Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0091
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
in

de,

>chcn

Nrat

ssung r/r

. °usgS--1

- Mlt 8z ^

age

ch^ ir L° >

-blshx. . '
t ^ * Ei^.

NUS

W

roinf -

> an

SL-wirt.

tschaft

VN Cnmskg

AmtsvoMn^
er LlMn Mej.

v.irtL .in Le:
chtet. Damz,
MMMwirGch

ht vmo 12. eff
>eü> W>. Scho«

ILrte von 1W,
rakeywart W.

unvLrsHlossem

lS.

er ZMms" Le-
^er . fäillllihci
nl,. die si^ übri
rrÄerten, :rn den

; MLaMrranD,

nn -hat em slc-

- ^,'s! ,-y.

ngebmrg

* Echeimrat Dr. Friedrich Schöll, der erst im
vorigen Jahre in den Ruhestand getreten tst, ist
Wsh kurzer Krankhoit-in Rottweil a-N. gestorben.
Professor Schöll, der hier Ordtnarius für klassischs
Ptzilologie war, ist 18S0 in Weimar als Sohn des
Kunstschrtftstellers Adolf Schöll gvboren, war von
1875—77 Assistent am Nussisch-Philolog. Seminar
in Leipzig. wo er sich als Privatdozent habili-
tierte. 1877 lam er nach Heidelberg. Er war Mit-
glisd der Heidelberger Akademie der Wissenschaf-
ten. Eine grohe Neihe fachwissenschaftlicher Unter-
suchungen unb kritischer Ausgaben klasstscher
Schriftsteller zeugt von dem reichen Schaffen des
Eelehrten.

Vonr religiösen Leben der
Gegenwart

Bon den seinerzeit angekündigten Veilagen
dcr „Badischen Post" lassen wir heute als erste
jene erscheinen, die stch mit den Proble-
men des religi ösen Lebens derEe-
genwart befassen wird. Was sie sein will
und was sie bezweckt, Lesagt ihr Eeleitwort.
A«ch an d,ieser Stelle sei sie allen ünseren Le-
sern, die mit uns darin einig sind, dah die Re-
ligion und die Pflege religiösen Lebens nicht
aus dem Eeistes- und Kulturleben ausgeschie-
den werden können, ohne dah dadurch schwer-
ster Schaden für unser deutsches Volk ent-
stände, zur Lektüre wie aber auch zur Mitar-
beit empfohlen.

Schriftleitung der „Vadischen Post."

* Erhöhung der Vrot- und Mehlpretse. Der
Eemeindeverband Heidelberg-Land schreibt uns:
„Zn der Verbands-Ausschußsihung des Gemeinde-
verbands Heidelberg-Land am 15. September muii
ten mit Rücksicht auf die seit der letzten im April
ds. Js. erfolgten Brolpreis-Festsehung eingetrete-
nen Erhöhung der Kohlenpreise und Bäckergehil-
fen-Löhne die Preise für Brot üsw. einer Neürege-
lüng unterzogen werden. Nach eingehender Prü-
fung wuvden an Hand der gesetzlichen Richtlinien
die Preise für den grosten Laib Brot (1500 Eramm)
um 6 Pfennig und für den kleinen Laib (750 Er.)
um 3 Pfennig erhöht. Bezüglich der Mehl-
preise und Backlöhne verweiseu wir auf un-
sere besondere Bekanntmachung im Anzeigenteil
dieses Blyttes."

* Neues Operettentheater. Es wird nochmals
auf die heute abend ;;ur Aufführung gelangende
Operette,^vie ledige Ehefrau" hingswiesen.

* Polizeiberrcht. Verhaftel wurde oin
DiLnstmHLchen wegeu Mäschediebstcchls. —. Zn
Hstarräst mupde eine Schreiner aus ZohainnisüucL
wegen TLUnkeichSlt'üenommen. < -

-den neue"

llÜ


M

>dein

Z-i'.I

r Si-d-lÄk!«'

in der.

* Altenbach, rv. ,-^pr. -rvie unr erstGven, witd
von einzelnen Landwirtien nock» inrnler Wrtcheir
unld Preistreiibyrei im Ohstivierrauf vor-
genmnmen. Es sollen 60—60 Mk. dort verlmigt
werden, wo 30—35 Mk. vorgesühen find. Dtesein
Ueibelstand kann nur mit energischen Matzncchmen
cchgebolfen Verden. - .

(!) Adelsheim, 16. Sept. Dürgermeister Trefz
unld Gomeinderat Herrmann sind ihves Amites
enchoiben worden. Sio stcihen in drinseüdem Ver-
dacht, beschlagnalimte Metalchegenslände. dis dtt
Gomeinde gchörten, ctn sich genommen unid Kr
evgeno Zwecke verwend^t zu haben. U. a. sollen
sve Mundstücke der Feuerwohvspritzen. die als Müs-
sma der Beschlarnahme verfallen wgren, zur Ein-
richtung einer neugobauten FalbriL verwendet ha-
ben. Eine Untersuchung ist eingelestet.

Wteskoch, 16. Sept. Die frere Baüer-n'-
-erein igung hrelt Sonntag mrchmittag eiue
BoHammkung im Saale üer , »Rose" a!b,. in.chfti
Mchtsamoailk S ch m i'd t - Mdelberg über allge-
meinr Tagesfragon fpvach Am Schlutz der Ver-
,anrmlung tburde folgÄiide EntschlienUOa ailgenom-
uen- Die zahlreich 1n der »Rose" in WieslÄ ver-
.amnielten Landwirch des Dezirks Wiesloch for-
oern Anpassung der Getreidepreise an die Eeste-
hurrgskolsten. Wir legen Mrt EntschiodenHeit Ber-
vahrung dagegen ein, datz sast ausschliehlich mit
Anwendung von Gondarmsn das Viob aus den
Ställen gsholt wird. Schlietzlich wird nachträglich
Protest einselegt gsg-n die von der hadischen Re-
üierung ge-übte Enberufung von Vertvetern der
Landwirtschafft. Dto hiar verscrmmolte Bauernschast
verlangt von der Rogierung, das; künftig die Ver-
treter der DezirksLmumiffion von Organffatioüen
eiickerufen werden. Den Bauernorganisationeü
Mssen die gleichen Rechts roie den Esmerkschrften
emgeräumt werdon.

^ G Seckenhejm, 16. Sept. Am Sonntag fand
hier nach fünfjähriger Pause die Eeueralversamm-
lung des Pfalzgau- Sängerbundes statt.
Der nächste Bundestag soll in Walldorf statt-
finden.

Letzte Drahtberichte

Virkenseld wieder frel

Franksurt, 17. sScipt. Schan am vergaürgenen
Scmnstcvg ist dio ,Flegi erung Zö l l e r, in Mr--
kenfeld wiäder idurch die a l t e Regierung, an
dcren Cvitzie Herr Hartong und hinter de-r dor
Mlle dos gaiNKcm Ländchens stand, erfstzt wor-
den. Dto Ragterung Hartong hat die ausgowiese-
nen B-vaimtm sofort surückgerufeni Der UMsHwunig
in Mrckonfglid dürfte auf die seinür-Ltt gomekdete
Unterredung von zavölf Dertretern > der MrLeirfel-
der Bevölkerung mit General Mungin zurückzufüh-
ren sein. Der frangöstsche ObelkominmndiiWende.
hat sich offenüar dcwon überzeugen müssen. daß dte
anständige Bevölkerung so gut wie geschlossen hin-
ter der alten Nogörrung stöbt und -don Zöller und
Genossen nur Bevachtung entgegeübringt. (FÜkf.
Zt«.)

Abtransport der Kriegsgefangenen aus
Belgien

Verlin, 17. Scipt. Die Zentvalstolle Mr
Krtegs- und Ztvilgeifangicne toilt mit: Die belgi-
sche Regierung evklürte thr grundisützllchls Einver-
stärMts mit dem Abtransporit der deuthchen
Kriegisgefangenlen aus BolMen zu b-ögin-
nen. Zur Dürchfühvung des befchleiuntgten iM-
transvortes finden morgen ünmittelbüre Verhand-
lungen in Köln statt.

Die syrische Frage

Paris, 17. Sopt. Der Obonste Rat hiotz die
zwffchen Lloyd Eeovge und Clomencoau setroffe-
nen Mbmachungen über die vorläufigo Regelun«
der Lage in Syrien gut. Disse werdien so-
lange in Kvaft bleiiben, brs-die Berernden Staa-
ten sich bercit erklären. sich mtt .den ganzen Fra-
genkomplex über das Statut betr. die Türker zu
Lefchäftigen. — Jn dor gestrigen Sitzüng der
Friedeiiutcmfften^ oErt die amerkfanr-.
schen Dolegterlen, datz sie sich an Äsn Vefprechun-
gen ülber dbe syrische F r a-g'e nrcht beteilä-
gen'werden, da^ die syrische Anigolegenhbit^ ihrer^
Anficht uach swffchen' E ngl and- und 'Fr ä n k-'
r-e i ch -entsihroden weüden mM

iDe Lebensmittelversorgung Europas

Versailles, 16. Hopt. Hrwer erklärte bei- seiner
Ankunift in Ameriika, diosos müsse roeniMens 50 v.
H. d«ri LobLnsmitt-el nach Europa' schi ck en.
Dies könno alber nrcht geschc.-hcn, wenn das. Land
sich rroch nicht im Fricdenszustand befinde. Diefe
Lieferungen könntcu nur unter dern- Völkerbund
weiter goschohen.

Em Anschlag auf die Universität Eent

Haag, 16. Sept. Das Flänrische PresieÜureau
meldet, datz am Samstag eine Gruppe von Solda-
ten und Ofsizieren mit Braudbomben und Erplosiv-
stoffen in die Universität von Gent eindrangen
in der Absicht, das Gebäude in die Luft fliegen zu
lassen. Es eirtstanden an mehreren Stellen Vrände,
die bald gelöscht wurden.

Dle Nattonalversammlung bleibt
ausgeschaltet

verli», 17, SSipt. Wiis wir erfckhrün, wtrd^ die
Rst.chMtzlierunig dive Rftioualü<Äsa!mmlung sroecks
BeratWg dev -neMist^y Entenkestots nicht eiMbo-
rufep, simdom wfft bei Beginni der HeMttcrguns
Lbr dirs Prochcckoll in Sachen der AnfchlEvcvge Mt
Oeff-wveich sur Rktifisieruug unterlbretten. — Dah
mtt folchetr iGeschäftsgoLabrung dcrs AZessen des vcrv-

lcrmentarischen Regimes allmählich durchlöchert
wird, scheint die Reichsregierung gar ntcht zu
merken.

T Berlin, 17. Sept. (Pvivattel.) Nach dsm
Berlmer Lok.-Ans. explodierto tn Nowyoir
bei der Standcrrt Orl Eonrvany 25 Oeltanks. 35
Feuerwübrleute 'wurden verletzt.

Berlin, 17. Sept. Eestern gelang es. den Mas-
senmörder Max Newnick, der nach Berübung
eiires neuen Morhes an einem Gendarmen geflohen
war, in Steglitz zu verhaften.

Verlin, 17. Sept. Ueber das Vermögen der
Verlagsgesellschaft Republik, die. die wiederholt
verbotene Zeitung ,Die Republik" herausgab,
wurde lt. „Vosi. Ztg" das Konkursverfah-
ren eröffnet.

Haag, 16. Sept.. Bei. der Einbringung der R a-
tifikationsvorlage im australischen Par-
lament hat Hughes die VadinMngen mitgeteilt.
unter denen Australien ein Verwaltungsamt für
die Sühseeinseln erhalte. Sie sind dieselben wie
für Südwestafrika.

Amsterdam, 16. Sept. Letzte Nacht ist der ame-
rikanische Dampfer „Arvada". der oon Galve-
stoipe nach Hamburg > mit Vaumwolle -unterwegs
war, 16 Meilen nordöstlich von Terschelling-Leucht-
feuer auf eine Mine gelaufen und gesunken
Die Besatzung ist gerettet. 1

Amsterdam, 16. Sspt. Der „Times" wird von
ihrem Korrospondente-n aus Newpork vom 15. Sept.
gemldet: -Höute bsinnt im Snat die Dobatte
über d-en F r ieb-en s v e r t r-a g. Joder Se-
nator hat ein gedrucktes Evsuchen erhatten. dvn
Fvredensveretrag ohno Verzu-g uud unabLeändert
anzuueihmn.

Portland (Oregon), 16. Sept, Ber einem Auto-'
mobilausflug der Eesellschaft hes P mten Wil-
son überschlug sich ein Wagen. Dc ^ . wurden zwei
Personen, nämlich der Besitzer des Lutos und ein
Lekannter Zournalist. getötet, zwei andere Journa-
listen verwundet. Wilson blieb unverletzt.

ffillt hätte (KriegsaefMgenenheimkehvlager) tzü
VerMtwortung trüge. lies er sich die Schoine wi^
-der rÄchen und sagte Mietzlich: „Na. m-eineüwü-'
gen, bilüihLu Sis sitzen." Jch hätte die Aingelegen-
bett «uch bei den zuständigen Vehörden gemWdet-
wLiW nürr nicht geffagt wäre, daß es iü houtissori >
Joit keisnen Zweck HLtte. gez. v. W> edül, Lt. i. -
Leäbgreivcidiev-Regiment N-r. 8.


SaSiicke psii

tt

Kurse vom 16. September 1V1S.

(Mitgeteilt von der Rheinischen Creditbank.)
Filiale Heidelberg.

5°/g Deutsche Reichsanleihe . . . . . 78 00

4°/o Deutsche Reichsanleihe
3>/g°/o Deutsche Reichsanleihe .

3°/o Deutsche Reichsanleihe
4°/o Preutz. Consols .

4°/a Äaden von 1919 .

3*/2°/o abg. Baden....

4°/o Bavern
4°/» Württemberger
4°/o Hessen. . . . .

4°/o Heidelberger von 1919
4°/o Freiburg 1919 ...

4°/o Karlsruhe 1913
4°/o MaNnheimer von1919 .

4°/o Rhein. Hyp. Pf. . . .

3i/2°/o Rhein. Hyp. Pf. . ...

4'/° Pfälz. Hyv. Pf.- . . .

4°j, Hesi. Landeshyp. Pf. . .

4°/o Hesi. Landeshyp. Com. Obl.
Deutsche Bank Aktien .
Tisconto-Commandrt Anteile.
Rheinische Creditbank Aktien .
Pfälzische Bank Aktien .
lSüddeutsche Disconto-Ges. Aktien
Dcrttsch-Luxemburger Bergwerks Aktien
Bochumer Bergbau- u. Gußstahl Aktten
Phönix Bergbau Mtien
Oberichles..Cistnbahn Bedarf Aktier
Oberschles. Eisenindustrie Aktien
Allgem. Elektr. Ges. Aktien.

Bad. Anilin- u. Sodafabrik Aktien
Benz L Co. Aktien
Heidelberger Cementwerke Aktien
H. Fuchs Waggonfabrik Aktten
Ler. chem. Fabr. Marrnheim Aktien
Verein deutscher Oelfabriken Aktten
Zellstoff-Fabrik Walohof Aktr'en
Zuckersabrik Waghäusel Aktten
Privat-Diskont . . . .

Reichsbank-DiskonL . .- .

M liiiseri! 8tss>M»!

^ Wie nnsere zurückkehrenden ^>ffiziere empfan-
>gen werden. Dev „Tagl. Rundschau". wird LüHric^
'beiil: Am 25. Aügust kcankhoitshaLbcr ncrH zrvei-
!tÖhrrgers'Eefangenschaft auL Cngl-and snrückgekcihrt.
Ifuhr iH in d«r Nacht vopr ,27. zum >?8. AuMt mu
einorn bayerrschien Kameraden mtt dem Ngcht-D-
! Z uge Dusielbo xfWerlim, der. sehp MerMllt .. w§r..
Knrs vor Stondal erschi-en e/in Kontrolleur in. u-n-
seram Wtftf und revidierte die FahrschLrne. Ais
er unstreScheme, auf deüen „KriLgsgcfangerrenhsim-
kehr" ve-rmerkt und ,.2. Wagenklasie" auLgesüllt
wM. sagte er: „Offiftere sind nicht Lerechtigtj 2^
Klasie zu benutzen." Auf unsere Emüisndungen
suhr er fort: ,Menn Sie Schwrerigkeiten machcrr,
wcrsdien Sie bostvaft und vorn Ler Fahrt -ansgc.
schlosien." Und wettcr, indem er sich an -wei ibm
sftgssnde Herren wandte: „Dicfe beiden Plätze sins
frer." Dc!n EinwanL emes Mitfahrenden: ,/W.e-
vkel baiben Sie von d-en Z-erren dasür Lekommen,"
beachtete er nicht. Auf meine nochmali-ge Bor-
stellung. mich hei drr Bahrchcnsskommairdantur
Steirdsal zu beschweren, und don Hinwers. dcch nicht
er, sonidern di-e Stelle. d'e den Falhrchein ausge-

73.—

69.—

66.20

73-/.'

90.80

89.—

LL.40

101.40

87.50

100.70

101.—

98.25

210.—

164-/.

109.10

113.25

119.—

151.75

. 141.75
. 100.—
. 199.^
. 440.-

Devisenkurse

Geld

Konstantinop.-

Holland 982.—

Dänemark 580.—
Schweden 636.—
Rorwetzen 606.^

Brief Geld

- Schweiz 472»/2

1151-/< Oester.-Ung. 42.45

660-/4 Bulgarien -

720-/4 Spcmren 43Qr/s
700-/r Helsingfors 139-/«

170.75

LV5.—

193.'-

189.—

284.-

3-/,

5.—

Brief

531-/,

42.55

550-/2

139?/i

i.L»i


s Lnliquai'iseli. V/övke 8
Z soivis ganrei- Lidiiö^ U
»tdelren ru stöelisten 8
^.pk-eisen ljupoki 7181 I

ß iisrl MeüfolMr, ÜMelberA. >

> p'svnruf 454 :: tksuptstv. 112 D

MclliWbkodachtWcil Scc BadWeil Pojt.

Am 17. September 1919, morgens 7 Uhr.

Wärme-
Grade
n. Cels.

16.4

niederst. ^ höchster

Wärmegrad seit
gestern

15,4

25.0

Wind-

richtung

Himmel

N.-West klar

Luftdr.

mm

Niederschlag — mm

Mittclwerte von gestern:
Teniperatur 20,3

Dunstdruck 14,2 mm

Nelative Feuchtigkeit 92,7 °/„

)0N

der


Zeit

hen. «'b

Zett ^
wre ^

handel^

sür ^ ^

A>LH

- p-°

setzlichen Eeistesschätze unserer Ahnen uns wirklich
treu bewahren, ihren nationalen Edelgehalk aus-
schöpfen wollen. Verlieren wir die Fühlung mit
Hellas und Rom, so erstarrt unser kostharster, durch-
aus lebensvoller literarischer Besitz allmählrch zu
totem Stein. der uns zu Boden pretzt, nicht erhebt.
Möge uns .das Unheil solcher barharischen Ent-
wurzelung unserer Mldung dauernd erspart blei-
ben!"

Nach Roethe kommt der Archäologe Ludwig
Curtius zu Wort, den wir vielleicht bald'an
unserer Universität zu den llnseren rechnen dürfen.
und deckt überraschende Zusammenhänge nicht nur
der romanischen, sondern auch der gotischen Kunst
mit der antiken auf. Von wundervoller Ueberstcht-
lichkeit sind dann die Darlegungen des Eymnasial-
d'.rektors Eoldbeck über das Weltbild d.er Grie-
chen in seinen deutlichen, greifb.aren Zusammen-
hängen mit dem, das uns erst die großen Astrono-
men unserer Zahrhunderte geschafftn haben, und
ebenso die Erörterung der ja überhaupt nicht weg-
zudenkenden Beziehungen zwischen der anttken und
ncueren Phttosophie durch M. Wundt in Mar-
burg. Auch FranzV 0 ll kommt hier wieder —
diesmal auf dem unbestrittenen Eebiet seiner größ-
ten Meisterschaft: der Astronomie und Astrologie —
zu Wort, um uns auf diesem cngeren Felde zu ver-
, sichern, „das Griechentum ist auch in der Erkennt-
nis der Eesetze des Hrmmels der Prometheus ge-
wesen. der den kommenden Geschlechtern die Fackel
der befreienden Erkenntnis gereicht hat: Eriechen-
tum und Freiheit — jene Freiheit, die zum Ge-
setze strebt — sind auch hier korrelate Begriffe."
Für viele wird schlietzlich der letzte Artikel dieses
Elcs, die Skizze von Rehm (München) über

setzung für den Humanismus" (von E.
Fraenkel) als hervorragend feincm Abschlutz des
Eanzen, in dem jener alte Einwand gegen das
Erlernen der klassischen Sprachen, als ob gute
Uebersetzungen gerade so in den antiken Geist ein-
führen könnten. wie das Studium der Originale
selbst. mit ebenso tief durchdachten wie zwingen-
den Erün-en widerlegt wird.

Das Eeleitwort. das E. Norden und A. Giesecke
dem Buchs vorangestellt haben, Leginnt mit den
Worten: „Die Weltenwende der Eegenwart lenkt
unseren Blick auf ein kommendes Zeitalter. von
dem wir einen Wiederaufbau unter den veränher-
ten Vedingungen und nach harter Arbeit erneuten
Fortschritt erwarten . . . Wer so der Zukunft ent-
gegenschaut, wird sich sagen müsien, dasi sorgsame
Wahrung des geistigen Pesitzstandes auf' jedem
Wissenschaftsgebiet niemals nötiger roar als
heute." Das heitzt in direktcr Anwendllng auf die
zur Erörterung stehende Gymnasiumsfrage, datz die
Erhaltung und, wenn möglich. Verbesserung und
Vertiefung der humanistischen Bildung ein unbe-
dingtes Erfordernis unserer Zeit ist. Die Vcxfas-
ser und Herausgeber der beiden Vücher dürfen sich
eingestehen. datz sie mit ihren Veröffentlichungen.
die man sich am liebsten in der Hand jedes Vaters
wünschen möchte, der Söhne hat. die ihrer Eefftes-
beschaffenheit nach für den humanistischen Bil-
dungsgang gseignet stnd. dieser guten Sache einen
wahrhaften Dienst geleistet haben.

Hermann Ostern'.

>M E ^ chuik, eine Fülle von Üeberraschungen bieten.

rs Herz ^


ienen v'.e "

oerstehen.

wcnn sie auf einem Eebiete, wo wir gewohnt sind,
uns als die unbestrittenen Selbstherrscher zu füh-
^en eine Neihe von vermeintlich ganz ryodernen
i?^nilken (z. V. das „Luftgeschütz", das „Mehr-
urdegeschütz", den „Automaten" usw.) von den Erie-
NM bereits vorweggenommen finden.

Umrahmt sind diese beiden Hauptteile von zwej
)-tnzelskizzen über ,den „Humanismus als
° iti 0 n und Erlebnis" (von W. Jäger)
«'S Einleitung und „v 0 m W er t e der U eb e r -

Neues aus aller Welt

Der lautlose Siiugttng

Evivs merkwürdige Nachricht wlird crus AmerÄa
Oükcnbalt. Man könnte sie sinngemiätz ein« FcrmUiien-
nachricht neninon. Jenssits des srotzen Wcffsers
ch-al' man deiv' licmtlcffen- Scmgläng erfundem!. Msris.
Eor — dbes der bcfchöidene Namre der PcttenÄTrhcv-
berin — hat eisiem einfachen, tteiiinen ApvcrM kon>
struiert, der dem stimmkräftiven Säugling MWS-

hängt wird. Karlchen pustet, Karlchrn schreit, aberi
es heriffch't laullose Stttle. Kiarlchsn wird dab.'i
gar niicht am Atmen behindert. Man pvellt idn
nur um den Erfolg scäuor Demonstration. Die-se
Aimerikaner stnd eben rückstchtslos praktisch. Es ist
zwar weder liüblich nrch vevuünftvg, dieses K'mder-
aeschrei. es stört dias Zdyll der juingen Li-obesehr,
es mor/det den Schlaf, aber man roird dcch tzichts
gegen das oigenie Kind erfinden wollen. Eilnie
Anlerikan-erin hatte die Kühnhcät, die Jd-ee su fa>
sM. Für diie Technik war es dann wvhl nur oin
Kind-ersviel. Es ist nur ein Anfang. EÜgentlich
sehnen> sich alte Ehcipaape ebsnso nach hcin Kinder-
segen, als sie sich davor Mchteiu, Ja, wenn so ein
Fratzeril aiff di-e Melt täme und wärs glöich dvei
Jcrbve alt oder vier! Ahcx die erstvn -KriogsMlh-re.
Der unlvevstanidene Säuigling fft ein ebonso tntor-
esiantes als schvccklches Phänomen. Zetzt ist man
endlich >so weft, gegen das Necht des Kindies amch
das Recht der Eltern golten su lasien. Bcii uns
alber wiird nvan stch an die Erfitndung kaum so
Lald -gowölhnen. Es wird noch lange hart und un
gemohnt klingen, w-enn dre tunge Fvau endLich, ge-
quält von dem Eeschrei ihres sützen Bnbm, dem
KiNdarftäuLeiin suriufen wftd: ,Miitz Miabel, stellen
Sic> doch don Kiarlchen ab!" Eine Kurbeldrehuug
uind Karlchen ist rnlhig. Es wäre ffir curopäffche
Bogriffo etn wssniig, licblos. Ziweifellos gäbe es
Lald skns Frcvuenliisai, die gegLn den lautlosen
Säuigling dvingond ^tellung nehmen mützte. Aber
es Mt stch nicht lougncn, datz di-e Sordin-e orsi-ehe-
vffch rmvken Müride. hauvtsächlich fflr sväter. Was
für Lvcwe, vu>higei StaatsAirger miitzten tzeranp
wachiscn. Mam so frührettig der Mund verkumden
wird... Und dalbei fft es nur em Anfans. M>rs.
Cor oröffnen stch ungeahnte Porspektiven Es fft
nÄmkch auch soifft noch allevhand wm Säuglrna zu
regutteLen. ehs die neroöse Fvau- auscttmend sagen
kayn: ,/Ra affo^ es grbt fcfft keine Kinder nrehr!"

Humor vom Tage

* Aus Baden. Auf dem Bodensee dampft der
Dampfer Kaiser Wilhelm. Etn Umstürzler aus
Sachsen ist erregt, weil der Dampser immer noch
nicht Haase heitzt. „Eene Affenschandel" sagt er
mit einer Aussprache. die zum Himmel schreit. Ein
gegenrevolutionärer Leutnant aus Preutzen ist sci-
nerseits über den Sachsen erregt. „Fleejel!" sagt
er mit einer Aussprachc, die ebenfalls zum Himmel
schreit.

Zwei Aussprachen schreien also zmn Himmel.
Aber der Dampfer Kaiser Wilhelm pflügt unver-
drossen den Bodensee. Was soll män dazu sM>«!
Plötzlich — um Eottes Willen . . . Was ist . . .?
Dem Leutnant ist in dft Erregung das
Monokel in den Bodensee gefallen. —
>,„Es liegt ein Monokel im »Bodensoe!"
(würde Paul Lincke trällern). Blatz> starrt der
Leutnant über das Eelander. >Sähnse". sagt der
sächsische Umstürzler, „uff'n richt'ch gedoosten Schiffe
wäre Sie das nie basiierd . . . weil Se da nämlich
gee Monokel draachen dirft'n . . . uff'n wirklich
demokrat'schen Schisfe!"

Un.d der Kaiser Wilhelm dampft weiter iiber
den See — als wäre nichts passiert. So ist das
Leben. (Simplizisstmus.)

* Eine schlimme Enttäuschung. Die junge
Frau satz tränenüberströmt da. als ihre Freundin
sie besuchte. „Aber Kind," sagte diese teilnahms-
voll, „was fehlt Dir?" Die junge Frau trocknets
sich die Augen und versuchte, ruhig zu sein. „Du
weitzt," begann ste, „das- mein Mann auf acht
Tage in Eeschäften fortgereist ist." „Za, aber da-
rum brauchst Du doch nicht zu weinen. Er wird
schon pünktlich zurückkommen." „Er schrerbt nnr
regelmäßig," erzählte die junge Frau wetter. „und
in seinem letzten Brief sagt er. datz er taglrch m n
Vild vornimmt und es kützt. „Das ist doch sch „
°o„ ihm. D-rLi-r k-nnst D- Dich >d°ch

„N-i„. kichst D„.-- Ichluchzko -UZW -7-

seiner Abreise nahm ich . . . meinmis 1
Tasche. blotz zum Scher^ und steckte Mamas -v lv

dafiir hinein!"
 
Annotationen