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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0401
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t. Iahrgang - Nr. 288

Heiöelberger ZeiLung

Donnerstag. 13. November 1919

^ ... „.. -»--- r- -.- ^aur monatlich

kjauptschriftleiter: Uurt Fischer.

Gesründet 1888



VoöisöftL Vsst

wschenbettage: ver vorn

Lanöesorgan der Deutschen liberalen volkspartei Vadens

Hauptschriftlerter und verantroortlich für den poiitjschen und volkswirtschaftlichen Teil Kurt Fischsr, für das
Feurlleton,.Kunst und Wisfenschaft,.Theater und Musik, Neues aus'aller Welt und die Unterhaltungsbeilag«
Iulrus Kraemer, für Baden, Oerlliches uitd Literatur Fritz Gandenberger vonMoisy, sür Turnen

Spiel und Sport Alsr ed 2 ch niih, sämUich tn Heidelberg. Fernruf 182. — Berliner Dertretung: Berlin VV 5Ü»
Bambergerstr. 3. Fernruf ÄmtKursürst 318. - Für denAnzeigenteil verantwortlichAlfred 3chmttzinHeidelberg^
^eänru^^-^rnä^un^Vrrla^^HeidelbergLr^erlagsachtal^^

Das Wichtigste vom Tage

Der llntersuchungsausschutz beguim gestern mit
der Vernehmuna des früheren Vizekanzlers Dr.
Helfserich.

Hindenburg ist in Be-rlin eiNAitroffen.

Die Beratunqen innerhalb drr ReLchsr«Lierung
iibrr die letzte Ententenote haben noch zu
kekner Entschechunq qeführt.

. Die deutsche Kommission zu V'.rhand--
lunqen über die Enstnt^Fordcrunqen an Dcutsch-
land vor Herstellunq des Fr.oderiszustandes wird
wahrscheinlich am Freitaq nach Vrrsarlles abrcisen.

L

Dc* RLcktransport ber brutschr» Trupprn ans
dem Baltikumist nahezu beendct: nur
rine Eijenbahnformation ist noch ;nr,ickieb'.lcben.

Der polnjsche Friedensvorschlaq au
Sowiet-Nutzland ist auf Vetxribcn der enqlischen
ünd franzLsischrn Reqierunq crfokqt.

Eiue Bolksversammlunq der U. S. P. und kom,
Mllnrstischen Arbeiterräte und Betr.ebsfunktwnäre
Grotz-Gerlins richtete e.ne radikale Kampf.
a«saqe andieGewerkschaften.

Aus Vaden

Der Neichskohlenkommissar-hat auf wiederholte
Borstcllunqen der badischen Reqjerunq an-
qesrdnet. dah die Kohlenlieferunq sür Siid'
Äeutschland eine V o rz u q s b e h a n d l u nq erfah-
-re». ' ^

Die Reqierunq hat neue Vestimmuilqen zur Er-
fassunq der Kartoffeln erlassen.

Die russische Frage

Eine amerikanische Anfrage an Trotzky

Lcul>t Nicuiwe Rotte^umsche Lvuromt iMll:>et der
BeriHtenstattcr dor Tkm-es mns HclstMfors. ^s vev-
lvMte, daH di>e> Veve'mtgton Siia«ten vovgoschlcrgen
häften, Drotzky zu s«lMN, o>b er jetzt, wo di ' Gefcrhr
sur Petersbawg vorrHer jai, beveil sei. chri dcr Air-
Hrchnmrg d?r in völligsr FreihM 6.»wähltsn N a«
tionalverisam m luns, dre Mer dic Nsgio-
rung^onm Rußl-anids Bofchluh fasten solle,. nritzui-
wirken.

Ein polnischer Konferenzvorschlag?

E'mor Renter.miMung zusolge berrchtet ldas Ar-
Leitevbratt Daily Herald aus'Warschau: Die vol-
nische .NcDiovmrg bcka-bsichtiige, a l l-e kr i ^>g f ü b --
renden Partercn in Rustland aufzufvr-
dera, die Fo'mdseliLteiten nm 25. Novembcr eiiizu-
siellcn und Drlegicrte nach Warschau zu entfendcin,
die nb'r einen iofortigen allgaineinen Jri-eden dc-
raten sollrn. D'.o Grohmächte wurden «bcihfalls
nufgefovdert, Delegiecte zu entsendon, um an d.r
-Kt.-nferenz, die am 15. Dezembor stattflurd.n sall,
ie'lzuncssimcn.

Die Deutschen in russtschenDieusten

Von unserem Berliner Vertretcr
i:> Berlin, 13. Nov. Wie wir erfahren. soll
.Obc-rft Awaloff ° B e rmondt die enMchr N> -
ciierunZ um fkleion Abzug durch Lettland -ge-
brtcn nnd fich bcreit erklärt hab.n. die Dmt>chen
aus seinen Forinationen M entlassen. Damit wäre
eine Löfung der baltifch n Ang.'leacnbeit m Aus-
stcht gestellt.

Die Schweiz und der Völkerbund

Llgener Drahtber'lcht der „Badischen Post"
f > Bcrn. 13 'Nov. Die austerordeatentncheVun-
desratsvcrsammlunq. die Zur Beratung über .den
Beitritt der Schwsiz zum Völkerbund einberufen
wurden ust. bai dcn Antraq. den Eintritt der
Schwciz in den Völkerbund zu verfchieben,
mit 105 qeqen Stimmeu abg-el-ehn t.

Millerand als Bilderstürmer

Millcrand bat di-e Entfernung -a l ld r d e nt -
schcn Dsnkmäler f it 187t cn Elsast-Lotbrin-
gcn angec-rdnet. sSie sind bis rum 1. DLzembor ru
entforneu. Die Vei-ordnung sind-et auch Anwrn-
dung aus die milttärischen Ermncrungsdenkinäler
dcr Schlachtfclder von 1870-71.

^ Ddr Suczkanal. Am 16. Noveinber stud es 50
Aahre. dast der Snezkanal eröffnet wurde.

Die „Einigkeit" in Ser Entente

Die Dynamitpatrone

Der Friedeilsvertras von Versailles war der
hvchste sichtbare Trimnph der Entente, er bi'rgt
aber auch dao Sprengpulver in. sich. Es gärt
allerorten, nainentlich die Amerikaner machen
aus ihrer MiMimmung über den Weiterver-
lauf der Entwicklung keinen Hehl. Der Draht
herichtet därüber:

Bafel, 13. Rov. Die amerikanische
Delsgation in Paris werde cndgültig am
11. Dezembcr oon Vrcst nach Newyork zurück-
r e i s e n. Die Tribnne sagt hicrzu. es herrsche
grosie N n z u f r i e d e n h e i t nnter den
amerikanischen Delcgierten über den M a n -
gel an Ossenheit bei den Delcgierten dcr
airseren Mächte. Der anccrikanischc Delegierte
Polk haüe orttärt, Anrerika werde Europa fi-
rranzieü und politisch nicht untcrstntzcn, solange
die anderen Negierungen in.ihrer Lätigkeit im
Osten und in dcr Liga der Nationcn nicht wei-
tere Ofsenhcrt bcwiesen.

Ueber die parlamentarischc Lage in Amerim
wird berichtet:

(:) B e r l i n. 13. Rcv. Wie wir erfahren,
rechnet man i» England schr stcrk mit dcr
Mögkichkeit. daf; dcr amerikanischc Senat den
Friedensvertrag zuletzt noch in einer Form
annimmt. die e»ne w e l t p o l i t i s ch e
K o m p ! i k a t i o n ausschlieste und den
europäischen Znteressen yerecht wcrde. Man ist
iiberzeugt, dasi der Völkerbrmd die einzige
Handhabe gcgen dcn WeLLLolschewismus ist und
drrtz der amcrikanische Senat stch dieser Tat-
sache nicht verschliegen wird.

-- Basel. 13. S!ov. Nach ciner Depesche dcr
Chicago-Tribune nahm der amerikanische Se-
nat auster dem Vorbehalt betr. den Austriti
aus dem Völkerbund einen Zusatzantrag von

Hmdenburg Ln Ber n

Verlin. 12. Nov. lbeneralseldmarschall Hinden-
burq. dor vom parlam-.'ntarifchen Antersuchünqs-
ausschust a!s Zeuqe qeladrn ist. traf heure vormit-
taq 8.57 Uhr aus Hannover auf dem Bahnhofe
Zooloqischsr Garten in Verlin -ein. Ludendorff
ivar mit nrebreren anderrn Herren -ur Beqriitzunq
erschienen. Bei der Ankunft des Zuqrs spielte die
Musik einer Ehrenloinpaqnie. Das Pnblikum. das
den Feldmarschall erkannte. beqrüstte ibn mil lau-
teu sympathischrn Zurufen. Leider kam es auch zu
recht unerauicklich'Ui Szcnen. ..In der Menqe'ver-
suchten etniqe Personen. darunter eine Frau. voii
dem „Mastenschlächter" zu spvechsn,- Sie brachte
cin Hoch auf dle Interi'.ationale aus. Das Publi-
kum nahm sofort Partel und es entstand eino Prü-
qelei. bis es drn fi'ir die Aufrechtsrhaltunq der
Ordnunq sorqenden Kommandanturso.dcrten qe-
lanq. die aufqsreqten Parteien zu trennen.

Iu den Wahlen in Oberschlesten

Das amtlichc Mahlcrgebnis

Beuthen, II. Rov. Die nunmehr vorliegenden
-a-.ntljchen Ergclbnisse d.'r E-sineinderatswaihlen in
Oberschlosien ergeben folgendes Bild: Fm Kreise
H i nde nbu r g bstrug die Wahlbeteiligu-na
durchschnittlich 60 v. H: hiervon entfallen auf die
Polen 64 v. H. und anf die übrigen Parteien 36
v. H. Zm Landkrerse Be-utben betrug der
Durchschnittsprozentsatz der WachBrteili-gung 65 v.
H.; davon entssajlen auf die Polen 55 bis 90 v. H..
im Durchschnitt 78 v. H. Di,.- Wcvch beteiltgung und
die -aogegebenen Stiminenzabl iin Kreise Katto-
w i t; entspricht ungofabr der im Kreise Beuthen.
Zm Kreise Tarnowitz war die Wcchkbeteili-
gung M Durchschnitt 50 .v. H. >cmf die Palon «iit-
fallen 89 v. H., anf die übrigen Parteien 11 v. H.

Hörsiiigs Schuld

Von unserem Berliner V-ertreler

(:) Verlin, 13. Noo. Wie wir chörsn, rnacht
man in oberschlesischen Kreisen für den unMnsti-
acn Ausgiang derl GemeindevcAswalhldn den
St-aatskoimmissar Hörsins verantwort-
lich, der durch lseine diktator^sckre Politik die Be-
völkerung, sesen Deutschliand aufgehetzt hcrbe. Man
hosft, dast Hörsina onolich einsichts-voll genug fvtn
werde. von selnem Pchten zurückzutreten. Zim
Kysiise dor Asntrumspart-ei ist inan bastrebt. dte
Absetzung HörstnLg durchzusetzen.

historischer Bedeiitung an, der dem Präfidrnten
das Vetorecht gegen diesen Vorbehalt ent-
z i e h t.

Außer Amerika ist es aber vor allem Ita-
l i e n, das nach alter Kewohnheit die
italienisihe Mittelmeerpolitik
mit denr Ziel betreibt, Italien zur Mittelmeer-
vormacht zu machen.

N o m» 13. Nov. Jn der letzten Zeit werden
deutlich die Bestrebungen dcr italienischen Re-
gierring erkennbar, sowohl mit Spanien
als auch mit V r i e ch e n l a n d in cin möglichst
enges Zweckbü'ndnis der Mittelmeer-
halbrnseln cinzutreten ,in dem natiirlich Zta-
lien die Hauptrolle zu spielen hätte. Mir
Eriechenland üahnen sich bereits sehr freund-
schaftliche Beziehungen an. Es heitzt, die bei-
den Länder wolkcn in Kleinasten ihre Wünsche
cinander anpassen, sodah Grenzstreitfragen
nderhaüpt ausgcs'haltet werden.

Angesichts di.ser Meldung verdicnt die nach-
sichende Mitteilung, die den Rückschlutz auf etn

cngllfch-sranz'östsches Vündnis

oder eine andere^festere Vindung zutäsit, beson-
dere Bedeutung:

Bcrliu» 13. N'öv. Wie -vir erfahrcn, hat dch
englische und srnnzösische Regierung eine V c r-
e inbarung getroffen/.die^ in den nächsten
Tagen itt amttichen Proklamationen bc-
lannt gegebcn win'd.

Wie sehr auch die Zntercssen der einzelnen
Ententemächte auseinandcrlaufen. in dem
eiueu Punkt, der Niedcrhaltung Deutschlands,
sind.sie alle eii.lig, Deswegen wäre es das Ver-
kehrteste, aus die Karte der „Uneinigkeit" iu
oer Enteute jetzl sihon.setzen zu wolleu.

Verstärkte Lieserrrng von Eisen-
bahndiensrkohle

Schwere Einbutzen für den Hausbrand

Der R ei ch s k e b l e n k o m m i ss r kat angeord-
net, batz diö Lieferung vcm E'chinbqh. >'ienstroblcn
bedeutend vcrstärkt w'..>kt, sodcch 50 000 T.
täglich fllr die vrcüsiischen B^ren verla'd.'n w.rL-n
sollen. Diese Ak-qm'illbnien baiben sur Folq?, d.rfr
Jn-drPpie unsv H-änsbrMd l-rne für Lokomotiiv-en-
feuLruug MLÄnei.n Kohlen niehr erhqlten könn-'it,
mas insbosouder. iür bem H >r u sb r-a n d, der znm
Teil auf diesclbcn Steinkoblen.vrt 'n! »vie di.eEüso:i-
Hahn angowics.!l .st, schwere Einbuben zur
Folge- hat.'

Das Lhäos in der 5tohlenversorgung

Oberbürgermeister. D i ck e von Solingeu cr-
klärte in einem dringendeu Telegramm an den
Reichskanzlcr, dasi bereits nüchster Tage 30 000
Arbeiter auf der Strasie liegen wür-
den, wenn nicht sofort eiNe Steigcrung der
Kohlenzufuhr eintrete. C h a r a k t e r i sk i s ch
für das Chaos in unserer Kohlenversorgung isr
die Antwort des Neichskanzlers Bauer an
die Solinger Vittsteller, denen rundweg erklürt
wird, daß sich auch viele audere Orte Deutsch-
lands in der gleichen Lage befänden und an
eine Sonderzurveisung unter keinen Umständeu
zu denken wäre. Das Telegramm schließt mit
dem Appell, daß die Arbeitslosengefahr nur
durch Beseitigung aller Differenzen in den Ve-
triebswerkstätten und durch erhöhte Arbeits-
leistung gemildert werdcn könne.

Noch leine Wiederaufnähme?

BerUn, 13. Noo. Die Wioderaufn qhme
des Perisonen - Verkehrs auf den preu-
ßischen Staatsbcchnou qm 16. Nov. ist uoch
fraglich. Das preusiische Eisenbahmuiuisterium
-erklärt, die Eutschei-dung lioae beim Nsichskllbiü'tt.
Die Zufuhren an Kob'cn seien chis ietzt nich-t i»
dein vvvgestche-nen Matze erf-olgt.

Helfferich vor dem Untek«
suchungsausschuh

Berlin. 12. Noo.

Vorsitzender Abq. Wk«muth richtet zunächst noch
erniqe Fraqen an Herrn von Bsthmann Hoüwe«:
Von roem unh rn «wslcher Richtuna ist Eure Exzeck-
lenz über dte Unniöqltchveiv des Rückrufs Leim un-
l>cfchränkten U-Bootlrieq orientiert worden.

v. Bethmann Hottweq: Schan vor dem 29. Zan.
hat Holtzendorff mir und den Staatssekretären
Helfferich und Ziinmermann wiederholt und be-
stimmt erklärt. der U-Bootkrieq könne ietzt nicht
mehrrückcränqia qemacht werden. da die U-
Poote drcrutzsn wären und oin quter Tsil van thnen
nicht mehr zurückqerufen rverden könnte.

Kontreadinstal von Bülow »tellt fest. daä eine
Frist für die Rückberufunq der U-Boote üherhaupt
mcht vorhanden war. Es tonnte am 28. oder 29.
Zanuar das Unqlück eintreten. datz ein amerikani-
scher Bürqer Schaden nahm. Es war techntsch
unmöqlich. den Geqenbefehl zu ertetlen.

Die Vernehmung Helfferichs

Zunächst werden vom Vorsitzenden und dem Be-
richterstati-er Aktenstücke ü. Teile einer Rade des
Zeuqen verlesen. die dieser rrm 31. Zan. 1917 im
Hauptausschusi .des Reichstaqes qehcrlten hctt.
um die Bcdenken des damaliqen Abq. Dr. David
htnsühtlich des Eintretens in den unbeschränkten
U-Vootkrieq zu zerstreuen. Zn dieser Reds habe
Dr. Helsfsrich den Standpunkt vertvelen.vdasi i«tzt
der qeeiqnete Moinent zum Beqinn,des un-
beschräntten U-Bootkrieqes qekommen sei.

Dr. Helsserich: Der Vorsttzeude hat zu Beqinn
dieser Ausfchutzverhandlunq-en hervoyqrhoben. dast
es Aufqabe dss Ausschusses sei, lediqlich Tatfachen
festzuleqen. Hinter diesem Ausfchufi steht aber der
Staatsqerichtshof. Es ist damit zu rech-
nen. dan übsr qewisse Persönlichkeiten -auf Crund
der üier unter dsm Eid qemachten Ausfaqen spä-
ter cin Verfahren anhänqiq qemacht rmrd. Welche
Perfonen als Anqeklaqte in Fraqe kommen.
dnrüber besteht nach den bisheriqn Erfahrunqe»
und nach den Tendenzen der Fraqeir oinzelner
Äkitqlieder des Ausfchufies kein.Zwsifel. Sicher-
lich stnd es nicht Mitqlieder der qeqenwälckiqen
Neqicrunqr-söndern Mitqlieder der fr ü^heren
laistrbichen Reqrcrunq.

.Die Fräqe des unerdrückteir. U-Bootskrieq>es
dürste toine Prinzipienfraqe fein. sondern ste war
eine Fiaqe der militärischen und pont-schen
Krieqsfübruiia. Sie war ketne Fraqe irqeud eines
hoamatischen Glaubens. sondern der Zweckmatziq-
keitsqründ^. Wir mutztirn uns d'er Situatwn an-
pasieii. Zddor Einzelne musite den Gcrnq der po-
lit-schen Erciqnisse. die wirtschaftlichen Verhaltniste
zu Hause und drausien uud die technische Aiisqe-
sta'lilttq dcr U-Bosts»vasfe berücksichtiqen und setne
Slellunqnalime daraufbin qeivissonhast prüfen.
Diefe unqehsuere Verantwortunq. qleichfchwer fur
di'e Unterlassuiiq <w:e für das Tun. war kein Va-
b.qnquespi-el. Wir mufsten darauf sehen. dasi wir
st-iteiis Amerika nicht schlechter qestellt würden. als
iinsere Fc^nde. Wir habon alles qetan. was in un-
seren Krcjften laa. um auch sür di-e deutfchen Zn-
teresten in Amerika zu werbeu. aber die Haltunq
der Aiu.:rikaner blieb qleich unfreundlich. Auch die
Veiiiübunqen waren vcrqeblich. die -amerikanische
Ecschäftsmelt fiir uns zu interefsie im. Di-e
Zwa"qs-aae für Wilfon war felbst ver^chuldet. Die
Muuitronslieferuiiqen warou völkerrechtlich -viel-
lcicht zwrifelhaft. uicht zweisclhaft »oarsn si- für
Wilsoii. o:r rvübrend des mexikanischen BiirLt.erkrle-
qes die Munitionsausfubr verboien hatte. weil ste
prattisch nur ejner Partei >u:-qute qekommen »vä-
ren. Dainals wandte sich' Wi'.son felbst qcaen dst
pap-erne-Neutralität. Zm W-'ltkricac aber -ent-
schstd er sich für die papieriv Skeutralität. weil ste
einseitiq der Entente zu qute l».n. Warum tat
Wilson das'? Oberft Hoüst h-at -s d'in Erafcn
Bernstorff arsaat. W lson wolltc das E-»chüft nicht
störcn, das darin bestand.

aus den Tränen Eurspas aine ikanischrs
Gold zu inünzen..

(Lauter Bcifall im Zuhörerraum.s So schMr .die
unnentrale Haltunq Amerikas unsere aanzr K^ieq-
führunq belastete. so war sich die Neichs'.eitunq«ooch
von vornhei'ein darüber klar. -was d:r Eintritt der
Dereiniqten Staaten in der Krieq für uns bedeu-
ten würde.

Am 7. Oktober erklärte Dr. Spiahu dem
Reichstaqsausfchuü uamens sämtlicher Mit-alleder
der Zentrumsfraktion. dan für politisch'e Eiitschei-
dunqen im R-sichstaq der Ncichskanzl-er albstn ve^
untwortlich wäre. daü aber Ler Neichskanster sich
bei seinen Entscheidunqen über Krieaführuna we-

fentlich auf die Enlschlicsmnaen der Oberiten So^

resleituna zu stützen babe...,istl dstst Lntsch^
dunq zu Gunsten des ruckslchtülostii, U-Bootkrie-'cs
aus^so darf der Reichskanzler des Euwerstandnistcs
 
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