Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 43.1918-1919

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AUSSTELLUNGSBERICHT.

Die Ausstellung des Deut-
schen Werkbundes in Ko-
penhagen wurde in den Räumen
der „Freien Ausstellung" amOst-
bahnhof am 29. Juni dieses Jah-
res eröffnet, sie verfolgte nicht
wirtschaftliche Zwecke, sondern
hatte die Aufgabe, den kulturel-
len Zusammenhang der benach-
barten Länder zu betonen. —
Auswahl und Anordnung der
vorgeführten Arbeiten war vom
Werkbund Herrn Professor Ri-
chard Riemerschmid, dem Direk-
tor der Kunstgewerbe - Schule
München übertragen worden, der
im Verein mit der Geschäfts-
stelle des Werkbundes solche
Arbeiten aus dem Gebiete der
Malerei, der Plastik, der Archi-
tektur, des Kunstgewerbes und
der Industrie aus ganz Deutsch-
land sammelte, die ihm geeig-
net erschienen, die Bestrebungen
des Werkbundes zu veranschau-

Ganz naiv im Sinne der früheren
Bauernstube mit gemalten Bettstel-
lenundTruhen, einer bunten Madon-
na, einem Sankt-Georg, oder ganz
raffiniert gestimmt auf ein, vielleicht
auch mehrere wirklicheKunstwerke,
denen zu lieb die übrigen Dinge fein
still sein müssen und nicht zu laut
reden. In diesem Falle können Staf-
feleibilder verwendet sein, aber
sparsam und einander nicht wider-
sprechend. Ferner nach japanischer
Art im kleinen, ganz hellen, sehr
einfachen Raum, kapriziös verteilt,
sehr lichte, flachgehaltene Bilder,
etwa moderne Kinder oder Frauen
oder Blumen. Endlich und dies
wird immer die vornehmste, voll-
kommenste Verwendung sein — ein
Zyklus, eine in Gedanken, Farbe
und Zeichnung wohlerwogene Kom-
position, die mit ihrer Gemälde-
reihe den inneren Bau des Raumes
zugleich gliedert und verbindet.
Sie klingt in einem Akkord mit
Türe, Sims, Fensterkrönung und
Decke, erinnert an die Eigenart des
Bewohners und die besondere Be-
stimmung des Gemachs. . a. v. g.-r.

MARIA JUTZ MÜNCHEN. »SCHERENSCHNITTEc
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