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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0620
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ru..a dariu b-vufe.r .oovde,r. Die FovK-rimg lE:
Brerte nationale a.. b e n o o l . t. s-he
^r'oirt! Entvolit.sie.runs d-r W.rt-
s<l,a f t! Viellecht lieat bierin «rrch d'r eim.ge
Weg unserein po-liti'sche.r L-Hen, das »u-m- Mossr-n'
un^rm- St-lLuna in der Mt vo'.
rem Hader sev.nssen enldl-ch ^nr d.

Dauer dko Kraft nationnler EeschLosseichent m se-

Die Gedanken sind so vernunft.g und em-
leucl,Lei.d, dah man mrr munschen mochte. dafl
sie auch anherhalb der Deutschen Volksparter
Bcachtung und Befolgnng finden möchten.

Immer nerre Demütigungen

(!) Verlin» 2ll. Dez. Von unt-errichtetttl Seite
crfabren mir. da>; Entcntc neucrdings dio M-
sicht fallon, gclasseie hat, sleich nach Jnk'rafttrettt.
de^ Fv'r^öns dio divlomatifchen M-s.osM.geir »n
Deut'chland a-uch nur in Üeinem U.nfnnae wiiedov
auisunolMen. Vrc-Lmohr kab-n die Sictrcr Lofchlof.
scn. dic Domüt.gMg Dcutfchlands a.rf dre.Sp.ke
A'. trorben, fndsm si^ nrit der deutscheu NsLirrunü
lcdlglich mit Kontrolttommissloireir (!) sur Durch-
führun» 'des Fricbensve'Lrages- osrtchreu. Dre
deutschs RegrMMB wivd in dicsern Aalle ffeMver-
stäi^dlich keine EechäftstrLger nach London und Pa-
ris entfendcm Wiv wir weiier hörem diirste I t a«
ilicn in der Awgellegendttt der Dwlomalie eine
Musnahme machttr und die Desiechuirvenl zu
DeutW-aich in offrsäell'er Form wrÄtror au-mOhmen.

DeutschlanLs Not ist neLeirsächlich

(!) Berlin, 23. Dez. Wle wir erfahren, wird
die Reichsregierung' versuchen, demnachst die
grage der LebensmitteMeferungen an DeuLsch-
land nach Znkrasttreten desFriedensoertrages
zu einer Nenregelung zu führen. Allem An-
schetn nach werden sich den Vemühungeir
DeUtfchlands große Sch w ieri gkeiten
in den Weg setzen, da die Alliierten die Frage
dcr Lebensmittelbelieferung. an Deutschland
j»tzt sehr nebensächlich behandeln.

Türkische und Adriafragen

Vasel, 23. Drz. Nach einer NLelt-una >aus Varis
Vird Balfour Lloyö Georne nach Paris
LÄleitcn. Die Beratunseir sollen dcr türkifchan
Frage geKen. Lloyd George wird am 29. Dez.
m Paris evw«,viet. — D-ie Daily M-ail schreiot-
ivber dte FiE oon Konstiantinopel, man -haLc die
M-M ZwischM. swei Losungvn. entwed^r Konftan-
tinopel ctn Er^ck^nlanö M Mbsn. T«as Mwisss Aiv-
fprüch« cruf die Stcvdt sphaben vamn. ader vLer dre
Häfen zu intermrtümialisieren. gLMM wie Dairpg
interimtÄmaülrsiert rvorden ist.

Veen, 22. Dez. Jn politischen Kreisen Ryüvs
vcrliautet. datz di-e interalliicrte Konfsrsntz. die stch
mitder LöMrg der^driatischen Frnae. besonders
mit-denr Schictla.l Frumes bkfchL.stigt. am 7.
Zanuar rn Pavts ziMMnientreten soll. Nittü der
an dee Besprechuns teilMSnnen foll. wird am 3.
Z-aMiM'Rsm vttLrssen innÄ sich na ch P-mis begeben,

Der Schrei nach dem Fremden-
verkeht

Znr „Do-rri-sre dcllir Srst.a" ergreist Er>nrmisLttr
Luzr <rt 1 r nnt grotzsm Nachdrrnt d«V Mort tn
ver Anselegenhort das FrenÄttwerkehrs. Er sor-
dert drs Regittuns, di- Vanken unL- Lia anLeren
Kreise. aus, die BcinLhungen L»ex Hoteleers zu un-
terstütztt^ di-e thre Hatels fur dier Wrod-ttxMnahme
der Frenchen inftandfstzen wollen. Der Krieg mit
der ZnanfvruchnaHme kd-ep HolÄs für andmc Zwecks
Lat den EeLmiüen und khr-en Zmveneinrichtnnqen
iibel nritsefvielt, und es müffen betrachtlirch^ Aus-
wcndunsen gemacht werden, um ske wickder «uus-
nMinesMg. sür Idle Fcfvmden ru machen.

Das „befreite" ELsatz-Lothringen

Belagerungszustand nnd volle Besatzung

Dia Pveknfornmtüm moWet crus Paris: I>m
Obersten Rat wuvtc der Antrag Llttiurnceau mige-
nommtn> den DolugarunLszustand in! den
desekten löcibieben cvuch nach Znkvafttretsn dtrs
Frredens vorlänftg nicht aiuszuihcDen .und die LiÄ-
htttgen Trupoqnbestände in kber Lesetzt«,
Zcne nicht sosort su vornrinldern, sondevn vielmeDr
oLäuwcrrttt^ in welcher Weise DeutMa-nd ldroDier-
pflichtungtn. dte thm der Vertras von Vctsaillss
cruserlogt, erfüllt.

Farbige Garnisonen

Zn M.etz, Strakbura uind Ko'bm<rr sind>
nracokkanischo Tvuppen M'itte! letzter Woche
in groker Z.rbk -eingetrcrffrtn, um dvvt stän-
d i g Garnsssm ru Leziehchr. Dre franJösssche Regvc-
rung hat d<rs Begebron der BeoölkevunS das Sacrr-
gebrets und ives ZWnrlandes, die schmairreuStrcht--
kräfte MLÜckWholtt., abgelohnt.

Jhre „Kultur"

Nach smeni WMuk des Kommiffa.rs sür 'Loth--
rinMir mmfft'^r sänrüiche veutsche Karsevdenknr äler,
Si-arssa'ulttr m.d sonsttg« KricgttÄenkmäler, die cm
deir Kries - 1M) errnnern, rnnerhalS Lothringens-
sLfort ttrtsnnrt werdm. Dicfe DenkLmler werden
sänrtltch Lmch sranzösrsche Monumcknite erjsM, ßo u.
a. das Kaifer Fri-edrich-Denlmal m Metz durch
etin Denikniitl dos Fmnzofsn Pcruil DteroulÄde. Ein-.
gleicher Evlak brstebt für das EHak, wo- Lererts rw
Etratzbuvg, Wörth, Reiichshof.en u-nd <rnd>eren Orteu
Lie dsutschen ÄLmrertzenLnäler enbfernt' wmick'en.

Scialoja über die Adrlafrage^

Dep itrvlienische NiLnvstec dss Aelukokw Sci<r-
lo j a hielt irr dev Kanvmer eine ReÄe über den ss-
senwnrtigen StanL der Verhan^dlungen- Lozüslich
der italkeniischttl. Anspriichtt Er erklärtH. dcch dse
Ällii-erten- sttvrllt seien, voiir letzten KaGinettsvor-
schltLg etwas «bzugshen. Die wi-chtigst'e Fvr-
Le r ung, Äic: die rtzalienksche Deliegcrlion nnt clller
Energie vertreten haSe, hetrclsse verschvedone- Znfeln
in Ler Ad ria, Lis Neutralisierung Ler d alma:--
irfch e ni Küshe, H.ie i strcsche Halbinsel unÄ
eiwen Vttlbindmrgsstreiifen. vanr italiÄrrschon. GeLiet
zunr jStaatsgebiet dos Freistaates Fiu.mtt Das
diecibesügliche Menwvanldunr Ler AlliiArteir fei nioch-
-nicht beantwortet wouden. Die AdrirrsragE
werde vni kciner Weijse venchgeirt werdttr, sorchern-
demnächst in P crrrs Liskutiert werd^n.

Bnschiiekenid cur Äie AvLsühvunissir Scialochas
betonte der Ubgeovdilcte Sa-lvemrnd däct un-
bediirgtv NotweMAkcit L-er F-Eovuns imf Neu-
t r «>l i sLe r u n g -all-cir- s. la v i sche n H-Ls e rt an
der Ad r i a. Cr erklärte stch sosar mit L«e Nsu-
tralifioru.ng der gEcn ^ldma. ein.versta,iLent. Nach
ihm kritisierte der Sosiatist M o d r g-,hr a n i dccs
völlisv Versagen der rtaliemischM cruLWärtWen:
Polibi^ was slch namentlich in der Fragie von-
Fiums gegevgt habo. Er sand sehr schar fe Worts
gosew L>ie Verb,ündeten ZtaliewS,. die dicffes
unt'e-r ihwn Willcfn' zwingen wolltttr. Wn meisten
nvusse Amerika gefürchtet werden^ dessen ka-
pitaWtsche Kräfte nicht mrr Fruinre. svndern auch
anders michtige Pnnkts an Ler adkiati-schen Msi-s
mit Leschlcvg belegen wollten. Das SEstbcffLmv»
mvnksrecht fet die besttz Erunf-Lass fiir die Befrsi^
uns Ztnliens und für diei SchMun« der RepuLlrk.

Di-s AuÄführunigen des Redners lasüen cmf der
ÜuLersten Linlken stürmische Hochrirse auf kdiie
Rev urbli k aus, dia mit Hochrus en cruf den
König bermtwortet wurden. Als RittL daraiuif
den SosiaListen zurief, dak kdie Mshrheit niemal-s
dulden rvttLe. wenn ttne Minderhsit mit Gjewalt
erprobts Einrichtunsen verletzsn wolle und- als er

d^m Kvnig den Evuß dcs Parlainsnts üntbot, er-
lönten Wi-dcir lebhaifto Ruse: „Es lebe der König",
die aus der imbersten Linken mit Rufen: „Es lSbe
dste Republik" beantwortet wurden.

Aushebuug des Kriegszustandes
mit der Union

Duvch einen Erlalk des Prästdenten Wilson wird
«ruf Ersuchen des Obevsten Rvtes in Pavis mn
NctzujachrstaA die Awfhebmlg des KriAgSKustandes in
den Bereinigton sStaateisp erfoibgen. Zagleich wrrLi
cin.e «vmtliche Mtitteiikunis dis Aushcibung Mhlrül--
cher dllrch dttr KriegMllstand bödingter EmschrÄn--
kllngtt; verkünden.

Deutsches Reich

Die „Frankfurter Zeilung" als
Arsenal für die Franzosen

Es ist ebenso Lies traurig, wie ungeinein
charakteristisch, daß bestiinmte demokratische
Orgarre, vorab die „Frankfurter Zeitung",
nicht aushären, den Argwohnder Fran-
zosen zu nähren durch Schilderungen unserer
Zustände, die sich in masslosen Neberireibungen
> gefallen und aus innerpokitischen GrünLen auch
die Tendenzlügen nicht scheuen, unbekümmert
um die für uns ungünstigen Wirkungen im
Ausland. So liesern sie den Franzosen immer
wieder Gründe oder Vorwände zn ihrem schar-
fen Vorgehen. Als charakteristisches Beispiel
sei heute eine Aeußerung des „Temps" vom 2.
Dezember angeführt:

Jn der .^Fr ankfuiiitar Zeitun g" vam
letztttr Donnsrstag bcschrieL sin h ohe.rer Osisr-
rier den Zustand -der neiuen- deutschen Armpe.
Jeder Omsier, dcv sich sür repuiblikcrniisch «Lklürt,
wird Loykottiert, kctiv- Offitzicr, der im Verdacht
steht, repuLlikllnisch su. sein, cstthält ei-n Kom.mcr.ndo.
Dre GenLralstälbe haLen stch übermÄtzig. entwickelt.
Sie defitzen oinc.n Nachrichtendienst-, dsr stch init
PolitiL bvschästigt uilld der eine von der Regictllng
völlio llnaLhängig« Eiirrichtmng dcrrstellt. Roske
deckt alls diese Mrchünschastttr mit einenr verÄM-
fentdeir Wohlwollen und der Mitarbeit^ der

r <rn kf-u rt eir Zeitun g" verlcvngt kategorisch
seine Entlcrsslln g. So steht es in Deu.tfchllrnsd.
Wohin kommon wir, wenw die VLrLündeten sich
durch^Aufschiebunssmamöver prellen laffen? Mün-
schcn wtr, datz der Obersts Rat de-lltlich mit der
deutschen Regierung spricht, llnILl sagrn wir allen
Dttnokrntc'n, die fich in DvlltschlanL rinden mögen:
so bittet cmch dcw Vertrng von Versailles erschein,en
i inög-, von seiner AusMhrung hängt Eüre Freiheit
I llb.

Wenn in Deutschland erscheinende Blätter,
'wie die „Frankfurter Zeitung", aus^atz gegen
die Rechte solche Zerrbilder liefern, wie üas
des „hoheren Offiziers", dann kann man sich
iiher die Folterpolitrk Frankreichs nicht wun-
dern. Man mutz aber doch frageir, sind der-
' artige Denunziationen an das feindliche Aus-
land noch in anderen Staatswefen als in der
deutschen Republik möglich?

Eln Unabhängiger über die
Unabhängig n

Ein Mhrer d>cr llnaibliänLiLen, der früherS ra»
dikLle Dorwärts-Rcdakteur Heinrich Ströbel,
hat in-der WeltLüh'we üLer den Parteitas
Ler UllLLHLnMm in Leipzig folgelldM llrteik
gcfüllt:

.^eidcr hat der Parteitag mchrre schlim-m-
sten Erwcrrtun.gen- noch übertrofsen.
Nittnllls hcrt man Devbar-Llllngen von solcher. G e--

dankön-Lrmut, nionials den Trmmvh
trostlofcr Mit t e l m ä tz i g k s i t erlcibi ^ j
mals seit Bestehen der dcptschen Smmldemokro^
sv verhäillgnisoollö Bvschlüsso. Mn Hacrses -Etcli»
sitzt null, neben, 'dom b'rlflos Lefliffenen ParteiM '
ler des Dolschewii«nius Erisvien, dec magtsi^^ !
Fa.llatiker Dcrunrig, einc^ mlllldcrlichr Mschunc. >
von Revolutionspha-nLtiker und OrganisLtionLvhv !
lister. Sie dirigieren fortan mit den Stöcker anv >
Koenen die Partei'. Selbst der alte Heitzsv-orn Lb '
Leboür war wegen seimr deni okratiisckv-var>rM,^ 1
tarischen Vorbebalte u. ssillir Derwerfullg.ves Ter- ^
rors idcn waschechten Näte-Fanatikern nicht rad.koi ^
'genug. llnd entsvrechttld Ler Zusammensttzmrg >

Dorstanld^s legto mcrn d.rrrn avch die Partet auf '
das. Rütcisysteim, auf A>e Dittcrtatt des Proletariats !
dis dritte Znterirationllle uird dre Welire'vvrutioii
sist. Solange dre llnlabhnngi-gnr unbir einer- U, !
chen Uihccrschast unid unter dem Zwango eines ^
wirklichkeitsfrenvden Programms stehen, sind siel als !
Faltoren einer positiven, -aiUlf.Lauendc-w Pcckit.k Ui >
Deutschland aiusgöschaltet. Zhr httn.mungxhi.ser !
MortradrLrlisnrus wird ihmM, Lei decnsiKfMt.nss- ^
lusen Deifaihrenheit der« drutschni ZllstänLc,. i^r !
llnfahrgkeit Lcr Herrfchenden und denr- wiechjseniden .
sozialen Elond auch künftig ArLeitLsschWhtlsn.
Zlltr-eibell: dttll valitrstheir Aufstiqg und der soztzk- ^
len Befvetllng wiüd ihre kurrsrchtzi-Le Dsma, ^
gogenpolitik nimmemi^hL dienen."

Krastvoüe Worte

Vvll ELbsabeth D erkrwth - ^

Ts v^rüient festgehalten M werdon^Äatz- dcr Mi» -
n-istLL des Znircrn, Heille, in Ver vrQiHiWn
Landesvsrsamnrllln-g den Deutfchnatronalea MMru-
scn hat: „Vor etiier P-artei, die illder schw eren
^ Stllnde desV crt evl crn des den r.n-n ere^
'Frieden zerstort, kxrn'n ich keines Ach-
tllng-haben."'

Mlltz os nicht überraschttr, dast einer der Nr«
vemberleute öifttrtlich — Selh st v erachtung
hrckundet? Dercrrtige ReLefanfavttr bei-m vvlitischen
^ Ausmarsch gegsn die Rl-schto kc'nirttr auf Deitttr der
nationalttr Parteiell nur das Dertrcmen in die Zü-
kunft stärken, denn je hällfrger die Mdcn vom Rr-
gierllngstisch ,innttp Ee,schlossenHe:t ui>'ik> Wtdttsi
srruchslosigkeit des Denkdno und WeGens vermiissen
lasscn, um so deutlicher wird es, datz sich hmter 8er
Lusieren Mwcht der Mehrheit ein rnnerer und soArr
i rnqrücher Zevsetzllngsprozeß aSsvielt.

Ein besonderes Armntszeugnis

Die Pariser Ausgabe der Chicago Tribune
lätzt licb voir rhrew Verlnrer Berichkrüatter
folgendes Armutszeugnis sür die B e r-
linerRegierenden melden:

MitgNeder tzer anl.erikanischell MtthLd>strm-b-
ordnmrg, die dre deutsche,r. LZerMtllisse studirrt
haben, stehen nnteo dem Erndrvch den der M a n-
g0l an BefirhigunA aus fie gemacht hat,
den sie bei dcn gegttnvärtigen Beheorschrrn
DeutschlanLs wahrgttiommen haben. Die Metho-
disten haben Len Präsidenteu Ebert und faft das
ganze Minifterimn getroffen. Die Unerfahren-
heit der drntschen Rerchsführer tzat das Mitkeid
der Methodistttr wachgO'vscn, die übrkeens nicht
zögern, diesttr Führern Arrfrichtrgkeit znzirgLMer».
Wenn die Methodksten auch die andern
Dinge in Deutschland mrt so ofsenen Augen be-
trachten, zweifeln wir nicht. daß ste ein ziem-
lich zutreffendes Bild Lber die deutschen Zu-
stände mit nach Hause nehmen.

Bismarcks letzte Wsrte

Wie Konrad Hautzmann im „Berk.
Tageb-latt" mitteilt, hat der Eottasche Verlag
mit dem Kaiser einen. Privatvergleich
aufvorläufige Sistierung des Erschei-
nens von Bismarcks drittemBand gc-
schlossen.

dieser Gelegenheit sei an einen Aufsatz
errnnert, den der verstorbene Asrikaforscher
Eugen Wolffim Oktober 1903 in Velhagen
und Klüsstngs Monatshesten veröffentlicht
hatte und in dem er neues MaLerial von der
Familie Vismarck beibrachte. DorL wurden
Vismarcks letzte Worte wiedergegeben: „Vis-
matck hatte einen schweren Todes-
k a m p f. Zn einem sort rief er: „Hilfe! Hilfe!"

seiuen Phantasien nannte er Serbien, Eng-
lan'ö, die Türkei und Nutzland'. Dann rief er
wieder: „Aber ach! Deutschland! Deutschland!
Teutschland!" Krampshaft ritz er dabei an einer
starken Quaste, die an einer dicken Schnur über
semem Lager angebracht war, damii er sich in
gesunden Tagen ohne fremde Hilse leichter aus-
nchten konnte."

Neues aus allcr Welt

ti^?s ^^ereite G«tle,rl?-be. Za einsm ftrol-
Vcrbm^?^^ ^ Taae 'n ei^r

^r^S77^^?°lleler DtrafkErer.
^ ^ staud d:r HanLelsmaiill Mjaier,

c-.-

ratt- M-i«r Mttd, rqchulvst. L°i ^n"Pw'^
Nl-NWvovSangon ttlligo Rolken Earn und üuntcs
!Ba>D sich angcciünct zu hciüttr. Das Sck-öffcnüc-.
richi vcrurtciltc ihn Lcshalb zu 14 Tascn Gefäng-
n-is, cin Strcrscvkttiintu'ks, gegcn das L's'r AnigMagte
PerufunL oinlegte. Auf Besragm,, warum er d:e

s-g-ll ihll verhallgte Stvafe nÄht anerkelllle, erklärtS
dor Herr DLaier oor der!StraMm>nver m-it «Hoi-
tern-der Ullbefallg-ellhsit das- folgttM: ,Lch rvM
Jhn«n Mts s-agttr, Herr RichteB! Mffen -Se: Idrei
T a se, icr, dis hatte ich für mcino Frau: aLge-
seffell. Se is namlich 'ne hersellsguto Frau und ich
hab se lictb! Aber 14 Tage — noe. dcrs is mer zu
viell! Da will ich schon lteber gestehtti^ datz- ich
es sarllichi sttvessn Lin,. splldern dak mcine Fvcru
dio.Sachen s«nommell hat. Zch bill sans llllschM'
dig, llbev, wie ge.!agi, drei Tcvgs will ich Ar sio
abillachen, cvL-ec 14 T-cvge sintzc m-er zu vicl! Ulld ln
der Tat: die als Zsugc vernoillmens Vhefrau des
Bekl-agLen bekaininte sich frei unid offttr der Schaiitd-
tat fchlllbis, betc-Ete ilhrerscits di.e Liebe ru ihrem.
Mpnne und ertlärte ihir fur vollkomimen Ulllfch'.i-ldrg':
Oü dicser rührenden gesnisoitiücii OvserWilligkcit
des Mico'ccrschisn Ehemiarcs gab es im gamizcln <öe-
rickstbScvlrl kei-n- Gostchi, das stch nicht su -einem ver-
gnüllten jSchnmnzcln rerzogttr hätt:-. ZnLcs, der
Vertveter dcr Anklage erfatzt-e merkwurdvg schllell
!die Srtuatrcin, ,und ertlcrrtc-, dak Herr Mckier sich
zwar ohne Fragc ulld bis zu ekner gow'cffeu Crellzr
als Kaivcrlier «eseigt habs, dak aber dls Ankkage-
-bshSrLe keitdcr nichi in dcr La>ge sti, seinen Mrsfüh-
runLttr,'dio sc-ine Schuldlosigkeit beweisen sollten,
Elaubsn zu schenkLN, sintttllalen könne man lttas
hevdttnnülise Qpfer der Fkou M.aier allnehmen,
dre. mall für g,rrchaus unschnMg halto. Auch das
Eer'ttht bkieb Lei Vor Anstchk, datz Herr Maier dov
SchMiige soin miisse. Zn Nnbetracht des Umstan-
Les albtt', 'dllk cs sich bcst der sanzeni Sache mrr i"
cin sthr Ler-rnüfMigcs Derg<-Hsir hanidelte, wU'ide
dio Ecfällünisstraso dey Hsrrn Maier in. ine Geld-
st.afo umige>wan>:elt. So Lrauchto ldas Ma-iersche
Ehcidnll nicht durch dio Inhastierung. des «'men
TEll- sestört zu wcrdsn, uinlc» vergnügt über ihreir
errungentti Sicg zvjgen die Eattcll Arnt ill Allm
heim.

* Die Llmdesmutter. Dor einigen T«rgen. so
fchroibt nmn dem ..Scbwäb. Merkur"' aus Mrlin,
stattete die Frcvur Reichspräsidentiu emer Krnoer-
lchule «inen Be^uch ab und fragte ber dioser Ecie-
senheit eillige der Kmder. ob sie wützten. wex sie
sei. Da di!e bctv-fstmde Anstaili aus so «hohen
Ve'such" nicht Lerechnet nnd die Kinder vorher
imterwiesen batte. rsarcn ftch die Kleinen beLauttc-
lrcherweis-r über ihren heroorragenden Gast nächt
im Naren, Diese aber strg^ m^ der saM-n ihr
eigenen Leutselinckeit: „Nun.- Killder. tch bin doch
oure Landesmuttcc." _

Neue Vücher

Kunft und Wissenschast

Hochschulnachrichten. Der Frankfurter
Unir»ersitätsproffessor Orientalist Dr. Willy Ba n s
Kauv hat einen Ruf an die Berliner Univer-
sitüt als Nachfolger G. Bergsträtzers erhalten. Seit
Ivl» gehört der Gelehrte dem Lehrkörper der llni-
versität Franksurt crls ordentlicher Honorarprosef-
sor an. Er ist Hercmsgllber der „Materialien Mr
Kunde deS' älteren enMchen Dramias' sowie
dcr ..Altperstschcn Keilinschristen." Der bekannte
Erlanger Internist Eeh. Hofrat Prof. Dr. Franz
Pengoldt voll-endet llm 12. T'sze'mber das 70.
Lcbensiahr. — In Darmstadt vevschied cmn 8-
Dezeniber Lsr fvühere langjährigo MeLlizinacrefe-
rent und vortragttrde Rat r-m hesfischen Ministe-
rium be-s Znncrn Ech. Obermebizinalrat Dr. Lud-
wig Haus>er im 75. Lcbensiahre. — Eineneue
Pvivatdozentin. Für das Fach der serma-
nischen Philalogie habilrtierte sich an dex H am-
burgischen llniversrtät Fräulein Dr. phil.
Agathe Laffch. wiffenschastl. Hilffsarbeiterin aün
Deutschm Seminar. mit eincr Antrittsvorlcfuno
über das Thema »Der Anteil des Plalttreutjch-en
am nicveretbischen Geisteslebsn im 17. Zcchrhun-

^*Deutsche Wehrsch'aft lD W). Am 7.
Dezem-brr d. F. ist in Leipzis ein Zusammenffchlutz
deutsch-völtischer Stu-Äentttrverbiu'dunaon zu cinenr
Nerbailbe erfolgt, der den Na>mcn Deutsche
Mehrschaft führt -Die D Lv. um-fatzt wehr-
hafte, farbenlrngende. L'eutsch'völkische Studenten-
verbindungen auf allen vom WürMrger Studen.
tentaüe anerlannten Hoch'chulen des deutschen
SprackMbiots. Die ihc anaelschloffenen Derbindun-
gen verlanaen von ihren Mitgliedern das Vekennt-


* Die Kohtennot. lnSLesonkiere rn WestL-sutsch-
lalld, wird vor allem cm-f dre Anfvrd-erullLen
Frankrei chs zurücksefiihrt, das Mn^ RücSi^t
<mf die wirtfchastliche Krffe tn DeutfchlanL llinlnrt

nis zunr deutschen Vockkstum und zn deuMer Art.

nehmen nur vollimmatriLvlierte Studenten auf.
bie unbedingto Gomi-gjtuuncr geben unb nehnien.

Drv erste Vert.retert.ag. scckl zu Pstnsstell
am HermannsbLllVinaL im Teutloburser Waldc: ZU-
stvmmontref.fen. Dtt» Vorori befindet ffch in Leip-
zig; Aus/kunft erteist: Wöhrschast „Saxo-Thvria-
gia ', Leipzig. ReiMtraße 22. 3.

* Max Bittrich: Dcr Sturz ins Glück. Romoa.
4. Land der „Bücher Les Flemmincchauffes.
Verlag C. Flemming und E. T. Wiskott A
G.. Berlrn W 60.

Atax Bittrich ist unql-ren Lesjürn ksin FrrmÄer
mehr. Wer ihn nur aus seinen kleinen badi.chrv
Skizzen ksnllt. der weitz. wie sut er seur Ladenrr
Lanö kennt und vor allvm Nas Oberland uud den
lieben Schwarzwald. Absr niL-L nur das Land. M-
dern cruch die Leute kennt DittriH, sisht ih»ren nich't
nur aiiff div Kleider unb Sti'rfel. sondcrn titt. rns
Herz hinein. Und wenn er.liann ein sslches
Mttrschle-in wieder eisteil-eii lätzt. Dann ist es ous-
gestattet mit öer sorgfältigen LioLe des farbeorer-
chen Malers. 'Zetzt hat B-ittriL- einvn
walLroman geschriebeir „Der Sturz rns E.uck'
Es ist die Gsschichtie: eines Menschen. ber —
der criginelle Neibling sagt — zu vie! „evesel
Herzen" hat. Unö dr-eses srotz> S«gel trerbt -N
von früher ZugLnd an in seiner Welt u»lye^
macht aus dttn scheinbar stillen Vauernjrmsen
Ntti Philos-LPhen. der dcr Welt trotz allttl
Widerhcrken rmmim>er auf kwrze ZeiL die schv^>
Seiten zergt und der dann als aller Mairn M»
rein wörtlich in sein GlüL stürzt und die M:'.
findet, die er sein ganzes Loben geliebt hat.
Frttide wir!d der Leser cm diesem Duch habm. ^
der Verlag -autzerdLm noch sckwn airrsgestattet
..Die »Bücher des FlenllininüHcmsts" haben
diosem Roman und den übrigen bereits an o^-
Stclle 'crn-üLkündigten Vüchirn ausgezeichnel * '
sesiHrt.

Fr. Ed!er von Braun: MiedereinMrrrng A

Goldwährung. Verlagshiuchh'anjv'luns Paul -p

r c y. Verlin. gch. M. 1.20

EIn Po

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