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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Gnirs, Anton: Grabungen und Untersuchungen in der Polesana
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0282

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ι: Reste vom Unterbau eines Propyläums am Capitolium in Pola. Unterhalb die Mauern eines antiken Wohnhauses.

Grabungen und Untersuchungen in der Polesana.

I. Pola: pars superior coloniae (Oberstadt).
Die im Vorjahre begonnenen Untersuchungen
über die Topographie dieses Stadtteiles1) wurden im
Winter 1910/11 fortgesetzt und lieferten neue A uf-
schlüsse über die Anlage des antiken Kapitols in
Pola, wie über private Bauanlagen in den an die
Arx angrenzenden Terrains.
In der bisher als mittelalterlich angesprochenen
Stützmauer am Südrand des Kastellplateaus (Capi-
tolium) wurde zum Teil noch antikes Bauwerk er-
kannt, das frühzeitig zerstört im Mittelalter bei der
Befestigung der Castropola eine Wiederherstellung
erfahren hatte. Diese gut erhaltene, ungefähr 4m hohe
Mauer verlief im Garten Petinelli der Via Castropola in
einer mächtigen Steinhalde, die einmal mit Abraum
aus den obersten Teilen des Stadthügels aufgeschüttet
worden war. Ihre Abgrabung versprach daher einer-
seits neue Funde vom Kapitol, anderseits gab sie die
Möglichkeit, seine Grenze gegen eine Insula der Ober-
stadt weiterhin festzulegen. Diese Erwartungen haben

sich nicht nur erfüllt, sondern auch zu einer Reihe
anderer interessanter Aufdeckungen geführt. Es wurde
der äußerste Flügel einer monumentalen Toranlage
des Kapitols bloßgelegt und an seiner Peripherie eine
Weganlage ermittelt. Unterhalb derselben wurden
umfangreiche Baureste von zwei Privathäusern und
einer kleinen Wasserversorgungsanlage aufgefunden.
1. Reste von der antiken Umwallung der
Poleser Arx.
Aus der Flucht der östlichen Stützmauer der
Plattform des Stadthügels springt ein Bauwerk vor,
das den östlichen Flügel einer monumentalen Tor-
anlage bildet, die in das antike Capitolium führte
(Fig. 1 und Fig. 2 K, H). Der in seinen Sockel-
partien freigelegte Baurest besteht in einem Vorbau,
der von zwei mächtigen vorgeschobenen Pfeilern
flankiert wird, zwischen denen auf einer zurück-
gezogenen, gemeinsamen Sockelbank zwei weitere
Pfeiler stehen. Technische Schwierigkeiten ließen eine
Fortsetzung der Grabungen im Torbau selbst nicht zu.

*) Jahreshefte XIII Beibl. 177 ff.

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