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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Keil, Josef: Inschrift aus Bargylia
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Walter, Otto: Neugewonnene Reliefs der athenischen Museen
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0308

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Inschrift aus Bargylia.

Aus den Ruinen von Bargylia ist vor kurzem
ein Inschriftfragment nach Smyrna gebracht worden,
das als neues Dokument für die Verbreitung des
Kultes der ägyptischen Götter an den Küsten von
Kleinasien einige Bedeutung hat. Es ist das linke


52: Inschrift aus Bargylia.
obere Eck wohl einer Basis aus grauem Kalkstein
von muscheligem Bruch, das links oben selbst wieder
abgeschlagen ist; gr. H. O'24m, gr. Br. O'l6jm, gr.
D. O’i2m. Buchstaben h. O’Oiim (Fig. 52).

Eine gesicherte Ergänzung des Fehlenden ist
nirgends zu geben, doch ist soviel klar, daß ein
gewisser Έξή]κεστος (so darf der Name in Z. 1 wohl
ergänzt werden, obwohl vor dem K für vier Buch-
staben Raum wäre), sich des Kultes der ägyptischen
Götter, die also in Bargylia ein Heiligtum besaßen,
annahm (Z. 3 ff.) und daß in Z. 7 ff. von den Segnun-
gen, welche diese Götter bringen, die Rede war.
Έξή]κεστος- — — — — —-
. . της ’Ίσιδος-
π]ρόνοιαν ποιη[σάμενος— —· — — —’Ίσιδος καί
Σ]αράπιδος κ[αΙ Ανούβιδος?-καί των συννά-
5 ων αύτοΐς θε[ών — — — — — — — — —
αυτών ενε — — — — — — — — — — —
πάντα δημ — — — — — — — — — πολύ-?
τεκνίαν κ[αΙ — — — — — — — — — —
γένω[νται — — — — — — — — — — —
Den Schriftformen nach gehört unser Text in das
dritte Jahrhundert v. Chr., d. h. gerade in die Epoche,
in welcher die Vorherrschaft der Ptolemäer in dem
Gebiete des Ägäischen Meeres auch eine Aus-
breitung der ägyptischen Götterkulte daselbst im
Gefolge hatte1). >
Smyrna. JOSEF KEIL

Neugewonnene Reliefs der athenischen Museen.

Freundliches Entgegenkommen seitens der grie-
chischen Behörden, besonders der Herren Kastriotis,
Leonardos, Sotiriadis und Stais, die mir auch in den
Magazinen volle Arbeitsfreiheit gewährten, wofür
ich hier nochmals meinen Dank wiederhole, ermög-
lichte mir, mich eingehender mit den Reliefs in den
Athener Sammlungen zu beschäftigen und die Ver-

bindung mehrerer Bruchstücke zu versuchen. Dabei
ergab sich eine Reihe von Zusammensetzungen, von
denen einige schon hier vorläufig kurz erwähnt werden
mögen, da ich die genauere Veröffentlichung für
einen größeren Zusammenhang und einen späteren
Zeitpunkt versparen muß.
Namentlich für die Urkundenreliefs, deren Bruch-

) Vgl. W. Drexler, Roschers Lex. der Myth. II 379 ff.; denselben, Num. Zeitschr. XXI, 1889, S. 21 ff.
 
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