Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 59.1908-1909

Page: 340
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Dom Büchermarkt.

(Vom (KüchermarKk.

orrmann, Richard, Professor an der Technischen
pochschule Berlin-Tharlottenburg. Die Kera-
mik in der Baukunst, 2. Auflage (pandbuch der
Architektur I. Teil Band) mit Abbildungen
im Text. Leipzig. i908. Alfred Kröner Verlag.
Preis 9 AI., in palbfranz gebunden \2 AI.

3n erster Linie sind hier alle Kunstgewerbler
auf Borrmanns schon anerkannt vorzügliches Werk
aufmerksanr zu machen. Welche Rolle hat doch
einst die architektonische, malerische und plastische
Keramik im Dienste der Baukunst gespielt. Von
neuem wendet man sich dieser künstlerisch so frucht-
baren tind eindrucksstarken Technik zu. Kein Künstler
hat aber an diesem glücklichen Wiederausgreifen mehr
unmittelbaren Anteil zu nehnren als der Kunstge-
werbler. Alöchte deshalb Borrmanns leider nicht
gerade reich illustriertes Werk über die Keramik in
der Baukunst recht vielen Kunstgewerblern in die
pand kommen als Quelle der Belehrung und An-
regung. In einer Zeit, in der die Echtheit, die Ein-
fachheit des Alaterials künstlerisch so betont wird,
wie in unserer Zeit, hat ein solches Buch große und
vielfache Aufgaben zu erfüllen. — Vielleicht ent-
schließt sich aber der Verfasser auch dazu, ein kürzer
gefaßtes, aber reich illustriertes Wcrkchen über das
gleiche Thema oder ein größeres Abbildungsmaterial
herauszugeben. E. W. B.

^angenberger, 0.: Der pausschwamm (Merulius
^ lacrymans). Gemeinverständliche Ausführungen
über seine Entwicklung und die zu seiner Bekämpfung
dienlichen Maßnahmen. Preis 30 Pf. Verlag von
Georg D. W. Tallwey, München p6 Leiten).

Es gibt gewisse Abel, die nicht auszurotten sind
und die von Zeit zu Zeit immer wieder von neuem
bekämpft werden müssen; zu diesen Übeln zählt
auch der pausschwamm, dessen Entstehung meist auf
Sorglosigkeit zurückzuführen ist. Den Kampf da
gegen nimmt auch die vorliegende Schrift auf, indem
sie zuerst die Naturgeschichte des Pausschwammes
schildert und dann eine Reihe von Mitteln dagegen
aufzählt.

ayr AI., Der jetzige artistische und gewerbliche
Rechtsschutz und seine praktische Ausnützbarkeit
durch bildende Künstler, Kunstgewerbetreibende usw.
München s907. pans Sachs-Verlag (Gtto Schmidt-
Bertsch). Preis M. (,80.

Das Pest bringt alle irgendwie für den künst-
lerischen Rechtsschutz in Frage kommenden Gesetze
und internationalen Übereinkünfte. Zum besseren

Verständnis sind einige Aufsätze den betr. Gesetzen rc.
angegliedert. — Es braucht nicht erst gesagt zu
werden, daß eine derartige Zusammenstellung jedem
bildenden Künstler, Kunstgewerbler, Photographen,
Industriellei:, jedem Ingenieur — ja wohl auch jedem
Schriftsteller und Redner unentbehrlich ist. Leider
fehlen nur in dem Werke pinweise und Kommentare,
so daß die Durcharbeitung dem Manne der Praxis,
aber nicht der Juristerei, reichliche Schwierigkeiten
machen dürfte. Denn welches Gesetz gäbe nicht
mehr Fragen als Antworten? B.

Ueber die hessische Landes-Ausstellung (1908)
in Darmskadc berichtet ein stattlicher vornehm
ausgestatteter Band, der unter Mitwirkung der Ge-
schäftsleitung von der Verlagsanstalt Alexander Koch
in Darmstadt (Preis 20 M.) zustande kam. Dieser
prächtig illustrierte Rechenschaftsbericht repräsentiert
in seiner Ausstattung etwas von der in Darmstadt
heimisch gewordenen Kultur, die mit jedem Jahre
reifer und feiner wird. Es ist nicht allein die
Bilderschau über die Ausstellung, welche unser Inter-
esse so lebhaft beansprucht, sondern es ist vor allem
auch der künstlerische Zug, welcher sich in dem durch
die Künstlerkolonie und der Ausstellung geschaffenen
Neu-Darmstädter Städtebild mit den: charakteristischen
Wahrzeichen des von Mlbrich erbauten Pochzeitsturms
ausspricht. Neue Anregungen auf dem Gebiete der
Architektur gewährte auch die Kleinwohnhaus-Kolonie
mit Bauten von A. wienkoop, Z. Metzendorf und
Jos. Rings. Durch die Großherzogliche keramische
Manufaktur, welche der Leitung Prof. Scharvogels
untersteht, erfährt die zum Schniucke von Bauten und
der pcrstellung von Gartendekorationen so geeignete
Terrakotta eine ganz neue Belebung. Auf dem Ge-
biet der Raumkunst glänzten wieder die altbekannten
Namen: Lossow & Kühne, Dresden, Prof. Fritz
Schumacher, Dresden, und Albin Müller, Darmstadt.
Dieser war mit einer ganzen Anzahl verschiedenartig
gestalteter und ausgestatteter Räume vertreten. Das
Buch enthält außerdem noch interessante kunstgewerb-
liche Metallarbeiten, Bilder von Ziergläsern aus der
Edelglasmanufaktur von Direktor Schneckendorf in
Darmstadt und einen kleinen Überblick über die Be-
strebungen der Grabmalkunst der Wiesbadener Ge-
sellschaft für bildende Kunst. Diese selbst wurde
durch eine Auslese von Bildern und Skulpturen sehr
gut repräsentiert. Der stattliche Band gewährt jedem,
der die überaus rege Entfaltung der Künste in unserer
Zeit mit Anteilnahme und Interesse verfolgt, eine
Fülle von Anregungen.

verantw. Red.: ssrof. £. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Aunstgewerbeverein. — Druck und Verlag von R. Mldenbourg, München.
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