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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0251
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Aus Stadt und Umgebung

Den Kampf gegen das Schiebertum

setzt das Reichsveru>ertungsa>mt mit sans beisondo-
vum Nachdruck fort. Von wMer MiirtujnU sein
Lorgohen iist, seigt die täalich wachsSnbe ZaLI von
aussodeckten Cchiebun-gen unld die violon Beloh.
nunsen, die an das Publikum für Ansebgen ba-
-crhlt werden. Absr auch die Drohbriofo mcbven
sich die den bete'ilrgten Beamten zujgehcn und die,
wie das in diosen Tagen die Vorgeischichte unld Äer
Üsberfall sellhist auf den Leiter der bei dem Rs-chs-
vorwortungsamt geschaffenen Kriminalpoltzeistelle
Hkennen licü, in dsm einen oder anderen Falle auch
Änst Su nshmen find. Um den K-a-mpf möglichst im
gansen Lando führen ru können, hat das NeichL«
ve iwertunigsamt schon vor einiger Aeit ber ssinen
über das gchamte Reich vevbreiteten Zwevgstellen
besowdere „E r fass u n g s ab te i lu n g e n" und
^ in mchreren Städten, die unter der Schiübervlage
besonders stark lei-den, auch Kriminalpolizei.
stellen ein-Müichto-t. Jn den lchten Tagen wa-
ren nun die fämtlicheni Vertreter dieser Zwoigstsl-
len nach Bsülin zusam-mengerufen woi-den. um d-ie
bisherigen Erfahrungen gegensoitig auszutauschon
und wsitere Znstr'uktionen mit nach Hause zu
nchmen.

Die Gefahren der Auswanderung

Zu den schlimrmsten F-olgcn des Friede-nsvertrags
gchört, dcck visle unserer Volksgenossen. die dcm
G^auben än ein-e günstige Entwicklnng Doutschlan-ds
oerloren habsn, ins Ausland gehsn, wo sie nicht
nu-r dcn VetLust der Heimat zu ertragen. sondern
auch schweve Eefahrsn ineist schutzlos zu besteh.n
haäen.

Der ArLeitsmarkt für Mämier hat sich er,
heblich gsbessert, d-er für Fvauen nicht. sSelbst Lie
Frauen, d-re sich in fester Stellung bofinden,- habcn
stets zu bosüvchten, dck sie arbeitslosen Männcrn
Plah nrachen müssen. Die Aussichten sind dura,
L-en Kriegsmlsgang vevinindert. Die lüdigen Fvaue>.
werden also am chSsten zur Auswanderung rveigrn.
Sio aiber sind gsrado von besonderen Ge-.
fahren bedrocht, denn wenn auch sonst die Deut-
schen unerbetene Gäste in den überseeEchen Ländern
sir.d, dem DMchen-bandel sind die doutschon Fra. -en
wtllkanrnren. Unsers kurze Warnung kann denfe»
nigen gelten, dre in Gefabr sind, ahnungslos dic-
stm Schicksal entgegenzugc-hen.

Dr-e Mädchenhändler tretcn rrtit l-ockcnden Ange-
boten und Vo-rstellunsen an F-vaucn und MiLck- -
hevcm. Ein günlstiger Vcrtrag wird abgeschlosson
und d:e Ueberseerets-e angxtreten. Erweist sich de-r
Dertrag als Täuschung und fin-den die Ausgsryani-
d-srtsn>, die dis Verhältnisie des fr«mden Landes
tzfcht keimen, strtt ein>es gu-ten Hausos. in dem sie
Erstchcrin, Hausangsstellte oder Handelsangc-stcllre
-werdc-n wollten, eirr Freudenbaus als Unterkunst
vor, dann ist es zu spät, sie vot Entsetzlichein zu lbe-
-rvahren. Au fvät ist es ab«r meist-ens ai'ch dinn
fchon, w-enn die Rer-se angetvetm ist. Wsr schützt
houte a^^eutsche-s MLdchen bei dor Ankunft in
B-usnos Mres z. B., d.as wicher wre früher der
Hauvtmarkt d«s Mädchenhandels tn Amerika ist?
Deutfche Dertreter, Eosandtschcrften und Konsuln

Theater und Musik

Heldelberger StadLtheater

„Iudith"

Tragödie in f-ünf Akten von Friedr. HebLel
-<Man hat HebUsl mit Nocht den Vorwurf se-
mxrchl, datz dem Judithproblem die Ernfachheit
und dem Dichter dts für dem Dramatiker unent-
Lehrlicke Objektivktät sehlt. Hebbel fpricht viel
viel, zu oft und zu dcutlick lelbst aus dem
Munde seines Holofernes. Und doch ist -dieser Holo-
sern>>s die grandiose VerLörperung einer jener un-
»eheuerlichen Individualitäten, von denen Hebbel
jam, »die. weil die Zivilssation die Nabe-lschnur,
w-odurch sie mit der Natur zusammenhtngen, nicht
strschmtten hatte. sich mit dvm All fast noch eins
' em Uebermensch. aber -doch nock, Atensch.
^oayrend Iudith durch einie gowisie Spitzsindig-
«rt von vornherein als eigerrartiges Ausnahme-
wefrn -eycheint. Eine rätselvolle Macht hrmmt ihre
Gatten. Sie bleibt unbe-
Mr^ Und diese Konstruktion ist ivine Schwäche
?^?^ramas. — Dle Idee des Stückes: Die Frau
Nvt des Landes und die Feigbeit der
-vtanner zu einer Tat angesacht der thr Easchlecht
Mch-t gewachsLn fsin kann, rächt zum Schlusi nur
Hren beleidigten Lerb. Sie bricht nach vollbrachter
vernichtet zufanrmen. Ein Wräb soll Mann,er
gebaren, aber niemjals soll sie MSnner vernichten.
.So erscheint Jubrth im Anfang mit Mannasse ur-
«ls ,am Ende mit Holofernes. Die ersteir
dxer Akts sind zu konstruktiv. die eigentliche See-
lentragodre bcüinnt im vierten Akt. Hier ent-
brsnnt her inners Kamps zwischen dem Uc-ber-
-menichen Holsfernes, der in seinen wtlden Trieben
fich gehen lätzt. der di« Wslt ^rstöwn will, damit
rtwas Besieres komnrt. unU der nun lns Ueber-
-men'.chj'.iche Msteigerten Iudith. die das alüh.mde
Gottesgefühl ihres Volkes in sick Irägt.

Im «rsten Akt deklamierte Holofernes viel zu
viel und die sich um thn tummelnden Harwtleute,
'Trabams.'n usm. bswegten sich ungewandt bis zur
.komischen Form. Auch im Meiten Akt war das
Cpiiel von Juditb rmd Mirza nicht illusionssör-
Lernd. Mit dem Anftreten des Evhrairni (Kurt
-Felix), der übrigens schr ckrarakteristisch den
ar-ort- aber weniwer tatenfrohen Dbräör wieder-
gab. wurde das Spiel bosser. Tfen Dolksfj-enen im
dritten Al!t fehlte der der Spannung -der SUm-
^niüna entsprechende Rhythmus der Bdwegnng und
die Tragik des dem UnterMng entgesenschauenden
Vd kes wurda von den Hau-plsprechern nicht tie-f
senug empfunden. Der Holotiernes des H-ans Her-
bert Mich-els war in drn beiden letzten Akten
voller Leidenichaft, Zynismus, das oiaantische die-
ses Atenschen voll erfaflsind wiedergegebsn. Auch
die Judith der Liesel Schott wuctzs hter und
Merivand die Hi'mniungen. dio ihr vorher «ntge-
«enstanden. Es war kein Erfolg: ein Ansang nur
don e-ini-'r Leistung, . . .. b.—

!sind nicht da. Die geschlosienen Verträge sind wert-
los. Andere Arbeit ist für Deutsche heute -tm Mus.
land nicht leücht su finden. Das SchicksaL dieser
Mädchen ist furchterlich.

Wor srch srne Vo-ästellung davon macht, Vsm
braiucht nicht besonders gesagt zu werden. dck die
Warnung amr Platze, pnd eigenllkch teder -u- Ar
-verpflichtet ist. DesMb gerht der Mf an Gliern,
Erzieher, Fortbilduntgsschulen, Betrickbdräts. Beruss»
organiscrtionen und anders Veretne. -ui roarnen.
Sagt, dasi gr ob e Vors i cht gckboten tst, und dah
die. die Doutschland, das voMusig jeden Avbetts-
w'lligen gebrauchen kann, verlasien wollen, es mvv
tun -dürfen, wenn sie von sach-kunldiger Stelle. am
bestsn bei don Auskimftssiellen des ReichLrxmde-
rungsa-mtcs fostgestellt baben, -dck ihnen Geffa-Hren.
w're die oben genann>ten, nicht -dvohen. Hoffentlich
kanrmt Äieise Warnung auch deu-tffchen Frauen und
Mlädchen im'neutvalen.Auslmrde -u Gosicht, d-ie
thrvn Aufenthalt dort abbrechen wollen. und die
ein besorrders bolffebtes Opffer der Mätch'enhändler
siird. Sie finden Rat bei den deutchen Behörden.

* Aus der Studentenschaft. Am Ende des Som-
M.'rfe-rnessters 1919 haben sämtliche deutschen farben--
tragenden Sängersckaften sich zu einein sro-
tzen Verband deuticher Sängerschaflcn mit dem Ta-
gungsort Weimnr (Weimarer V. D. S) zusammen-
ackichlosien. Die bisher unter den Sängepchafften
vesstehenden zwei Verbänds. der Wermarer E. C.
und oer Ruoelsb-urger K. V murden in diesen
neuem Einbund verschnullzen. dem auch bireits ejne
deutsch - österreichiiche Säng'cschaft (Prag), beige-
tvsten ist. Infolge kräftlger innercr Gntwicklung
unid zahlreicher Neugrüudunsten ist der Vevband
nunmehr an fasst allen dsutjchm Universitäten und
Hochschulen durch Sängsrsch.rften vertreten.

^Der Ledische Landesseucrmel.roerband h'ielt am
/Sonntag in Offfenburg seriie Tagung ab. Angenom.
men -wurde ein A'itrag, das; dis Kommandanlen
dcr Städte mit Städtcordy'.'irg ohm- weiteres Sitz
unid Strmme im Q-r'rdesa'r-schck drs Feuerwehr-
verbandes habsn solle-n. Dic F-aoe der Errichtung
viircs Reichsamtes für dei tfch,'«: Fei.erlesch-
und Fcuerschutzwssen sc-ll dcm L.im^esam-chck sur
w-'iteren Vechandlung üüsrlaise.i werden. Dis Neu-
wahlon dcr Kreisvorsitzendc.". sollen im April 1920
stat<flndren. Der nächst? Land'sfeuerwehrtag wird
inl Jachre 1921 in Frciburg aügei-.altcn werdew.
In Verbindung damit soll cine Feusuvehrausstel-
uu'g stattfinden.

* Dcr Heidrlber.qer Housfrauenvercin hatte am
Montag rm sehr aut bes.tzten oberen Saal der
..Harmonie" einc Ausspracke über dsn Hausange-
stellken-Dienstvertraa und -Tarif. Frau Kromer
aus Mannheim, die zweite Aorsitzende' dss Deut-
fchen Haussraucnverbandes. hatte schon in versch!,:-
denen badiicken Städten gesproüt.n. um e n c^'-
nrernsames Vorgehen der Hausfrauenvereine zu
gewährlersien. Dis Rednerin tt.sprach die einzel-
nen Punkte des Dienstv,.rtraaes. di.: zum Terl sehr
geändert werden müsscn. damit auch d e kindsrvei-
che Familre einc wirkliche Etütze an ihrer
Hausangcstellten habe. Vor allem soll dcr Para-
«zravh 6 eine neue Fassung bekommen. rndem- aüs
dex lOstündigen Arbeitszeit eine ununterbrochen 9-
stündigs Ruhezeit werde. Mit der Angest-ellten
eines Hausha.lts. mrt dcr wir in enger Grmein-
schaft leben. sei es dock wohl nicht nngänglg. eii>Lir
langatmigen Fabr.kvertrag einzugehen. Wohl sei
ein turzer Vertrag unumgänalich notig. dsr beide
Terle vor Schadcn bewahre und auch streng eings-
halten wcrben müsie. abcr das Beiwort ..nach Ver-
einbarung" nrüsie im Haushaltsvertrag seinen
Platz finden. Eine sehr angeregte Aussprache folgte.
d.e in dem Wunsch aipfelte. datz die Organisation
der badischen Hausfraucnvereine einen neucn Ver-
trag dem Ministerium unterbreite. der dic geäu-
tzerten Wünsche berücksichtige. — Frau. Neu-
merer verlas dann den Tarifvertrag. der nächste
Woche im Arbeitsamt si.'stgelegt werden foll und
gab zugleich dre Zahlen des Freiburger und Mann-
heimer Tarifv-ertrages bekannt. Mit schwerem
Seufzer vernahmen dre Hausfrauen diese neuen
Steuern. aber sie falsin die Notwendigkeit der An-
nahme dieser neuen Tarife und der Teuerungszu-
lage ern und sie werden sie -wohl annehmen müs-
fen. Es wurden dann noch manche andere Haus-
frauenforqen besprochen. und crst nach 11 Uhr schlof;
die angeregt verlaufene Versammlung.

* Dcr badische Verkehrsverein hat in seiner Ee-
neralversammlung an Stelle des zurücktretenden
Stadtratg Ostertaa Stadtrat Kölsch - Karls-
ruhe zum 1. Vorsitzenden gewählt. Von allen Sei-
ten wurde dem scheidcnden Präsidenten. der das
Ehvenpräsidinm verlichen bekam. für seine 14jäh-
riM aufopse'-nde TLtigkeit der Dank ausgesprochen
Die Versammlung verlief äusierst anregend. Ern
Vertreter Les Mrnrsteriums erklärte, dasi Baden,
wre anderL Staaten. gezwungen ssi. vom 26. Okto-
ber an wegen Kohlen- und Maschincmnangiils den
Personenzug'sverkehr an Sonntagen
einzustellen.

* Aus der Eefangcnschaft zuriickgekehrt ist einer
der badiicheir Fliegerhelden, der Vizefeiidwebel
Kloin a.us Heidelberg. Frü-Her batte er f-ünf
Fluchtversuche unternommen, Liis aber Mi-tzlcrngen.
Klein batte 28 feindllch-.' Flu^euge abgcschosien
und war schwer vLuwundet im Oktober 1916 tn
französische Gefanoenschaft geraten.

* Die Zahl der vertrirbencn Elsäsfer ist in einer
jüng-sten Zeitungsmeilidui'ig unrichtig angegoben
worden. Von zustänldiger Seite wird m>ktgeteilt,
dck bis Ansimg Oktober lund 1VÜ Oül! Elfäsier ihrc
Helmat verlasien ha-ben -u. in DeutschlanÄ Unterkunfft
smchen. Die Organisation der Vertriäbenen umffckt
-schon jetzt ülber 120 Ortspruvven, darunter 30 tn
Badew. Dre Za-lck dev in Baden sich auffhcrltenden
vcirtrröbenen Elsässer wird auf gegen! 12 000 se-
jchätzt.

* Dic Aussuhr von Brebnholz im klelnen
Erenzverkehr. Zur Ausfuhr von Brennholz im
kleinen Erenzverkehr nach der Schweiz hat die bw
difche Landesbrennholzstelle bisher nur unbefri-
stete Ausfuhrick>eine ausgestellt. Da. mtt dtesen
Scheinen Misibrauch getrieben worden ist. hat dte
Landesbrcnnholzstelle angeordnet. daf, aüe dteje
Ausfuhrscheine mit denr 31. Oktober ds. Is. lhve
Gültigkeit verlteren und die Ausfuhrerlaubnts für

das brs zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeführte
Vrennholz zurückgezogen wird. Vom 1. November
an haben nur folche Ausfuhrscheine Etltickkeit. die
etnen Friftvermerk enthalten. bis wann das in
zetcknete S^ffz ausgeführt sein musi.

»ttheater.

ersten Male das Eingsptel
§chub«rt

ttag gslangt zum
, a n n e r l" von Frz.
rb« rt (bekannitlich die Fortsetzung vom
»DretnmderlihlLUs") zur Auffs-üihrung. in den Haupt-
rollen Üessetzt nrit den D-amen Montt, Heck, v. Hcl-
molt. Walter, Walfert und -den Herren Schommer,
KRater-Waelde, Mai-le, Awillinger, Fovk. Bock usiv.
Dte Spiel-leitung hat Direktor Mettzner, die
mustkalische Lovtung Kapellniieister Lobertz
übernommen.

» Die jugendliche Geiaerin. .Armella Bauer,
eine geborene Münchnerin, wird sich am Samstag.
den 25. Oktober zum ersstsn Male dem hiefigen
PMikum vorstellen. Die Künstierin hat die Atün-
ch.mer AkademiL der Tonkunst mit Auszieichnung
a-bsoliviert und bereits in dem vorisen Konzevt-
winter glänzende Aufnahme gcffunden. Näheres
rm Anzeigenteil.

:: Altenbach, 147H7^er Krie/steilnchmer
Nikolaus Vernd, der »om 1. Mobilmachungstag
an im Fold war, ist im Lazarett in Heidelberg
gestmben und hier am Sonntag zu Evcvbe getragen
worden. Er hinterlätzt eine Witwe und 11 Kinder.

Maimherin. 14. Okt. Gestern zog ern Demon-
strationszug von etwa 250 Ersenbahni'rn nach der
Redattron der Zentrumszeitung. des ..Neusn
Mannheimer Vollsblattes". und nach der sozialdi:-
mokratischen Zertung. ..Volksstrmme". um hiec ge-
gen Artike! zu protestieren. durch die sich dii Lisen-
bahner verletzt ssMltcn. Da der betr. Artikel ledig-
lrch preutzischv Verhültnisie besprach. so konnte den
Demonstranten eine befiediqen.de Erklärung gege-
ben werden. — Auch in HeidLlberg haben die
Eisenbahner kegen einen Art kel in der Montags-
nummer des ..Tageblatts" demonstr'l.rt.
hbanerdkäungchr (PlamrfNvEd ncnE E E E E

Mannheim, 13. Olt. In Lrrdwigchafen wurde
die 17jährige Katharina Arnold gestern von
Franzosen durcb ein n Schutz in den Rücken
getötet. Das Mädcken hatte mit mehreren
Frcundinnen und zwei mngen Leuten eine Thea-
teraussührung eines hiesigen katholiich<:n Vereins
besucht und wollte sich zur Heimfahrt auf den
Hauptbahnhof beaob-ii. Unterwegs bcg.'gncten
ihnen fünf sranzösische Soldatzm. von denen einer
jpäter das Mnocheii durch zwei Schüsse totete. Die
Soldaten wurden von der französisckren Kr minal
po.izei vert>aftct. Kurz vor der Tat hatten die
würdigen Vertretcr dcr grande Nation eine grotze
Sckamensierslkeibc eingrschlag'n.

Mannheim. 14. Okt. Dev 11. Kriegsge-
fangenen - Transport traf sestorn hier
cin. Er kam aus dem Samnieliager Lalais und
war beim vorhergshniden Transpon. zurückseh-al-
ren worden, da die Leute aus dem bejetzten Eebiet
Elsatz - Lothringen. Psalz und Rl/nnland stamm-
ten. Es waren 1200 Mann.

^ Karlsruhe. 13 Okt. D r Evangelische Presse-
verband für Baden hielt heutc unter dem
Vorsitze des Landaerichtsrates W i n k l e r-Karls-
ruhe seine Verbandstagung ab. Dr. Ströle-
Stuttgart hielt einen Vortrag übcr den evangeli-
fchen Presiedienit von heute. Der Eeschäftsführer
dcs Verband.s. Stadtpfarrer Hindenlang-
Karlsruhe Lerichtete Lb:r die Tntigkcit d:s Ver-
bandes

Singen, 14. Oki. Zwei Salvarsan-
Schmuggler, die ver'ucht hatdrn. für etwa
100 000 Mk. Sa.'varsain über die Grenze zu brin-
flen, wurdcn hier verhaft.t. Dabei kam es zu auff-
reaenden Szenen, da siÄ einer der Schmuggsser der
B:rhastung widcrsstzt.' Zwei Kellnerlnnen. di« sich
als Helsrrinnen beiätiaten, flüchteten und werden
nun skeckbrieflich v-.'rfolat.

ürerichtszeitung

Mannheim, 15. Okt. Gin freff'vrechrndes Ar-
teil fällte das Schwurgericht oegen den rvegen
Körp-erverletzung mit nachKeffo^gtem Tode ange-
klaten 34 Iache alten Schlooer Fakob Müller
aus Bitterssc-.d wohnhaft in Mminheim. Während
Müller im Felde sta.id, arbeitet« seine Frau im
tädtischen Gaswerk. wo d:r dort brschäftigffe Ma-
ckinist Karl Hilpert es oerstand. die Frau in
elwcn Bann zu bringen. Als M'iller di» Beiden
n einer vertraulichcn Situation antraf, jcrgte er
döe Fräu aus dem Hause Uttd strengte Schridungs-
klaoe an, die er abcr wieder zurücknähm. Der ver-
heffratete Hilpj'rt fuchte aber unter allen UmstLn-
den eine Scheidung der Ehcleute Müller hevbeizu-
fübvrn an. Am 21. Fchrüar diesses Iahrcs ae-
sesite sich Hilpert zu MMer. als diesser von seinekn
Postcn als Dolkswehrmann sich auf dem Heim-
weg befand und reizte ihn durch beleidigende
Ausdrück.'. Müller griff zu feiner Pistobe und
feuerte auf Hilpert, der zwar nicht gefährlich oer-
letzt wurdc. a-Vn: durch hinzilnekoinmene Kvnipli-
kationen nach zwei Tagen sstarb.

Letzte Drahtberichte

Provinz Oberschlcsien

Die preutzlsche üandesversamjlung nahin den
Antrag Beyer-Oberichlcsien (Ztr.) auf Einbrinounu
Sines Gesetzes zur Errichtung ciner Provinz Obe>
Mcsien in zweiter und dritter Lesimg an.

Zur Lage im Baltikum
Vcvlin, 15. Okt. Zu d:»n Vesprcchungen im Aus.
wärtig-elr-Ausschck d-er Nationalveissammlung
über die Lage- tm Baltikum und über di-o Ailatz-
nahcken, weffche zur Zurückbrinjguna Lcx Truppen
getroffen sind, erfährt . die .^Deutsche AllL^Ztg.",
-dck dev Vertreter d-es Auswärtigen Amtetz den
Entwurff chner cm. den Vevband gerichteteir Ant-
wortnote vorlegte, der eingelbend besprochen wurd»
Heute vormittag werden die Vcffvrcchungen weiter-
gefübrt.

D'Annunzio erkrankt

Bersaittes, 15. Okt. ..Chicago Tribune" meldet:
D'Annmizio sei sehr sckwer krank und haba did Ab-
sicht, nach Rom zu nehen. um Aerzte zu konsultie-
ven. Es sei möglich. datz es sich hier um ein M a -
növer haudle. das bestimmt sei.. dem nationa-
listischen Vorkämpfer den Abzug von Fiume zu
erleichtern.

Verli1S. Okt. Wle wir erfahren. bckrn die
dentsch.fr«nyösischen Besprechungen üver. den He i nr.
tranoport der deutschen Kriego»efan-
»euenchr Franlreich Vegonnen. i. ,. >

Verlin, 15. Okt. iPrav-attel.) Die zu g.stent
abend einberufcnen Plotestoersammlungen dcr tln»
abbängigen gegen den Bc-lagcrungszustand ver-
liefen im allge-meinen ruhig.

Vevlin, 15. Olt. (Privattol.) Die Beratung
des Etsenkahnnnnissters mit Lem Ersinbahnvräsi-
deitten von Fvanksurt a. M. führte, wie das „Deri.
Tageblatt" hört, hrs jetzt zu koincm entgiltrgen
Besschlck.

Verlin. 15. Okt. Die Vergarbeit>:r im Zwik-
kauer und Oelsnitzer-Lugauer Revier. sowie die im
Plauener Grund haben dem „Berl. Lok-Anz." zu-
folge mit Nücksicht auf d'ie Kohlennot sich brrcit er-
klärt. in diesem Iahvr auf Ferien zu verzichten.
wenn den Arbeitern mit 6- Lezw. 3täg gen Ferien
100 bezw 50 Mark Entfchädigung gewährt wird

Bcrtin 15. Okt. Fm ersten Untewus-chutz des
Untevfuchungsansfchusies der Nationalversamm-
lung wird am nächsten Wontaa Kautsky übrr
die beizuziehenden Äkten und üiber die zu verueh-
menden.Personen sich verbreiten.

Verlin, 15. Okt. Diie französische Besatzungsbe-
hörde hat dieZensur im Saarsebiet u. inLothringen
wieder eingeführt, nachdem sie nur für einige Tage
aui'gchoben wordrn war.

Versailles. 15. Okt. Jm Senat wurde eine rcr..
dikale sozialistische Rcffolution effngebrocht. worm
idie alliierten ReB-ierungen auf-gcforder-t wrrden,
untereinander darüber zu vevhandeln, durch welche
'NUttel man zu erner allgemeinen Mrüstruig 6- -
langen könne, ohne die kein dauernder Frieden
möglich sei.

Pc-^s, 14. Okt. Nach einer Hcvvasmclldiung hat
die Wrmee Denik'ms iwrdwsstlich von Mcvonessch
9000 Eefang-one gemocht. Seit dom 9. Okt. hat die
Armc-e Denikins 15 000 Gesangene geimlcht. 20
Eeschütze und ebonso-oiele Maschineirgcwehre wM-
den eidbert.

Amsierdam, 14. Okt. AÄe der „Teffegrcraf" aus
Londcm meldet, sagte Asqui 1 h in der Sitzung der
Leagne of Nation Union, die künftiso-'Zivilisatic^
^chngt vom Völker-bunde ab. Lord Robert Cecll
sägte, internatilmale ZusammenarLeit müsie an
die Stelle internationailer Eifferssucht treten. Ely-
ncs, der als Vertreter der Arbeiter svoach. erklarte,
d'e Arbeiter dürfften nicht immer die Lo h n f r a g e
u-nd anders Arbeiterfragen im d^ Svitze
sirllLN. wenn die grotzen answärtigen Fragen nach
dem Grundfatze des Rechts und nicht nach
dom Erudsatze der Macht gelöst werden.

Kurse vom 13. OkLober 1919.

(Mitgeteilt don der Rhe'mischen Creditbank.)

Filiale Heidelberg.

gestern heuts

5°si Tentsche Reichsanleihe....

4°/a Deutsche Reichsanleihe ....

3>/3°/o Deutsche Reichsanleihe .

3°/a Deutsche Reichsanleihe ....

4°/» Preuß. Consols.

4°/a Baden von 1919.

i/s°/a abg. Baden.

4°/o Baycrn ........

4°/» Würtleinberger.

4°/o Hesiin.

4°/o Heidelberger von 1919 .

4°/o Freiburg 1919.

4°/o Karlsruhe 1913.

4°,'o Manuheiiner don 1919
4°/o Nhein. Hyp. Pf. ...

L'/L°/o Nhein. Hyp. Pf. verlosbar
4°/o Psälz. Hup. Pf. unvorloSbar
4°<» Hess. Landeshyp. Pf. . .

4°/» Hesi. Landeshyp. Com. Obl.

Dentfche Bank Aktien .

Tisconto-Couimandit Anteile .

Nhcinische Creditbank Aktien
Piätzijche Bank Aktien . . .

Eüddeut^che Disconto-Ges. Akticn

79.60

71.60
66.50
65.-
72.75

80.50

89.25

95.—

95.-

94.80

.102.40
. 91.75
.102.-

80.10

72.50

66.75
64.60

72.75

78.75
89.50
89.25
95 —
95.—

. 99.50
.236.50
.177.75
.118.50
.129.55

_ , . .130.—

Deutsch-Üuxeniburger Bergwekks Bktien 167.75

Bochumer Bcrgbau- u. Gußstahl Aktten
Phvnix Bergbau Aktien
Odcrichles. Cisenbahn Bedarf Aktien
Lberschles. Eisenindiistrie Aktien
AUqem. Elektr. Ges. Aktien.

Bad t/lnilin. u. Sodafabrik Aktien
Benz L Co. Aktien. . . . ?

Hcidelberger Cementlverke Aktien .

H Fuchs Waggonsabrik Aktien
Ber chem. Fabr. Mannheim Aktien
Verem deutscher Oclfabriken Aktien
Zellstoss.Fabrik Waldhof-Aktien
Zuckersabrir Waghäusel Aktien .
Privat.Tiskont.

102.25
92.—

102.50
.100.75 101.50

99.10

240.50
175.76

119.50

128.50

136.25

169.25
199.75

196.50

205.50 207.75

Devisenktrrfe

Geld Brief

Konstantinop.-

Holland 10t'9—

Däneinark 574'/.

Schweden 610^/i
Norwegen 6l40i

.146.-
. 162.50
.218.—
.438.75
.224.—
.180.50

185.—

217.—

Geld

474'/s

-Schweiz

10l1__Oester.-Ung. 24.60

575»/^ Bulgarien-

650^/« Spanien 509^/3

615^/. Helsingfars 105^b

147.—

219^—

439.59

225.—

180.—

319.50
265.—

185.50

219.50

Brie

475'/r

24.75

5051/2

106'b

Evüngelische Gemeinde.

Wochetrgottcödicrrsi.

Providcirzkiche: Bkittwoch abcnd 8 Uhr, Stadt«
vikar Lill. Nvs.e.

Christuökirche: Lllittwoch abcn.d 8 Uhr i»i Gemein-
desaal, Pfarrer Wiuiieckc.
Dinfonissenhattcikapcttcr Mittwoch nahm. 4 Uhr
Frauenbetsnmde. Donncrstag abend 8'/. Uhr Bi-
belstnnde.

Jsraelitischer GotLesdienst.

Schlutzfest: Mittwoch abd. 1/36. Donncrstag früh
^1/36. AbendS 6 Uinzug der Thorarollen. Freitag
früh r/29. Abends '/.6._

Wiltttiliigßbtoliiichi.-iWkil kr BailUjt» Post.

Ain 15. Oktobcr 1919, inorgenS 7 Uhr.

Wärmc-
Grade
n. Cels.

niederst. hvchster

Wärmegrad seit
gestern

Wind-

richtung

Himinel

Luftdr.

mm

7.0

6.0

11,0

S.-West

j

trüb

750.4

Niedcrskhlag
Mittclwerte von gestern:
Tempccnliir
Duiistdrnck
Nelative Feuchtigkeit

0.6 nim
7.9

0,0 nim
'6.6 °/»

-"-1
 
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