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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0584
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Badische Politik

Deutsche liberale Dolkspartei

MannhcimrFeuderrheim
Der B<Ärrksoerom der Dsulschen liberasim Bolks-
vartor Hiclt vorgistern nn Sacrle des „'rchwanen
einerr cintzerst rcchlrrich besuchten FamiliciraL'end nrb.
Dcr Desirksvorsltzen'be, Fabrikant M "-r ck, cröffnete
dcidben mit kerslichsten B üni'mmgsworten, in
loelchen er arch unser r in völkarrechtswidriüer
Ä'cise suritcksolmltonen Gefangenen ttod>achte. Hi-^r-
aus tcus Frl. Emilie BarL-nach-Mrnnch«iko
zwei GDichtc ..Dckr welche RHsin" von Gechenmxrt
Aüitbv unb „An Hinbmburg" von Di'. Marw Bec
nans vor. Fräulein Halbbeer .rfr«u.to kurch
KlavicroorträLe. EreuÄ Fncm Zockors mit eini-
»en Liedern audioartete. Am Aki'cttelvunkt des
Ab^ids stand dcr Lichi'bildorvortrag von Hewr
Wlhelm Hahn aus Mianichchm iiber „Krtogscr-
lelbnrsse in Syräcir' unü> Palastin«.". der sühr inst:iuk-
tw untb scchr bersällia-- mrkacnonMLir umrve. Dr
äustcrst anregend vlÄLufene Llibcnd brachte dvm
D.'NrksverVcll eiive stattlche Ansahl r.vner Mit
glicd-er.

Koustanz

3lm oevgrnacmen Du-nnerstag Hi-elt uirsere netn-
gegründete Ortsgruvve der Lcrutschen lib. Voltsvar-
tei ihrc erste grö»ere Dnsammliung im .^Burghof"

. Rcdner des abenids war Dr Turtius -au.s Hei-
dclb-?^s, der den rablreich erschi-ew-non Zuihörcrn
klar und überMmend die Nobwckwiük-it derDaut-
schen Dolksvartci, thrc Aufsaben unld Zicl« ausÄn-
anLersetzte. Das Drld. Vas Turtiu? van unsercr
Lage nnid unsercn Zukunftsmöglichkciten sab. war
von solch geistiger HZLe geschaut, dcru stch Niomanjd
dem tiefen Eindruck so'mer Worte «Iltzi Mn konnte,
rme stllbst Degrrcr zugaben und der staicke Berstrll
gewüü'wm !b2wies. In serner soschichtkichm Einlei-,
Inng vcrglich Ncdner die traurige EezenrvcrrL nnt
v«er trosüoisen Lcrse Doutschlands nach dom ZOiähri-
gon Krrese. Wie Lamals. ss werde uns auch jetzr
wi<idW drs Kraft des deutscheu Tc-rst's das Date^
lantb zur Höhe fnhren. Der - histi-r-sche BerLf
Dautschlanids, dis indioidU2lististh--liüeralen Fdeen
dcs NbendlarLos mit dem foziakerr Gcdankerr dcs
Ostens zu höbLrer kultureller Tinheit zu vcrschmel-
zerr. sci noch. nrcht ernillt unld müssc trotz allcr Hem-
mungSn verwirklüht werdenl arr ldiias r bochen Auf-
gabe mitsurvrberten, sti die Deutfchr Doüksvarter
auf den Plcm «etretcn, derün wc'entlichsto Prio-
WvMmfordc.imngon Rcdnicr untcr gesvanntcr Auf-
merkstlmkeit darlegte.

Jn der Erörterung zeigte Dr. Turtius. dab -vr
demokralifche Mjaffangedrnk« L<im cmf die VEnt»
wvnUrch-eit der Tinzclversönlichkeit gestelltn deuL-
schen Terste widersvreche und -mit seirver überspann-
len TlcichchowertunL aller Menlschen unbe-d'dUt mm
wescivlofan KosmoVolitr5mrus führo, auch der Arr-
fchlutz <m dre douHchnationale Part-.st s i nicht möz
lich, weil sie verschicdene vol. Richtunsen in sich
schLietze umd dos notWendig «n vol. EinhÄtschaTiaHers
errtbLhVs. Dvefo Dachache vevmochte auch e,in Dis -
russionsredner der Do«tsch-NLt1ona.
l e n, der iür seine Partei üine freunid-nachibarl'chs
Haltuns in Amsficht stelltr, nicht ru bestveiten. Der
bei aller EntfchicÜ>onLelt vorr«bm sachl ch« Ton dar
DarlLLUNgen Dr. Turtrus berührte sämtliche Er-
schiyrenen ohne UrrterHchied der Partci, dis von si>n°
stigen Derfcrmmlrmgen dcÄbdsmagogifche Mst,ge-
wöhnt waron. sachlich angonebm. DWge er simr
Nutzen des volitichän Llbans allLemein Schulv
machon. Unter ein-mr slücklichen Stern ist das erst-'
Austrrten llnserer Partei bier errolgt, mage «r ums
oruch in Aukunst voranlcuchtcn. Die Ortsgr vve,
dre eirren nainhaften Zuwachs e-rftchr, ist

dem Heidelbergor Parteifrsund sü berzlichen» Dank
für Lcn he.nrlichon Db-4ld vervflichtet.

Singen

Lluch hrsr ist vor olnigcr Zeit einck Grrsgciwve
gevründet rvordcn, dic hoffnungsvoll curvorblüchr.
Dcr Landesverbandsvorsitzcnde Dr. Curtius
stattete ichr diefcr Tago cfnen Vesuch cüb. Die Ver-
saanmllung, dn- der cr strrach, war ein voller Erfols.

Der Widerspenstigen Zähmung

Auf dia Entfchlictzung der Freiburger Cozial-
ttanilokvatan vsm 13. Novomlber hier. nach der die
Regievungsmitglioder ihrer Partei sum Austritt
aus dsm Kodi'nett am-fgefordert wutden. bcrt vor
einigoir Tagc'n Minvsbzr Remmel« «inen Feld-
zug zur Aähimuirg der Widersvensttgen unternomr
mcn. Er svriach Mer die politischa unld rvirt-
s-cha. ft lich e Lage. Er malte in schwarzon Fav-
beir dic Schrbiertgkcien, rmt den«N dio Regicruug
su kämofen hoL'. erzähilte viel voin Kamrpf svgen
Schlolchbandrl rmd M.ich"rtum, abor auch vom
Kcurrpf gegen dio Ausnützer der peinlichon Lase
dsr GewaltchcLber unL> ginL dcmn nach vollchn Lob
der vorzü-gltck/en Resteruns auf die eigentlche Mb-
fick)1 fe inier Rede , arö die Freibuvger Enst -
schkicßung, ein.

Du-rch einen Rücktritt aus 'dc.r Regis-
rung lvürkd>en die Verihältniffe nichi Leffer, wer
sarantiert. datz diä R-aktion ncht stärkrr wilch,
wenn unsrro Partei ichre Gcuossen aus der Regie.
LUws zurückberuft? sagte er und bedachte nrcht da-
dei, datz eino Roaktion wohl nuv auf dio laäcnibo.fte,
von >Sachkenntnis gäu^l'ch ungetrübte RegierMlss-
wirtschast M-'rvds sel'ncr Pcrrtei erfoLgril künnte.
Wenn MZnner der Erraküung an dsn lettendeil
Ctellen satzen rmd keim? R-ovolntionsoew 'Mnler «n
an der Parteikrwoe, würdcn die roirHch-Äftliichsn
NLte sichLlrch bakd gelinderr wvrderr. llrü» Herr
Nemmele fuhr fort: „Nur, wenu die Aübeiter
IstÜbst thre Erfolge drr voliti'chen und scg'-äkan No,
volution aufgobon, dlüht der E.rssols der Roaktion.
Wcmr die.ArLoiterschaft wc-itblickend ist, baben
wir kerne Gogerrrevlution zu fnrchten dcrnn ist
sic in drei Tagen rricdergrchlag'm." Das Wort
Neaktion schernt bicr so etwas wie Vernunft zu
bedcuten, denn Herr Remmsle bcrt wohl einlge-
sohen, datz bei einer RückkcHr zu gevrdneiM Ver-
hältniffen dre Soz-Iaildeiiiokraten auf gcwrffe Rechte,
die fie fich -imvfta.rLcür hcnbeir, v-rzichtcn müffem.
w'e z. V. d.rs Dllriicjbsräteg-esetz, matzlo.'e Lobustc'eiks
usw. Airch wird. sicherlich keirre Tesenrovlution LU
befürchtcn p>in, wonn die 2lrdeiter wcitblickend,
ccher auf das Eanze. scin werdon. ^Das dsutfche
Volk mutz den Msg durch die Finst'rnis über Hin-
derniffe rnachen". sast Heer Remmele, und wtr kön-
nan nur hinHUfügen, datz wir bei dieser Fiihrung
elend in den Hindcrniffen steckon bleiben werdinr.
Der Radner forderte äu gcgeirseitigeo Achtung (wie
z. B. dei der Hcvdelb. Collini-Le-'.isa-miiMns?) u-nd
Dertrcueen an-f, denn dann würds di-e Sozicvldcmo-
kratie drrrchkommen — rmd rhre Haltimg nicht zu
derenen baban.

Dies in Aussicht gestellte Twrchkommen der So-
ziatdemoEratie — denn wa-s gehen sie diö and rn
ain — wirkte auf drs Denoffen, drnn Stadtrat
Engler erklarte sl kch. or wä:e es nicht aewesen,
wäre cr Lamals zur Stelle gewosen. hätte er gegen
di« Rcksolution g 'stinnnt.

Eerührt erklärte der Herr Minister in feinean
Schlutzwri: ,A«in sefühlsmatzig ist die Urrzufrie-
denheit ia VSlrstSnidlich. Das Eefülrl allei-n kmrn
und darf a!bor im völitijchen Lobcn nicht en,st-
scheidend stin." Besonders dann nicht, wenrn
es sich En dio Wirtschaft der sozialdeinostatischen
Negieruivg wendet? Wenn Herr Rommelo s agt.

datz wir l-Li-nen Erund haben, trüb in die Zutunri
su LlickÄr. so m<mt er nur feino Partei, denn das
deut'icho Volk sieht nicht nur erner trüben, sondern
tich fchmarzoltz ZuLunst entgegcn, wenn diesei Pcw-
toiwi.rtscha.it nicht bald aufhört. Das ha.ben cruch
dre ^Soziakdemokraten in Freilburg richtig erkcrnnr,
sich aLer nur mal wi^derj blauen Dunft vormachcn
laffen.

Herr Rommale ist <s oon sei'n-em Partoistand-
vunkt cms glänäond geLungen. die Panne dcis sosiack-
demokvatischen Rogierungsauto-,. zu revarieren. Und
Eenoffe Zumto-bsl geloibte in ^inCr fchamvnig-
vcllen DanLoede für d ä Herrn Mimster, wenn sich
der Staatswagen m.crl wicdar nicht vorwärts bewo-
-gen sollte,, mit rooolutionärer Datkccrrt in die
Svoichin L« areifen. Sä)lutzeffekt: Dick Partei
über alles. Das war dckr Crfolg d's Tag--s. g.

Beamtenforderungen

Deutsches Reich

Das guimütige Deutschland

berahlt sür Nahrungsmittel vomi Ausland» m.7
hundert Millionen bei enomnen Balritaverb,n.?
tegt weitere Millionen tilMl. nm unserem
verbilliote Nahrungsmitt'cl abgeben zu Ȋn^
Der in Deutchland sich aufbaltende Auslü?'
der bczahlt vergnügt seine billige MrtsLechnun'
nackld. m er r. B ein ^olländer i^Ung,


!ik

ol

nL"

-rcl

nachdcm er. z. B. ein Holländer. sür einenHL le'^iLl""

traS

20 Mk. eirigötauscht hct. So kostet ihr^ I

Mittagessen mit Wein nur ein Euiden -- 1?äU
der De-uitich- crber für das gleich^ Effen 20 M "'
Wie lange will, fvcrgt ein unserex Leser,

^.ckich^^.

uns diese Zeilen gesandt l>at. unfere dAirorraiik^
Regierung Lieses schreiende Lritzverhältnis 2

--^ Hchreisnde

duchcn? Ie jed-m Hotol mutz sich der A'iEnÄ
lcgitimreren und es sollte e«ne l! m s atz n. ^

in Marken auf seine Rechinung ae-sM
die der xewetligien Dcüuta entsvricht c>ann
viele Nnhrungsmittel dem deut,chen Volke erhali-»
bleiben. ^

Die Reichs-, Stcrats- urid Eomeiüdcbeamrtemi dos
Dezirks Heidelberg nvihmen a-m Sonntag
tn «Ln0r gut bchuchten Verfam^ufflmg.Stclluus :ur
heutigen Teuer,uiW. Als Harwtr-^Lr svrach Prof.
Horn üüer die wirtschastlrche Lage der Boamten.
Äl«v urch. erndrucksvoll schilderte «r die heutigo Not
der Boamten- un>d LÄsrerschaft. deren Entstehung
u-nld Folgen. Er w'ies dar.auf hrn, Latz die Fortdauer
der hontigcn Zuständo aibor ui-ch deN Staat ge-
fährdo. Erfo-lge keine Mchilfe. so werde die Fokge
eintretorr, Latz iiber kurz ckder lan-ü di--Veamtrn,
einfach ibrcm, Pflichtcin vicht mohr genügon könnton,
dah diei Korruption invmer weiter einrevtzen urid
daim dcr Staat mit dor Zu-oerlästgkeit der Beam
ten seinen letzten Halt voÄiev"n wevde. — Dicse
und die ersänzend^n Ausfuhrung-in eov übrigcn
Rednvr erreaten «rllssmcm den Eindruck. da5; cv
Pflichl der Negierung 'vst. schieunigst Mah-
li-ahmen ru esaroifcin, uim den hier drohenLen Es-
fahron wirksam entgcigenzl'.trctemt. -- Die Btrsamim-
luin-g katzte ornmiütig den BchchluH, durch Däc-nüitt-
lmig dcs Reichs- unft- Landesorrband"- folg--.-nide
Entschlichung den zuständigen Resieru."iSen »u
UnterbveiLon: .

1. Der Dbbau Lor PreHe für die Dedürfniffci
des täslichen L-obens mutz mit Nachdruck be-
gonnen und auch durchgefübrt werden, Wuc-
cheror rr-nL» Ech-icber sinjd mit allen Mitteln, u. U.
oem der Aufheibmig dos Post-, Brief- und Tele-
Lra.mim--EeheiumiffLs g^g.müber den Behörden, su
bekänwsea.

2. Dia <ruf 1. 4. 20. rcigierungSseitig in Aiu-sicht
gestellte Mureselung der Bcisakduasverhältn'.ffcj ist
fü: Roich^ Staat und Eemeimde nach s-inbeit-
lccheu Eüundsätzcn durchzuführen. dasn wi'd- E-
lanst, batz die Enkloihnung kümtig unter Mtwip-
kung der Veamrteiüvocbändo in kürzere-ni Zeiträu-
men s-olbsttätig dcu Kosten de: Lebensl^ltuns
angc^atzt wiüd.

3. Dsnrontsvrechcnd müssen auch di^ Alters- und
HinteaLliebcnenDcrsorgung und die V^gütun« dcs
ntchtplanmützisen Personals geregclt werden.

4. Dis zur endsültigc-ir Neuordnunz der B-sol-
diMMtverhÄtnlffc! Mid svätestens mit Wirkung vom
1. 1. 20 a!b tst Äve ietzige Ent,lohnu.nü so zu regeln,
datz ste m'lt der ^rvschendcm T-eueruns in Einklang
gebracht" rviisd (Regulativ).

Erfüllt dse Regi-evung rhre Pfkicht nicht, dann
lehnt dixt Beamitcn- un>d Lehrerischaft jede Ver-
antwortuns für die sich daraus «rgobemQen
Folgen cüb. >

* Ein ebenfo vernünftiaer wie berechtigter Ank
ruf. Dsr Berliner B e z i r l s'vo rstantz »!,'
Mehrheitssoziald-emo kr'ati

e mahn: i«

einem Aufrui im ..Vorwärts" die PcMeiU-
noffen durch;rus zeitaemätz. riber d«.n MarlohM^-r,
nicht deEewalttaten der llnLbhLNgi,

gen und dLr ihneu ergebenen MLtrofknbtzytiisn

zu ver«effen. die monatelairq Brrlin tnrorikim
hätten und dadurch erst den Boden für Handlun-
gen. mts die Aiarlohs, vorbereiteten.

-Kl. w

Dies

i>e"- '

- Tas Lndendor)f-Luch von Dr. Milhelm Sh»k-
kcrnagel iStaatspolrtlscher Verlag E. m. b h
Berlin SW. 48. FriLdrichstratzr 226. Preis Lch!
Mk. 6.50. s-h. Mk. 9.50) ist soeben in drrtt^.
erwerterter Auftags erfchieuen, nachdem cruch
die vor kurzem erschicnene zwcite Auflatge m vXLi,
gcn Tagen vergriffen rvar. Die dritte AuMe
enthä'-t u. a, neue Mltb.ükungen über die Bor^-
schichte des deutlchen WÄfenstillftandsauigeborrr
und gibt rm Anhang eilre aiusWhrl-ich^ B:sprech«ig
Ler . Kricgserinncrungen" des Feidherrn mit aus-
gewähltrn. Teitpraben. T«r Vrlas hat die von
der gesalmten deutschen Preffe glünzeiid besi^ochuu
Lpickernagelsch^ Schrift durch die gedieMns und
kiinstlerische Ausstattung zrrr schönsten Wrih-
nachtsgabe sür das deutsche Volk unb die deut-
sche Iugend gestaltet.

-- Die feindlichen Brndcr. Die llSP. hatte
am Sonntag 67 Dcrsammlungen in Erotz-Ver-
lin einberufen. Aus Anlaß des Marloh-Pro-
zesses wurden schwere Anschuldigungen gegen
die Regierung, namentlich gegen Poske, er-
hoben. In dcr Sitzung wurde beschkoffen, daß
es für die USP. u n mö g li ch sei, mit Scheide-
mann und Noske an einem Tisch zu sitzen.

l n der
l^' jen
rek" / -

lllhff ^

* Die süddeutschen Ausfuhrverbate. Dem Bor-
gehen des badischen Ministrriums des Innrcrn,
die AufLiufe in Baden durch ein Ausfilchrvcrbot
unmöglich zu machen. rst ietzt auch Bayern bc'i-
getreten. Bekanntlich bat sich schon früher Würb
taniberü dein badischen Vorgehen anüoschloffen.

entgegenstchen ist nunmehr in Baden eine Rechts-
kandidatin auf Erunv der von ihr abse-lostL» ju-
ristischen Prüfung aks erste RechtspvattiLcvntin in
dcin. Vorbereitun-gsdi-'nst aufgencnnmen woräxn» uvd
hat damit auch die Amvartschaft cllrf ZuLrffMS
zur zweiton furistffHen Prüfang erlaugt.

» Ein blutiger Zusammcnstotz. Am Freiias nach-
mittcg ist es in der Maschinenfabrik des Reicho-
uxrkes Spandau zu einem bliutrgen Z-uiam-
menstotz gekonunen. KriegsbeschÄtvAe prste-
stierten dagtcigcn. datz sie zu schweven Wordarbei-
ten hevangezogen werden sollten. Da die Direk-
tion zu Bcrh-andlunsen nicht geneist war. lranM»
di« Veichädiglen in das Direktoriu-msgebäude nn
Vcamte feuerten darauf auf die Eind'rins-
lingc Revolvc r chüsse ab. d-rrch die oiniLS ter
KriessbeschLdrsten schwer verletzt wurden. Bon
ihnen ist »iirer seinen. VerletznngLN bLrvits erlesen.

Theater und Musik
LOIahrfeier des Aeidelberger
Liederkranzes

Das Konzert ^

Heutzutage frsut man sich dopp.ckt über Alles,
was Bcstand hat. Auch den ..L iederkranz"
hcitten tie blntiam Schreckensfahre hart angHfaht,
abe» sein energisck-er Lebenswille hat chn befähiÄt.
mied»'r in voller Kraft. zu frischer BUite e-rstarkt.
vor die Oeffentlichkeit zu tretem Und das. mn
in e'nsm Fc^tkonzcrt si'in achtzigiähriges Beste-Hen
feiern. So lange allo ift der Verein mit dem

Leben unserer Stadl crnfs innigste vevm-achsen und
hat ohne Wanken und Schwanken Ler Kunst des
Männev?anges einen rühmüchen Hort «e-währt.
Wenn ich nicht irre. ist dabei ein Viertelj<chrchun-
dvrt versloffen. seit Direktor Weidit die Loitung
in seine ruihige, sichere Hand genominen hat. -un-ü
der ichm überrckchte Lorbeerkranz war wohl das
Zeick)?n. datz eine tzeier für den Dirisenten in die
des Bereins verwoben war.

Weidt hat am Sonntag von seinem bekränzten
Pult eine mächtige Sänger'chrar iilxrblickt und
mit scinem Stab ein Stimmatevial zu.m Erklingen
Mbracht. das durch Füll> und Schönheit eine G anz-
^it für die Vereinigung vevspricht. Aus allen
Eruppen tönten metculreichs Stimmen in einer
Eep-ilegtheit. die schon fast restlos ieden Schrtten
dcr g?fürchteten. robusten DilottantenveMnssinV-
rei scheuchte.

.. Auch die Vortragssolga schlug vornehin ge-
wablte Dahnen oin mit dcn Mahl von SchiMrt-
uno «chnimcmn-Perlen. zwri schlichten VÄlksliedeim
und — <vls Gedächtnisopfer — kien Krvmser'chen
Samtliche Nummern warcn
rein nnd muhelos schwebe,nh herainsge.c'.obeitet Wie
weich nnd zart wuriden z. B. in SchuÄcrts wonm-
gem ,.An den ,-sruhling". die Kop'stinnnen zum
Echo' Musikalisch nicht so tief. aber auf stark ^
tische Malerei cmiselegt w-ar Huäters Chor-Nal-
^ade »Di>e Ab'ösuna." für die eine mEnchafte De°
klcmnation mit glänzenden dyncvmi'chen Eeeen-
sätzen oingsl'tzt rv-urde.

Eeleaentlich Be<Äe4terin füv den Chor. wie
durck?ioog für die Solilsten war Fräulkin Sann -
chen Weinreiter. die m<m. — um reinen

Tilsch zu machen, — vrelleicht auch als -Iulbilarin

-KNte feiern können. denn wie lange nnd wie oft
hat sie im »LiedLEranz" am Flügel Platz -genom-
men, um in il?rer zuverläffvgen. musikalilschen Art
die instnvml'ntale Stützr aibzngechM. Das °mit
Dorliebe galante SolistenPrinzip des «Lieder-
krmrz" hatte wieder dis Mitwirtung zwsier Da«
men veranlatzt. Kammersängerin Emma Tester
hatte sich aus Sch.vbert mid Brcahms wertvolles.
teilweise weniger Bekanntes. wie des Ersteren mo-
zartisicrcndes „Gott im Frühling" zufarninenge-
stellt. das sie in ihrom kräftigon Sopran mit der
E.^lärtheit. technischer Ausgeslichenheit uNd dem
gewählten Eeschmack einer hochgeibildeten Sängerin
gcstaltete. Am bcisüen klingen Pirno und Kopf-
stiimme. gslingt Leichtbswegtes. wie das „Lied im
Erünen." Dis lHclsauntstillsicrung mutzte für den
zicmlich Hartl-M Klang der Bruftstimma entsck^
digen.

In sützester Weichheit fingt dafür die Geige
Lsne Hesses. llü-ssr iugendlichen Biolinistin.
die der ZnbemU von Rhpthmus. sinnlich-avarmer
SpielfrcrÄiLkeit und, durch gvotzes Können gici-
zügelten TsnipercLnents fft. Ob sie Lei einer klgis-
sischen Tartini-Sonate in breitaus>lad-ender Kan-
tilone schrvelist oder in elner entzückenden Breisler--
Boarbt-'ilung die rl>ytl>misierte Awmut sprudeln
lakt. ihr Spiel ist einfach Lestrickend. selbst. wenn
Ktcinigkeitsn, mitzraten. o er im »Ungarifchen
Tcmz" eine Unsbimmigkeit mit der Begleitung be-
züslich des Rubato stören niöchts. Dr. S.

,5ektakt

Anschlietzeind an Las Konzert a.m Nachmittag
fanden sich am Sonntag abend 8 Ubr die Mitglie-
der des „Liederkranzes" in ihrem Wereinsllokal zu
einem Ehrenabend z-uscunmen der mit einsm
sloltgcspleltsn Mar'ch dsr vortrofflichen Hcws-
kapelle dirig. v>on Fabvikant Otto BurThardt ein-
geleitet murde. Dr Nacke erfreute hierauf dle
Hörcr mit einigen Liedern. drr von Direktor
Weidt in sswohnter Weike am Klcwier >bc>slei--
tet wrrrde. Autzerdem seien Herr Zobelcp -mit
seincm Violinsolo. begleitet am Klavier von Frk.
Brnnner erwä-hnt. Herr Siebenhna.r fand
auch im Liedcrkranz mit seinen kösilichest -Ei'idichtcn
in Pfälzer Mundart stürmffchen Pstfall. Nicht
-uletzt sej «vber Herr Hoffmanns eiaenr Dich-
Lung ..Friihl-ing anr Skeckar 1919" hervorsehoben,

dis glc-ichsalls von den Versamml^ten dankhar auf-
genommen wurde.

Im Miktelpunkt des Abrrrds ftand die Eröff-
nungsansprache des Borsitzenden Nohrhurst.
der zunäckK seiner Fveude und Befriedigunr über
das -gutgelungene Konzert am Ncrchmittag Ausdruck
gab und dis Hoffnung ausspvach, datz vs d-em Hei-
delberger Liederkranz vergimnt iein möge. seine in
80jährigem Wirken erwovbene hochgeaüKite Stel-
lung auch in ZuSmrft zu erl>alt>en und zu ssstigen
und frische Lorbeeren >an sein altes Bcmner zu
heftsn. ÄiöG-n uns die Fsind^ nshinsn. was sie
wollsn, den Scha-tz des deutschen Liedes
können fie uns nicht nehmsn und ein VM. das so
Herrlick>es schafft in seinem Liede wird uud Laun
nicht 'untergch-en. Welch ein tiest r Aibsrund lie-gt
doch zwischen Lem Tcige des 7öiährisen Bcistiehens
unid heute. Das Wort vom Vaterland ist wie oor
100 Zcchren. zu einem strafwürdigcn VerM-en
goworden. Abcr fo wie damals dic- Desten des
Vclkes über den Alltag hinaus in Wovt unid Lied
auf diie bciffeve Zukunft. die tomm>-n imutzte,
harrien. so aiuch heute. nuch in den jetzigen Iahren
der tiefsten Not unseres Volkcs soll das Lied, das
cinst die Schwerter zicm Kamo-f mitfchärste gesen
die Knechtschast. bis sich herrlich erfüllte. was dre
DichteL sei>ungen. Lasiet heute auch bevse chwer
das Harte uiü» leidvolle Eeschick uns-ev-s Vo.kes,
durch das Lied wollen wir uns an
tÄnl etzhoben, der über den Sternen Lhront.
durch dcv; Lied wollen wir wieder hell auflodern
lassen Lie grotzu Liebs M unstrem uivglüchllchen
Vaterkand, das nicht ruhcn wird. bis es wieter
grotz und stark geworden und bis di-o Zeit wieder-
kommt. wo Heinrat und Daterland auch dem
EerinÄten das Höchste u. Heiligste stin witio. Im
Liede wollen wir cmffchreien in heiligvm Zorn zu
dem Eotte. der Eisen wachsen lietz und keine Knechte
wollte, Latz unseres Voikes -Kraft sich wioder stähle
zu dem Twg. an deni di^ Kettrn brechsn. -an dem
wir wieder frei werden. wie uir'ere Väter es
waven. Am Schluffs ieiner ausdrucksvollien mit
grotzem Beifall aufaenommene R-cde verlas der
Redner d-ie Auszeichnungen. Es erhiclt-cn:

I) Das Diplom für 1 5-jähr. treue Mit-

arbeit.an di-r Pst«g«. dcs Akünnergefcmges n

0ii«»

Drenst» les deutfchen L'iedcsl.) Albin Winterman-
tel. L.) Ernst Geider. 3.) Km:l SchLfer. 4.) Slobert
Siebenhaiar. — II) den goldenen Sänger-

-P

K>>

Llüae ö
balten m

* Iu der preutzischen Schnlfrage ist V zu

einer Einigung gekominen. Das ZentrUm hat
insoferu e^ren Sieg davongeiragen. als das
preutzischc< Staatsministerium beschloffen hat,
die Frage zu prüfen, ob der dritte Artikel des
strittigen Gesetzentwurfes mit Artike? 174 der
Neichsverfassung in Einktang fteht.

Zulaffvng drr Franen zu drn inristifchen Prü-
stmgen. Nachoe-n die ReichsjustlzoerMLitlML erklärt
hat. datz der Zulaffung von Frarven zu den beidcn

luristischen Prüfur.gen und zum juristischen Vorde-
reitnnsdienst reichsrechtliche Vorschrisbcn nicht^ mchr

eiitbehre'
Die c
derEescl
gänglich'
scherhaus
ni-bt dul

beherrsch
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rrns fur Sy-;ahrige treue Sanser-
schaft 1.) Richird Lorbeer. 2.) Fritz Wrm,chvtt
3.) Andrc>as Wettstem. 4.) Au«ust Mper. —
III) Zn E hr enm it «l ie d e r wuLde» er«uvtt
lt. Satzunsen sur B-jahrige treiue Sängerschaft 1/
Otto BurMardt. 2.) Paul Schroarz. — IV) Ten
sill>. Ghrnbecher für 45-fährrge SLngerchaft erhiclt:
Louis Schäfer. — V) Diplome für 30-jähvilse treue
VerernLimtslrd^chaft eimpfinsen folsDde nicht-
wirkonde Mitalieder: 1.) rulstadtvLt Kraü. V
Herr Lay. 3) Seilernieister Schauf. 4.) Oberhän-
lelslchrer E- Zachmann, 54 Altstadtrat E. 'MMer.
6.) Kohlenhänolier Aug. Rohrmann, 7.) BetrE-
techniker Eeorg Trappel, 8) Oberreallehrer Korl
Menci-s. 9.) Gch. Rat Cantor. 10.) SchofferMr-
Ios. Haller. 11.) Buchhändler Hanneffen. 12.
SLadtrnt Louis Keller. 13 ) Architekt Kühn, i4->
Kutfchereibesitzer Bcntner. 15.) Koamiiainn Aowu
Brunn. 16.) Altfkldtrat Ei-org Biisch 17.) StaA
rat Erüst Atzler. 18.) Hauptlehrer K. HeinM.
Fa5>r^ Sünger. 17 Iahre paffiv) 19.) Mb/rram
Aug. Kall. 20.) Mtstadirat Karl Friodrich Schmd-
H'auptichrer Kaufmann rühmte in herz-
lichen Dankesworten die «rotzen Derdicnsie, ore >1«/
Musikdirv-ltor Weidt während 26-jährüir TMi
gententätigkeit in denlLiederkranz crworbrn '
und überveichtze rhm ein b<: ondereis
Herr Siobenihaar dantzie im Nam>-"n der Ausscidno.
neten. Der Vevlcmf b:s Abends hintcrlich
allen einen erhc-benden E-ndruck.

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" Aus dem Karlsruhev Mnffklebeu. Die v<rs'>
scki'.e Mochc li-etz in Karlsruho das Tb<^A<L
dem Ksuzert zurücktreten. Im Rahmcn des dr'-ltc
^Symphoniekonzevts ds- Lam8»>stbca'^
brachte am Mittwoch Hewnann N o ttzeh
Kcnwonist der Oper .Meifler Emda", seiuL
tür' „Fr a u Av -entiure" untev s«im>:
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