Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 1.1900-1901

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Zur Geschichte der elsass-lothnngischcn Fliesen-Keramik.

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Gelbbraun glosirte Relicflliesen des XII. Jahrh. aus der St. Fideskirche zu Schlettstadt

(Coli.: Forrer).

und Techniken führt zu mehr oder minder
gelungenen Nachbildungen; dann wendet
man sich den Japanern und dem Natu-
ralismus zu und schafft in raschem An-
lauf die Vorbildungen für den modernen
Stil.

Elsass-Lothringen ist für die Ge-

Gelbbraun glasirte Reliefllicse mit Janusgesichtige
Adler, aus der St. Fideskirche zu Schlettstadt
(nach Forrer: Fliesenkeramik).

schichte der Fliesen-Keramik von höchster
Bedeutung. Schon im «Hortus Deliciarum»
der Herrad von Landsberg (1175) zeigt
eine Darstellung des Thrones des Königs
Salomon unverkennbare Wandfliesen mit
Mustern aller Art. Interessante glasirte
romanische Fliesen stammen aus der Kirche
St. Fides in Schlettstadt; sie sind dafür
Beweis, dass im Elsass schon sehr frühzeitig
die Bleiglasur zur Anwendung gelangte.
Sie sind die ersten glasierten Thonwaren
aus dem Elsass; vorher waren die mittel-

Griingrau glasirte Fliese des XII—XIII. Jahrh. aus
dem St. Odilienkloster
(nach Forrer : Fliesenkeramik).

alterlichen Gefässe unglasirt oder lediglich
mit Salzglasur überzogen.

Auf dem Kloster von St. Odilien (in
der Luftlinie wenige Stunden von Schlett-
stadt entfernt) ist eine in ihrer Zeichnung
durchaus romanische Fliese gefunden
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