Münchener Punsch: humoristisches Originalblatt — 4.1851

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so viel zu bankcn haben, ekne Benefice-Vorstellung zu geben. Hoffentlich
werdcn die übri'gcn wetteifcrn, um die Fcnnilie eines so trefflichen ManneS
nicht darben zu laffen.

Jn Wicn wird von der Regierung mit der kaiserlichen Akademie
eine Theaterschule verbunden.

Der Theaterzcttel des Wiener Josephstädter Theaters lautete am 1.
Jannar folgendermassen: „Heute, den 1. Januar 1851: Znr Feier des
Jahreswechsels: Bei Beleuchtung des äußern Schauplatzes: Frau Bcck-
mann ist krank. Der letzte Zwanzigcr." Frau Beckmann war also zur
Feier des Zähreswechscls be! Belcuchtung des äußeren Schauplatzes krank.

Aus Hambnrg kommt die srappante Nachricht, daß man daselbst
ein Stück einstudirt, betitelt: „Kinkels Gefangenschaft uud
Flucht".

Zn New york war an den Straßenecken vor Kurzem solgendcs Pla-
kat zu lesen: „Der Maun, welcher Jenny Lind küßte, ist jetzt hier, er
wird heute Abend eine Vorlesung geben, mit allen Detaills seiner Aben-
teuer mit der berühmten Sängerüi. Entrsc 1 Dollar."

Jn Paris finden zwei neue Opern: „Im ckums cks ^igim" von
Halcvy und„I'sutunt prockiAus" von Auber fortwährende Theilnahme.
Erstere spielt größtentheils in Sibirien, lctztere in Aegypten, wo es sür
den Ehrgeiz der Franzosen stolze Erinnerungen genug gibt. Der Zsistem-
pel kostet mit seiner brillanten Ausstattung ohnedicß 100,600 Frcs., die
Musik gilt für das Beste, was Anber geschrieben. — Vom dentschen Pia-
nisten Rosenhain wird an der Ogsra vomigus demnächst eine neue Oper
„le cksmou cko In vult" anfgeführt. — Gcorge Sand hat eine Tragö-
die „Claudie" geschrieben, welche, von der republikanischen Censur stark
beanstandet, deßhalb noch nicht zur Aufführung kommen konnte.

Kunstverein.

Mit dem 1. Februar schließen sich diese Räume, nnd wird für die
am 16. Febr. staatfindende Verloosung der angekaufte Bildercyclus einst-
weilen arrangirt. Die abgelaufenc Woche bewunderten wir noch treffliche
Landschaften von Seidl, I. Stange und M. Zimmermann. Sehr inte-
ressant ist eine Sammlung von Aqnarellbildern des G. Hiltenspergcr,
Skizzen aus dem Cyclus der 84 Darstellungcn aus der „Geschichte der
griechischen Malerei" welche in ciner Loggia des kaiserlichen Museums zu
St. Petersburg nach dem Prcgramm deS geh. Raths von Klcnze ausge-
führt wurden. Wir sehen hier die bedeutendstcn Epochen der Entwicklung
der Malerei in den Ilranfängen durch die namhaftern hellenischen Künstler
und ihre Schöpfungcn repräscntirt. Dieser Bildercyclus dürfte auch in
den Aquarellskizzen eine schätzenSwertheAquisition für jede größere Kunst-
sammlung ausnrachcn. — Nnsere beiden Pörtraitmatadore Stielcr und
Dürk stellten die freundlichenBilder eincsKnäbcn und eines Tirolcr Blu-
menmädchens ans. — Ein Thierstück von Zos. Melchior ist voll Leben
und Natur»
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