Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

Page: 184
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I. B.-A. Roding.

Auf bau.

Apsiden schloß. 1748 wurden die drei Apsiden
samt dem unmittelbar anstoßenden Joch mit Aus-
nahme der nördlichen und südlichen Umfassungs-
mauer abgebrochen und durch einen weiträumigen
einschiffigen Chor mit abgeschrägten Ecken ersetzt.
Daß die Kirche mit drei Apsiden schloß, haben
wir irn Juli 1897 durch eine Ausgrabung im Pres-
byterium festgestellt. (Vgl. die Notiz darüber in
der Miinchener Allgem. Ztg., Zweites Morgenbl.,
Nr. 195, vom 16. Juli 1897.) Auch das ölgemälde
mit der Ansicht des Klosters im Pfarrhof zu Cham
zeigt die drei Apsiden. (Fig. 166.) Westlich vor dem
Mittelschiff ein Turm, erst im 18. Jahrhundert er-
baut, an Stelle einer einst der ganzen Breite der
Kirche vorgelagerten, 8 m tiefen Vorhalle. Die
Fundamente der Vorhalle haben wir im Juli 1897
durch Ausgrabung festgestellt. Die GewöLbefelder
der romanischen Hallenkirche sind rechteckig (im
Mittelschiff quen'echteckig). Im westlichen Joch
eine romanische Empore. Die Schiffe werden
durch Pfeiler geschieden. Die Pfeiler irn Osten
und Westen weichen in Stellung und Grundriß von
den übrigen ab. Dem östlichsten Pfeilerpaare und
dem vorletzten Pfeilerpaare gegen Westen sind näm-
lich gegen das Mittelschiff zu weit vorspringende
Verstärkungen vorgelegt, und das westlichste Pfeiler-
paar hat einen bedeutend geringeren Achsenab-
stand als die andern Pfeiler. Die Spannweite der
auf den vorgelegten Verstärkungen ruhenden Gurt-
bögen ist östlich um 1 m, westlich sogar um 1,40 m
geringer als bei den iibrigen Mittelschiffgurtbögen. An den östlichen Pfeilern sind
die Verstärkungen angebracht worden, damit die Achsen der Pfeiler selbst nördlich
und siidlich hinausgerückt werden konnten, d. h. damit im Mittelschiff eine größere
Querverspannung und somit eine größere lichte Weite gewonnen werde, als die
Breitendimension des Chorschlusses vorzeichnete. An dem vorletzten Pfeilerpaar
aber sind die Verstärkungen in der Absicht begriindet, die Uberfiihrung in das

.g-10^ westliche Joch
zu ermöglichen,
KÄMPfER, wo mit Riick-
sicht auf die
Anlage einer
unterwölbten
Westempore
und zum Teil
wohl auch mit
Riicksicht auf
den bequemen
Verkehr vor den

Fig. 167. Walderbach.

Grundriß und Aufriß eines Mittelpfeilers
der Klosterkirche.

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Fig. 168. Walderbach. Pfeilersockel und Pfeilerkämpfer der Klosterkirche.
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