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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0574
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Iulcrcsse darmr. das, wrr au.f dle^lbt <. rluirn 3 c11r n
Linflusr lMcn. weil sonst, dcr badlsckre.Stcmt cms
s.-in.. webnudo dic das Fnranzamit benutrt. kcincn
bccUlchcn LMslufj mehr hätte. Man darf aber
«nch nicht iili.r cdon. dast es sich -um die U'-ber-
iübruna eincr militärischen Lerwaltuna an ome
Zivilverwaltuna hanbeit. D.e Beamten waren
Etstellt auf Grund !vc badi.ch pbuMchcn
Miiitärronvcntion. von der wär noch mr
entiültt waren. Nom preusjischm 'Kmeg^n'-nistc-.
ri-n-n nniroe cin Schreiben an Banern. S.chien und
W'irttmnbera hinuuL-a<-Oeb.j.i ^ >r iil!eui-:rtuna.
welcl-e Mambm sve siir dio FtNLnzämter «u st«I-

^Liad n 'wurde dabei vollständia ilbersangen.

Der FinanMinlsler nannte l'm folgenden Z<ch-
len üb:r die badischrn mrd preusjischm Doamton.
uus denen herwraiug, dast die preuili chcn in der
Uc-berM)l sind und verbrettete sich üb<r diu U lber-
rmbme vlf«ah-lothrinaiicher Veainten und über die
Vcletjima der Abieilunam 1 und 2
In ler Auc-sprache führte
Aba. Marum (Soz.) aus. es sot imsor

Rccht, sür uusere H-rimataenossen zu soraen. aber
nbail dürfe den Partvkulorisnnis nicht zu weit trei

ben. FLr die Vereinheitlichuna des Neiches sei
es not.mendig. dasi e!n Ausgleich der Beamten
zwt'chcn Nord n>nd Süd sba-ttflndr

Abg. Dr. Eloikner iDcmokr<rt): Wir wisfim
uns veu psrtitu>laristischen Nebarmeen fret. aber
wlr müssen l-ieR- chte unserer Bxrint-m.scha!'t wah-
rcn Die Zachlen. die b:r Finamlministi r mrnnle.
haben eben aezÄat, d.rsi in der Mteilung 3 die
Badcner in drr Mindcr^it sind. Das steht mit
Artikel 16 dcr Rcich-.oerfaffung in Wtder prucl».

Llbg. Maycr-Karlsruhe <Dn.)i Mit Recht hat.
Slba. TÄrinsrr sctaielt. do.s, der Landesfinanzmii-
nister zua >-ich Landcsfin2ir?a.mtspräsid:nt ist. Wir
sind lm Vcgriff. dLrüber cinov förmllich« Anfraae
,m Landtage emzi bringien.

Präsident Kopf inacht nockr verfchiedene ge^chäft-
liche Mitteilunsen und te-ilt mit. defr der Laudtag
niD vor Mitte Januar wteftzr zu'aimmentre-
t'n wird. Er schlietzt db- Sitzuns mtt den besten
Wun ch:n für Ltkihnacht.i,.

Evanaelische Generalsvnode

In ihven lehten Sitrunaen beendete die evang-
Generalsynode die Beratuncr der Be.faffuiigovop-
!age mit dem umfanareichen Abschnitt der Derfas-
suug über den Landeskirchenrat Der Lan«
deskirchenrat ist das oLerste Organ der evanaeli-
schen Ki che in Baden zur Leimng und Verwaltung
thver Ange egenbeiten. Er besteht aus dem K r-
chenpräsidenten als Vorffhendcn. dem Prälaten als
Ctellvertreter und K Mitgliedern der Lan?essy-
ode. Der Kirchenpräffdent soll mit Stimmenmehr-
heit sämtlicher Abgeordnerenaewählt werden. Der
in der letzten Z<ij in dorrOesfentlichkc.it mshrfach
erZcc<rre E-ctanke. den Prälaten zum Bischuf za cr-
»rnnen. wurde im Verfaffunasausschuf? erorter.- uno
schliesilich abgelehnt. Abg O. Schumann sldsk.
Ng.) erörte'te eingehend die Fraae d-r synodalen
Verfaffung, die keine parlamentar sche zu sein
brauche. Nötig set vor allenr d?e Schaffung einer
ftarken Kirchenregicrung auf fest-'m Boden.

In der Einzclberatuug wurde ein Antrag. die
Bezeichnung ..Landeskirchenrat" in ..Kirchenro-
Nierunq" umzuändcrn. angenommen.

Ein Ant'aa Wurtb und Gen.. wonach 1. d!e
evang:l. Kirche verlanaen soll. daff der staotliche
Einttu'n b-t Ernennuna der Mitaliedrr drs Obcr
k'rckenrats künftia weafallen solle und 2. dcr I
Krrä»eiire''ieruna die Erwäaunq nabe ae eat wird. I
ob die kirchliche Vermöaensverwaltuna v^n d»r!
Leituna der veliaiös-kirchlichen Anarleaenhettm in
Lesonderer Behörde loszurrennen sei, wurde anae-
nonlmen.

Ein Nntraa Mans slib.): Zur Förderuna des
Neli--,iv».5unterrichts der Iuaendpflea-: u .anderei:
neuzeitllchen Aufaabsn. einc neue aeistlichr Stelle
tm Oberkirchenrat zu schafsen. rvtrd anaenommcn.

Abq. Bonder spos) bericht-1 über den lehten
Abschnitt Allaemei-nes. Der Abschnilt wird ohne
Auslorache ancnnommen.

Damit tst die Beratuna der Verfaffunasnoi-^ae
zu Ende a-fübrt und dann die bis dahin zurükkae-
stellte Abstimmunq über den Eesehentwurf. Dicnst>-
verbältniffe^drr Eetstlichen betr., nach kurzer Aus-
sprache anaenommen.

Der neue eoanaelische Kirchenratspräffdent

Karlsruhe. 12. Dez. Bei der in der hrutlaen
Nachmittaasffhuna der evanaelischen Eeneralsnnode

voraenomnieilen Wahl oincs Kirchenralspräsidenten
fielen sämtliche abacgebenen Stimmen auf den
bisheriacn Oberkirchenratspräsidenten Dr. Utbel.
dcr jcdoch erkiärte. mit Rückstcht auf sein hohes
Alter dic ihm ehvende Wahl nicht annehmen zu
können. Hterauf wurde tn einem weitern Wabl-
aang Oboramtsrichtcr Muchow (Pofftiv) von
Freibura mit 66 Stimmen zum Kirchenratsvräsi-
denten gewählt: 15 Stimmzettel waren uxtft.

Erneralsynode und Klrchentnm
Karlsruhe, 12. Dez. Die evanaelische General-
synode hat heuto auf Antraa dcs Abq Bauer
slib) folgende Kundqebuna etnsttmmig be-
schlossen:

Die Gencralsmiode bearüftt mit freudrger Zustim-
munq die Veschlüffe des evanqelischen Kirchentaqs
zu Dresdcn ük>er d'e Gründunq eines deuisch-
cvanqelischen Kirchenbundes und hofft. daft nun-
mebr ein Ziel errcicht wird. das die badisckl-evan-
aclischec Landeskirche schon im Iahre 1861 erstrebro.
indem fie tn ihrer Verfaffuna es als etne ihrer
Aufqabcn crklnrte. ..in eine oraanische Verbindnna
mit den Lbriaen evanqelischen Kirchen Drutsch-
lands zu treten."

* Der eoanaellsche Oberkirchcnrat ihat foeiben
ein kirchliches Eeseh erlaffen. wonoch die
vkue KirchTnregieci'Ng d^ von der ieftt tasonden
auftcrordenlliLi-in Eenera^ynode -L ^ächkt wird)
ihr Amt gkcichzcitta mit dcr Wirtsanilske-it r»er
vcuen Vernvffung beginnt. Ferner wird in donl
Eescft bestinvmt. daft die nächtt'M Nenmablen ttir
d!e Lan>d'<ynode ttn Ia^e 16S0 im Falle der Un-
mögUchk'it. im Icchre 1621 stattzusinden habnl.

Aus Stadi uns Umqeyend

L'om Vuud der NuSlanddeutscheu

Es war eine rccht stattliche Anzahl der bereits
150 Mitq icder zä'hlend n Ortsaruppe Heidelberg,
dic sich am leyten Montaa im Kaffee tzohenzollern
versammelt hatte. Nach einer Bearllftung d?rAn-
wesenden erstattcte dcr Borsitzende Baricht Uber
d>e nun cinaeliufenen Richtl'nien für dic mtt Un-
qeduld erwartete Vorentschädiqunasaktion. Es
ffnd drei Arten von Unterstützunqen zu un-
terscheiden: a) Vorsck> Usse auf Entschä-iaum-
qen für Liquidationssch^ -n ^8 1—6 d) B'ihil-
fen für Krieavschäden §8 6—9. c> Unterstützunqen
nach 8 10.

De- Absatz 2 bandelt 'n den Par. 1^—17 vou dcr
Vemessunq der vorerwähnten Vorschüffe. Dcihilsen
un.d Ünlerstützuna-n. Zur Entacqennahms und
Dorprüfunq von Anträq il hierzu sind sür Aus-
landsdeutsche als Intcr ffenvertrctuna zuständ q:
..Der Vund der Ausland'deutschen Berlin N..
Nauchstrafte 29: für Inlnndsdurtsche: ..DerBund
der im Auslande aeschädiqt n Inlan^deutschen,
Ver'in W. 95. Pois^am-rstraft« 28. Die Auslands-
deutscken meldcn ibre Schöd-n durck die Ortsaruv-
Kn. die Inlandsdeutschen durch dio tzaudelskam-
mern oder Vezirksämt r. wv ^o'che nicht existi-ren.
Für die Anmcldnncen wcrden bcsondcre Akelde-
boqen und Merkbdter ausqeaeben. Die Ve^ech-
nunq dn: Vorentschädi^u"a erfolat zum Kurse d?r
Berliner Vörse vom 25. Iuli 1914

Es folate bi-rauf ein Referat über den Aufbau
d^s Bundes. der in sei'ler Eliederi'-q nach a«o-
qraphs'chcn Eruppen. deien Obmännec vorsieh:".
d>^ volle Eaantie s'>r dio V-rtretuna d?r spezicll n
WUnsche jeder "in-ckn-'n Landsmannschaft btetct.
Es werd n somit russische Intcr-ffen nur von rus-
fflchen. enalisck-e nnr ron enalisch n Sachnerstän-
d'qon bearbeitet usw . Es wurde vom Vorfftzend--n
noch die Vitte ausq-srrochen. in stetiq^ ru'-'qer
Arbeit-darauf binzumik n. daft nach d'r Vorent-
schödiquna d p Kamvf um dl-' volle En1schädin"n>-
unserer Derluste. zur roffq''lt'qen Valut« einen
vollen Erso a zeitrqte Es ertt'llt uns Dadener mit
besond 2er Eenuatnuna daft die Oraanisation des
Vund-s nach unscr'm Muster erfolate.

Die Taa-sordnpim brachte noch manchcs Interes-
sante. auch ein Referat des Vorsitzendrn der Weih-
nachtskommiffion. 5>crrn Bühler. wi'lches einen
recht ers'eulichcn Fortanna der Sammlunaen für
die Kindcr der Auslandsdor'tschen versprach. Nach-
dem drr Vorfftzende den Spend.'rn und Sammle-
nnnen d n Dank dcr Ortsaruppe ausqcsvro^en.
beqrüftte cr in h-rzlichen Wort-m den zur Ver-
samlluna erschienenen. um das Auslandsdeutschtum

wohlverdicnteiÄ Vorfftzenden der Männ»eraruppe
des Vereins für das Deutsäuum im Auslande. Ge-
heimrat Profeffor v. Schubert, den die Orts-
aruppe Heidelbeg feit iher Eründuna durch dte
Förderuna ihrer Bestrebunqen zu Dank verpflich-
tet ist. Nack» einer ermutia-enden Ansprache des
verehrten Eastes, der zum Festhalten an deut-
sch« r Ar 1 und Silte. ob hier oder drauften. auf»
forderte. stellte «ruch er seitenv seiner EviiPpe eine
Spende für das Kinderfest in Ausffcht. Er erntete
fi'ir sein« sreundlichen Wsrt den warmen Dank d'r
Verstrmmlung. die nach kurzer Anjprache. dann ihr
Ende crreichte.

L)

Spenden sUr die Weihnachtsfeier

Von einem Freunde unseres Blattes sind uns
20 Mark sür die Weihnachtsfeier der Kindc-r
der Auslandsdeutschen ü.bernlttt:.'lt wor-
den, zuqleich mit der Bitte. diise Eabe als- An°
requnq für weitere Spendcn zu betrach-
ten. Dt« «Vadische Post", die ffch dte Pfstae des
Auslandsdeutschtums von sehcr hat anqelcaen sein
laffen, Übernimmt dteft- Anreaunq mit Freuden
und bittet alle b-utschen Mnnner und Frauen,
den Kindern un'erer Brüder. die um ibres Deutlch-
tums willen litten n-nd leiden. ein Sck-erfl in
kommen-- zu laffen, damit ein Slrahl d r Wcih-
nachtsfreude in die tzerzen der Kinder drinat.

Die Geschäftsstelle der ..Badischen Post".
tzauptstrafte 29. nimmt Spenden «ntacaen und
wird sto weiter vermitt«ln.

* Erwerbslo'e fllr die Kartofsel- und NÜVen-
crnte. M»1 Rückffchr d^rauj. daft in manchen Ge-
gen>Ml Demtsck>ands stHr viel Rüben- und Kar-
taffelfe der noch nicht aibacernte^ sti.d. wetl es an
Avbeitskräft n s> hlt, I»at der Reichscrvbeitsminister
die in Bctracht tommenben Stellen des Reick)es
und der Länld.r -aufaeford.rt iofort -alles zu tun.
um die für die Volkseräbruna so wichti-
rien KartosIiln. Zuckerrüben uii,w hereinzubringen.
Es ist anoeordnet worden. >>aft soweit die Avbeits-
kräft« auf dein Land nicht ansruchen. die Städte
alle körperlich geeigneten Erwerbslo.cn ai^ss Land
zu vermitd.'-ln hab, n. Wcr ffch grundlos weigert,
diele Arbeit anzunehmen, dein wird die >
werbslosen - Unterstützung ontzogen.
Der Reicksminister medst lfugieich cvuf die Beror'i-
'nmg vo,n 27. Ottober hm. wonach zur Brftiti-
O'mg von UntevbrinnungschwieriÄeitcn -ur B
schaffung von Arb ilskleidung und Werk.zcugen Mit'
te. dcr ErwerbslosenfürsoxM verwendrt wrrdcn
können.

^ Pr-fsrrhöhunq sür Sch ribrrarcn. Der Neichs-
bund Deutcher Papi-r- und Schreibwarenbändler
schreibt uns: Die Preiostetaerunqen auf allen
Ceb'eten hab n auch das Papier- und Sch eib-
warenfach nicht unbcrührt qelaffen und diePreise
für all« in dicscs Frch cinschlaaenden Warcn ha-
ben in den ktzten Wochen bedeutendc Stelqerun-
qen ersahr n So wu'.^cn beisviel-<weife die
Preise für Papicr. für Tinten. E'ahlf-dern usw
beträcht ich erböbt. Die Briefumschlaafab ikanlen
erhöhten ihre Pr-if' binnon Monatsfrist zweimal.
einmal um 10 Prozent und i-inmal um 25 Pro-
zeiit. Der Verband der Vl-ist'.ftfabrikanten hat
den Tcuerungszuschlaq um 70 Prozent er^ht.

^ Der Landesverband d r bod. Erwerbe« und
tzandwci k-'rvcre n''ann'"-n batte in dnr letzten
Wochen seine verschicdcn ü Abteilunacn zn Dor-
standssitzun-:en eii'.b.rufen. die unter d:m Vorfftz
des Präffdentcn Niederbühl vor ffch qinaen.
Eine Konf-'rcnz dcs erweitcrten Präffdiums be-
schäftiqt« fich dabei u. a. mit der Fvaae d>es Ucü' r-
aanqs d.s Erholunasheims St. Leon-
hard sb. Ueberlinaen) an d n Drrband rnd mit
dcn damit zusamm--nhän6en>'«n Kausprojektcn von
Eclände zur Erricht,i"a einer tzeimstättcilkolonie.
Zum Mttal'.ed d-s Landesausschuffes für Mittel-
standshils« wurde Gew rb-rat Niederbü 5 l
b stimmt. In der Dorstandsfftzuna dcr Slcrbe- ünd
Bersicherunaskaffe wurde mrtqct>:ilt, ><rft di^Kaffe
mit thvcm finanziellen Erqebnis zusried-n sein
kann. Es ist ein starler Zu a >a von n-'nn Mit-
qlicdern zu verzeichncn. Seit Anfa-na d-s Iah"ei
ist das Versicherunqskapital um mehr als 600 000
Mark qestieaen.

.Uralte Li«der aus dem Moroen-
landc^. Hautzinann der ffch srüher lchon mit
E»-ück als U-d^set^r chineff cher Lyrik versucht hat.
gibt darin Uobersetzunac-n von Liedern der Aegyp-
ler. Baioylönier. tzsbräcr. Perser. Ehincls.ni, Ara-
ber und Inder.

B. Die Mologie dss Bodensees. Die Stadt
Konstanz errick-tet. wie uns aus, Konstcmz geschrie-
ben wiro. in Nrrblndung mit Prof. Dr. A-uerb-ach
KarlsT-bc lDireTtor der Zoolog. Abtlg. des Naitu--
lalienfabinctts ünd Dozent an der tcchn. Hock»-
kürute) in >c,>.lstianz eine Anstalt fffr die Erfor-
sch'ng >!r Biologie des Bodensees unt r
Lcitung Pr»)f Auerbachs. Unter Mithi.se wiffen-
schaftlichcr tzilfsarib^iter follcn die ÄÄIt-erungs-.
Wa,vr. Puanzen- und Tierver-Hältniffe gründlich
untcrsucht werdm. eins Dersuchs-FisMichtanstalt
wird eingerichtet werden. unentseltltche Kurse Kr
Füsche: werd.m slNttfinden eine grofte Zqlhl prak-
tisckier Fi chereifragen follen ihrer Lösung^entge-
gcngckübrt werden. ivur Vornahme srötz.'ver wiffen-
schaist iä)er und praktikcher Nrbeiten wer.en aus-
gerüstets Arbeitspltttze zur Derfügung sesti lllt, und
sch.ieftlich werden Bestellungen -auf Voden, eemüte-
rial angenomen mid diefcs in hqiltLar gmnachtmn
Zustande und nrit allen nötigen Angcvben verse-
hen zum Derfandt gebracht

* E.n ncucr Burte. Der alemannische Dichter
Hermann Vurte bat ein ncucs tzeimalbuch
aeschr'eben. das ..Madlee" bctit.lt ist. Aus dem
Manuskr'vr batBurte sünast den Mitqliedern ein r
Lcseqcsellschast und d:s Schwarzwalbvereins einia-
Proben vo qelesen. Die Gedichte zeiqt-n, wie li:f
Burte in scincr tzeinrat wurzelt.

H"^>chu'nachrichtcn. Wiederb sctzunq dcs
Eottinqrr musirwiffenschlrftlichen LclMuhls. Wi-
wir crfahren, ist Dr. Phil. Friedrich Ludwia.
bisher a. o. Proseffor an der Univerfftät Straft-
burq, zuni aufterordentlichen Prof.ssor an der
Eotttnqer Universität ernannt wordrn: ihm
wurde vom 1. Ianuar 1920 ab die Profeffur für
Musikwiffenschaft sanstelle von Prof. Otto Freibcra)
Lberlraacn. Prof. Ludwiq gehört s it 1905 dem
Lehrkörper dcr Straftbu a:r tzochfchule an. 1911
erhr.lt er das dortiqe etatsmäftiye Ertraordina-
riüm fllr Muffkwiffenschaft Ludwiqs tzauparbeits-
gcbi.r ift mittela.lerlichc Muffkaeschichte. — Prof
Dr. AdoU Bor-cr» Vrivakdore-.^ kü< »toolanie

an der llniverfftät Vonn. ist zum> ordenkltcken
Honorarproseffor daselbst e-nannt worden. —. Fiir
das Fach der Pbysioloa'.e babilitierte ffch in
HalleDr. med. et mcd vet. Arthur We i,l, Affi-
st,nt am plKffoloqischen Instirut.

. Nachkolger Euckens

Iena, 13. Dez. Als Nachsoloer Euckens find
vorgc^ ViLMl: Prss-.'ffor Wü n!)-Mrtbürg. Pri-
vatdozent Hart mann Marburg, Proseffor Me-
dizus-Zürich.

Theater und Musik
AeLdelber er Stadttheater
Dic vcr auste Braut

Auch üib r die T.'checho-Slo-wakck bindüs erhält
sich die Veliebtheit <ioser Dolksoper Friedrich
Smetanas. Und das mit Grund: denn ste ist
molodtös. an pruchslos und geht aller Trtvta-ität
eüs d,:m W-g. Eröfteren Wort bat ffe nür. wo
das viationaie vo'rherr.cht; in-der muist''-rsültiLcil
Ourerture. ben Ta^zsiück.n. dcm bübschen S.'xtett
und einigim humoristisch.n Nummern. Im ülbri-
gen schlängelt ffch » ic Rmffk in talentvoller W^yas-
lich'eit zwischen Mozart, LlZcbcr. Derdi und noch
Liniaen. nicht so >sehr per önlich. durch

Wir ha.b--n unviurgieichlich b-ffere AufMrun-
gcn, als Lie ae>tctge ertedt. )1!«ch der wirklich
miserabi'l ge!pi.lti.il. Ouvcrture schtcn geraoezu
cin Unglück zu dro cn. Es oelang tm Orchester
cruch später nicht All:s. cvb-er d.r Ausscknv<un.g g-'stul-
tete ffch doch <hr bald 'so. daft iivco.r ffch vonl
Schrecien erholcn lonnte.

In erster Ltnic muft man dem Ebor Anerken-
nung zollcn. d:r fchr brao und inuffvcülisch sana,
und nur den SchtUft-.'fseLt des zwesten Aktcs
umwarf. Im erst'u Akt murde dic Polka ganz
nett getanzt, sonst wa-ren dio Büihnenvorgänge
saub-r gog iedrrt. cvber ziemlich hcdoutungslos.

Der dritte Att war versehlt. die Turnerei viel
zu anspruchsvoll in deu Dordcrgrund aedrängt und
übcrwuchcrte als Ulk das Eanze. wähvend das
rcizende ..Bärch-u-Ductt". eiue Nunrmer. di« fonst
rmmer zmei und dvei Mal wiederholt werden
mukte. spurlos untergina. mid bies. obüleick» Lerr

Schommer sehr rvacker war und Frl. tzeck
fanws au-chab. A-ber nrit ihrem ver.ch.vo.iimenen
formcnden Stimmchen lieft ffch das vocn nicht
niachsn. UnL dann verdarb di r Bär Allcs. »der
mindestens seine Akaske verlicren'niüft. damit man
den Cchttift der Komö.ie rxrsteht).

Eben der Stotterer Wenze. ist'die wirklich kdst-
lich: Rollc des Stückcs. un) oerade H^rr Maier-
Welde miuftte es sein. der sie von Ans-Liig bis
End.- unmöglich mack-te. Wenzel ist -ein li.'ber.
täppischer. gutmütigc: Schwächling. roih^arig und
schüchtcrn, der iminor musittrli ch sein ünd ichön-
singend bleibcn m.ft. — und er wurde eine üöer-
triebenc Karikatur. auch M.istk>ilisÄ krotesl. f.rtig
für den ,Fidelen Bauer". Unbrgreislich!

Die Asarie sang c>tn Eajt. Frau Dr. Kuhn-
Vrunncr. eine in sehr bcdeulender Bühncn-
laüfbahn ffcl-er und reiif sewordme Sängerin. nicht
mebr juvend.ich zart, aber mit jcuem wohltuenden
tiinstlerischen Aue-g ben einer gel?aUr-.ich n, wohl-
tlinge-nden Stimme tu wirklicocm Könuen. die
— mbgesehen von Eedächtnistt'hler — nur

iu der allerletztcn Note sehlg'N.q.

tz<rr Schetters hätie Alles iür einen .tzans"
dre flolto Figur. ein Spicl. rvcit iiber Teuorbe«
grisfe lbtnaus. wirkstch ichön.'s. wenn auch ctwas
»lolulationLnrmes Mare-ia!. Ii.lonieri cr rcin.
so kUngt cs schön. ivü> r so'xrld or über das f od r
g binaüsgeht, singt er jeden Momont falsch. e-ncn
holben Ton ?.u li'.-s. Ea"z vollnültig im S'^el
un> im Eesang. eini' wirtt'ch b-rirliigcndo. stnrbere
Leistuna liefcrte Patten als K.z Beioin- rv
schön «giülnng das S'rt>ett. dcr Hohmunkt des
Abends. Von d:n labei Mit-wirkend> n ist bei
Herrn Bieringer cÄxr aanz wei'-ig von Klana
in dcr Stimma zu merke". Fril. tzolten nilttt
un^nmpalhisch als Altlstin. Herr Bock dirch gute
Mittcl aufastnd. Frl. Preger nicht sonÄ'rlsch
viel versprechend. Dr. S.

Mannheimer National-Theater

Uransfüliruna

Das nenstieriste Slcrnlcin
Märchenspiel von Anna Bethe-Nuhn; Mustk
von tzans tzermann.
Sterntöchtercheu. das noch nicht im Kra-nz der
Ecjchwtsd.r am sstachthim»u>-l cmfziihen darf. möchte

Die Ausbildunq von Fortbildunasschullek....
»nuciu Iir^Lauf^ des Iahres 1920 mcrden^

Kutten zur Ausbildunq von Fortschulbildunask.?
rermnen abqehalten werden: ie ein Kur«
tzaushaltunaslehrerinnen. die die zweite
bestanden haben und im öffentllcknm SchuidJ
verwendet find, Leqinnend am 1. Februar in K',"
ruho und in Hetdelberq: «in Kurs für El»m ^
tarlehrcrinnen. beqinncnd am 1. März in
ruhe. Die b°iden ersten Kurss wcrden vorausN^'
lich je 6 Monate. der Kurs für ElementaN
ncn 0 Monate umfaffen. Anmelduna«« ,
dcn Kursen ffnd bis zum 3. Ianuar beim Un^
nchtsministcrium einzureichen. "'Er-

^Ziisamnienstellung von tzöchst. uutz N'chtvrtt«
scn nach dem Stand vom 1. Novsmber 1919* gvs,
Landespreisamt verAftntlicht demnächst cine
lammensbellung der sür Babm a-ltemien tzz^
ünd Richipreikse nach dem Stand vvm i
1919. Für dic in alphaibettscher Folge g ordneÄ
Eegenstande ffnd die noch ke tenden Verkeknsnm!'
V^^n(> B BeschLagnachm':. Ab'iescrungsofT'
Vcr andscHinpifl-ichl, beM-dere Han elserlauMs

unv:lyciu^si-ia)r. ve.vnocre Han elserleubnis
usw.) zuiMmncnaestcllt. Di: Eeschäftsweli
wird auf dieses für ffe wichtige Vuch hingewiesen
Mlstellungen stnd an das Landespreisamt Karka
nch'e. Krl^sstras^ 5 zu richtcn. D r P'reis
das ubcr 300 Seiten starke tzest üeträst 6-- M

Aus dem Leserkreise

Nochmalö -lc Hci)elberaer Cottin-
Versammlung

Die sozialistische Stud-ntcnqruvpe an der Unst
verfftät hatt« sür Mittwoch. 10. Dezember. zu
einem Vortrcq für Völkerversöhnunq einqe aden
Wlr maren mit Spannunq erlchien^-n und hanten
der Dinqc. dic da kommen sollten. Es kam«n
allerdinqs Dinq«, dic wir nicht. erwartct hat.
ten. «Dcrsöhnuna. Freihnt, Brüderlichkeit" tönte
es uns entq qen. Sympathisch Lerül/rt fühlte ma»
sich von der Aufsorderunq zur Menschlichkett. zu-
mal ffe ausqesprochen wurde von einem Dertreter
des Volkes. das an Behand unq der Dcurschm im
b setzten Eebiete alle alliierten Nationcn übev-
trifft. von einem Belqier. Was Dr Nölttnq an.
fchlieftend zu saqcn wuftte von de- Mcnschenlieh«
und v°rsöhnNcher Gcflnnunq andrrcr Völker. drrey
jedes fich so intwicke'n werde und solle, daft eine
einziqe Harmonie entstande: das Paradies aus

k.iM-kÄSgllg!» Lri8k>sl!° s )

ffsmil-

ste^. VV elil —iüliit inckiv ck b » KbltU''j>-ck ^cbnke,
k >cb INSckeben; rur SlnjLkin^prfL.. -ur blsnckol«-
oebvckuls. tlevinn «n 2«>i:-'elixiv»- ffr,iekune;
tlUr 1 ttrisxerv. krel stek. im prvsp.

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ffch ckber doch ma! die Welt bcsehen und purzclt
bti dicstin Der.'uch auf dre Erde hmab hart an
den Rand eines Fro chlciches. Doxt will es ein
fungcr Frosch gleich zur Frau hab-ii. der Storch
bcfrcit eo cuder von der f.'uchten EcseAchrft und
briiigt es in die Därenhv!,!'. wo es güte Aui-
nohme findet und von den vier mnscn Bären wie
«in Cchwesterch.-n gehaltcn wird. Sch- ieftlich träüt
Knecht Rupprecht t>as Strrnlcin wieder in den
HimmA zuruci. wo der gui. Monvoarer bereits
in arofti.r Sorge um seinen Lieblinasftern ivar.
Er hatie sa gleich «.en atten S7er.putzer onf das
Mondttrlb gesetzt und auf die Erde hinünter ae-
sthickt. da-mit 'cr Stcrntöchlerchen ciuskund,chq!st'.'.
aber der Leidensritt des Ätten verlief ergebnis-
los. D.r Weihnachtsabeii ver.'int jedoch all« in
icliger Freude wieder am tzimmei aben. Die H-.ind-'
-i'.ng ist aho rocht .chlicht nnd sprachlich auch nicht
immer pocli.ch durch^eiuhrt. aber die A.kfivlMNS
,1-aUe unstr H/in;. N. Voigtg Lcilun-g vin>.n
salx' haften MärchenaPparat in P-^w gu-ig g-f tzt
üiid das Spb.-l zu Lvoftcm Erfvla bei dm Kindcrn
vesührt.




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Dis jussndlicheMonlkaBronislawa fpsttte
niit A'rii ut und eritannUcher Sia/erhert vas Stem-
Löchterchen. ünd nächst ihr c.I wann wohl Hugo
Dois > tn als Sternpntzer dle Herzcn der kleinen
Zii,chaü7r am .chnellstcn für stck». Auch Köhl-'ks
Mondoaiter war eine anheime n-de MärchsiV.st.itt.
In vevchlcdonen ame-gez.nchn-etm Tk r-mai.ck«n sstck-
ten Hans Eödeck lStorck». Iuli« Sa,nder
(Lär.mmütter), Alfced Landorn gnib rinen
nnmüstbarlichen Frosch, Unken, Frö chc. Irrlichter.
S>> roi-.m und Nixen tanzten ein van A-.niue
Häns einstiu.üertes Ballett. und io gab es cen-ug
zu stchen und zu st.iunen. Bon l>öM m MärchüN-
reiz waren anch die Bühnenbi.der Heinz Eretes
Rur die Musik oon Hang tzerman n orschu'"
mir dem Stil dcs Abends gonz und srr ntcht aML'
paftt; src gab sich aber auch" gar nicht db.' :.'lül>s,
originell zu sein. —d. —o.


Hclst mstr» Kcsaiigc»!-«!
 
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