Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 113
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Kunst und Kultur drr Oiürese Kurrrnüurg und drr angrrnzrnden Orlnrte.
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4898.

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Ft eh w ü ü i seh e 25 i a gr a p h ieeu.
5. Al brecht von Nechberg, Propst
von EllWangeii.
Von Theodor Schön in Stuttgart.
Das edle Hand der Herren von Nech-
berg ha! der Kirche eine Reihe hervor-
ragender Würdenträger gegcb-n. Die Reihe
eröffnet Sigfrid, Bischof von AngSbürg
(1208—1227), der 1221 den ei sten Mi-
norilen in Deutschland eine gastliche Auf-
nahme zn teil werde» ließ. Ihm reihe»
sich an Engelhard, Propst zn Faurndau,
1340—1381, Albrecht, Bischof von Eich-
städt, 1429—1445, Franz, Abt von
Einsiedeln, 1447—1452, Konrad, Abt
zu Einsiedel», 148t>—1526, Albrecht,
Propst in Straubing, 1504—1520,
Jakob , Propst von Wiese» st a i g,
1525—1527, Johann Rudolf, Fürstpropst
z» Ellwangen, 1654 — 1660, der auch
seit 1646 Administrator deö Bistums
Augsburg war.
Die bedeutendste Persönlichkeit dürfte
jedenfalls nach dem Bischof Sigfrid von
Augsburg, Propst Albrecht von Ell-
wan gen, der Sohn des vielgeschmähten
nnd verlcnmdeten HanS von Nechberg,
des StädtefcindS, gewesen sein. Er ent-
stammte dessen zweiter, zwischen 1443 nnd
1446 geschlossenen Ehe mit Gräfin Elisa-
beth v. Werdcnberg nnd SarganS
nnd dürfte etwa um 1445 geboren sein.
Seine ersten Studien machte er im Gym-
nasium zn Tübingen. Doch scheinen da-
mals die Lehrkräfte nicht die besten ge-
wesen z» sein, denn als Albrecht dasselbe
verließ, zog er mit mehreren jungen Edel-
lenten auf den Marktplatz nnd ries den

Schultheiß auS seinem Speisezimmer hcr-
aus, indem er ihn also ansprach: „Schult-
heiß, wenn je die Klage oder der Verdacht
sich erheben sollte, daß ich irgend welche
Kenntnisse oder Wissenschaft von Tübingen
mit mir fortgenommen hätte, so bitte ich
dich, mich zu entschuldigen. Denn ich rufe
dein Haupt und alle Einwohner zu Zeu-
gen auf, daß dies nicht wahr ist."
Trotz dieses sicher im Spasse nur aus-
gestellten Zeugnisses über seine Kenntnisse
hat Albrecht, wie die Folge zeigt, keines-
wegs die Jugend müßig verbracht, sondern
sich gewissenhaft nnd gründlich zn dem
verantwortungsvollen Beruf, der seiner
harrte, vorbereitet. Im Jahre 1465,
während er noch in Tübingen studierte,
verwandte er die Rente des Stifts, die er
bezog, ans den Ankauf eines Gartens
außerhalb der Stadt Ellwangen, der ci-
nem andern Studenten gehörte, nnd machte
einen Friedhof daraus, auf dem er eine
St. WolfgangSkirche bauen ließ. Tübingen
bewahrte er ein dankbares Andenken nnd
ließ sich 1477 an der neu gegründeten
Universität inscribieren. Als Snbdiakon,
kaum 15 Jahre alt, wurde er, dank dem
Ansehen, das sein Vater in ganz Schwa-
ben genoß, nach der Resignation Johanns
von Hi ruhe im, znm Propst von Ell-
wangcn erwählt. Am 12. Januar 1460
übergab ihm Papst Pins II. die Propstei
gegen Zahlung von 600 Goldgnlden jähr-
lich an den alten Propst und am 26. April
1460 führten ihn Abt Andreas von A l-
pirsbach nnd andere Bevollmächtigte
in sein neues Amt ein. König Friedrich III.
bestätigte am 5. Dezember 1460 die von
Papst PinS II. gemachte Umwandlung der
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