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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0124
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Keir sind. Nur weil wir lieute e>u folches Pro-
nramm noch nicht haben. M Durchetnander in der
Pnrtci. Das zeitaemähe Zentrumsoraon muf, von
rwci. Tatsachen ausqehen: Mnachst von der Notwen-
-iqkeit. daf; unserem staatlichen und nesellschast-
lichcn Lebui wteder ein höherer Sinn aeaeben
wcrden muh. Die Periode des Kapitalismus lnicht
blos) dcr Wtrtfchaft. sondern dos Goistes) hatte sol«
chen Sinn völlm vcrloren. Wir leben in einor
Zeit dcs Abfalls von diescm System. aüc-r Abfall
vom Alten bcdcutet noch nicht den Vesitz etner
neuen Jdee. Die aber ürauchcn wir. wenn unscre
Ecncmtion wicdcr vcrstchcn soll, warum ste arbei-
ten. sich mühcn. Pflichten auf sich nehmen. sich
staatUch und sozial etn- und untvrordnen soll. Dio
M>«e Tatsache. von dcr das Proaramm ausachen
muh, ist' die. dast die Verückfichtiaunsr des Lebens-
schicksals der Lohn- und Gehaltsempfänaer. saqen
wir dcr unselbständiaen ExisteNjfen. nicht mehr ein
Gestchtspuilkt. sondern aeradezu Mittelpunkt der
Pdlitik gemorden ist. N cht so, als ob alle Weis-
heit und allc Kraft von ihm'n ausaina. nein. da-
mit soll liesaat stjn, dast das Schicksal der aesamten
Nation. d c Zukunft aller Stände daoon abhängt,
öb d,!ese Schichten wieder jsum Arbeitswillcm, zum
vollen Einsat, ihrex Kraft. zum Pflichtnefühl. zur
Verantwortlichkcit. zur bereitwilliaon E.liordnuna
und Unterordnunn nelannen. Jnsoweit ist das
Cchwernewicht dcr Politik lle»en früher völlin ver-
schoben. Ohne dicse ist ke'.ne Pölittk mehr möp
lich. Dem muf; das Pronramm Nechnunn tranen."

Wenn sich das Zentrum Ziele stecken, ein
Zukunstsbild machen will, so mutz es sich zu-
nächst von Erzberger lossagen, sonst wird es
nie dazu -kommen. Denn Klarheit und Wahr-
heit wären sein Ende. Ob aber das Zentrum
wohl dazu den Mut sinden wird? —b.—-

Industrie und BetriebsrLtegesetz

Ucber Jndustrie und VetriLbsrätegesetz br'.ngen
diö .^Veutschcn Stimmen" einen vielbeach-
ieten Aufsah von Dr. R. Schneider, lbeschästs-
jiihrer dos Reichsverbanhes der deutschen Jndu-
strse. Darin heiht cv:

„Wie stellt man fich zunächst die Z u sa mm e n-
ehung der Vöiriebsräte" vor, denen der


esehgeber verhängnisvollen Einfluß auf den
Gang unsercr ohnehin schwcr gefährdeten Produk-
,1ion einräumen will. deren Händen und deren
Verschwicgenheit er das Schicksal violer llnterneh-
mungen vertrauensvoll iiberläßt? Wohl in allen
größeren Vetrieben Lilden dte Männlichen und
weiblichen Angcstellten j ngeren Lebensalters
vhnehin die Mehrheit. Dtese jungvn Leute stnd
auch erfahrungsgemäß geneigt. Altersgenosten und
Eleichgestellle zu wählen. Hierdurch und durch die
sehr niedrige Festfehung des Wahlalters konnle
der Eesttzgeber den ihn vermutlich erwüiischten Ra-
dikalismus der künftigen Betriebsräte schon für
aenügend gestchert anfehen. Weshalb mußte er
dazu aus dÄ Hausapotlulke der Unabhängigen noch
ein ganz befonders rasfintertes Mittel entnehmrn?
Nach den Paragraphcn 26 und 30 des Eesehent-
wurfes kann die Betriebsversammlung jederzeit
durch geheime Abstimmung einjjelne gewählte Näte
aus dem Betriebsrat sofort abberufen oder auch
durch ein Mißtrauensvotum den ganM Bc>trieb
jederj,eit fofort absehen! Dabei dürften doch die
mehrheitssozialistischen Minister Vauer. Schlicke
>und andere Förderer des Gesctjentwurfes rechi
Mufionsfret dariiber fein. wie sich im Einzclnen
-ie Kontrolle der Betriebsräte durch die Betriebs-
wersammlungen abspielen wird. welche Elemente
babei Oberwaffer bekommen. Wem macht man
.eigc-ntlich hier noch etwas vor?

Die Betriebsräto werden ziemlich grotz, bis zu
zwanzig Mitgliedern. fllr deren häufigen Wechsel
die nur einjährige Wahlfrist und die Betriebsoer-
lammlung Eewähr leisten. Alle diese Räto wer-
^>en Einblick ib innere Vorgänge des Betriebes Le-
kommen. Jhrem Veauftragten muß der Industrielle
seine Vilanz, seine Eewinn- und Verlustrechnung
vorlegcn. Wenn er schwere Verluste erlitten hat,
deren Bekanntwerden vielleicht seinen Kredit er-
Ichiittern. sein Unternehmen vollends gefährden
>töputeii, fo muß er den Erwählten des Vetriebs-
^ates dies vorlegen. Jhrer Vcrschwiegenheit ist
has Fortbestehen seines Unternehmens anvektraut.
>Zn Äktiengesellschaften soll der Betriebsrat zwei
leiner Mitglieder in den Aufstchtsrat entsenden.
'Sie w.rden dort Mitwiffer aller inneren Vor-
.gänge und Plane des Unternehmens. Sie können
.Einfluß auf seine Leitung und Verwaltung neh-
men. Werden sie dazu immer die erforderliche Ein-
bcht. Reife, Derantwortlichkeit und Derschwiegen-
jheit mitbringen?"

Neu-Deutschlands Wappen

Jn dom Freistaat schwarz-rot-lgvlden-
Nuht bis vcvto man die alten
Siegel. Markeir. Ma-ppen, Stempel,

Schilder und d-raleichsn „Krämpel"

Der m-onarchischen Eewalten.

Dinge, die verfchwinden sollten! —

Doch nuu kömmt auch das zum KlaVpen!

Mit den E-cüben des VerstanLes
Uud entsprechendem Empfinbcn
Eina man forgsam aus Ersründen,

Und m<m fuchte und man fand es,

Alfo. wird das neue Wappen:

Schwarz «in Aar aiuf goldnem Cchildo
Wahl der Farberr leicht verständlich! —

Rot die Fänge unb der — Schnabel. ..
Ohtte Meiteres kapabel.

Auf den erstien Blick erken,ltrlch! —
Schwarz-rot-gold. ich bin im Btlde! —

Dast man dich ins Mappen saffe.

tolze*-Adler. find' ich schadel —

"Ur ein Rc.ch, das so zerzupsl ist,

Patzt ein Huhn nur, dao grrupft ist,

«ferug fuft, vas, man es bratv.

Und stchs prächtig sckMechen laffe!

' > > <- _Lenz Wi.nter.

^ ^ ' Eine Lesefrucht

Die faWe ElVichheit bcgeihrt sür den Dum-
. Trägen und Nichtsn'Utjigcn i-o v>iel wie für den
?leiktgrn, RiechtMffsenen, Unterrichteten; ste rich-
et in i-hre-in K-ommunismus Billdlmg. lWoAstand
nd iFortschritt Mgrunde. Die echte Elenchchsit gibt
inem jeden uach dein.Mafsö setner LeistiunH, uild
^ntwickelt dmnit Freihc'it und Auffschwiuna na<h
-llon Eeiten.

. . H. v. Syb«l 1974.

Aus Baden

Karlsruhe, 20. Sept. 5;n der am 19. Scptbr.
abachalte.ien Vorstaiidsstbung des Ladtschen Lan-
desverbandes des deutfch-rn Frauenvoreins
vom Noten Krcuz für die Kolonien
ist einmütig beffchlosjen worden. uNeirtwegt in der
bisiherigen Weise weffter zu arbeiten. Ob und in
wie moit die durch den Berlust unserer Kvlonien
wcisentlich verändcrten Verhältniffv e>ine Umstel-
luiig des Betriebes ersorderlich niachen wcrDen,
bängt zunäckK daoon ab. ob der vom Berlinvr
Ausichuf; Leim internationalen Zentralvorffbamd
des Roten Kre-uzes in Eenf gesb.'llte Antrag aeinech-
Migt wird, wonach den Krankenjchweftern insbv-
sondere auch den Hebam'.nen-Schwestern eine un-
gohemmte Tätiakeit in unferen blsherigen Kolv-
nffen auch fernerhin gestattei und der Betrieb un-
serer dortigen karitatlvrn Anstalten (Eeneijungs-
heim, Wöchnerinnenih-eim. Klildcr«arten ufw.)
wnnterhin genehiniat wird. Für alle lFalle stnd
beroits Untevhandlunaen mit dem Zentralvoirjstxrnd
des dcutschen Vereins vom Notrir Kroua sür die
Koloniien allaemein die Ausübuna der KranLein-
pfl-eae fiir die Auvla.nd-Deutschen über See zu


Volksabstimmung in
Schleswig!

Ein letzter Mahnruf an die Nord-
schleswiger!

Jn wenig Wochen findet die Volksabstim-
mung in Schleswig statt. Zum letzten Male
bitten wir alle unsere schleswigschen Lands-
leute' herzlich und dringend: Denkt an Eure
Vriider, die in schwerem Kampf um Eure und
ihre deutsche Heimat stehen! Helft ihnen, schles-
wigschen Boden gegen die Dänen zu verteidi-
gen, indem Jhr alle, Männer und Frauen, zur
Abstimmung herkommt und Eure Stimme sür
Eure alte Heimat abgebt.

Abgestimmt wird in dcn Kreisen Haders-
leben, Apenrade. Tondern, Sonderburg. Flens«
burg, sowie im nördlichsten Teile des Kreises
Husum. Stimmberechtigt sind alle Männeü
und Frauen, die in diesem Eebiet geboren sind
und bei dem Jnkrafttreten des Friedensver-
trages das LO. Lebensjahr vollendet haben.
Allen, dei z u r A b st i m m u n g kommen, wird
freie Reise, Unterkunft und Verpslegung ge-
währt.

Jeder einzelne, der abstimmungsbercchtigt
ist, wird dringend gebeten, sich sofort bci dem
unterzeichneten Ausschutz zu melden, von dem
er alles weitere erfahrsn Djrd.

Es kommt auf jctze Stimme an, uvöüe daher
niHmanid daheim bleiben! Dic Hernvat rult Euch,
sie beLiarff Euer! Kvmmt felbst und oermiffatzt Eure
Landsloute, sich bei irns ;u ni-e-lLeü. Werbt ffür
unffero ssmeinffa.me deutfche'Sache!

Der Deutsche Ausschutz sür das Herzogtum
Schleswig

l Flensibmig, Norderho>senden 20.

>-',7

.7- ' - .


sichrrn, webei natürlich ein einmütiges Zufanimen-
gcihen mit dem Derein für das Dc-ust'chtiumr im
Auslaivd M erftreben sein würde. Dcr Vabisck-e
Lcmdosoorband behielt stch Hierboi -die Zuerteilung
ein^r Spezial-Aufga.be vor, w'.e er soilcbe vor dcm
Krlege in der Errichtung des ErholungL'hcims
(Hildcchaius) in Kanierun in An-grisf gmonunen
uud der Ausführung luche grbracht hatto. Die hier-
sür Manimelteu und uoch vorbauden«,, Mittel ini
Betrag von rund 90 000 Mcrrk. würdcn auchl auff
die glciche Weise segensreiche Verwendung sindcn.

Karlsruhe. 21. Scpt. Der Reichswirtschafisver-
band dsutscher derzeitiger und ehemal'aer Beruss-
soldaten (Landesgruppe Badcn) hielt Samstag in
Mühlburg seine erste Verbandsausschutzsitzung.
Den Vorsitz führte Herr Vogt. Herr Kiel berich-
tcte übcr die Beziehungen des Neichswirtschasts-
verbandes zu andcren Verbänden und legto dar,
datz mit .dem deutschen Offiz«ersbunde eine Ar-
beitsgemcinschaft etngcgangen worden sci.
Vor dem Beitritte zum republikanischen
Führerbunde habe der Nöichsverband ge-
warnt; auch Neichswehrminister Noskc habe fich ge-
gen ihn erklärt.' Herr Vecker berichtete über d'e
Dereinigung inaktiver Unteroffiziere und billigte
im wesentlichen deren Fordcrungen. Herr Kiel be-
richtete über den Zusammenschlutz m t dem Milt-
täranwärterbund und trat für die Verschmelzung
beider Verbände ein. Schlietzlich wurde eine Ent-
schl ietzung. die eine Verfchmelzung drr Derbände
fordert, einstimmig ang»enommen. Herr Erott-
ker berichtete über den Plan der Eründung einer
E'i n - u nd V er k a u fs g e n o f s e n s ch af t der
Landcsgruppe Baden des Reichswirtschaftsverban-
des d. B. Ein Beschlutz wurde in dieser Frage nicht
gefatzt. Schlietzlich wurde eine Kommisston ge-
wählt, die wegen .der Forderungen des Reichs-
wirtschastsverbandes zu dem Kapitulanton-
Entschädigungsgesetze bei der badischcn
Negierung vorstcillig werden soll. Endlich befatzte
man sich noch mit der Frage der Rechtshilfe fiir
Verbandsangehörige.

Karlsruhe, 21. Sept. Wie wir vernchnwn, hat
das Zemtrum den Bauffnspektor Schnoider. dcü rur
Ze-iit. boim Mur«werk beschästigt ist, als Bürvevmel-
sterkaildffLiatcm auffgestellt.

Konstanz, 22. Sept. Der Wirtcverein für
Konstanz und Umgebung hielt am 19. ds. Mts.
eine Versammlung ab. in der u. a. auch gegen die
vom Stadtrat eingeführte Fremden sperre
protesticrt wurde. Den Vorsitz führte Vetzold. Dcr
Donnerstag wurde als der schwärzeste Tag tn ber
Eesch chte der Fremdenstadt Konstanz bezeichnet.
Die Ausweisung aller Fremden würde zur völli-
gen Lahmlegung des gesamten wirtschaftlicheiir und
ösfentlichen Lebens sühren. Ain Schlusse der Ber-
sammlung wurde einstimmig eine Entschlietzung
angenommen. in der bei der Negierung. beim
Stadtrat und beim Eewerkschaftskartell gegen den
Eewaltakt mit Entschielnnheit protestiert wird.

I Aus Stadt und Umgegend

Dle hoheu Obstprcise

Den „Markgräfler Nachrichten" wird von einem
Obstzüchter gefchrieben:

„Nach de„ neuen Bestimmungen soll bekanntlich
sur das Herbstobst von Höchstpreisen abge-
sehen und das Obst ganz der Zwangswirtschast
entzogen werden. Das ist gewitz zu begrützen, aber
die Obsterzeuger sollten auch zeigen. datz fio duese
plötzlich wiedergegebene Freiheit vertragen können
und nicht durch unsinnige Preisforde-
rungen wieder neue Zwangsmatznahmen herauf-
befchwören. Schon jetzt macht stch als Folge der
Befreiung von der Zwangswtrtschart ein Anziehen
der Preife geltend, und es ift zu Lefürchten, datz
ähnlich wie beim Lederhandel der 'reie Berlehr
nicht eine Vctzbilligung. sondern eine matzlose und
ungerechtsertigte B-rtcucrung h-r^e'führt. Wie
Preffemeldungen besagen. hat nun der Landesver
band bayerischcr Obstvereine als Erzeuger-R'.cht
preise 40 bis 50 Pfennig für Tafclobst, 25 Pfennig
sür gepflücktes gutes Wirtschaftsobft uud 15 Pfg.
für Gelee- und Schüttelobst als ausreiche'.id
erachtet. Diofe Preise erschöinen mir als Züchter
burchaus genügend. Leider hört man aber fchon
von vieffen Seiten: Wenn wir das Obst zu der-
artigen Preifen abgeben sollen. dann geben wir es
lieber überhaupt nicht ab. sondorn machen Most
daraus, da boi einem Mostpreis von 100 Mark
per Hektoliter das Pfund Obst '-mmerhin noch ca.
90 Pfennig einbringt. Das ist, ganz abgesehen
von der Erbitterung. die eln solches Vorgehen her-
'vorbringen mutz. durchaus unsozial gedacht. Der
Himmel hat in diesem Zahre die Bäume derart
mit Obst überschüttet, datz cr uns damit direkt
einen Wink gegeben hat, wo wir aus dem unsevi-
gen Verteuerungszirkel hevauskommen können.
Hier mnh und kann endltch e'.nmal eingesetzt wer-
den mit dem Abbau der Preise. Wer soin Obst
wachsen lätzt, wie es will. der ist Lei dem 'diesjäh-
rigen überreichen Obstsegen geuug belohnt, wenn
er für das Maffenobst 15 bis 20 Pfennig bekommt.
Anders ist cs mit dem Obstzüchter. dcm Fleitz und
Mühe Lei dcr Pflege und Sorteuwahl des Edel-
obstes bezühlt werden sollen. Das wird auch der
Käufer verstohen und Vill'gen. u-nd cs entspricht
durchaus auch den Vestrebungen der Obstzüchter.
datz nicht die Beguemlichkeit und der Hang der
Gleichgült'.ffkeit in der Behandlunff von Obft-
bäumen noch dadurch belohnt wcrden. datz man im
Bausch und Bogen Einhe'.tspraise schafft. Das ist
dc«r Nuin des Oualitätsobftbaues. der feit 1903 in
der Markffrafschaft. namentlich in Müllheim und
Umgebunff, so riesenhafte Fortschritte machte. Dffe
Obstbauvere'.ne, die zusammen mit der Badifcken
Obstverwertungsffesellschaft Uberall den Obsthandel
in d>ie Hände nehmen werden. sollten vor allsni ihr
Augenmerk darauf richten. datz der Bogen bei dcr
Preisfestsetzung nicht überspannt und datz soz'nles
>Verständnis fllr die Nöte unferer Zeit gezeiqt wird.
Geschäeht das nicht. so lätzt sich im Augenblick v'iel-
lcffcht etwas mehr papiersnes Eeld verdienen, auf
die Daurr wlrd sich elne solche Pr?!spol:tik aber
bitter, bitter rächen."

» » *

* Neurekelung des Erohvtrkehrs mit OLst. In-
folge der P re i s t r e ib er ei nuf denr Obstmarlt
hat das Mnifterium des Jnnorn den Obstver-
kehr neu geregelt und dvr von Lcn: lmMo.
Organifationcn (Vau<rm>crein, Genofsenschaftsoer-
band, LanwdirtschafftsLamme-r) für den Obswerkebr
1919 aegründetcn Obstverwertuugsgesell.chast, die
sum Ankauff von Obst im Grotzen zur Lerfüaung
gestellt wurde, äds Necht -um alleinigcn A fkcruf
von Obst sür dein Erotzverkehr übertrog.-n. Hierbet
sind folgende Preise crnrubältcn: Für ein Pfurd
Acvfel: MostcEst lOPfg-, Kocholfft 15Pfg.. Taffeloibfft
20 -25 Pfg., für Virnen: MiostLirncn 8 Pfg., Koch-
biriwn 12 Pfg., Tafelbirnen 18 Pfg. i'ür> ein Pfund.
Für Lon Klebuverkauff tönncn d e Preisvvüfuins--
stellcn. un>d dÜV Obstoersorgung für Aevfcl 15 Pffg.,
25 und L5—40 Pffg.. für 1 Pffund, sür Mrnen
12, 20 und 32 Psg. sür cin Pffuind als Höck-stvü'.ls
festsetzen. Uir Z-wc-tschgen gilt ein Erzcugerpreis
von 25 Lis 30 Pfg. fiir ein Psund und ein Klein-
vcrkcruffspreiL von 37 bis 42 Psg.

* Zur Heimkehr kriegsgcfangener Aerzte. Mit
Rücksicht darauf, datz jetzt auck, zalsireiche kriegsge-
fangene Aerzte hcimlehren. soll. wie in der .Mrls-
ruher Zeitung" amtlich gcfchricben wird. darauf
Bedacht genommen Wttden. datz nicht nur dort.
wo es angängig ist, weitere Asfistenzarzt-
oder Volontärarztstellen eingerichtet wer-
dcn. sondern datz vor allem auch ^alle in
den Krankenanstalten bereits vorhan-
denen derartigen Stellen tatfächlich nur mit ap-
probiertcn Aerzten besetzt werden. Die Vertretun-
gen von Assistenzärzten durch Kand'daten und Kan-
didatinnen der Medizin soll abgcstellt werden. D«n
Krankenanstalten wurde nahegelegt. sich nament-
lich auch solcher aus dcm Felde oder der Gefangen-
schaft zurückgekehrter Aerzt« anzunehmen. die in-
folge vou eingreifc'nden Vcrstümmelungen zur
Ausübung der freien Praxis nicht mehr im Stande
sind. und sür diese tunlichst daucrnde AMenten-
stellen einzurichten. Soweit es sich um staatliche
Krankenünstalten handelt, sind dic entsprccheilden
Matznahmen bereits veranlatzt worden.

* Odenwaldklub. Man schrerbt uns Die dies-
jährige 8. Wandcrung. die von 60 Teilnehmern
beslickrt war. bot wiedcr Eelcgenhcit. eincn Teil
unserer in nächster Nähe gelegenen schönen Plätze
kennen zu lernen. Veim Abstieg nach Schönau
von schwachcm Negen begosien und von der Sonne
Lcschienen. als^- wir den cinsamen Gaisengrund
passtcrten. wurden wir in Grein durch ein klei-
nes Hagelwetters überrascht. im übrilgen war das
Wetter sehr vorteilhaft zum Wandern, da eine
grotzartige Fernsicht gcboten war. besonders übcrs
Kraichgau nach dcn württen,bergisck>en Bergen.
Vom Hungerberg aus, wo man den herrlich-
sten Vlick ins Steinachtal genietzt. gings zum
Wormser Erholungsl>eim. dem e!«, kurzer Bssuch
abg^fftattct wurde: es war ein Vergnügen. dem
fröhlichen Treiben der Jugend zuzusehcu. Nun bot
sich noch ein wunderschönes Vild in MenLstini-
mung. durch die eigentümliche Beleuchtung hervor-
gezaubert. auf die Burgen von Ncckarsteinach und
oen D'stsberg. Nach dom Abstieg ins Steinachtal
teilte sich die Wanderschar, um sich in Kleinge-
münd. nachdem der eine Teil davon noch über die

Burgn und das Schwalbennest gingen. zum ^
sch ednehmen wicder auf kurze Zcit zu vereinia^

* Sricdsche-Borträne. Für die Nictzsck-e-DortV^
Dr. Ernst Wacklers ljeden Dienstag vom 7

ab, abends 8—10 Uhr, im Ochwarz-rn Schisffe Nei^
hmm) lteat elne E,nschreibliste in Win ers W
verslta sbuchhandlung (Nock>ow) Hauptstr. 120 ^.7
wo Auskunst erteill wird. Schnftliche Anmeld^!'
gen könmen auch cm Dr. Ernst Wachler selbst neri^
tet werden (Bieilenstratze 3; Sprechzeit 9-i0 voÄ
Etzer Mittwvch und Sonnrag). Alles >ilil)e«D
Anze»gento,l am 1. Oktober. »m

' Jn deu Ecwerbcausschutz des Branntwein-
monopolamtcs ,n Berlin. der aus 6 Vertretern
Spirituosenindustrie besteht. wurde. wic uns berii?
tot wird vom Reiichsfinanzmin ffterium als Vertret^
für Baden und Württembexg Herr
k°nt Hugo Jakobi - Stu.tgartz LKL
F rma Herman, Loeb-Stern u g«
Mannheim. und der Firma Jakob Iakobi in Ctut.'
gart berusen.

^ Ocsfcntlicher Wetternachrichtendienft
Oktobn ntmmt das ZeiMalburo in MrlsrM^
die Veroffemtlichui^ oon We t 1 e r kar te n
aus- Di-s Kmlsruher Wetterkarten werden stiali!
m t den A.iltallszügen vo:l Karlsrr-He versaud^
B§tellunüen nimnrl jedes P^taint cntM^m , M '
'iwnatllch). Das üir den Wetterkarten^rffand vmi
Karlsriche aus ungnu,tia gelogene südliche Vad?n

ffoll spator eime eigene Wetterdienstzweia"
ste l.e erhalten Um d-n Bcdürsnissen vex wst-
m ^lugfahrt ser:cht zu werd n

ist die Errlchtu.ig von P l l o t- und R eaifftr ier,'
ba l lon stait ion en in Vadsn ins Auge veffa'rst

Um frostempfindliche landwirtiMffüick^

Produkte Lein, Versand in Baden oder nach mcker-
badiffchen E-rbieton vor überraffch.mdem Frostein-
tritt nach Möglichkeit zu schützen und die -betrcfffen-
deu Firmeu u-nd Körperschasten beim Vcrffand zu
bcraten, wird am 1. Oktober ein Frostwar-
nungsdienst eingerichtet. dsr auch dem Reib-
bau (iin Heröfft und Frühling) und dcr FluLschif-
stchrt nützlich sein kann. Den Äweckcm des Winder-
sports dient ein Schneeberichtsdiemst, d«r
über die Schnoeverhältnisie und Svortmöslichkiten
nn «chwarzivald erschöpfends Auskunfft aibt. Auch
die Höhenmarte Feffdberq, ist zur Abaabe von
Schneclberichte-n- be-veit. Jede nähere AusLumEt er-
toilt das Zentralibüro sür Metearolosie und Hydo-
graphie 1n (Karlsruhe (Bad. Landeswetterwiarte)
Fernvuf Karlsnche Nr. 154. 237. 897.

* Elnbrecher im Eebirge. In die »Vill«,
Earben" am Freibergsee (baqr. Allsäu) wurde
ror kurzer Zeit eingebrochen. Der Durffche, der mit
allerlei Werktzeiugen, Rovolver und Sttlet gut aus-
aerülstet rv-ar, ist durch die Eendarmevt-e vechaftst
worden lmd kann hinter Schlotz und Niegiel über
sein« unffleiwillü unterbrochrne Geffchiäftstour nach-
denikon.

Aus dem Leserkreije

Erklärung

Jn der Stadtverordnetonsitzung vom 11. Sopt. d.
wurdsn gelogentlich der Beratuna über den An-
kamf zweier ApoithelLn Angriffe auf die
A-rzteffchaft aemacht und daboi der Vor«
wurf des Asrztewuchers erhoben. Da dipjs
Verhandiljuna im Heidelbrrger Rathaus stattfand,
so liegl <2 nlcche, di^ffen Vorwurf aulf Hsioolbergie?
Berhältuisse zu -beziechen. Drr or von mehrere-n
DorfftandsmitSlicdern der Ortskrankonkasie (O KK )
ausaing, ist zu beffürchten, datz im Pub.ikum die
Anfficht k'ntstvht, das Verhalien der Htt>delbsrg>er
Acrztoschast zur O.K.K. Heidelberg gobe Anlatz zu
dieffem VorlVurf. ^

Im Aufftvag dcr Heidolberger Aerzte (von
Staot und Land) haltrn wir-'es brshalb für gobo-
ton, die Honorarverhältniffje der Kaffson-
ärzte Heidelberos vor der OeffentlichDett darzu-
losen.

Seit 1914 ifft bei der Hridelberger O.KK. die
fvcie Acrzteway-l aineeführt. Das Dcrhältnis der
Aerzts zur Krankenkasie ist durch Bortrag Ler):gelt.
Das EoiamtarztihÄno car, oas die O.K.K. für ihrs
Mitglicder zahit. Leträgt pro Koipf und Fahr 5
Atk., wo-von 4 Mk. stir Veffuche uud SprecMmden
-lmd 1 Atark für Lusoudere Leistungm (Operationen,
Eeburlen und dergl.) verrechnet werden. Eine WN
der ärztiichen Landeszäntraie im Funi 1919 mr-
öffenllichte Statistik ergibt nun, datz im ganM
Lande Viadcm dsr Dcarchffchnitt 8 Mk. beträgt; 244
Kr-ankenta>s>>sn zahlen 8 Mk. und darüber, nur 70
Kasien wenig-er a.s 8 Atk. darunkr ,mr 5 Kassest
bis 5 Mk. wie dio Heidc-lberger O.K.K.

Für das Fahr 1918 babrn wir eiiven T-euerunas-
zuschiag von 10 Proz. (in ganz Baden). von 1919
an einon u-elteron von 15 Proz. diurchgesetzt, aA)
25 Proz. »m Eanzen, ein.il im Hinblick >aiu>f die all-
vcmeii'un Teui:rlmgsv.'rhältnisie und Tcucruugszu-
schläge Leffchc-idenen Satz. Dei dioffcm Eesamthono-
rcrr stellt sich. jc nach Inanspruchnah'ne schwankend.
dic Ellt.r^ n-a siir den einzelnen Beffuch
oder Sprcch>,Mnde in d?n letzten 5^, !Iahren auff
durchichnistllch 1 Mark 20 Pf g.. lm erste» Halb-
jahr 1918 z. B. trotz TMeruilgszuschlaa auf i.^

Diest Tatsachen wawn dem Vorfftand-dor O.>KK.
b-ckannt. da sie, um den stets wiederkehrc-nden Bf-
Lupm-naen vom ungeheuren Arz!thoncrarcm sur
Heidelbcr^ ein Ende zu machrn. durch lein Schrer«
ben oom Oktober 1918 von uns mitseteilt wurde»r
dain ein-e gcinaue Statistik des Kasieneinkommens
der villÄttnen Wrzte bcigelegvn chal.

Dor Dorwurf des Aecztvwuchers ist alffo M
HeideV.-ra hinfällig.

Aerztlichcr Dercin Hcidelberg.

Dr. Werner. Med.-Rat.

Acrztlicher Kreiooerein Heidclbcrs.

Dr. Huber.

Die Einziehung der 50-Markscheiue v. 20. Okt. 1918.

Nach Niner Notiz in der Nr. 219 in :Bad.
Pofft" vviii, 19. Septembcr d. Is. hatte di>e FunsM
MMkncke vam 20. Oktober 1918 bis 10. Sepi.
d-ie EIs.-euffchaft als gesetzliches Zabl-uilgsMltlotz
und <s i,. von dieseni Taeo an uur ncchdre
ban-lboiuiptkasse zur En'lösuna verpfuAct. Dien
EinMl.ngspfticht erstreckt sich ober bls /mn in.
Ceptcmber 1920. Die Besitzcr iolch:r Nostn kon
nen die uobirffendung dersel-hen uunllttcckbar L1, 0l(
Reichsbaathauvtkasie oder durch dlc chr Kc.n o uy
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