Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 14.1904

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Dekorative Malereien von Alb. Männchen am Eingang des
Kunstgewerbepalastes auf der Welt-Ausstellung St. Louis.

Es ist eigentlich nur ein Gemälde, welches
Männchen geschaffen, ein Gedanke,
der in drei Teilen zur Ausführung gelangte.
»Schönheit und Anmut«, »Kraft und Tugend«
bekrönt vom »Genius« sind dargestellt und
zwar in folgender Weise. »Schönheit und
Anmut« wird verkörpert durch ein junges
Mädchen, das mit Perlenketten spielt.
Lächelnd lauscht die Jungfrau den werbenden
Worten und dem Harfenspiel, des hinter ihr
stehenden Jünglings. Er steht im Halb-
dunkel. Als Lichtmasse leuchtet der jugend-
liche Körper der Jungfrau aus dem Gemälde
heraus. Er ist bis zu den Hüften enthüllt
und konzentriert durch seine lichte Schön-

heit die Aufmerksamkeit des Beschauers.
Von den Hüften hernieder fliesst ein gelb-
goldiges Gewand, das aber die Formen noch
ahnen lässt. Das Haupthaar, gleichsam die
strahlende Krone ihrer hellen Schönheit
bildend, ist von rot-goldener Färbung. Dieses
Gemälde befindet sich links vom Eingang.
Rechts befindet sich das Gegenstück »Kraft
und Tugend«. Es stellt einen Jüngling dar,
der mit einem eisernen, schwarz goldigen
Panzer bekleidet ist, dessen Glanzlichter
als die hellsten Punkte im Bilde erscheinen.
Er lauscht den ermannenden Worten Vulkans,
offenbar mit tatendürstigerUngeduld. Vulkan
hat ihm sein Schwert verliehen. Vulkan

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1904. XII. 5.

CARL KUNST—MÜNCHEN.

Plakat-Entwurf.
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