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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 31): Stadt Oldenburg (Oldenburg) — Braunschweig, 1993

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https://doi.org/10.11588/diglit.44439#0168
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HochhauserStr. 25, 1906/07, Architekt J. Husmann

HochhauserStr. 35, Entwurfszeichnung, 1905, Ar-
chitekt M. Oetken

Hochhäuser Str. 35-39 ff

HOCHHÄUSER UND
WÜRZBURGER STRASSE
In einer westlichen Parallele zum Röwekamp
wurde 1903 die ebenfalls dem Bebauungs-
plan von 1899 folgende Hochhäuser Straße
angelegt. Bei Herstellung der Würzburger
Straße, deren gekrümmter Verlauf vom Be-
bauungsplan abweicht, verlängerte man sie
1907 über die Ziegelhofstraße hinweg nach
Süden. Innerhalb einer kurzen Bauphase ent-
standen bis 1914 zweigeschossige Ein- und
Zweifamilienhäuser, die sich trotz zahlreicher
Detailunterschiede und einer bewegten
Dachlandschaft zu einem geschlossenen Er-
scheinungsbild zusammenfügen, das durch
die Schmalheit des Straßenraums mit seiner
Vorgartenzone charakterisiert wird. Die Ar-
chitektur gewährt einen Einblick in den seit
etwa 1900 in Gang gekommenen Reformpro-
zeß, der, übersättigt vom Dekorreichtum des
Historismus, einen stilistischen Wandel so-
wie eine stärkere Berücksichtigung des funk-
tionalen Aspekts des Bauens anstrebte, in
den hier verwendeten traditionsbezogenen
Ausdrucksformen jedoch die konservativ
orientierte Strömung vertritt.

Hochhäuser Str. 30, 32, 34

Innerhalb der von den Gebr. Barkemeyer pro-
jektierten Gebäudegruppe (Hochhäuser Str.
28, 30, 34, 39, 40, 42) entsprechen z. B. die
zu Beginn des 20. Jh. errichteten Häuser
noch dem historistischen Schema des zwei-
geschossigen Walmdachhauses zu vier Ach-
sen über L-förmigem Grundriß, teilweise mit
zweigeschossigem Vorbau und ausgestattet
in den konventionellen Formen der Neure-
naissance (Nr. 28, 30, beide erb. 1903; auch
Nr. 32, erb. 1904, Arch. J. Husmann). An den
Häusern aus der Mitte des Jahrzehnts glei-
chen Zuschnitts ist bereits ein freierer Um-
gang mit Dekorelementen zu beobachten, in
den u.a. vom Jugendstil geprägte Linienfüh-
rungen einflossen (Nr. 34, erb. 1906; Nr. 39,
erb. 1906/07; auch Nr. 43, erb. 1903/04,
Arch. L. Sievers). Für das 1907 errichtete
Haus Nr. 42wurdeeinegegenüberdemtradi-
tionellen kubischen Walmdachbau aufgelok-
kerte Baukörperform gewählt, die starre Hori-
zontalgliederung aufgebrochen und die
Wandfläche durch ein flaches Ornamentrelief
anstelle des plastischen späthistoristischen
Dekors belebt (ähnliche Tendenz zeigt auch
Haus Nr. 35, erb. 1905, Arch. M. Oetken). Ei-

Würzburger Str. 6-12


Hochhäuser Str. 42, 1907


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