Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 1.1900-1901

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WANDSCHIRM VON J. GRUBER. (AUS „LA LORRAINE")

deutlichsten das Gepräge hingebenden
Studiums der Natur.

Das Bewusstsein, dass eine reine
Freude am Schaffen und ein mächtiger
Trieb zum Weiterstreben den Schüler er-
füllt, der an den unvergänglichen Vor-
bildern der Natur seinen Geschmack ge-
bildet und geläutert und gleichzeitig die
manuelle und technische Fertigkeit so er-
lernt, geübt und vervollkommnet hat, um
durch eine neue geistige Verarbeitung
des Geschauten wieder neues Lebendiges
schaffen zu können, dieses Bewusstsein

ist schon zu tief in das moderne Geistes-
leben eingedrungen, als dass eine moderne
Schule auf diese Grundlage frischen, be-
geisterten Wirkens verzichten könnte.
Denn erst dann erfüllt eine Kunstgewerbe-
schule wahrhaft ihren Beruf, wenn sie es
auch vermag, in den jungen Herzen die
Sehnsucht nach der Sichtbarmachung des
«Idealen» zu entflammen, das nicht nur
die Formenwelt der vegetabilischen und
animalischen Natur, sondern auch die in
der Natur wirkenden, von uns empfundenen
Kräfte in sich begreift.
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