Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 1.1866

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andcnu: „Was ich an dcr nicdcrländischcn (dcutschen)
Al alcrci zn tadeln habe, ist, daß nian anf cincin Gcmälde
cinc Bicnge Dingc zusainincnbringt, von dcncn cin cinzigcs
wichtig gcnug wäre, nni cin ganzcS Bild anszusiillen. So
abcr kann kcincS in gcnügender Art vollendet wcrden." —
Auch dcin altcn Bnonarvtti war atso dic gcrinanischc
Ncigung zn jencin bcdcnklichcn Zuvicl nnscrcr idccnrcichcn
Künstlcr, war die deutschcKomponirwuth schon aufgesallen!

Korrespondi'nzcii.

Wcimar, Endc Oklcbcr.

—rn. Dcr Ban unseres ncncn MnseninS nach dcn Plm
ncn dcs PrvsessorS Zitck ist ini d'anfc dicscs Iahrcs nm
cin Bcdcntcndes gcfördcrt wordcn. Steinhänscr's kolossales
Gocthe - Standbild hat bcrcits vvr gcraunicr Zcit dic ihni
bcstimmtc Stelle im Trcppcnhausc cingcnvmmcn. Dic
Lcitnng dcr tcchnischcn Ausführung dcs Aiuscnms isl dcm
nm nnscrcn hicsigen Privatbau viclfach vcrdicntcn Archi
tcktcn vr. Stcgmann übcrtragcn. Zn ihm besitztWcimar
cinc Kraft, dercn lebcndigcs Strebcn und eifrigcs Wirkcn
in dcn vcrschicdcnstcn Richtungcn dic dankcnswcrtheste An
crkennnng verdicnt.

So hat dcrsclbc kürzlich in scineni, vvn ihm ncn crban
ten Hansc, nach gctrvfscner Ucbcreinkiinft mit dcn hicsigcn
Gewcrkcn cinc Ansstcllilng cröffnct, wclchc, bci monatlichcm
Wechscl der Gegcnstände, eincir fortlaufendcn Ueberblick
über die Leistungcn unseres Kunst-Gcwerbcs zu bieten bc-
stiuimt ist. Glcichzeitig sind hcrvorragende Werke dieseö
Zwcigcs ans frühcrcn Pahrhnndcrtcn znr Ailsstellimg gc
bracht, nnd wird svmit nicht allcin dcm Pilbliknm einc
Benrthcilnng dcs Fortschritts in iinscrcm Gcwcrbcwcscn
vcrslattct, sondcrn anch das Strcben nnsercr Handwcrkcr
sclbst gcfördert nnd anf dic Wcitcrbildnng ihrcs künst
lerischen Gcschmackes cin crfrcnlichcr Einflnst ausgcübt.
Dic Anordnlliig ist cinc cbcnso gcschmackvollc als lchrrcichc.
Ohnc anf Einzclheitcn dcr gcgcnwärtigen Aiisstcllnng ein
zngchcn, möchtc ich dvch dic schöncn Nachbildnngcn antitcr
Thon-Gcfäste nnd Majoliken von Sältzer in Eisenach
nicht nnerwähnt lasscn, dcnn dicsclben vcrdienen bei dcr
Trcfflichkcit ihrcr Ansführnng und dcr Billigkcit dcr Prcisc,
cinc wcitcrc Bcrbrcitnng, als ihncn bisbcr zu Thcil gc
wordcn. —

Aiit dcr in Anssicht stchcndcn Pollcndung dcs VinscumS
soll cndlich anch dcm immer driligcndcr wcrdcndcn Bcdürf
nist nach cincm Aiisstcllnngs.Lokalc sür dic Wcrkc der jetzt
zahlrcich hicr lcbcndcn Künstlcr Bcfriedigung gcschasft
wcrdc».

Unscrc jctzigc „Pcrmancntc Ansstclliliig", auf dcm
Bodcnranm ciucs Lagcrhanscs nothdürftig cingcrichtct,
cntbehrt so gänzlich jedcs anständigcn Acnstcrn nnd dcs
crfvrdcrlichen VichtcS, dast nnscrc mcistcn Künftlcr sic zn
bcschickcn gercchtes Bcdcnken tragcn. Pn Folgc dcsscn ist

cinc fortlanfcndc Ucbcrsicht dcr hicr cntstehcnrcn Knnst-
wcrke cbcnsv nnmvglich, als dic öfscntliche Ausstcllnng von
bedcutenden Lcistungcn auSwärtiger Künstler mit Schwic-
rigkcitcn verbnndcn ist. —

Lctztcre machten sich in dicscm Zahrc wicdcrholt, nnd
namcntlich gclcgcntlich dcr AilsstcUnng dcs im Anftragc
dcr „Pcrbindnng für historischc Knnst" von A. Banr in
Düsseldvrf ansgcführten grostcn Gcmäldcs: „Dic Ucbcr
sührnng dcr Leichc Ottv's III. nach Deutschland", schr
bemcrkbar.

Anch Overbccks hcrrlichcn Karton's „Dic sicben
Sakramcntc", wclchc anf dcn Wnnsch dcs Grostherzogs
von dcm Bcsitzcr, Herrn Gabcr in Drcsden, hicrhcr gc-
sandt wurdcn, wärc cin würdigercr Ansstcllnngsraiim zu
wünschcn gewcscn. —

Proscssor Karl Wcrncr aus Lcipzig, wclchcr sich nn
längst anf der Durchrcisc cinigc Tage hier anfhiclt, haltc
dic bcsondcrc Frenndlichkcit, scinc rcichc Sammliliig vvn
Agiiarcllcn ans dcm Oricnt, das Ergcbnist cincr vorjähri
gcn Stndicnrcisc, in dcr Grosthcrzoglichcn Kiinstschnlc dcn
Angchörigen dcrsclbcn znr Ansicht vorznlcgcn. Dieselbcn
sind thcils Lotal-Stiidicn von rcin malcrischcm Zntcrcssc,
thcils Darstcllungcn dcr noch vorhandcnen Monnmcntc
Eghptcns n»d dcr in biblischcr Bcziehnng intcressantestcn
Punkte Palästinas. Sic allc sind gceignct, sowohl dnrch
ihrc malerischc Aiiffassuiig, als dnrch ihrc sorgfältigc nnd
gcwisscnhaftc Dnrchführung, wic dnrch die vollc Hcrrschaft,
wclche dcr Künstler übcr scinc Tcchnik in ihncn zn crkcn-
ncn gicbt, Bcwundernng zn crrcgcn. —

Dic Grosthcrzoglichc Kiinstschnlc, dcren Wicdcrcröss-
nnng am 15. Oktober stattfand, hat abermals dnrch die
nothwciidig gcwordcnc Herstellnng cincr gröstcrcn Anzahl
ncner Atclicr's einc Erwcitcrnng crfahrcn, wclchc dic glück-
lichc Entwickclnng dcrsclbcn änßcrlich bcknndct. Auf dic
in ihr hcrrschcnde rcgc künstlcrische Thätigkcit nnd dic
j erfreulichen Resultatc ihrcs Wirkcns gedenke ich in einem
j folgcndcn Briefc näher cinzugehen. —

Lübcck, Ende Oltcber.

ck. II. Sic fragcn nach dcn jiingstcn Ercignissen im
Kunstlcbcn unscrcr Stadt. Am mcistcn Jntcrcssc ivird
Jhncn daS Porschrcitcn dcr Nestanratiousarbcitcn an den
hcrrlichcn Kiinstdcnkmälern dcr Pcrgangcnheit bictcn. Wie
Sie wisscn, wird scit cinigcn Jahren zwar mit geringcn
Biittcln, abcr beharrlich danach gcstrebt, das wicder gnt
zn machcn, waö Pcrwittcrnng nnd langjährige Pcrnach-
! lässigung sich an den Bantcn dcs l ck. nnd 15 Jahrhnndcrtö
zn Schuldcn konimcn licstcn. Bci manchcn an andercn
Ortcn vorgcnomiiiciicn Arbciten dicscr Art trug leidcr oft
dcr Jicichthnm zu Gcbotc stchcndcr Mittcl, bci cincni mit
dem bcstcni Willcn uiivollkommcucn Pcrsiändnist des ur-
sprnngllchcn ZustandcS der Bantcn, zur Herstcllniig von
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