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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Keil, Josef: Die Synodos der ökumenischen Hieroniker und Stephaniten
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0341

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I 23

J. Keil

124

Die Synodos der ökumenischen Hieroniken und Stephaniten.

Die hier als Figur 68 und 69 abgebildeten In-
schriften befinden sich im Museum der evangelischen
Schule in Smyrna und sind Μοοσεΐον καί βιβ. 1873—75
S. 69 n. 16 (A) bzw. ebenda 1876—78 S. 56 η. 134 (ß)
veröffentlicht1). A, ein allseits abgebrochenes Fragment
einer hinten geglätteten Platte aus weißlichem Mar-
mor, gr. H. 0*29“, gr. Br. 0*24“, d. oben 0*073“,
unten 0*076“, Buchstaben h. 0*011“, ist aus der
Sammlung jGonzenbach an das Museum gekommen,
sein Fundort daher unbekannt; 23 2), gleichfalls allseits

0*078“, unten 0*076“, Buchstaben h. o*Ol“, stammt
von einer ähnlichen Platte aus gleichem Material, die
in mindestens zwei Kolumnen beschrieben war, da
sich auch links von den deutlichen Zeilenanfängen
trotz der weitgehenden Zerstörung der Oberfläche ein-
zelne Buchstabenreste mit Sicherheit erkennen lassen.
Als Herkunft dieser Inschrift wird Tralles (Aidin)
angegeben. Ein Vergleich der sehr eigenartigen, auf-
fallend an Bronzeinschriften erinnernden Buchstaben
der beiden Fragmente lehrt, daß sie von derselben

gebrochen, gr. H. 0*45



A


I

Hand geschrieben sind. Berücksichtigt man nun noch,
daß auch die äußere Form der Steine, ca. 0*075“
dicke, hinten geglättete Platten, übereinstimmt, so wird
man nicht zweifeln, daß sie jedenfalls Teile einer ein-
heitlichen Aufzeichnung, höchstwahrscheinlich sogar
Bruchstücke derselben Tafel sind. Ein Versuch, sie
unmittelbar aneinander zu passen, ergab allerdings ein
negatives Resultat, das gar nicht verwunderlich ist,
wenn man bedenkt, daß die Aufzeichnung nach B
mindestens zwei Kolumnen umfaßte. Ich gebe jetzt
eine neue genaue Lesung der beiden Inschriften mit
den sich unmittelbar ergebenden Ergänzungen.


οι ταυτα έχ
εμπ]οδισμοΰ μήτε τι[ς
δ]ημόσια πράγματ[α
έ]τω μήτε εισφορά
5 εισφοράς στρατεϊα[ς
μή]τε τις δίρχων ή ίδι[ώτης
ς δέδοται μεμέρι[σται
ς καρπί[ζ]εσθ·αι έξ
ύτου έγώ μεισοπ[ον
ίο ] Επιστολή
Άν]τώνιος αύτοκρά[τωρ
ων άποκαταστα
καί τοϊς προε
ρον έντυχον



68: Inschrift im Museum der evangelischen Schule in Smyrna.

1) Die Neuveröffentlichung von einigen Inschrift¬
steinen des Museums der evangelischen Schule in
Smyrna (s. auch unten S. 133 ff.) gibt mir die will-
kommene Gelegenheit, den Ephoren und Beamten
dieser Anstalt meinen wärmsten Dank für die Libera-
lität, mit welcher sie mir die Neuaufnahme der epi-
graphischen Denkmäler ihrer Sammlungen gestatteten,

und für die zuvorkommende Unterstützung, die sie mir
bei meinen Arbeiten angedeihen ließen, abermals
öffentlich zum Ausdrucke zu bringen.
2) Aus Raumrücksichten mußte B (Fig. 69) etwas
stärker reduziert werden als A, woraus sich der Unter-
schied in der Größe der Buchstaben, die in den Origi-
nalen nahezu übereinstimmt, erklärt.
 
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