Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 1.1900-1901

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Unsere Ii

schattigen Linden dabei längst verdorrt
und gefällt; selbst das feste Berchfrit ist
von der Alles vernichtenden Zeit zer-
trümmert; — in den leeren Erkerhöhlen
der einstigen Kemenate singt jetzt des
Nachts, statt des Galanders und der
Nachtigall, der Uhu und die Eule ihr trau-
riges Lied; aber in dem steinernen Blumen-
schmucke des Rundbogens an der zerstörten
Kapelle baut die Wander-Schwalbe ver-
trauend ihr Nest und da, wo vor dem
Altare einst die geweihte Kerze brannte,
hält, über das hohe thaubeglänzte Gras
emporragend, die schlanke feuergelbe
Königkerze vor dem verbleichten Marien-
bilde ihre fromme heilige Wacht.

UNSERE

ILLUSTRATIONEN

Da der heutige Zustand der Hohkönigs-
burg nicht im Stande ist, dem Laien ein richtiges
Bild der alten Burganlage zu tjeben, dürften
einige Erläuterungen vielen unserer Leser nicht
unerwünscht sein.

Das äusserste Burgthor, der Eingang in
den Zwinger, ist nicht mehr vorhanden. Unter
Zwinger versteht man den Raum, welcher sich
zwischen der äussersten Umfassungsmauer und
der Hauptmauer mit den Ecktürmen und dem
steinernen Wehrgang befindet.

Der zweite Eingang in den äusseren Burg-
hof ist durch unsere Abbildung Nr. 3 veran-
schaulicht. Von hier aus führte der Weg über
weitere Stufen, zwischen Mauern und Felsen
eingeengt, zum dritten Thor, dem sog. Löwen-
thor, das mit einem halbverschwundenen

vistrationen.
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