Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

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I. B.-A. Roding.

Burgruine.

An der Südostecke
erhebt sich ein dicker
Mauerrest, wohl als
Uberbleibsel eines
Eckturms zu deuten.
Im oberen Teil des-
Selben sieht man eine
vermauerte Fenster-
nische; sonst keine
Öffnung.

Hinter der öst-
lichen Abschlußmauer
fällt das Terrain felsig
und steil ab. Ein
schluchtartiger Gra-
ben trennt die Burg
von dem gegen Osten
vorliegenden, in un-
gefähr gleicher Höhe
mit der Burg liegen-
den Terrain.

V on den der
Burg im Norden vor-
gelegten Zwingern ist
der größte Teil der
Mauern zerfallen und
die Reste sind tiber-
wachsen; was noch zu
erkennen ist, ergibt
sich aus dem Grundriß.

Fig. 51. Kürnberg. Vom Wohnbau der Burg. Jj-q Noi'deil der

Brunnen.

Das Mauerwerk an allen Teilen der Burg besteht aus ziemlich unregelmäßig
geschichteten größeren und kleineren Quadern, mit vielem Brockenwerk ausgezwickt.
Zwischen breiteren Steinschichten ziehen Streifen aus kleineren Stücken, indessen
nicht in der Weise, daß auf ein höheres Alter zu schließen wäre. Am Batterieturm
z. B., der bestimmt nicht weiter als in den Anfang des 16. Jahrhunderts zuriickgeht,
findet sich die gleiche Mauertechnik wie am Hauptwohnbau. Buckelquadern sind
nirgends zu sehen.

Das Mauerwerk ist ein feinkörniger, stark feldspat- und glimmerhaltiger
Granit; an einigen wenigen Stellen (Wappennische des Eingangs, an den Schlüssel-
scharten, an den Uberwölbungen der anderen Scharten usw.) ist Backstein ver-
wendet.«

Von Kürnberg geht die Sage, daß man zu heiligen Zeiten ein altes kleines
Männchen in rotem Mantel (daher »der Rotmantel« genannt) auf der Mauer
wandeln sieht. Auch läßt die Sage Kürnberg mit der Burg Schwärzenberg
durch einen Gang verbunden sein. (Schönwerth II, 399, 458. — Bayerland
1900, S. 239.)
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