Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 138
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branntes Bild vielleicht sv am einfachsten
erklären lassen.
7. Besondere Beachlnng verdient die
Bcrchrnng des hl. Leonhard, welchem
namentlich im 14. und 15. Jahrhundert
manche Kapellen und Kirchen geweiht
wurden. (Stuttgart, Gmünd, - Nagold
(woselbst nach CrnsinS Annalen „extra
oppiclrurr"), Horb, Göppingen, Geis-
lingen n. s. w.)
In einer päpstl. Urkunde v. I. 1363,
2lug. 22, wird eine Kapelle des hl. Leon-
hard außerhalb Reutlingens erwähnt.
Wie alt sind die L e o n h ard s kir eh c n ,
bezw. Kapellen in Schwaben? Was hat
die Verehrung dieses Heiligen besonders
gefördert? Wo befinde» sich Leonhards-
ketten außer in Laupheim? Gab eS
außer bei Böhmcnkirch noch weitere Kolo-
mannSkapelle» ?
8. Ebenso ist sehr beachtenswert die
Thatsache, daß in Kirchen ans dem Gottes-
acker der hl. Johannes der Täufer Patron
ist. (Sülchen, Horb (jetzt abgetragen),
Nürnberg, Leipzig — weitere bei »ns,
Roth, OA. Lenlkireb, Sankt Jobann
bei Brackcnheim, jetzt Friedhof, früher
Pfarrkirche.) In letzterer Beziehung be-
merkt Samson: „Wahrscheinlich wurden
die Bcgräbnisplätze in Deutschland so
häufig unter Anrufung des Vorläufers
unseres Herrn geweiht, weit die ältesten
Kirchen auch dem hl. Johannes gewidmet
waren; von den Kirchen nahmen dann sie
zugehörige» Kirchhofe dasselbe Patronat
an. Auch mögen symbolische Gründe bei
der Auswahl maßgebend gewesen sein.
Der hl. Johannes, welcher die Menschen
ans die erste Ankunft Christi vorbereitete,
wurde auch gerne in Beziehung ans eine
zweite Ankunft Christi zum Gerichte ge-
dacht." Sankt Johann wird auch im al-
ten „Lesebuch f. kath. Volksschulen" er-
wähnt Nr. 18, wo es heißt: Sankt Jo-
hannes nahm ihn ans." In den „Ge-
schichtsgncllen sc." von Schäfer wird
öfters S. Johann in Ickauoe außerhalb
Würzbnrgö genannt; vielleicht war früher
dort der Gottesacker? Sankt Johann
war auch Patron in Melaten bei Köln. —
In irgend einer Gemeinde — in wel-
cher? — wurde in der Johannesnacht
(23./24. Juni) geläutet; wie ist dieser
Brauch zu erklären?

3. Es kann der Nachweis geführt wer-
de», daß Spottnamen, unter welchen ein-
zelne Gemeinde» zu leiden haben, bisweilen
mit den Kirchcnhciligen im Zusammenhang
stehen, vielleicht auch mit solche», welche
nicht mehr besonders in dem betreffenden
Orte verehrt werde»; so heißt man die
B.r „B(P)elten" oder Pöl-
ten von ihrem Kirchenpatron St. Hippo-
lyt sc.
10. Sehr viele Geschlechtsnamen sind
nichts anderes als abgekürzte oder ent-
stellte Formen von Heiligcnnamen. (Reiß
von Remigius, Kley und Ley von Eligius,
Meweö, Mebeö von Bartholomäus; Kober,
Köbcrle von Jakob; Lipp von Philipp;
Wälde, Welte von Oswald; Menz von
Clemens; Foichtig von Veit; Zeller auch
von Cölestin; Kölle von Michael? sc. sc.)
11. Im Mittelalter wurden viele Saloe-
Negina-Stiftnngen (in Altheim, Oberamt
Horb?) gemacht. Sind solche auch für
kleinere Kirchen in Schwaben errichtet wor-
den? -- Hatte bezw. hat in der Diöeese
Notienbnrg die hl. Kü m m e r n i s Stät-
ten der Verehrung? — Ein Verzeichnis
über alte nunmehr abgebrochene Kapel-
len mit Angabe der Abbrnchszcit »nd
ihrer Patrone, ebenso über sämtliche ehe-
mals errichtete und noch existierende
Bruderschaften mit kurzer Angabe
ihres Zweckes bezw. ihrer Statuten
dies auch in der Richtung nach ihrer
volkswirtschaftlichen Seite hin — wäre
ans der Diöeese Noltcnbnrg sehr wün-
schenswert.
Aus einem schw.itiische» kreichSstifte
i»i kim'iueu Fahrliuiiderr.
(Forisetzimg.)
ySchnssenried. i
Non Amtsrichter a. D. Neck.
Ein heilloses Gaunerstück ans c-cm Jahre
1737 von dem ein Stündchen von Schnssen-
ried entfernten O t t e rsw a n g: „Den 27.
September umstellten nämlich die Gauner
daselbst eines Bauern, des sog. Nneßen
HanS, willens ihm sein Geld und Gut z»
stehlen; weilen aber der gute Bauer ver-
merkt, daß cs unsicher, sv stund er vom
Bett ans, visitierte im Haus herum, ging
endlich auch nur im Hemd zur Thür in
den Garten hinaus, um die Spitzbuben
anfzusuchen oder zu verjagen, wurde aber
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