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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Bericht über die Jahresversammlung des österr. archäologischen Institutes 1911
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0318

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Bericht über die Jahresversammlung des österr. archäologischen Institutes 1911.

Am 3. November 1911 fand die statutarische
Jahresversammlung des Institutes statt, zu der er-
schienen waren Prinz Franz von und zu Liechtenstein,
Oberstkämmerer Leopold Graf Gudenus und Karl Graf
Lanckoronski-Brzezie, Sektionschef Μ. von Fesch,
Hofrat W. Freiherr von Weckbecker, Ministerialrat
R. Ritter von Förster-Streffleur, die Professoren der
klassischen Altertumskunde an den österreichischen
Universitäten, die Leiter der staatlichen Antiken-
sammlungen und viele auswärtige Mitglieder. In Ver-
tretung des Ministeis für Kultus und Unterricht über-
nahm Sektionschef Dr. L. Cwiklinski den Vorsitz und
gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder, beson-
ders eindrücklich des Direktors Hofrates Dr. Robert
R. v. Schneider und seines eingreifenden Wirkens in
der kurzen Frist, die ihm in der Leitung des Institutes
beschieden ward. Auf die den archäologischen Studien
zugewendete staatliche Fürsorge übergehend, hob er
die Förderung hervor, die die Unterrichtsverwaltung
namentlich dem reichen Schatze an heimischen Denk-
mälern zuwendet und neuerdings durch Aktionen zu-
gunsten der staatlichen Altertumssammlungen im
Süden der Monarchie betätigt.
Der Direktor Hofrat Prof. Dr. Emil Reisch, dem
der Vorsitzende hierauf das Wort erteilte, würdigte zu-
nächst auch seinerseits in ausführlicher Darlegung
die Persönlichkeit und die Verdienste seines Amts-
vorgängers R. v. Schneider und widmete dann den
übrigen verstorbenen Mitgliedern, unter denen das
Institut den Verlust des Generalsekretärs der deutschen
Schwesteranstalt Professor Dr. Otto Puchstein beson-
ders beklagt, Worte herzlicher Erinnerung. Die im
Stande der Institutsfunktionäre eingetretenen Ände-
rungen berührend, gedachte er in warmer Anerken-
nung der dem Institute seit Anbeginn geleisteten her-
vorragenden Dienste des an die Universität Innsbruck
abgegangenen ersten Sekretärs in Athen Prof. Dr.
Rudolf Heberdey, dessen Stelle dem bisherigen
zweiten Sekretär Prof. Dr. Anton R. v. Premerstein
übertragen wurde. An die Stelle des zweiten Sekre-
tärs in Athen wurde Dr. Otto Walter berufen. Eine
in Wien neu systemisierte Sekretärstelle wurde mit
dem Assistenten der archäologischen Lehrkanzel in
Wien Dr. Heinrich Sitte besetzt. Hierauf erstattete
der Direktor einen die Zeit vom 3. März 1908 bis
Jahreshefte des österr. archäol. Institutes Bd. XIV Beiblatt.

Oktober 1911 umfassenden Tätigkeitsbericht, der in
den Hauptzügen nachstehend wiederholt wird.
Die Sekretariate in Athen und Smyrna.
Seit im Frühjahre 1908 das athenische Sekretariat
in das eigene Haus übersiedelt ist, hat auch das
österreichische Institut ebenso wie die archäologi-
schen Institute der anderen Staaten im Laufe des
Winters allmonatliche öffentliche Sitzungen mit Vor-
trägen veranstaltet, die sich der regsten Beteiligung
der internationalen Fachgenossen wie auch der wei-
teren Kreise Athens zu erfreuen hatten. Nach einem
mit den Leitern der befreundeten Institute verab-
redeten Plane haben die beiden Sekretäre regelmäßig
größere Vortragskurse über einzelne Denkmäler-
gruppen in den Museen sowie über Fragen der
athenischen Topographie für die aus allen Ländern
nach Athen entsendeten jüngeren Archäologen abge-
halten. Die vom Ministerium alljährlich mit staatlichen
Stipendien nach Italien und Griechenland entsendeten
Mittelschullehrer haben sie durch Vorträge und
Führungen bei der ihnen gestellten Aufgabe, sich
mit den antiken Stätten und ihren Denkmälern ver-
traut zu machen, angelegentlich gefördert. Eine gern
geübte Pflicht, die aber zugleich eine starke Inan-
spruchnahme des Sekretariates bedeutete, war es. dem
Institute, der im Frühjahre 1911 von der Wiener Uni-
versität veranstalteten Griechenlandreise durch prak-
tische Beihilfe sowohl wie durch Vorträge an den
klassischen Stätten, namentlich Athen, Olympia und
Delphi, jede mögliche Unterstützung an gedeihen zu
lassen.
Über die Betätigung der Sekretäre auf den
Ausgrabungsfeldern von Ephesos und Elis gibt der
die Grabungen des Instituts betreffende Abschnitt
dieses Berichtes (S. 83) Rechenschaft. Von den son-
stigen wissenschaftlichen Arbeiten der Sekretäre seien
hier nur die Untersuchungen Professor Heberdeys an
den archaischen Porosskulpturen der Akropolis und
an der Nikebalustrade, die zu wichtigen neuen Er-
gebnissen führten, Professor v. Premersteins Studien
zu griechischen Inschriften und die von Dr. Walter
in Gemeinschaft mit Dr. Praschniker durchgeführte
Aufnahme des jetzt im Magazin des Akropolis-
museums vereinigten Skulpturenbestandes erwähnt.
Im Interesse der von der kaiserlichen Akademie der

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