens ltegt tn den Händen de§ R.'Silfeurs
und Schauspielers Adolf Zink - München), denr
namhafte pfälzffche KünffKer zur Seite fftchen. Z^
künstlerffchen Beirat wnrde der. nun ffchon zwanzig
Icchne um die Pflege! eines guten Puppenspiels
schrsilstellerffch und pracktisch bemühte. StadtbibLic»
tbokar Georg Z i n k-Heidelberg sowahlt, der ani.
Erösimmffsabend dem vorgeladenen Publikum
iStadtverordnete. Schulkvo-rstäitde, Lchrerschafft und
Presse) einen Lichtbildervortrag über das Wesen
dils ücffchichtlichs Entwicklung und echischr Bedeu-
tung des Puppenspiels zu halten Leaufftragt ifft
und dessen Puppensieldichtunaen vnter anderem
zur AuifnaHme angeno-mmen stnd. Möge dcm jun-
gen Krtogsckheater das sich sanz kn Ven IuS-'nd-
erzichuiWsdienst stellt und lediglich idsale Zwecke
verfolgt, in Ludwisshaffen und auf ollen leinen
Reffen durch das ganze Reick suter Erfolg oechie-
den ein» zmnal sick beyrits elne Neihe von Fach-
leu-ten dieser Do-lksbildrmassache in freundlickcr
Weise any-noimnen hat und auch in aclchäfklicher
Hinsicht älles auf sediegene Gruuldlage gestellt ift.
Alles ffoff darcm gesetzt werven. einer weiteren
Vcrwahrloffung unserer Iuaend entgegenznarbei-
ten. Das Dichievwort soll schon in frühen Ialnen
näher gerückt 'mrd zur Geltung gebracht werden.
Auch aült es, mri aller Macht den kein Mittel
scheuenden Locknngen des denkfauff machenden, see-
-envergiftendcn Kino entge^enzuarbeiten.

Aus Vaden

Die Forderungen der'Eisenbahner

Mannheim, 11. Okt. Der Bezirksvcreln Dkann-
heim 'bes süddeutscheu VerkohrsperslMcrls bcffchlotz
in emor sehr siark beffuchten Der'ammffung. stEo
an der Fordeckung dcr Anffchasiungsffuimnü von
1000 M. und! einer ffoffortigon AdffchlagssMuns
von 500 siir Verheiratete unb Ledige mrt ak-
len zu Gebote stehanden Mrtteln sisK-
zuhalten und mit allenr Nachdruck su vertreten.

Die badffche Textllindustrie

Vdm LanVesucrband der badffcken Textilindu-
strie in Emmendingen wird uns geschriel'en:

An letzter Wocho weiltej der Vorsitzende dcr
ReichLstelle für Textilwirtschast, Eeh. Rat Iustz
in Begleitung des Ministerbalrats Dr. FPcht, dem
stellvertreienden Bevollmächtrgten Dadens zum
Gtcvajt-encrusffchutz, und des Negierungsrats Kai-
ser in unfferem Lande, um Etnsicht in die Notlage
unserer Textilindustrio iüi ivchmen. Er hcsuchte
während seines Anfenthaltes die nachstehcnden
Untsrnehmungen: Eesellffchaft sür Spinnerei und
Websrei in Ettlingen; Erste Deut'che Ramie-Ge-

es Kcckorit in glänzenver Weiso bewältigt ist.
Das Gemälde fügt sich orgianisck dam B-eitrag über
den „ImpreffilTNismus" ein. mit dem Dr. Mar
Deri seine viclbeachtet.'n Äussührunsen über dic
neuo Lkalerei fortz'etzt. Nebon woiteren Beiträgen
finden wir eine neu eingeführte vicrverffvrechende
Rnbrik »Literatur und Kunst", in der tn ori«t-
tierenden Artikeln nianchrclei Wiffenswertes icker
literariscke und künstlerische Frasen qeboten wird.
Eine fesselnde Renaisianceno«.ielle «Dor Loichnmn
der Licinva" von Julius R. Haarhaus und
vieles andere mehr vervollständigen den reichcn
Inhalt der Nuimner.

* Der Insel-Verla.q kündigt für den Zltober.
als den Monat. da er auf sein LOjährigcs
Bestehen zurückblickt. das Erscheinen eincr
Zwcimonatsschrift an. die den Titel ..Dcrs In-
seffschiff" trägt. und. als ein aedrängtes Eben-
bild seiner Wesensart. dazu bestimmt ist. e'«,ik,
dauernde Verbindung mit seinon zahlrsichen
Freunden herzustellon. Das erste Hest «nthält
Beiträge von Huqo von Hofmannsthal. Alsred
Mombert. Charles-Louis Philippc, Rainer Ma-
ria Rilke, A. von Harnack. Georg Witkowski u. a.

Aumor vom Lage

* Ans dem besetzten Gebiet. Der amerikaniffch-

Kommandant eines Mosoffdorfes lietz dcn altcn
Ortsoorstcher zu sick Leickieiden und bat ihn. stck
über das Betragen dcr Vefatzung zu äutzern. Dcr
<rlte Mann wehrte vorsichtig ab. Er bat ihm die
Antwort zu unterlassen. Dio Mkhrheit diirfe cr
nickt sagen; er wo>Nc koino BLkanntschalst niit dem
OrtsgcsänMiis mcvchen. Der Komin-andant tvar
ffchr erstaunt und sicherte dem Ortsvorsteher volle
Nedafreihoit zu. Und ffp ersuhr er: „So in de viep
ziser I<chro do hann mir alle. dio bei uns nix
tauchte. himiber geschickt nach Amerika. und dovonv
sinn Ihr die Kinner?" (Iu-Zciid.)

* Das hentige Ncisetcmpo. Der Zng haU E
einer Station. In einem Abteil. in doin ein älterer
Herr und ein langaufgeschosiener Iünsl-ing mit
stru-ppigem Hcmr sitzen, tritt ein Kontrolleur und
lätzt sick die Fahrkarten vorwetsen. ,.Wie? Für
solck einen gro-tzen Burffchen haben Sie nur einq
Kinderfahrkarte gelöst?" ..Entschuldigen Sie
tigst. Aüer als wir abroisten. war der -Iunoe npcy
ganz klein.
 
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