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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0506
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Bequemes Norsett für Damen.

Nr. 1ZZ57. vorrätige Gröszen: 60. 66. 72. SO cm Taillenwelte.
preis des Schnittes Z M.

Dteses Horsett tst etn ideales. bequeines ^orselt. das dte moderne. hüftenlose
tinle verleiht. Der lange ^orsettrock hat vorn übergreifende vorderteile zur yer-
nünderung der Gberschenkelfulle. Dieser Schnitt ist beim Sihen üußerst
bequem. Durch das Lreuzen der Strumpfbandcr bleibt der .lkorsettrock
auch beim Sitzen geschlossen. .

Unser Lorsettschnitt besteht aus steben Teilen. wir schneiden die
Teile ^mit einer Nahtzugabe von cm zu und bezeichnen die genauen
Konturen des Schnittes. die Taillenlinie und die Lclnge der Stäbe entweder
rnit dem -^opierrädchen oder mit dem Bleistift. Die Teile werden zusammen-
genäht. dann wird die Naht auf der anderen Seite noch elnmal übergesteppt.

Beim Susammennähen eines Lorsetts ist zu beachten, dcch die Nähte
tmmer von oben nach unten geheftet und gesteppt und übergesteppt werden
müssen. Auch bei dem späteren Aufsteppen der Sischbeinstreifen muß an
dieser Aegel festgehalten werden. Der Grund ist der, dcch, wenn man z. B.
eine Srite des Lorsetts von oben nach unten, die andere<pon unten nach
oben zusammennäht. man ganz sichcr ein schiefes Lorsett bekommt. wan
versäume jetzt ntcht, das Lorsett sorgsältig zu plätten.

Die metsten ^orsetts schließen vorn mit einer Schließe (planchette).

Abb. 2.

wir beginnen damit. die Schließe mit Stoff zu überziehen. wobei
der Besatzstreifen um so viel länger als die Schließe zugeschnttten wird,
damtt er der Länge des Lorsetts entspricht. Außerdem wird das untere
Lnde der Schließe noch einmal nüt einem Sleckchen Stoff besetzt. um ein
Durchstoßen möglichst zu verhindern. Abb. Z. Die gleiche Abbildung ver-
anschaulicht. wte cm vom Schließenende entfernt ein kaken und eine



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nehmen -.hat man keine solchen. fo nimmt man Stoffstreifen. die auf beiden Seiten
umgeschlagen werden. In diese Stoffstreifen werden zwei Zwischenlagen eingeschoben
die den Sweck haben.Tdie Haltbarkeit des Lorsetts mit zu erhöhen. da ohne den
Zwischenlagen der Stab sich leicht durchscheuert. siehe Abb. 6. llachdem eine Anmhl
Meter Streifen mit Doppeleinlage vorbereitet sind. wcrden sie aufgehestet. lsier darf
nicht versäumt werden, zuerst das Taillenband. das aus eineni etiva 2 cm
breiten teinenbande besteht. auf die durch Lleistiftstriche bezeichnete
Taillenlinie niit Stecknadeln zu befestigen. Die Nlitte des Taillenbandes
soll dte Taillenlinie treffen. Der Anfang und das Cnde wird unter die
Besatzstreifen der vorder- und Rückenteile geschoben und eingesteppt 1,n
übrigen wird das Taillenband nicht angenäht. es wird nur durch die ^äna-.
sireifen der Stäbe besestigt.^ Das Leften der Streisen geht auf folaende
werse vor sich: Illan hefte in der vlitte und achte darauf. daff die j-eft.
stiche genau auf die Stiche der Naht zu stehen kommen. Dies sieht dann
auf der rechten Seite sehr hübsch aus. wcnn die drei Steppreihen reael-
mäßig gearbeitet sind. wir verweisen hier auf die Abb. 1

Auf unserer Abb. 7 sehen wir die Innenseite un'seres ^orsetts
während der Arbeit. Drei Streifen sind bereits aufgesteppt. zwei sind nur
aufgeheftet und die sechste Naht ist noch unbedeckt. Nun werden die beiden
-äorsetthälften aufeinandergeheftet und am oberen und unteren Aande au-.
geglichen. Die nächste Arbeit ist das Horsett am unteren Rande mit einem
geraden Streifen verstürzt einzufassen, hierauf werden die Stäbe von oben
etngeschoben. Bevor aber diesc befestigt werden. müssen wir unser lkorsett
probieren. Sür die Anprobe ist beim Anziehen der Schnur zu beackten
daß die Schnürung direkt beim Tatllenschluff und bei sehr langen Lorsetts
noch einmal in Lüfthöhe zum Binden eingerichtet wird. Abb. 8.

Nun werden die Strumpfhalter angenäht. Nlan näht vorn bei den
Schließen zwei an und je einen auf jeder Mfte. Das Idealstrumpfband
besteht aus Gummi. Nlan kauft entweder fertige Strumpfhalter oder stellt sie
selber her mit kilfe von 1 m Gummiband und den entsprechenden Nlechantken.

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Ges« angenäht werden. und zwar follen lsaken und Gese tm Gegen-
satz zur Schließe von links nach rechts schließen.

Wtr nähen an die Längskante des Lorsettvorderteils einen
sehr festen Sutterstreifen in der Sorm des Schnittes und der Schließe.
Lr soll knapp 1 cm breiter als die ausgesuchte Schließe setn, damit
Raum für den Umschlag und die Naht übrigbleibt.

Abb. 4 zeigt, wie jetzt die Lorsetischließe zwtschen vordertetl
und Lutterstreifen geschoben wird. Bei der rechten ivurden betm
Zusammennähen der beiden Teile. ^orsettvorderteil und Sutter«
streifen. für das Durchschteben der Oesen lange Stiche gemacht. damit
beim Durchschteben der Nlaschtnenfaden nicht zerrissen wird. Um dte

Vet der Anprobe des Lorsetts ist zu beachten, daß die Stäbe. nameiü-
,ltch im Sitzen, ntcht zu lang sind, da sonst das ^orsett in die fsöhe geschoben
wird und nicht mehr im richtigen Taillenschluß sitzt und daduvch auch die
Sorm beeinträchtigt. Lin falsch geschnürtes mrd schlecht angezogenes Lorsett
beschleunigt nicht nur den verschleiß desselben, sondern beeinträchtigt sehr den
guten Sitz und die Sigur. — Nachdem das ^orsett anprobiert ist, werden die
ötäbe befestigt. Nleift werden Zierstiche in Horm von Spinnen ans Glgnzgarn
oder Lordonnetseide ausgeführt. Die Llbb. 9 zeigt uns eine Hübsc1?e Stichart.

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«It dspprlt«» Schniiruiz..

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genaue Stelle zu bezeichnen, wird die Schließe auf den Stoff gelegt und dte Stellen
der langen Stiche mit Bleisttft bezeichnet, Abb. 4. Dann wird dte Schließe durch die
Löcher geschoben, man beachte unsere Abb. 4. dann feftgesteppt und zuletzt der Sutter-
streifen noch einmal schmal angesteppt.

Abb. 6 zeigt die vorbereitung für die Rückenösen. Lier muß dte Stofflage vier-
sach sein, damit die Stäbe, die auf beiden Seiten der Gesrn durchgeschoben werden,
zwischen der zweiten und dritten Stofflage zu stehen kommen. Lin zirka 6 cm breiter
Stoffstreifen wird in der Nlitte zusammengelegt und auf das für die Desen bestimmte
Rückenteil gelegt. dann wird der Besatzstreifen, der auch hier wie beim vordertetl aus
festem. haltbarem Stoff besteht, verstürzt angenäht. Die Rückenstäbe werden gemessen
und dementsprechend die drei Steppreihen genäht, siehe Abb. 6. Die Gesen werden
tn einer Lntfernung von 2 cm vom Sattler oder Schuhmacher etngeschlagen.

. . ^,^i der Bearbeitung eines ^orsetts muß immer darauf geachtet werden, daß
die Arbeit haltbar ist und daß die Stäbe möglichst nicht durchstoßen. Deshalb wird
aus dre Bekleidung der Stäbe viel Sorgfalt verwendet. Nlan kann hier Leinenbänder

An den oberen Tnden werden die Stäbe einfach mit haltbaren ^interstickci
befesttgt. da die Stickerei. die später aufgenäht wird. sie verdeckt.

Nun kommen wir zum Schlufz' an die Learbeüung des oberen Korsettrandes.
Zunächst wird von der vorderen INitte an bis zur Aälfte ein zusammengelegter Stoff-
streifen auf den Rand geheftet, zwischen den nachher ein schmales Bindebändchen
geschoben wird, das den Zweck hat, den oberen Korsettrand glatt anliegend zn machen.
Das Bändchen muß sehr fest am Schlusse befestigt werden. nian legt am besten eine
Schlinge. siehe Abb. 10. und befestigt diese mit einem Riegel. Darauf wird der obere
Lorsettrand eingefaßt. Die verzierung ist verschieden. Das Beste ist eine spezieUe
Lorsettspihe. die oben und unten Zacken hat und am oberen Rande des .'^rjetts
einsach angefteppt wird.* Die ünteren Zacken werden mit unstchtbaren Stichen ve>estigt.
Line solche Lorsettspitze wurde auf unserem Nlodell, Abb. 1. verwendet
veranschaulicht wie eine einfache Schweizerftickerei befestigt werden kann.

Abb.

A. Hötz »

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l^lsus Ltoffs in IanA6n1bStir1si'',K6iobbAl1iA^

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