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Pantel, Etta [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 9, Teil 1): Stadt Wolfenbüttel — Braunschweig, 1983

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https://doi.org/10.11588/diglit.44416#0106
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Fischmeisterhaus. Es hat sein ursprüngli-
ches Gesicht mit den kräftigen Fußdreiecks-
paaren im auf Volutenknaggen auskragen-
den Obergeschoß sowie dem hohen Sattel-
dach mit klassizistischen Giebelgauben voll-
ständig bewahrt. Haus Nr. 34 aus demselben
Jahrhundert ist gekennzeichnet durch das
barocke Eingangsportal mit fein versproß-
tem Oberlicht, und das Haus Nr. 36, eben-
falls aus der Mitte des 17. Jh. zeigt im Be-
reich der Auskragung reiche Verzierungen;
die Fenstereinbauten von 1882 sind unver-
ändert. Nr. 35 daneben ist ein gut erhalte-
ner Ersatzbau aus der 2. Hälfte des 19. Jh.
Die zweite Bauphase begann nach Schleifung
der Wälle in der 1. Hälfte des 19. Jh. mit
der nordseitigen Bebauung der ehemaligen
Auguststraße zwischen Okergraben und
Schloßplatz. Am Ostende der Straße, schon
im Bereich der Dammfestung, waren bereits
in der Mitte des 18. Jh. die frühklassizisti-
schen Häuser Nr. 4 und 5 entstanden. Ihr
symmetrischer Aufbau wird durch ein mit-
tiges Zwerchhaus bzw. Frontispiz mit kräf-
tig gerahmtem Giebeldreieck betont. Das
Haus Nr. 5 war ursprünglich möglicherweise

Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 8—4 (links)
und 5—1 (rechts)


Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 38—30, Nordseite


Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 25—19, Südseite


Teil der Schloßanlage. Diesem Stil paßten
sich die etwa hundert Jahre später westlich
anschließenden Häuser Nr. 6—8 an, die der-
zeit restauriert werden. Sie bilden den An-
fang einer geschlossenen Reihe unterschied-
licher zwei- und dreigeschossiger Wohn- und
Geschäftshäuser. Hiervon wurden jedoch vor
kurzer Zeit die Häuser Nr. 14—20 auf der
Nordseite und Nr. 15 und 17 auf der Süd-
seite infolge einer Straßenverbreiterung ab-
gerissen.
Die gegenüberliegende Seite wurde erst am
Ende des vorigen Jahrhunderts bebaut. Das
Doppelwohn- und Geschäftshaus Nr. 1—3 in
Fachwerkkonstruktion entstand 1899 im
Anschluß an den Burggraben. Die Ladenzone
von Haus Nr. 3 ist in ihrem originalen Er-
scheinungsbild erhalten. Das Haus Nr. 7 von
1890 hat einen reichen Fassadenschmuck
der Gründerzeit. Hinter dem Mehrfamilien-
haus Nr. 13 von 1924 steht der Fachwerk-
bau der ehemaligen Öl- und Graupenmühle,
der Wredeschen „Mühle", von 1863. Von der
hier rückseitig an der Oker gelegenen Ravens-
berger Spinnerei ist u.a. eine Lagerhalle er-
halten. Dieser lisenengegliederte Rohziegel-

bau, Nr. 9, wurde 1889 direkt an der Bahn-
linie errichtet.
Ebenfalls in diese Zeit fiel die Bebauung der
Straße in westlicher Richtung, die fast bis in
das Dorf Groß Stockheim reichte.
Hier entstanden meist kleine schlichte ein-
und zweigeschossige Fachwerkbauten in ein-
heitlicher Bauweise. Über größere Abschnit-
te wurden Häuser gleichen Typs mit straßen-
seitig mittigen Zwerchhäusern und rückseiti-
gen Hauseingängen sowie parallelen Hinter-
häusern errichtet, wie Nr. 89—101 und 97
—111. Diese Reihen wurden teilweise von
zweigeschossigen Rohziegel- oder Fachwerk-
bauten ohne Zwerchhäuser unterbrochen.
Aus dieser kleinteiligen Struktur ragen die
Mehrfamiliendoppelhäuser von 1924, Nr.
102—104 und 98—100, sowie die markante
Eckbebauung Nr. 71—75 als 24-Familien-
Wohnhaus von 1910 und Frankfurter Straße
2 heraus. Dieser große Fachwerkbaukörper
wird durch eine differenzierte Fassade und
eine bewegte Dachlandschaft gegliedert. Ab
Höhe Juliusstraße folgt heute bis zu dem
Dorfkern von Groß Stockheim eine Bebau-
ung mit modernen Wohnblocks.

Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 9, ehern. Ravens-
berger Spinnerei, um 1890


Dr.-Heinrich-Jasper-Straße,
Okerbrücke 1. H. 19. Jh.


Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 24—42, Nordseite



Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 29—43, Südseite

Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 71—75,
Frankfurter Straße 2


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