Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 12.1887

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Vase aus Mylasa.
(Hierzu Tafel XI.)
Die Vase, deren Hauptbild auf Taf. tl etwas verkleinert1
wiedergegeben ist, stammt aus Mylasa in Karien und befin-
det sich dort im Besitz des Arztes Andrea Metaxas. Die Form
ist die der sog. Pelike (Jahn n. 38), die im vierten Jahrhun-
dert die Amphora verdrängte. Auf der einen Seite ist in rot-
figuriger Technik ein berittener bärtiger Skylhe dargestellt,
der mit eingelegter Lanze gegen einen Greifen andringt, auf
der anderen, der Rückseite, sind wie üblich zwei Mantelfigu-
ren und zwischen ihnen ein runder Gegenstand, wahrschein-
lich ein Ball, in flüchtigen Strichen hingemalt; der Raum
unter den Henkeln ist mit Doppelpalmetten ausgefüllt. Den
Mündungsrand und die beiden schmalen Streifen ober - und
unterhalb der bildlichen Darstellung schmückt ein wenig
sorgfältig ausgeführtes Eierstabornament.
Der Gegenstand der Darstellung kehrt ähnlich auf zahlrei-
chen Vasen gleicher Form und gleichen Stiles wieder'2, als
deren gemeinsamer Fabrikationsort Athen erkannt worden
ist. Meist sind es Amazonen, die als Gegnerinnen der Grei-
fen auf treten.
Wenn Klügmann, der in dem Typus ‘ einen Abglanz des
berühmten Gemäldes in der Halle von Athen’ erkennen woll-
te, indessen gemeint hat, dass auf attischen Vasen nur Ama-
zonen im Kampfe mit Greifen Vorkommen, so zeigt unsere
Vase, dass diese Beschränkung irrig ist.

1 Die Höhe der Bildfläche beträgt 0,l3m
2 Vgl. Stephani, Complr-rendu 1864 S. 8i. Klügmann, Amazonen S. 54 ff·
Benndorf, Griechische und Sieilische Vasenbilder Taf. LIV 3 S. 107.
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