Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 76
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soll das Gotteshaus ihm jährlich 280 Gul-
den (n 60 Kreuzer) auf Martini, acht
Tage vor oder nachher, gebe».
17. Hiermit soll Martini 1743 begon-
nen werden.
18. Stirbt er vor Ablauf von zehn
Jahren (also vor 1753), so sollen seine
Geschwister: Ignaz, Pfarrer und Seel-
sorger zu Epsendorf, Maria Anna und
Katharina, so viele Jahre laug, als an
den zehn Jahren fehlen, jährlich 200 Gul-
den geben.
19. Lebt er länger als zehn Jahre, so
ist das Gotteshaus seinen Geschwistern
nichts zu geben schuldig.
20. Nach seinem Tod wird der Kon-
vent Besitzer des Zehnten zu Göllsdorf.
Da der Pfarrer bis 1755 lebte, kam
Paragraph 18 nicht in Anwendung und
gelangte der Konvent in den Besitz des
Zehnten:
Um ans die Verlegcrfamilie Herder
znrückznkommen, so änderte der Nottweiler
Senator Joh. Michael Herd er er (geb.
3. Oktober 1749 in Nottweil, gest. 30. De-
zember 1815 daselbst), unbekannt, aus
welchen Ursache», den Namen Herberer
in Herders. Sein Sohn Bartholomäus,
geb. 22. August 1774 in Rottweil, grün-
dete das VcrlagSgeschäft in Freibnrg i. Br.
Nach seinem am 11. März 1839 erfolgten
Tode folgten ihm seine Söhne Raphael
(geb. 1816) und Benjamin (geb. 1818,
ch 10. November 1888). Der Sohn des
zuletzt genannten, Hermann, ist jetzt Chef
der Firma.

0 Allerdings schwankt schon iin ältesten Nolt-
weiler Steuerbuch von 1441 die Schreibart zwi-
schen Härdrer, Härter, Harde r und H e r-
der. Der Name hangt wohl zusammen mit
dem Hof zu Herdcrn bei Waßneck oder Wasseneck
(abg. bei Oberndorf). Ein Bild (Oelgemälde)
des Pfarrers Herberer von Deißlingen befindet
sich im Besitz des Herrn Stadtrats Herberer
in Nottweil, der auch ein Oelgemälde seines
BrnderS, des Pfarrers in Epsendorf, besitzt, und
dem der Verfasser wertvolle "Nachrichten zur vor-
liegende» Arbcii dankt, wofür er an dieser Stelle
leinen Dank abstatlet. Auch befindet sich ein
Bitd des Eistgenanulen im Pfarrhof zn Deiß-
lingen.

Beiträge zur Geschichte einzelner
Pfarreien.
a) D ie P l e b a u e u n d st ä u d i g o n Vi-
kare der Reichsstadt Ncntlingcn
bis 1530.
Von Theodor Schön in Stuttgart.
1. Heinrich von Entringen, genannt
2. und 4. August 1270 als plebnuus iu
iUuUmgeu.
2. Johannes, genannt vonDiczzen-
hoven um 1320 rector ecmlesiae
R.uke1iugen.
3. Heinrich Muzi, 23. April 1325
Linpriester zu Rutelingen.
Im Jahre 1326 wurde die Pfarrkirche
inkorporiert dem Kloster Königöbronn und
dieselbe fortan mit einem Vikar besetzt.
4. Konrad Lupsfe, bestätigter Lnp-
priester zn Reutlingen 30. Juni 1368,
5. Juli 1370, war noch 21. Februar 1372
ständiger Vikar.
5. Hans von Ing stet ten, Lnpriester
23. März 1386, 28. März 1386.
6. Johannes Machte l f, paroclrialis
ecclesiae, vicnrius perpetuus in Reut-
lingen 26. August 1387.
7. Ulrich Kotz, Pfarrer 22. Februar
1407.
8. Konrad Brngel, Pfarrer, auch
Lnpriester 16. April 1414, 26. Dezember
1415, 1. März 1418.
9. Bnrkard Nun tio luS (? Boe ti-
li n), pledanris pngi iUeritlingeiisis
1426.
10. Seit 24. März 1430 Johannes
S ch w ennhvlz, Pfarrer der Pfarrkirche,
noch 7. Juni 1437.
11. Meister Jos Seler (oder So-
li er), Pfarrer der Pfarrkirche, 1. Mai
1455, tot 8. November 1462.
12. Jos Salrimpeser von Eßlin-
gen. Pfarrer 1460.
13. Seit 8. November 1462 Johann
P h unse r.
14. Paulus Staines , genannt Peller,
Psarrherr 1. November 1495, piedauus
14. Januar 1499.
15. Peter Schenk, zugleich Dekan
des Kapitels 21. September 1513.
16. Jakobus PenselluS, resignierte
31. März 1518.
17. Seit 31. März 1518 Eberhard
K e ch c.
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