Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 97
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1895/0105
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile

Organ für Geschichte., Altertumskunde,
Knust und Kultur der Diverse Kvttenüurg und der angrenzenden Gebiete.
peransgegeben »nd redigiert vc»i Amtsrichter a. D. Bccli i,i räabcnpüura.
Beiträge, Korrespondenzen :c, N e z e n s i o» s - Eremp lare, Tanschzeitschriften re. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. B e ck in Ravensburg, B e stel l nng en nnd Reklamationen a»
die Expedition des „Dentschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbansstrnße 94, gerichtet werden.



Erscheint monatlich einmal lind ist halbjährlich durch die Post znm Preis von
M. 1.90 ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen, sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der, Expedit ion um M. 2.10 (außerhalb des
dentsch-österr. Pvstgebietes M. 2.20) zu beziehen; einzelne Nummern 40 Ps. An-
noncen rc., welche der Richtung dieser Zeitschrift nicht znwiderlansen, werden von
der Expedition entgegengenommen nnd pro Petitzeile oder deren Raum mit 15 Ps.,
buchhnndlerische Beilagen, Prospekte rc. nach Uebereinknnst berechnet.


Lrnenernwg der Abonnemenr^-Slnladnng in Or. 6!

Der Klüsterneudau iu Hchussenried
— ein Veitrag zu F»chnsseurieds
Baugesehichte?)
Non Amtsrichter a. D. Beck.
DaS im Jahre 1l83 gegründete Klo-
ster Cchnsscnricd Prämonstratcnserordens")
hatte verschiedene Banperioden hinter sich:
der ursprüngliche, noch ganz bescheidene
Pan, die vormalige in ein Klosterlein
nmgewandelte Burg der Klosterstifter nnd
Herren von Schnssenried, welche wohl ans
dem Platze des sogenannten „alten Klo-
sters" gestanden hat, war natürlich noch
Holz van. Nach dessen im Jahre 1191
erfolgter Zerstörung durch die Wartcn-
berger-b) ließ Probst Konrad !I. von
Schnssenried um daö Jahr 1229 ein neues
größeres, ohnedies mittlerweile insolge star-
ker Frequenz zum Bedürfnis gewordenes
Kloster — wie man annehmen darf —
an der allen Stelle erbauen. Ob dann
') Diese schon im Jahre 1891 gefertigte Ar-
beit wurde im Frühjahr 1892 an den „Verein
für Knust nnd Altertum" in Utm für dessen
PnbtikationSranin in den „Biertcljahrsheflen für
ivnrtteinb.Landesgeschichi." eingesandt, dann aber,
da sie diS znm April 1891 nicht znm Addrnck
gebracht ward, znrückverlangt! Ilabent sua
law manuscrigta!
-) lieber dessen Geschichte siebe des Verfassers
Schrift: „Hum 700jährigen Jubiläum des Prä-
monstratenserrcichsstistS Sch.", Stuttgart, Ixsg;
sowie des Verfassers Klvstc» stndie: ./Ans einem
schwäbischen ReichSstifl" in der „Niertcljahrs-
schrist für Volköivirtschast, Politik nnd Knlinr-
cheschichle", 29. Jahrgang (1880), IV. Band,
S. 32—64 und 113—132; abgcdnickt in dieser
Zeitschrift, XII. und XIII.
ch Z„ vergleichen „die Wartenbergschen Wirren
in Sch." vom Verfasser dieses in dieser Zeit-
schrift, III., 1886, S. 7 NNd 8 und 13-16

von dieser Zeit an bis gegen das Ende
des 15. Jahrhunderts bis zu den Zeilen
des Abts Heinrich Oesterreicher nochmals
gebaut wurde, ist nicht sicher; von einige»
wird Probst Ortolph Schorpp (ch 1441)
genannt, welcher das Kloster habe weiter
ansbanen lassen, welcher aber der Zeit
nach gar nicht in die bis jetzt geltende,
allerdings nicht ganz richtige Serie der
Pröbste paßte. Der banlnstigc nnd ban-
verständige Prälat OesterrcicherH unter-
nahm vieles, ließ n. a. die alte Kloster-
kirche nach »nd nach von -Grund ans
renovieren, an dieselbe (im Langhaus)
die gewölbte Bibliothek bezw. das Archiv,
ob dessen Eingang jetzt noch sein schön in
Stein gehauenes von einer Engelshalb-
signr gehaltenes Wappen: Neben dem
Konventswappen, d. i. einem halb anf-
stebenden Löwen ein goldener sünfstrahliger
Stern im blancn Felde über einem grünen
Dreiberge mit der Jakrzahl 1486 nnd
der Inschrift: -Kenricus Oesterreiclrer,
laue -Xbds, Oecretorum Doctor, Ircmc
primu8 erexit Libliotlrecnm« zu sehen
ist, anbanen und im Jahre 1493 den Chor
sowie eine Kapelle zum hl. Christopherus
»»weil des Glockentnrmes neu erstellen.
Außerhalb der Kirche am Sanktuarium
zeigt sich dasselbe Wappen, etwas kleiner
mit der Jahrzahl 1493 eingemanert. Ebenso
ließ dieser Prälat di Klostcrgebände innen
»nd außen hübsch Herrichten. Nicht un-
wahrscheinlich ist, daß der unternehmende
Prälat bei diese» Bannnternehmnngen das
damalige Banfakiotnm in Süddentschland,
>) Siehe über denselben den Artikel vom
Verfasser dieses- in der ,/Allgemeinen Dentschen
Biographie", 24. Band. S. 317 und 318.
loading ...