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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Keil, Josef: Mysterienischrift aus dem äolischen Kyme
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Walter, Otto: Inschriften aus dem argivischen Heraion
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0349

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139

O. Walter

14Ο

asiatischen Äoler bezeugt5). In der Orthographie
der Inschrift ist — von anderem abgesehen — die
Schreibung μαεα für μαία bemerkenswert, welche
sich bisher nur im Böotischen nachweisen läßt.
Die Datierung der Inschrift bietet ein schwie
riges Problem. Der Schrift allein nach würde man
sie trotz des eckigen C gern in das frühe erste Jahr-
hundert n. Chr. setzen. Dann könnte sich die — in

der Lesung allerdings sehr problematische — Er-
wähnung der Σεβαστοί βασιλείς (Z. 29) nicht auf eine
Samtherrschaft mehrerer Kaiser, wie sie in Rom zum
ersten Male mit Kaiser Marcus und Lucius Verus ein-
tritt, sondern nur auf die aufeinanderfolgenden Kaiser
des julischen Hauses oder auf Augustus und Tiberius
zur Zeit ihrer gemeinsamen Regierung beziehen.
Smyrna. JOSEF KEIL

Inschriften aus dem argivischen Heraion.

1.
In der westlichen Kammer der Halle III (Ch.

Profils (hoch O'i3m, breit O'34m) trägt eine In-
schrift aus vier Zeilen archaischer Buchstaben (Höhe

Waldstein, The Argive Heraeum I, Northeast-Stoa)
liegt, bisher unbeachtet1), der Träger eines Weih-

0‘02m) des fünften Jahrhunderts, die ich hier neben-
stehend nach einer photographischen Aufnahme
λviedergebe (Fig. 71).


Τ]ας Ιιέρας έ[μί hia-
ρόν ■ έκ το 1ιιδΐ[δ
Α]ρχεκράτες : Σμο[ιος :
. ρεφίον ϊ Σύλιχ[ος.
In Ζ. 2 ist das δ nicht sicher,
doch in der hier verlangten Form P
mit den Resten vereinbar. Das Wort
ίδιου selbst scheint durch die voraus-
gehenden am ehesten am Platze ·
zur aspirierten Form (bei wegfal-
lendem aF) vgl. Kühner-Blaß, Gr.
Grammatik I i2 S. 81 und Buck,
Indogerman. Forschungen XXV

71: Inschrift aus dem argivischen Heraion.

258 f. Die bisher bekannten Fälle
(Herwerden, Lex. suppl. I 383)

geschenkes (hoch 176™, breit O’34m, dick unten
O’43m, oben O‘5i5m); oben ist eine ovale Einarbei-
tung (θ'4θ : O’2Om), wohl für die Plinthe einer
stehenden Statuette2). Die vertikale Fläche des

sind davon zu trennen, da sie durchwegs helleni-
stischer Zeit angehören. Ich ergänze den zweiten
und vierten Namen im Nominativ und nicht als
Vatersnamen wegen der vorhandenen Interpunktio-

5) Strabo XIII p. 613: παρ’ Αίολεΰσι δέ τοΐς της
Ασίας μείς τις καλείται Πορνοπίων, οδτω τούς πάρνο-
πας καλούντων Βοιωτών καί Β·υσια συντελεΐται Πορνο-
πίω (Πορνοπίωνι Codd.) Άπόλλωνι. Vgl. die Örtlich-
keit Πορνοπία auf der äolischen Insel Pordoselene
GrDI I 304 (= Dittenberger, Or. Gr. n. 4) Z. 48.
J) A. Frickenhaus und W. Müller hatten bei
ihren Forschungen in der Argolis die beiden unter
I und IV behandelten Inschriften notiert, die sich

dann als unpubliziert erwiesen; sie waren so freund-
lich, mich darauf aufmerksam machen. Ihnen sowie
Kretschmer, v. Premerstein, Sauciuc und Wilhelm
bin ich für manche Hinweise dankbar.
2) Vgl. dazu z. B. die auf dem Grabrelief Conze
1032 (Athen, Nat. Mus. 715) dargestellte Stele mit
der Katze; viel häufiger ist die auch auf den Seiten
profilierte Form, z. B. Athen. Mitt. XXI 295; Έφ.
άρχ. 1909 σ. 246 ff.
 
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