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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0451
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öamstag, den 22. November 1919

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ezwungenen stö'ßtsieab.V'
rlten nichts von EüM
rknirschungsansällen, sM
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linnt nichts dabei. ^
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Badische post — Nr. 273

BeUage

Die neuen Steuergesetze

. und

Ä i ae -vr. E


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>ard der ?

LS-

Dox Nationalversammluna 'werden bei dem
Wiederzusammentritt die d-r.ei von denr Reichs-
finanzminister Er.cherger in Aussicht aestellten
Steueraesetze zuaehen: das N e i ch se i n ko m-
niensteuergosetz. das Kapitalertrags-
st eueraes-etz und das Landesbesteuerunasaesetz.

Das Einkomm'en der natürlichen Personen
wird danach mit einer Steuor. belegt und Mar
das aesamte Einkommen der natürlicheir Personen
bei Deutschen. soweit sie sich nicht länaer alv ,Mei
>al,re dauernd im Auslaüd aufhalten. ohne im
.'nland einen Wohnsitz haben. beiNichtdeu t-
, chou . wenn ste im Deutschon Neich eincn Wohn-
sitz haben odcr sich -dort des Evwe'rbs weaen dauernd
cder länaer als drei Monate aufhalteu. Mit ibrem
Emkommen aus inländilchem Gruudbesitz oder Ge-
werb.betrieben ode-r mit solchen reaelmätzia wieder-
tehrci'.den Veziiaen odex llnterstützunaen. die aus
lnlandischcn öffentlichen Kassen mit Rücksicht auf
eine neaenwartiae oder frtthere Dienstleistuna oder
Verusstatiakeit aervährt werden. sind einkommen-
stcuerpflichtia alle uatürlichen Personen ohne Rück-
Iicht auf StaatsanaOöriakeit. Wohnsitz odcr Auf-
enthalt. ^

In dem Gcsetzentwurf Uber die
Neichseinkommensteuer

wird dann i,n einzelnen das präzinort was als
itcuerbares Einkommen .ni aelten hat. Die steuer-
ircie Grenze beträqt 1000 Mark. Der steuersreie
Gtnkommensteil erhöht sich für die erste. jsur Haus-
Steuorpflichtiaen zählende Person um
iMO Mark. fur jede weitere um 300 Mark. Der
Steuertarif selbst besaat: Die Einkommensteuer
betraat:

für di'e ersten anaefanaeiren oder vollen
... ^OOO Mk. des steuerpfl. Einkommens 10 v. H.
sur die nachst. 1000 Mk. d. steuc'M. Eink. 11 v. H

fur die nachst. 1000 Mk. !d. steuc'^fl^Eink. 12 o. H.

nir die nächst. 1000 Mk. ld. steuci.-pfl. Eink. 13 v. H

sur die nachst. 1000 Mk. d. steuerpfl. Eink. 1-t v. H.

... tusw. bis 24 v. H.)

fur die nuchst. angef. od. vollen 2 000 Mk. 25 v. A.
lusw. bis 29 v. H.)

für dce nächst. anaef od. vollsu 3 000 Mk. 30 v. H.
susw. bis 34 v. H.t

.jur die nächst. anaef. od. vollen 5 000 Mk. 35 v. H.
fufw. bis 44 v. H.j

fur die nächst^anaef. od. vollen 10 000 Mk. 45 v. H.
lusw. bis 49 v. H.)

sür die nächst. anaef. od. vollen 20 000 Mk. 50 v. H
fusw. bis 52 v. H.f

sur die nächst. anaef. od. vollen 30 000 Mk. 53 v. H

sür die nüchst. anaef. od. vollen 30 000 Mk. 54 v. H.
sur d-r nächst. anaef. od. vollen 40 000 Mk. 55 v. H.

iür die nächst. anqes. od. oollen 50 000 Mk. 56 v. H.
susw. bis 59 v. H.t

die weiter.'n Beträqe . ... . 60 v. H.

In dem

Kapitalsteucrertragsgefetz

wird bestimmt. das; von den Erträqen aus Kapi.
talvermöqen cine besond°cre soqenannte
Kapitale-rtraassteuer erhoben wivd. Als Kapital-
crträqe aelten obne Nücksicht darauf. oü ste in -einein
land- oder forstwirtschaftlichen oder qewerblichen
Vstriebe oder autze-rhalb eines solchen entf-allien.

I. Dis Ertrüae aus inläudischeu Kapi-
talieu, nämlich:

1. Dipidsiiden, Zinsen. Ansbeuten und sonstiae
GewiweLche entsallen anf Aktien. Kuxe. Ge-
nutzscheine sowie auf Anteile an Kolonialaessll-
schaftcn, an Berqbau treibenlden Vsreiniaungon.
welche die Nechte juristischer Personen habsn und
an Gsfellschaftsn mit beschränkter Haftun.a, deren
Etaminkapital mehr als 300000 Mk. bsträgt.

2. Zinsen von Anleihen. die in öffentlichen
Schuldbüchern einaetraqen oder übe-r die Teilschuld'
perschreibungen ausaegeben stnd.

3. Zinsen und Renten von Hypotheken. Grund-
cder Nei'.tenschuldon.

Vei Tilaunashypothekeu und Trlaunasgrund-
schuldrn gilt nur derjeniae Teil ldsr ZMuna als
Kapitalcrtraq. der auf den jewrils noch nicht qrtila
»en Kapitalrest M Zins.nhluna entfällt. '


Lebe, strebe du H

» Niii scnd vhn' Ermatten, A

ch . Durstend ohn' Ersatten K

^ Neue'» Lebe» zu. Rückert

Lonnenfinstsrnis

NoU6" von Etse Stieler-Marihatt
Lop vi^lit d/Oretlileinür Oo. O.m. d.ti. l^sipris 1916
(42. Fortsetzuiig.)

Ueb.r dcs Hütbub.n Tod Mb es ein schlimmes
Gcraunc rni Schornarund.

D r L osw d erfnhr cs vom Anton und erzählte
cs ,einer wichtiaen Weije üborall. datz der Wet-
:- r.» 7ch.r dem Pcter immcr den Clau'bsn an die
V-.". reister. iin besonderen an die Schneofrarl. hat
aucr.oen wollen . . . datz er ihm die unheimlich-'n
Sch'.ibe. auf dencn der arnie Bub nachher in seinen
Tod h. t sal-r-n mu'ien. sörmlich aufgczwuuss-n .hckt
Lcr Peter hat sts durchaus int wollen nehinen.

Ds.r^iber 1-rachten sie in der Tamie vicü W-'is-
heil zuiaiumen.

.Zawc-Hl wird er die Schuhe hobcn ncihimen
miifcn. a. „cs Kind . . . " rief der Schneider Scholz
i,n bo.hst-n Disiant . . „auf die Vat-anshölzer

wird sie eine Wut hdaen. die Schneofrau. Daiuit
st- ibn in Nuh,- lätzt. -hat er ihr ha'lt das Psterle
vcrsm,i>t. Was wird sie ihn geschuuden haben,
deu Ar.nen."

Ter uralte Valthasar predigte bei dem allen
iimiu'r dm ^lcichsir Te-:t: „Lasset ihn nit zu starr
u'erden, Le.ut, tut euch zusaminenrotten wider ihn,
,.-h.- er uns alle erschlagen chat." . ^

. S» L'mg srucht-bar die Saat aus. die der Heimliche
Sü.uann mit de„i eiw.'n Auge allerorten 'eifrcg
za säen bei.niht ipar

-c:e IIUII die Vagwelt wcgsamcr iwurdü. trat
eiu ueucs Ui.gliick zul'age. das der Schnoe ver,chul-

d.l ii.ute. Au» iciuem-Waldveritelk-am grosicn
S.v 'iucuch kam der zaunsteckcndürre -armsenge
Hi-u.ck' r -.rctco-ücu und zctcrud und klagend stieg >er
hin-.rb in das Dors. ....

Ob jeiuer bau.sulligcn Hütte war m dtejen ver-
schu<ileu Wocheu e>»L alte Tanne unte': der weitzen

4. Vorerbliche Rentsnbezüae.

5. Zinsen aus den nicht unter Nr. 2 unv 3 fal-
^nden Darlehen einschliesilich der Einlaqen und
Guthaben bei Sparkassen. Banken uu!d audsrsn
Kreditanstalteü. unbeschadet 'der Nefreiunasvor-
schrift des 8 3.

Ein Darlehen wird anch dann als vorhanden.
anacnommen. wenn eiue aus einem .anderen
Grundo herruhrende Geldschuld länaer als drei
-iahre l7e,tanden hat. Ein Darlehen im Sinne
dieses Gesctzes licat auch bei der Deteiliaung an
cmem Sandelsaewerbe als stiller Gcsellschafter
vor.

6. Dzc-loiitbeträae von Wechseln und Anwsisun-
aon einschliesilich der Schatzmechsel. joweit es sich
um Kapit-alsanlaaen handelt.

II. Die Erträqe aus a us l ä nd i sch-eu K a-
p i t a l s a u l a a e n der in den Numnverm I, 1
bis 6 bezeichueteii Art.

Als Kapitalserträqe im Sinne des Absatzes 1
qelten auch besondere Entqelte oder Vorteile. die
neben Kapitalserträqen der in Absatz 1 benannten
Art oder an deren Stelle aewährt werden.

Beträae. die bei unverzinslichen Prämisn-
anleiheii über den Nsunwert hinaus zurückas-
zahlt ^ wcrden, sind - keine Kapitalserträae 'm
Siniie diess Eesetzes. -

Von der Steuelr befreit sind:

1. Die iiu 8 2 Abs. 1 unter I. 3. 5 und 6 bezeich-
neten Kapitalserträae einschliesilich der entsprechon-
don'ansländischeii. die solchen Unternehmen zuflie-
sien. welche der Anschasfuna "nd Darle'huna von
Geld dienom (Sparkassen. Banken. VankiArs, Hy-
pothekenbanken. Schiffpsandbriefbanken. ösfeutlich-
rcchtliche Kreditanstalten. Kreditaenossenschaften.
Finan.sterunasinstitute). Die Befroiuna'wird »rcht
dadurch ausaeschlossen. dnsi das Unternehmen dane-
ben auch noch andoro Eeschäfte betreibt. In Idi-e-
sem Fatte b:schränkt sich aber die Vefreiuna aufden
der Anschaffuna und Darleihuna von Geld diensn-
dsn Geschüftszweia.

2. Die i„, 8 2 Abs. 1 unter I. 3. 5 und 6 üezeich-
iistsn- Kapitalsertrü.ae. someit sie auf Ausleihuna
seitens des Reiches oder der Ländckr benihen.

3. Die Kapitalserträae öer in 8 2 l-ezeichneteu
Art, die den Träaern ider reichsaesetzlichen Kpan-
kon-, Unfakl-, Invaliden-. Hinterbliebenen- mnd An-,
aestcllten-Versicheruna zusliesten.

4. 'KapitalÄerträae aus We. tpapieren. die ae-
mäsi 88 6 Abs'. 4 und 22 Abs. 1 Satz 2 des Hypo-
thekeiibankaesetzes vom 13. Iuli 1899 als Deckung
für ausaeaebene Pfandbriese im Reaister einaetra-
aen-sind. '

5. Zinsen. Dividenden und sonstiae Gewinnbe-
träge der in 8 2 Nummcr l. 1 und bezerchneten
Art. sofe'n Eläubiqer und Schuldner aleiche Per-
son ist. Werden Anlcih.stücke voni SchuUiner zunick-
erworben. ohne vernichtet zu wsrden. so ailt die
Befreiuna noch nicht für die ersten nach dem Nück-
erwc/ b fällia werdenden Zinsen.

Die Steucr beträat:

1. von den im 8 2. Absatz 1, uutcr I. 1 bezeich-
neten Kapit-alserträ'aen 20 v. H. ihres Betraaes.

2. von de,i übv iaen iin 8 2. Absatz 1. uuter I
und O bezeichneten Kapitalsierträaen 10 v. H.
ihres Betraaes.

Wenii der Ertraa nicht in Geld besteht. fo ist er
nach deyi aemein-en Werte in Geld umzurechnen.

Die H i n-st e rz i eh u n a -der Kapitalsertraa-
steuer wird mit einer E e l'd st'r a fe vom Ein-
sachen üis zum Zwanziafachen der hinterzoaenen
Steuer bestr-rst. Daneben kann auf Gefänanis er-
kannt werden.

Das dritte Eesetz über die

Landesbesteuerung

reaelt die Steuerordnunaen der Länder. Cemein-
den und (vemeindsverbände. Grundsätzlich wird
darin bestiiiliut. das; die I>nanspruchnahin.e von
Steueracbieten durch Roichsaesetz die Erhebiung
aleichartiaer Steueru durch die Länder.
Mmeiuden und Eeiileindeverbünde ausschliestt.
weim nicht reichsaosetzlich ein anderes vorgeschrie-
ben ist. Die Erhebuna von Zuschläasn zu
Reichssteuern ist den Ländorn. Geineinden und Ge-
meindeverbünden nur auf Grund reichsaesetzl-khsr

Erniächtiauna aestattct. ^Landes- und Eeineinde-
steuern. die die Steuercinnahmen des Reiches. zu
schädiaen qceiauet sind. solleu nicht erhoben werdou,
wenn überwieaonde Interessen der Neichsfinanzen
-entaeaenstehen. Noue Steuerordnunaen
der Eemeiudeii uud Gemeindeverbände chürfen von
der zuständigen L-andesbeMde nur mit Zustim-
muna des N ei chs fi n anzin i n iste rs odex
der von ihm boauftraaten Neichsbeböxde aenehiniat
werden.

Die Länder sind u. a. veLpflicht'et. Steuern vom
Ertraae a) des Grundvcrinöa'ens. ch) des Eewcrbe-
betriebes zu erheben.

Die Ert r. a assteue r n dürfen nicht wie Ein-
loinmensteuern ausaestaltet werden. Ueber diese
Ertraassteuern werden dann nübere VMchriften
aemacht. Die Gemeind.n sind verpfl'ichtct. V«r-
anüa-una ssteuern zu erhebeil, falls nicht
der Gemeii-deverband oder das Land eine solche
Steucr -elnführeii. Die Neichsabaabenordnuna ailt
auch für die Vcranlaauna und Crhebuna der Lan-
des- und Eemeindcstencrn.

Durch Reichsaesetz wi»d bestimmt. ob und in
welchem Umfanae dic Länder siuen Anteil an den
Einnahmen durch Neichssteuern zu becmspruchen
haben.

Die B'eteiliauna der Eemeinden und Gememde-
verbände a,f den Ueberwcisunaen aus Reichssteuern
bestimmt die Landesaesctzqebuna untsr Beachiung
der reichsacsetzlich vorsseschriebenen Grundsätze. Die
Länder erhalten einen A'nteil vom Ertraae
der Reichseink o m m o n st eu er mit Aus -
schlus; dcr Kapitalortraasst-ruer. die
d e,n R -eich unqekürzt verbleibt. Unter
Idieseu Vorbrbalten erhalten dio Läiider für sich
uich ihve Eeineinden und Eeineindeverbände:

и) von den Struerbeträaen der Steuerpflichti-
aen, deren steuerbares'Einlommen 15 500 Att. nicht
übersteiqt. einen Anteil von 90 Prozent.

b) von den Steuerbeträgen der Steuerpflichti-
gen mit eincm Einkomiueu von mehr als 15 500
Mark bis 25 500 Mark'80 v. H..

c) von mehr als 25 500 bis 50 000 Mark 60

v. H.. :

(!) von mebr als 50 000 bis 150 000 Mark 50
v. H..

c) von mehr als 150 000 bis 400 000 Mark 40
v. H..

к) von 'den Stc"erbeträ>-en dcr höheren Ci-n-
komm-en einen Anteil von 20 v. H. ""

Von den Stcufrn. dic das Reich an Stelle der
allaemeiiien EjnkonnneMeuer' von nichtphysi-
sch-sn Personen erhebt. beträqt der Anteil unab-
hänqia von der Steuerstuse 50 v. H. des Steuerbe-
krages.

Die Länder stnd verpflichtct. au ihrcn Anteilen
die Gemeinden unter besonhers aufac'stellten
Grundsätzen zu beteiliqeu. Von dem Aufkom-
men aus dem Erbschaftssteueraesetz erhalten.die
Äknder 20 v. H.. an der Grunderwerbssteuer stnd
die Länder mit 50 v. H. beteiliat. Von dem Auf-
kommen aus der Umsatzsteuer fallcn den Ländern
10 v. H. zu. Die Gemeinden chaben das Recht.
eine Steuer von deinieniacn Mindesleinkommen zu
erhebeii. das von der Reichseinkoinmonsteuer nicht
ckrsasit wird. Auch au der Grunderwsrbssteuer und
an dsr Umsatzsteu-cr sind die Geiueinden bstetliat.

Fünf Forderungeir an die
Negierung

Der ReichÄrusschusi der deuts.heu Landwirtschrst
hat. wie schon kurz becichtct. an die Regierung ci-ne
Kundgsbung gerichtet, d.-r jich ausier den landwict-
schrft-lichen Bcrbänden - 'iämtlich) L.-andwirt-
schaf t ska in in er n angeschlosseu haben. Hierin
werden u. a. folgende Fordevungen erhoben:

1. Dasi die F le iischbew i r tschaf t u n g so-
fort aufgehoben wird, da sie cn Wirklichkeit
nur noch auf dem Pap'cer stehe. Di-c Tätigkeit der
Reichsfleischstelle kann sich nach Aufhebuug der Be-
wirtschaftung des aus der inlnndischen Erzeuguna
stammenden Flei-sches nur mehr cvus die Verteiluag
des eingefü'hrten Fleisches erstrecben.

2. Dasi das ReichswirtschLstsministeriuin sofort
-amtltch erklärt. dasi von der Zuckerüewirt-
schaftung nn nächsten Fahre -abgesehen
wird.

3. Deckung des Vedarfs an Brotgetreide
tann nur erwartet werden, w.'nn dsr Qandwirt-
schast zur besseren Ernährung der im Betriede be-
schaftigten Personen und zur Erstarkung der Laud-
wlrtschaft ein g rö tz er c s-Q u a n t u in als bis-
her belassen wird.

4. Es oars höchstens noch eine teilweise
Vewirtschaftung d'er Gerste ersolsm. die
"brige Gerste mrisi den Landwirten zur ei-genen
Verfügung überlassen werden. da es sonst umnög-
lich ist, der nötigen Fleisch- und Fött-Erzi-usuua
auch nur eiiniaermasien gerecht zu werden.

5. Ein den Vorschlägen unter 3 angepasiter Mo-
o^^ musi. wenn eine völkige Aufhübmig der Ve-
wirtschctzstung ganz unmöglich ist. auch bei der Er-
sassung der Kartoffeln Plat; greifsn.

Wenn diefen Forderungen entsprochen wird, stnd
die landmirtschaitlichen Kö-perschaften b-vcit die
entsprechenden Akatzregeln der Negierung. durch
Aufktärung zu untevstützen und auf rash» und
vollständigs Ersülluna der Lieferungsverpslichtung
durch Qandwirt,» hinzmvirkm. Sollte die Fordsrung
dagegen nicht erfüllt werden. so musi die Vertre-
tung der Landwirtschaft jede Verantwor-
tun-g für das Scheitern miserer Volksernährung
und jede Mitwirkung bei der Dnrchführung
der jetzigen Masinahmen a'blehn en.

Sicherstellung der Vrotversorgung

D.ie Vossische Zeitung meldet: Gefahr für die
Vrotversorgung bsstehs nach dSr an nrasi-
gc'bender Stelle herrschenden Auffassung i,n Augen-
blick n i cht. Die Neichsgetreidest-'.lle ist bereits so-
weit eingedeckt, dasi die Brotversorgung bis
Mitte Fiebruar aesichert ist. Sachverst'in-
dige nehmen an, dasi Luch eine weiterr Sicherstel-
lung bestimmt erfolgon kann. umsoinehr, als die
Ernte weit bessei? ausgefallen ist. als im Vor-
jahre. _

Deutsches Reich

Von der neuen Gleichheit

Der Koinmunalverband Grosi - Berlin vev-
ösfentlicht folgtnde Zns'aimnenstellung: Der Direk-
tor dor Berliner Strasicnreiniaung der über 20
Jahre im Dienst ist, brzieht 8760 Mk.. sein Mo-

torfahrer 912? Mk., Der Direktor des städtischen

- jck " ' .. '

Anschaffungsaintes erhält 21000 Att. Gehalt. ein
Stadtrat 10 000 Ack. ein Hilssarbeiter in der Fett-
stclle hat ein Einkommen von 18 000 Mk.. der Ge-
neraldezernenc der Fettstelle dagegcn nur 7960
Mk.. der Hausvater des Blindenheims stellt stch
-aus 4820 Mk. nach 32 Dienstiahren. der Hausdie-
iicr erhält im ersten D'.enstjahr icho'i 3650 Mk.,
ecn Abteilungsleiter in der Fet','t>lle ist mit 5500
Mk angestellt, sein Äuchhaltec dagegen mit 8700
Mk Die Garteninspektoren inüssen sjch init Ol."0
Att. l-egnügen. während die Eärtncr 7070 Mk. er-
halten. Die Handwerker beim Stadtfnhrmnt ha-
ben oii'.e Mindcsteinnahm-c von 7160 Mk.. ein Bau-
sckretär dagegen erhält nur 0782 Mk. Ein Magi-
stratstat steht stch auf 8460 Mk.. ein kaufmänni-
scher. Sachverständiger indes auf 11916 Mk. und
ein Hcmptbuchhaltcr -crus 9600 Mk. Ein Diplom-
ingenieur briugt es auf 6600 Mark. sein Dienec
dagegen >auf 8000 Mk. E:n Stadtbausekretär (19
Dienstjahre) hat oin Gehalt von 6756 Mk. und seiu
ungelernter Arbeiter (Brückcnwärtcr)' 7200 Mk..
cine Hilfokraft (B'.'.chhalterj 10488 Mk. Dazu fchrei-
ben die Becnnten: „Eine Brsoldun-gspolitik, die
solche Misiverhältnisse gezeitiat hat. kann nicht
scharf genua verurteilt werden." Ia, die „Errun-
genschaften der Rovolution."

Heldeir und Heldenverehrung
..Aus Cparfainkeiitsrücksichten". wie in halb-
amtlichem Deutsch mitqeteilt wird. ..musi der
Druck der VerlustIiste einqestellt wev-
den. zumal da im wesentlichen nur uoch dre Veröf-
sentlichunq der Namen der zurückkehrendeu Krteqs-
a-efanaenen als Abschlusi fehlt". Weiiii iraend-
etwas -crls eindrucksvolles Heldenlied qelten darf.
so ist es die Verlustliste. Dre ..Earteiilaube"
schyeibt. ^>Nillioueii won Vätern. Müttern und
Bräuten haben sie anqstvoll durchsucht. und mir
Deutschen ehrten uns selber mit der Namensnen-
uunq der Eefallenen Verwundete'n mrd Vermisiten.
während in den Ententeländern vielfach Schweiqen
über die Ernte des Todes qebreitet wurde. Ietzt

Last zusammengcbrochkn und hatte rm Niederstnken
däs Dack zevschl-agen und des Häuslers elendes
graues Metblvtn zu Tode -gebracht. Der Mann
hättc nicht durch -den Wald hinaus gebonnt. und so
hotte er die älte.GefAirtin einstweUen iin Schnoe
vestatten m-üssen.

Nun kmn er und bät, dasi man i-hm helfen
möse. der Frau ein christliches Bearäbnts zu
bereiten.

Mit Wichtigkeit und -Feierlichkeit holteN die
Schorngrmtd.'r die Leichs '--in tt§d geleiteten -st« zur
letzten Nuhe. als wäre die Kaumgekannte. zu Leb-
zsiteii Verachtete eiue mächtise, hochgeehrte Grotz-
bäuerin gewssen.

Ilnd das Grllu-en schwoll an. dasi dsr Wetter-
machcr -auch diese erschl-agen habe.

D.er Köhtertoni stand -aus seinen Wäldern Mf
und berichtete, wie migeheuren Schaden der Schnee-
bnich streckcnwris iin Tann verschul-det habe. Die
Besitzer würden wohl dis Augen aufreisien, wenn
sie i,n Frühling ihre 'stÄi'der abschreitsn.

3lm wcni-gsten betroffen sei noch das kleine Tan-
nicht des Atordhc-fbauern mid das wcite -Mallcmd
des rcichicn Michael Kern.

Nun fvstlich woh:!- Seine besten Freunds musi
cr stcher ein hissel schonen, der von 'droben.

„Es 'st cin duinin Gev:-de. was die Leut im
Dorse jetzt Hber den lieben Herrn vom Hochschorn
haben," soate Katrin Wiesner zu ihrcy, Bauern,
. ein jeder Winter hat ein oder das andere UnglAck
mitgebracht. Und jetzt soll er das allvs grtcm
haben . . . uild ist doch solch ein -guter Mensch"

„Ist er ein Akeinsch," fragte Paul'us nachdenklich.

„Dummer Mann, was soll er denn sein? Die
Geister. inein ich. sind nit so lachend klcib rmd Mtig.
nit so schlichterweis „nt uäsereinom -wie der Mann
vom Beral-'."

„Aber sein Wissen init dsm Wetter." rvendete
der Paulus ein.

„Das ist ein Wissen, wcrs man lernsn kann, wie
es die Leut auch haben. die Krankbeiton heilen kön-
nen. weisit," saate Katrin. „so hat er -mir das
erkstirt. Erst haben die Bauern ein gutes Autrauen
zu ihm aehabt. M mein tmnisr. da rst einer am
Merk, der ste zum Bösen hetzt . . . ich -waisi «uch
schon. wer."

Aber dex Paulus wollte nichts davon höroni.

Der Schnee Meb liegen bis gegen M-itte März.
Da käm die ersts Schnwlze. Ue-ber Nacht saust: der
Svurni mit schwinaendon Flügeln von dvn Gipfeln
durch die Schluchten hinab. Er hatte einen heisien
Atem. vor de-nr der sdarre Schnee sich löste. Nun
rann er in vielan hundert Bächrn und Rinnseln
nach de-m Grunde hinab. Es aing aber lsachte und
von den zahlloss.'n kleinon Wasserschlaugen fand jede
ihren Wog. sanft un-d in Geduld.

Oben im Bergturnr la>g noch die Eva aiuistKlinÄ-
härts Lager. blasi, zart und lieblich, eine Genesende
nun. dem Himmel sei Dank! Ein hardcs Ringen
geaen das Fieber. das tiefe Erschöpfung und gswäl-

tigs -Mrvenüjberreizung über ste g.chracht hatten,
>. Wie ein wildes Naubtier hatte

war das aewesen
es ste gervürgt, furchtbare Schruckensbilder ihr ge-
zeigt. Schneeslocken hatte sie tanzen -sohen, ohne
Ende. schauerliche Fratzen-chatten sie gehabt . . .

niodergesunken waren sie »ruf das Brot. das Mehl.
-auf Vorräte, hie rm Bergturm laaen ... upd im

Niodersinken maren sie lebendig -geword.li, hatten
st

Tiergestalt -anaenoininen und fvasien mm und
frasien . . . und imimer na-hm das vkle Gciwürm zu
und iiniüer -gieriger stüpzte es sich auf die -aufaesta-
pelten Nahrunigsinittel. . . dann -schriiL Eva in eiit-
setzlicher Angst.

Jn Stundon, wo ihr Bewusitsein -aufgedämmert'
war, hatte sie iminer nach Peter aefragt und ver-
langt . . . Klmighart hatt-e auch das fiir Verwir-
ruug und Phantasie des Fiobers gohalten. Heute
wusito er es besser. Und die Fveude darüber. dasi
feine vastlose. niimmermüde Psleae seiner „Wahl-
tochter" zur Genssung g-.chol.fen hatte. -war bitter
-getvübt durch die Trauer uni den lieben Jnugen,
der so jamecvoll hatto umkom->ü:n miüssen, um
sHinetwillen.

Eva schltef viel. Dann sasi Klinghart in Han-
näs weisiom Stuhl und träumte . . . ijchroiben
konntg er zu dvason Zeit-en nicht. guch er war müde.
Es waren schwere Tage. die hinter ihm lagen.
Furchbbar hatte die Verantwortimq -auf ihin g-rla-

stet. fern von aller ärztlichen Hilse hter -oben in
oer ti '

ti-chen verschnekben Ginsa-mkeit,das gefährdete-
i I<

lunge Lebein zu schirinkm vor dem Seiisenmann. der
-atevig nach thm greisun wollte. Doch da er di-e
Ursache des Fiebers kannte .war es nicht umnöa-
ltch für ihii -gowclion, den Kainpf mit dem Feinde
au-fäunehmen.

- (Fortsetzung folgti

Führer zur Wiedergeburt des deut-
schen Volkes vor hundert Iahren
'i. Fichte

Jn dör -akademischen Gruppe der Deutschen ltbe-
aialen Volkspartei sprach a-m Donnerstag Eeh. Rat
Prdfefsor'Dr. H. Muier über Fichte. Nach ein-
i-oitenven Morten des Vorsttzenden der Student-.n-
gruppe. stud. j>ur. Held, führte der Redner etwa
folgendes aus:

Wir wollen uns heute nicht mit Fichte. dein

Phtlosophen und Denker beschäftigen. sondcrn mit
Fickte.de ^
iitschen a

em Deutfchen. dem cs gelang, die
DeiUschen anfzuweck-'n. Fichtes grosie Tat bestand in
seinen .Reden an Lie oeutsche Nsition". die er iin
26'iikei von 1807—08 :n Verlii.-Äehalten hat. Er
ist -:n ihnen PrSdiger nno Prophet, und smdet
starke Worte für die Geüi'.kenheir d:r Zeit. Der
Gedanlt' an die deutsche Aufgabe Preusic>is jedoch
lfegt ihm fern. er begnügt sich damüt. an dis preu-
siischen Machthaber Malimmgen zu richten. Als phi-
lisophischer Weltbürger stellt er stch lioch über dcn
gewöhnlichen Schollenbürger. Erst nach dem Tilsiier
Fri-edon ist in Fichte der dMsche Gedanke l.'b ndig
geworden. Jetzt musite Preusieu einer slttUch.'n
.Wiedergeburt -eiitgegenaefiihrt werden, und hier
setzten seine iReden an die deutsche Mtion eiir Ec
wend.t sjch in ihnen -an de» Deutchen. der sich noch
nicht hoffmmigslos durch die Ereigmsse hat nied-.r
drücken lassen, er will erhcben und Mfrichten. den
Weg zur Aufrichtung zeigen. Das einzige Ret-
tnng.sinittc-l:>, die E r n e u -o r un -a von innen
berans, der katogorische Jmperativ'der Selbst-
zucht. Von Pcstalozzis Erziehungsweife erwartet er
die Wiedergebnrt. Die Krönunq dieser Er.fiehung
-aber ist di-e Reli-gjon. An die Stellu' des Jnfttiittes
soll beim Menschen das tlare rcligiöfe Denten tre-
ten. Die Deutschen und Skandinavier sind für ihn
llrgerinai'.en, dis romanischen Völker iind ihin Ans-
land. Die Atoiischheit verdankt den Deutichcn nn
schätzbare Kulturwerke. Nur die deutiche Nat.o,'
lmbe das N.cht. sich ei„ Volk 4" '"-'"«en. we.l es
seine sittliche Weltaufqabe.beartjscn babe. D-e
höchste sittlich.' Pslicht sei die Batzrlandvl.ebe.
Staat und Volk stnd ihm oetrennte Boürn>,e Der
Staat ist mir Erhalter d-s Sergcbrachten 'st "'cyG
in sich seLbst Berechtigtes. nur die Hulle. die die
 
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