Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

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VORWORT.

Die Oberpfalz ist kein Neuland der Kunstgeschichte. Es genügt, den Namen
Regensburg zu nennen, und ein Zentralpunkt künstlerischen Schaffens im Mittelalter
steigt vor unserm Auge auf. Die reiche .Denkmälerwelt Regensburgs ist vielfach
durchforscht. Aber nicht oder sehr unvollkommen bekannt ist, was in dem weiten
Hinterlande der alten Donaustadt liegt, in dem landschaftlich so vielgestaltigen und
reizvollen ehemaligen Nordgau. Und doch bergen die stillen Täler und die
windumrauschten Höhen der Oberpfalz ungezählte Reste einer reichen Kultur und
einer großen Vergangenheit. Es gilt, Dornröschen aus dem Schlafe zu wecken.

Die Vorarbeiten zur Publikation des Denkmälerwerks der Oberpfalz gehen bis
in das Jahr 1895 zurtick. 1898 wurden die Vorarbeiten zugunsten der Fortführung
des Inventars von Oberbayem unterbrochen. 1904 konnte die Bearbeitung der
Oberpfalz wieder aufgenommen werden. Sie ist jetzt so weit gefördert, daß wir
bestimmt hoffen, den Druck des Inventars der Oberpfalz mit Ausnahme der Stadt
und des Bezirksamts Regensburg bis zum Herbst 1906 vollenden zu können.

Die methodischen Grundsätze, die bei der Herstellung des oberpfälzischen
Inventars von Anfang an maßgebend waren, habe ich in einer als Manuskript ge-
druckten Schrift »Vorschläge für die formale Gestaltung des bayerischen Denkmäler-
inventars« niedergelegt. Diese Grundsätze sind in einer, unter dem Vorsitze Seiner
Exzellenz des Herrn Staatsministers Dr. Ant. v. Wehner im Oktober 1903 stattgefundenen
Kommissionsberatung in allen wesentlichen Punkten gebilligt worden. An der
Beratung nahmen teil die Herren: Dr. Franz Ludwig Baumann, Direktor des
Allgem. Bayer. Reichsarchivs in München, Dr. Gustav v. Bezold, Direktor des
Germanischen Nationalmuseums in Niirnberg, Friedrich Braun, Konsistorialrat in
Bayreuth, Dr. Hugo Graf, Direktor des Bayer. Nationalmuseums und General-
konservator der Kunstdenkmäler und Altertümer Bayerns in München, Dr. Hermann
Grauert, ord. Universitätsprofessor in München, Dr. Gg. Hager, Konservator am
Bayer. Nationalmuseum und am Generalkonservatorium der Kunstdenkmäler und
Altertümer Bayerns in Miinchen, Dr. Karl Theodor v. Heigel, Geheimer Rat,
ord. Universitätsprofessor in München, Julius Freiherr von der Heydte, Ober-
regierungsrat irn Kgl. Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegen-
heiten, Dr. Theodor Henner, ord. Universitätsprofessor in Würzburg, Sebastian
Kirchberger, Domkapitular in München, Dr. Ludwig Heinrich Krick, Domkapitular
in Passau, Dr. Franz v. Reber, Geheimer Rat, Direktor der Kgl. Zentralgemälde-
galerie, ord. Professor an der Technischen Hochschule, Honorarprofessor an der
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