Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 12.1887

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Zu dem Bronzekopfe
‘ Museen von Athen ’ Tafel XVI.

Auf' der angeführten Tafel ist eines der bedeutendsten alt-
griechischen Bronzewerke in natürlicher Grösse wiedergege-
ben; leider vermissen wir in der dankenswerten Publication
einige tatsächliche Angaben, welche hier in aller Kürze nach-
getrageri werden sollen.
Als Zeit der Auffindung nennt die Tafel das Jahr 1882,
welches bekanntlich zum ersten Male die von der persischen
Zerstörung herrührende Aufschüttung der Akropolis beobach-
ten lehrte. Wäre das richtig, so hätten wir damit auch für
diesen Kopf den sicheren terminus ante quem 480 gewonnen.
Leider ist dem nicht so. Der Kopf ist schon bei den Grund-
grabungen für das Akropolismuseum um das Jahr 1866 ge-
funden und blieb seitdem in dem geheimen Kabinet der
Sammlung verschlossen, dessen Schätze erst der gegenwär-
tige Generalephoros allgemein zugänglich gemacht hat. Bei
jenen Grabungen aber wurde der Perserschutt noch nicht
beobachtet, und so fehlt uns die äussere Sicherheit, dass der
Bronzekopf nicht nachpersischer Zeit angehören kann, was
für andere ebenda gefundene Werke, z. B. die schöne Jüng-
lingsstatue Friederichs-Wolters 490- 491, sicher anzuneh-
men ist. Aus kunstgeschichtlichen Gründen freilich ist es
höchst wahrscheinlich, dass unser Kopf, gleich dem der
Athena aus dem Giebel des alten Tempels und anderen an
derselben Stelle gefundenen Stücken, dem Perserschutte ange-
hörte. Aus diesem offenbar ist ja vor Kurzem ein Marmorkopf
hervorgegangen, welcher fast als eine nur wenig altertüm-
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