Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 59.1908-1909

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Pom Büchermarkt.

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Unklarheiten Veranlassung gegeben, die hiermit be-
seitigt werden sollen. Die Seite 252 erwähnten
Reliefmedaillons der Westfaffade stammen nicht von
Ernst Pfeiffer, sondern von Hugo Aaufmann und
Theo v. Gosen, früher in München, setzt in
Berlin bzw. Breslau; die bildhauerische Arbeit
E. Pfeiffers an den Fassaden beschränkte sich auf die

694. Elektrischer Lüster, in Messing getrieben;
Lehrlingsarbeit von Anton 5 charner, bei G. Wilhelm & <£o.
(l/io d, wirkl. Größe.)

ornamentale Plastik. An den figürlichen Antrag-
arbeiten im Auppelbau (Leite 253) war neben
<£. Pfeiffer nicht nur Zakob Hoffmann, foitdern
auch Nida Rümelin in Raffel beteiligt. Die Re-
liefdekoration in der Nische über der Aaiserloge des
großen Aonzertfaales (Apollo) rührt von Hans
perathoner her, die gegetiüberstehende (Sonnen-
gott, Abb. S. 25?) von Bernhard Bleecker. Bon

Münchener Bildhauern sind noch weiter beteiligt T.
Bermann und Ludwig Dasio — Modelle zu den
Figuren auf der Attika des Gstmittelbaues, — LH.
0 aeckle — Modelle zu den Figuren in den Nischen
des Westmittelbaues —, Max Heilmaier (jetzt in
Nürnberg), Z. Zost und Gladenbeck — Ergänzung
und Überarbeitung des panathenäenfrieses in den
Lesezimmern.

(Dom KüchermarA.

5chaukal Richard, Die Mietwohnung. Eine
Aulturfratze. Darmstadt lst07. Verlagsanstalt
Alexander Aoch. Preis l,20 Ui.

Schaukal setzt beim größten „Aulturübel" unserer
Zeit ein: der Mietwohnung. Seine Aritik ist amüsant
und lehrreich, sie ist keine theoretische, sondern hat
treibende, praktische Werte. Schaukal ist kein Lehr-
meister, und er setzt sich auch nicht zu den Geschmacks-
päpsten — sondern führt uns zeigend zum Urteilen
und Verurteilen, zum Gestalten — soweit das eben
in einer Mietwohnung möglich ist. — Zedern Haus-
besitzer möchte ich das gut illustrierte und vornehm
gedruckte billige Heft auf den Tisch legen — auf-
geschlagen mit allen möglichen blau und rot ange-
strichenen Stellen. Vielleicht würde dann manches
bester in der Mietswohnung. — Sicher aber wird's
bester, wenn jeder Aunstfreund jedem befreundeten
Brautpaar das Heft schenkt, ehe die Möbel gekauft
sind, und so früh, daß das Brautpaar noch die guten
Tanten und Gnkels warnen kann vor Geschenken,
deren Annahme von Aulturmenschen zu verweigern ist.

E. W. B.

artig, Erdmann, Direktor der Agl. Baugewerk-
schule zu Aachen. Erziehung zur bürger-
lichen B a uk un st. Verlag von M. Zacobis Nachf.
T. Schurp & Schumacher, Aachen 1(906. Preis 60 Pf.

Hartig spricht sich gegen die falsche Palast-
architektur unserer Städte, gegen „Akanthuskrank-
heiten" und die Grnamentationswut unserer Fassaden-
künstler aus; er tritt ein für eine einfache, wahre
und echte Raumgestaltung. Er will dementsprechend
die Baugewerkschulen geleitet wissen und verlangt
für die Baugewerkmeister und mittleren Techniker
von Staats wegen das gleiche „Recht zum Bauen"
wie für den Akademiker.

Diese gesunden Forderungen dürften wohl heute
keinem ernsten Widerstande von seiten der Fachleute
begegnen — aber da weitere Areife unserer Volks-
und Stadtgemeindevertreter noch auf wesentlich
anderem Standpunkte verharren, sei der klar, einfach
und überzeugend geschriebenen Broschüre Hartigs
weiteste Verbreitung gewünscht. B.

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