Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 31): Stadt Oldenburg (Oldenburg) — Braunschweig, 1993

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44439#0240
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
tekten L. Sunder-Plaßmann projektiert wor-
den und läßt mit der plastisch-dynamischen
Raumkomposition ein für den Kirchenbau der
fünfziger Jahre typisches Merkmal erkennen,
der sich um eine Neuinterpretation traditio-
neller Kirchenbauschemata bemühte. Der
weiß verputzte Massivbau mitdeutlicherZen-
tralraumtendenz wurde auf der Grundlage ei-
nes griechischen Kreuzes mit halbrunder Ap-
sis und Querhaus errichtet, von dem aus die
Seitenwände des Langhauses konkav ein-
schwingen. Ein zum Eingang ansteigendes,
weit überstehendes Flachdach ist der mem-
branartigen Außenhaut als Abschluß aufge-
legt. Die das Langhaus seitlich begleitenden,
niedrigeren Anbauten - der östliche eine zum
freistehenden Glockenturm überleitende An-
dachtskapelle, der westliche Sakristei- und
Jugendraum aufnehmend - bilden mit ihren
auf dünnen Stützen ruhenden überstehen-
den Dächern eine Platzsituation aus.

Nordstr. 14


Klingenbergstr. 20, 1960/61, Architekt L. Sunder-
Plaßmann


DONNERSCHWEE
Die ehemalige Bauerschaft Donnerschwee,
die 1897 in die neu geschaffene Gemeinde
Ohmstede integriert und mit dieser 1933 in
die Stadt Oldenburg eingemeindet wurde,
liegt nordöstlich der Altstadt Oldenburgs. Die
1237 erstmals urkundlich genannte Gewann-
siedlung entwickelte sich auf einem Vor-
sprung am nordoldenburgischen Geestrand,
der südlich der Donnerschweer Straße in die
Hunteniederung vorstößt und im Südwesten
von der Beverbäke begrenzt wird. Zwei ur-
kundlich belegte mittelalterliche Adelssitze
sind bis heute nicht lokalisiert: die Burg der
zuerst 1237 erwähnten Herren von „Tho-
nerswe“, die sich ab 1399 als „Slot“ im Besitz
der Oldenburger Grafen befand, wohl in der
2. Hälfte des 15. Jh. zerstört wurde und mög-
licherweise im Bereich des Kreuzungspunk-
tes Wehdestraße/Bahnlinie nach Brake lag
(ein im Hausinventar von 1817 als „Borgwall“
verzeichnetes Terrain); die Burg der Ritter
von Beverbäke (1233 genannt), die vielleicht
an der Donnerschweer Straße im Bereich der
Einmündung der Straße „Junkerburg“ stand
und 1468 als „Wall“ Erwähnung fand.

Im Mannzahlregister von 1581 sind für Don-
nerschwee sechs Hausleute (= Vollbauern) -
Höfe nachgewiesen, die südlich der sich zu
beiden Seiten der heutigen Wehdestraße
ausdehnenden Gewannflur in lockerer An-
ordnung lagen (auf den Grundstücken Weh-
destraße 57, 66/68, 77; Pfänderweg 23/25,
Otterweg 39; ein Hof an der Straße Unterm
Berg brannte 1875 ab und wurde neu parzel-
liert). Seit der Mitte des 16. Jh. kommt es zu
einer sich am Geestrand entlangziehenden
Ansiedlung von Kötern im Bereich von Pfän-
der- und Otterweg. Und seit dem späten 17.
Jh. wird auch allmählich das Gebiet nördlich
der Donnerschweer Straße an Kleinem und
Großem Kuhlenweg sowie Ammergaustraße
besiedelt. Die wenigen Reste einer bäuerli-
chen Bebauung sind hier jedoch stark über-
formt.
Die halbkreisförmige Gewannflursüdlich der
Donnerschweer Straße wurde erst nach dem
Zweiten Weltkrieg bebaut. Davon blieb je-
doch der Hauptstrang des alten Dorfes am
Pfänderweg, der nach wie vor die südliche
Bebauungsgrenze bildet, weitestgehend un-
berührt, so daß hier die aus dem 19. Jh. über-

Nordstr. 4


Nordstr. 2, Detail



238
 
Annotationen