Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

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I. B.-A. Roding.

Pfarr- oder
K1ost er-
k i r ch e.

1SX

gleuben nicht verloren werden, Sondern das ewige Leben haben. Links von dem Bilde
vier Ahnenwappen durch eine Uberschrift in Kartusche bezeichnet als: Die Vier
Ane?i von de?n Vätterlichenn Stamm, und über jedern einzelnen Wappen als: Hofer
v: Lobenst(ein), Duenstetten, Raitenbuech, Zenger. Rechts ebenso: Die Vier Ane?t
vo?i de?n Muetterlichen Stamm, Nusperg, Parsberg, Satlbogen, Murach. Alle Wappen
in reichen Kartuschen. Unter der Kreuzigung in der Mitte Allianzwappen mit der
Umschrift: Ha?ms Georg Hofer Zu??i Lobe?istain v?id Zell. Fraw Maria Hofei-in eiit
geborne von Baumgarten. Links kniet der Ritter im Harnisch mit vier Söhnen, rechts
seine Frau mit sechs Töchterif; vor dreien der Töchter und dreien der Söhne liegen
zur Andeutung, daß sie bereits gestorben sind, Totenköpfe. Darunter, fast die ganze
Breite des Steines einnehmend und nur rechts Raum ftir die kniende, durch Uber-
schrift bezeichnete »Jungfraw Agnes Hoferin vom Lobenstaini freilassend, die Inschrift:
Anno Christi 1599 den 9 Molnatstag Aprilis Lst Gottseeligclich verschiden die / Edle
vnd Ehrntugenthafft Jungfraw Agnes weiland / obbemeldes Edlen vnd Vesten Eittl
David Hofers Zuiti / Lobenstain vnd Zell. Barbara Hoferin einer gebornen / von Nus-
berg. hinderlassene eheleibliche Tochter etc. / Derer Seelen Gott gnedig, vnd am Jiingsteit
Tag I ein fröliehe Aufferstehimg verleihen / wolle. AMEN. Unter der großen Platte
eine kleine oblonge Platte, worauf links das Lobensteinische, rechts
das Nußbergische Wappen, in der Mitte aber die Inschrift: Anno
V ''X Chrisii 1581 den / 10 Monatstag July ver/schide der Edl vnd Vest

V_/ herr / Eittl Dauid Hofer Zum j Lobenstain vnd Zell etc. / Anno Christi
159t) den/ 15 Monatstag July Lst in Gott entschlaffen die Edl \ Ehrn-
tugenthafft Fraw Bar/bara Hoferin ein geboi-ne / von Nusberg etc.
Welclie in / Christo alhie ruelien thuen. H. 0,34, Br. 0,705 m. Rechts
unten an der kleinen Platte die Meistermarke. (Fig. 188.) Links
unten die Jahreszahl 1606, welche das Entstehungsjahr des Werkes
bezeichnet. Treffliche Arbeit, mit reicher dekorativer Zeichnung und schöner
Zierschrift. Sehr fein wirkt die teilweise Bemalung. Vom gleichen Meister stammt
die Grabplatte der Regensburger Familie Haindl, bis 1894 an der Umfassungs-
mauer des protestantischen Friedhofes St. Peter, 1894 aber zur besseren Aufbewahrung
in das protestantische Bruderhaus und 1905 in das Rathaus in Regensburg überfiihrt.
Die ebenfalls in Hochätzung ausgeführte Platte zeigt die ganz ähnliche Gruppe der
Kreuzigung, das gleiche Monogramm und neben letzterem die Jahreszahl 160J. Der
Meister, der die beiden Platten ausführte, war jedenfalls damals in Regensburg ansässig.
Seine Art ist sehr venvandt mit jener des hervorragendsten Steinätzers, des Andreas
Pleninger, der um 1585 in Gmunden in Oberösterreich als Organist angestellt worden
ist, Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts aber in Regensburg gelebt hat
und von dem Arbeiten im Historischen Verein und im Rathaus in Regensburg, in
der Sternwarte in Kremsmünster und im Stifte Rein sich finden. Die Kunst des
Steinätzens wurde in der Oberpfalz in hervorragender Weise gepflegt. Vgl. Wilhelm
Weimar, Monumentalschriften vergangener Jahrhunderte von ca. 1100 bis 1812 an
Stein-, Bronze- und Holzplatten, Wien 1899.

Die Walderbacher Platte ist noch erwähnt: VO. VII, 312. — Röhrer. —
Schuegraf. — Abbildungen im Grabsteinbuch des Freisinger Fürstbischofs Johann
Franz Ecker von Kapfing (1695—1727), cgm. 2267, tom. II, fol. 160b.

Daneben links Grabstein des Abtes Malachias (Lechner), f 25. Januar 1721.
Mit der Auferstehung Christi in Halbrelief und Wappen. Solnhofer Stein. H. 1,455,
Br. 0,72 m. Abdruck der Inschrift VO. VII, 317.

Fig. 188. Walderbach.
Meistermonogramm
auf dem Hoferschen
Grabdenkmal
von 1606.
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