Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 65
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Di mm st uh von Kehüugeu, GeichK-
pratat von Wettenhausen.
1658—1692.
Ein Beitrag zur Geschichte diese? Rcichsstifts.
Von Or. A. Schröder, bisch. Archivar in
Augsburg.
Jenes uralte Adelsgeschlecht, welches
von dem Orte Rehling am Lechrain den
Namen führt nnd dort nachweisbar schon
im 11. Jahrhundert als Wittelsbachischer
Dienstadel hauste, dann im 14. Jahr-
hundert ins Augsburger Patriziat') aus-
genommen wurde und heute noch in zwei
Linien blüht, das Geschlecht der Herren
oou Nehling(en), hat eine ansehnliche Zahl
von Männern hcrvorgebracht, die sich im
Dienste der Stadt Augsburg, im Dienste
der Kirche und im Dienste des Reiches
einen ruhmwürdigen Namen gemacht haben.
Unter diesen ist nicht der letzte Dionvsius
von Nchlingen-Haltenberg, welcher in den
Jahren 1658 — 1692 dem NcichSstist
Wettenhausen als Prälat Vorstand. Noch
heute kann, wer seine Schritte nach Wet-
tenhansen lenkt, die Stätte nicht verlassen,
ohne das Andenken des Prälaten Diony-
sius zu segnen, der hier als Bauherr un-
sterbliche Verdienste sich erworben. Unwill-
kürlich wird das Verlangen rege, die Geistes-
art und die Lebensnmständc des Mannes
näher kennen zu lernen, der ans Jahrhun-
Vom I. 1591 cm gehörte diese? Geschlecht
eine Zeit laug auch dem U.-Patriziate au (s. B eck,
U.-Müustcrstudic iu dieser Zcilschr. VII, 1890,
S. 54). Weiter besaß dasselbe vom I. 1659
die Herrschaften Bcttcureute, Dauketswcilcr uud
Znßdorf im jetzigen württcmb. Oberamlsbczirk
Ravensburg, welche zu Anfang der 1840er I.
durch Kauf au den w. Staat bezw. Krone über-
gingen. (A. d. 3t.)

derte hinaus dieser Stätte klösterlicher Abge-
schiedenheit den Stempel seines Geistes
aufgedrückt hat. Solch berechtigtem Ver-
langen soll hier, soweit das auf uns ge-
kommene handschriftliche Material (im
königlichen allgemeinen Reichsarchiv in
München und im bischöflichen Ordinariats-
archiv und in der Stadtbibliothek zu Augs-
burg) es gestattet, Genüge geschehen.
Dionysius von Rehlingen ans der Linie
der Nehlingen-Haltenberg erblickte im
Jahre 1610 in Augsburg als Sohn Jo-
hannes von Rehlingen und seiner Ehefrau
Margareta, geb. Renzin, das Licht der
Welt. Sein Vater Johannes war ein
angesehener Mann in Augsburg und das
Vertrauen seiner Mitbürger übertrug ihm
später das Amt eines Bürgermeisters, das
ihm der Schwedenkönig Gustav Adolf nach
seinem Einzug in Augsburg im Jahre
1632 abnahm, der Kaiser aber drei Jahre
später wieder znrückgab. Von der Jugend-
zeit unseres DionysinS ist leider nicht daö
geringste bekannt. Da er jedoch bcreilS
im Jahre 1634 die Priesterweihe erhielt,
so dürfen wir annehmen, daß er frühzeitig
den Entschluß gefaßt hatte, sich im geistlichen
Stande dem Dienste Gottes und der
Kirche ganz zu widmen, und daß er diesen
Entschluß mit der ihn später so hervor-
ragend anszcichnendcn Willensenergie zur
raschen Ausführung brachte. Er trat in
das Kloster der Augustiner Chorherren
znm hl. Kreuz in Augsburg ein und wurde
daselbst im Jahre 1646, also erst 36 Jahre
alt, znm Dekan gewählt. In dieser ver-
antwortungsvollen Stelle oblag ihm die
Sorge für die Disziplin im Kloster. Das
Tagebuch des Klosters Hl. Kreuz giebt ihm
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