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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0293
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Dewerkschaft bemächtiat '
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rh ö h,l t. 'DaLe: habe W«>
en Arbeiter. die von W
cschäst einctüreten fknd. »

> BerUn ze-^en fich iLon 7

und Schule vom verfassunasrechtlichen Stand-
punkt aus besprochen. Es ergab sich be! den mei-
sten Fällen eine auereichende Interpretation für
die Berwaltuna und für die -ukiinftiaen Be-ielmn-
gen des Neiches und der Einzelländer. Non ver-
schiedenen Seiten wurde verlanat. das; die Reform
des Lehrerbildunasmesens als -eine der wichtiasten
Fraqen.der SHullr.fttzflebuna in Välde aereaelt
werds. Ueuer unentaeltüch iin liefernde Qehrmittel
sollen Verhandlunaen mit dem Neichsfinanitmnrl-
sterium stattfinden. Die, aanice Materie sowie die
Errichtuna von Bekenntnisschulen sSchullonrpro-
mW wurde dem Ausschust überwiesen. Der Aus-
schuh besteht aus 34 MitaUedern.

Aus Baden waren anMsend, llnterrichtsmi»-
nister Hummel. Ministerialdirektor Schmidt
und Stadtschulrat Dr. Sickinaer. lehtzerer im
Austraae des deutschen Städtetaaes.

Besondere Wuchergerichte

Zuchthausstrafe für schwere Källe

München, 22. Okt. Dte Verhandlunaen der
balierischen Minister Hamm. von Freibcra und End-
ris; mit denr Ne'chswirtschaftsministerium und des
Ministers Dr. Müller-Aüprninaen mit dem> Reichs-
justi.iministerrum Uber die beabficht'aten durcharei-
fendcn Masinahmen iiur wirksanren Bekämpfuna
von Wucher und S ch le-ich h and ell stnd. wre-
die „Münchener Neussten Nachrichten" direkt aus
Verlin erfahren. durchaus erfolareich ver-
lauren. Insbcsondere besteht volle Ausstcht. dast
der baperischs Vorschlaa. i;ur schnellsten AburtetlunL
besondere Wu ch er g e richte ernMsehen. a>e-
sehaebuisch rasch verwirklicht wird. Von den son-
stigen bayerischen Aureaungen hat namentlich auch
die Androhuna, von Zuchthausstvafe für besonders
aelacierte schwere fsfällie Ännahme afeunden.

Köln. 22. Okt. Der oberste Verwalter des
Saargebietes. General Andlauer. hat dte Ervich-
tuna eines Sonderaerichtshofes aeaen die uner-
laubten Spekulatronsaeschäfte anaeovdnet. Prsis-
wucher und betrüaerrsche Eeschäfte werlden mit
Zuchthaus von 1 bis 15 Iahven bestraft und
aufierdem mit erner Eeldstrafe nicht untsr
100 000 Mark: daraus staminende Eelder roer-
den Leschlaanahmt. Das Sonderaerichl setzt stch
aus einem Bsrufsrichter als Vorsihender und 4
Büraern als Beisthern nusammen. Eeaen die Ver-
urtciluna ist keine Berufung möalich.

Badens kritische Fmanzlage

31V Millionen^vefizit

Karlsrutze, 23. Okt. Der HausbaltausschuH des
Landtass begann asstsvn vormittas die Vevatuna
-der Boschaffunssslase für die Bvamtoni uird Dtaats-
arbciter. Zum Berichterstatter wurds Abg. Ge e h-
r i n g (Dem.) bestinrmt. Nachbem dieser kuü'ü drs
Minsche der Vecrmten und Staatsarbeiter auf
Erund tbrer Etngabon dargcilegt batto. ergriff Fi-
nanAmrntster Dr. Wirth das Mort. Er teilte mrt,
dast vor der Sikrm-g^eirre Abordnung der Eisenbah-
ner bsi ihm -vorstelliis gsworden s-e'r und die baDige
Erlädigung der Arrgelegenheit gefordärt habe. Dsrt
Minister eoklärte, dak er sich auf Drohungen nrcht
einlasse. Die Fordsvuugen mützte-n >mit srvtzer Vor--
ficht und sehr eingehend bechandelt werden, da dcr
badischet Staatshaushalt für das Jahr 1920:
aller DovauÄsicht nach mit einam Fehlbetras
Don 42—50 MlMronen abschliehe. Die Ersenlbalhn-
venwaltung rechne für den Betrieb schon jekt mit
otnbm Dofisrt von> 138 Milltonen im kommrenden
Jahr, serner mit .77 Miillionon für Bauten und
rrind 50 'Millionen für Verzinsung und Amartisa-
tion. Das gäbo ein Gesa int.d eN'z i t der EisL-N-
Lahn im Jahre 1920 von 265 Mllionen. Dem stohs
«egenüber, dcck im> Iahre 1920 weniger Sieugrn ein-
«ehen werden, schon wsil, durch den Zusammenbrrch
im Herbst 1918 naiNhwfte Vermögonvteilc vernrch-
tet wroden stnd. Faffv man crüe Womsnte sus.amr-
men, so könne man sagen, datz man im nächsten
Jahr mrt einem Ertralg an BevmögenSsteuern von
etwa 16 Mllionen rechnen khnne gvgenWer 83,5
Mllronen Ertvag für ISISs Das EiNtommen wird
LLerhauVt. Mr im 1. M. 1920 Badon ivoch zur Ver-
füsung stehon, denn vom 1. Uoril ah wird dcrs Reich
die EinLqMncmsteuejr evhehen.

Am SHlussb seiner Ausführungen ertlärte drr
Fmcmzminifter. dak man für 1919 in der allaenr.
btaatsvermöaensverwaltuna einen Ueberschuk von
80 Millionen erwarten dürfe. Diesev müsse aber
unbedinat zur teilweisen Deckuirg d^s immer arö-
Ker werdenden Defizits der Eisonbahnverwaltung
verwendet werden Heuts Lietraae- dre Eisenbcchn-
schuld 90 Millionen. Sre habe sich in diesem Iahve
um 190 Millionen vernrehrt und nach der jekipstn
-politih sei mit ihrem Anwachsen auf eine Mil-
uarde im Iahre 1920 zu rechnen.

Was die Beschaffungszulage anbetreffe. so sei
«hre Bewilliguna in der geforderten Höhe
adsolut unmögk'ich. Daaeasn könne eine
entsprechende Zulage. insbcsondero für diir kinder-
reichen Familien.wohl aewührt werden. Wo wirk-
uche Not bestünhe. müsts^auch geholfen rv>erden. —
Am Nachmittaa sekte der Auoschuk seine Beratun-
aen fort.

Streik in der Eisenbahnwerkstättc Schwetzingen

Amtlich wird mitgetellt-. Am 22. Okt. hat die ge-
famte Avbeitvr.fchaft der EisviVbahnWerrstätte
Lchwekingen entgegen ber Stollungnabin-e ihrcsÄr-
beiterausschustes die Arbe i t n iede rge logt,
weil im Lcmdlag über die BsschasfungösuLage noch
nicht csatschieden sei und die Arbeiteüschcrst im Berr-
hcrlten des Landtags gegenüber dieser Fvag« eine
Hincrusschiebung der AngelsgenHeit evblicke. Der
Finanzminist-er erschien dcvmufbiu vSvsönlich
M der Ge-irevaldirektlon, wo dann. eind Bevatung
init den Bsamten des Wertstä1teu>dton-st>es: und den
Vertretern dov WierLstättenavboitev über dici Stei-.
«erung der Werkstättenleistuugen stattfand. Er
wies mit emdringlichen Worten auf das unbe -
lonneno und un-geböriso dioser übereilten
MrLqitssinlstelluns bin, deren Folgsn« stch mcht ob-
sthen lietzen und einer der Betei'liaten genehmen
Lösung der Frage iedenfalls. nicht suträrlich sein
könne. Die Avbeiterveitretev st'immlsn in dieser

Veurteilung..des Vevhalt-ms dor Schwek'.uger Werk-
stätten.aräÄtcr mit dem Minister üüoiein. auf desssir,
Vsvanlassung darauf folgendes Telogramm abge-
lasicn wurdv: „Werkstätte Schrvekingen. Jch bitts
die Arbeiter, dre Arbeit alsbald aufsunehmen.
Landtaa rst beute ordiumgsgenM in Voratung der
Befchaffungssulage eingetreten. Guter Fortgang
und Löfu-ng der Fvage, ist nur gesichert. wennAr -
Lert sofort aufgenommen wird. Frnans-
minister Wirth. EeneraldireLtor Schu-lz. Es
schliekon sich an Obermaschineninspektor N u k, fer-
ner als Vertveter des Verbandes des deutschen Vsr-
kehrspevsonals Gauleiter Schnerder. Vertveter
dcs badischen Ei'eirbahnervcrbandeü Jos.jS chmidt,
Avbeitervortveter dec W-erkstätts Schwetzingen Joh.
Englsr, Zcrkob Roth.

Aus Stadt und Umgegsnd

Die Eingemeindungsfrage
lH Rohrbach. 23. Okt. Wie wir hören, tst die
Frage dev Eingemeindunk 'Rohrba.chs
mit der Stadt Heidelbevg in oin neucs Stadium
getreten. Die Stimmung im BürgevaussMK ist.
der Cingenreinduag nunmehr günsttg und die Brr-
handlungen mit der St-adt: Heidolber g dürf-
ten demnächst wieder aufgenojinmen werden.

* Heidelberger Bolkshochschulkurse. Auch in die-
sem Winter werden isoavohl hter. wie in etwa 12
anhsren- Orten Nordbadens Wolksil^ochschulturse
stattfinden. Der Heidelberger Ortsausschust, in
oem 18 Organisationen und Vevstne vertceten sind,
hat m seiner sestriaen Sitzuna das Progra.nm
aufgestellt, das Lwsi m stch göschlo.ssene Veran-
staltun-gen vorsteht, eine vor Weihnachten
und isine nach Neujahr; etne dritte soll im Som-
mer 1920 stattfinden. Die Vorträge, Uebungen
und Fulhrungen sollen tsils der allgemeinen, teils

der. Berufs- und Fachbiildung dienen. Die Kurise
iwerden anfangs November besinnen.

* Lohnbewcguns der Strakenbahner. Eleich den
Eisenbcchnern, deren Eehälts- und Lohnforderun-
gen eine fortqesetzte Beunruhvguna und Störung

des. Babnbetriebs brinsen. haben die Liesigen
Strahenbcchner neuordings wieder erhöhte
Lohnforde^runsen eingereicht. die für die
Stvaßenbcchngesellschaft eine jährliche Mehr-
b-elastung von etwa Mk. 250000 bedeutzen.

Am Prangev

Durch das Landesvreisamt Mannbeim w'.'.rde
voy Freitas auf Samstag ein ziemlich nmfangrei-
chcs S ch i e b e r n est in HeideWvvg. aufgedeckt. Es
bandelt stch -m der Hauptsachr uni großo M'engen
Deobl. die im fSchleichbandol erworben stnd und
auf diäfe Woise der Allgem-einheit entzogen wuü-
Len. um Koks, Lebkuchen und deral. in giöktcn Quan-
titüten heräustellLn und nach.Sachsen rvsiier LU
verschliob-.'n. Di« Deteiligtcn stnd: Scheifelo-
Heidslborg. E>aisbcrLstt. 71. H e! l i n ae r-Hridäl-
Lerg, Plöck 3, K 0 lb - Neckarseinünd. Bahnhosstratzs,
SchuLert - Rohrbach, Rohrlmcherstr. Dicse 1 Per-
scnen smd sestaenomnspp sMd ä"f ernige Zoit nn-
schädlich gonracht. Cesen-eii'.en fünften Bele'ligten
nomsns Sömmere r-Ncckargemünd. ist Haftbrfckbl
erlassen, da sich hevauLgsstellt bat. datz anch disser
Hsrr an diesen uii-sau.beren Eeschait-en beteiligt rst.

* Kammerfüngev Alfred Steplsani veranstaltet
morgen Freitcrg im Harmonlei-aal sinen,
Lisder-Abend, in dem er außer Liedern von
Brahms und Hugo Wolf d-n LiederävLus »Dichter-
liobe" von Rob. SclMrann singen wird.

* Ueber die Bolkrart Zsraels hi i t gcftern abend
auf Einladung der Arbeitsgemoii'.schaft dev jüdi-
fchen Zuaend Unioersitätsprofestov Dr. EunLel-
Eießen e'.nen Vortrag in dsn oberen Räuinen des
Kaufmännisckien Nereins. Der Nedncr war lei-
der. da er außerordsntlich leise sprach. nur sehr
schwe verständlich. Ev hob in- sainem Vortrag die
Zerristenheit des israelrtischen Volkcs heroov und
wies darauf hin. dast, ss- sich, aus allorl,ei Volls-
stäimnen zusamm-ensstzte. Dann gab er einen kul-
turgeschichtlichen Ueberblick. wobei ev die tzebrä:-
sche Sprache und Dichtung erläutorte. Ein Ueber-
blick über die bewegliche und tragische Geschichte'
des Zudontums bildete dsn Schluk des Vortrages,
der mit dankbarem Beifall ausgenominon wurde.

* Ein Grobian. Ein lediger Bäckor hatte mit
einem Friseur in der Brückenstraße ..ein Hühnchen
-u pflücken". Cr suchte ihn in se-inem Laden auf
und ohvfeigto ihn derart, daß der Friseur fast nichts
mehr hören kann. Der Täter kani w>?gen schwerer
Körperverletzung zur Anzeige.

* Schwerer Unfatt. Der verheiratete Landwirt.
Eg. Müller, Zandschuhsheim. Kriegstrake 35.
rutschte gestern vormiitag 11 Uhr am Gewand-
stL.inwrg auf einem Baum aus und stürzte 6 Mctcr
tief herunter. Der Verunglückte hatte einen rechts-
7eitigen Veinbruch. Rippenbruch und eine schwere
Gehirnerschüttcrnng erlitten. Mittels Wagen
wurde er von Angehörigen in stine Wohnung gs-
schafft.-

Die Deutschnationale Studentengrn,ppe hatte
am 2». Oktoberdie Studsntenschaft zu einem Vo>r-
traa im Kanfmännischen Vorein vingeladen. Vor
zahlrsicher Zuhörerscha'ft sorach L>andtcvgsabgoord-
neter Magor über die „Politik die uns nottut."
N-ach vinloitendon Worten tvat H-rr Mager für
eine östliche Orientierun« unserer Politik
ein, da ihr im Wrsten durch das franMsch - eng-
Usche Vündnis der Weg versperrt sei. Mlein
Deutschland könns in Zukunft Nuhe und Frteden
im Osten herstellen. was den Cntentemächten und
thven Vasallen bisher nicht aelungen sei. Auf kul-
turellvm Gebiet griff Herr Mager nur die Fraae
der Konfessions- bezw. SinnultanschuKn heraus
und verlcmste, dak auf keinen Fall der relisiüse
Zwiespalt, der in Deutschland.letder Lästehe, durch

die Schulgesetzgebimg nach -beaünstigt werbe, denn
Ctniükeit tw> uns mehr denn. ile not. Nur wenn
alles auf ein Ziel, das Wohl unseres -DaLerlandes,
htnarbeite, könne DeutsHlmid wieder gesundvn.

(I^ Rubloch, 19. Okt. Der hiestge
veranstaltete I>eute nachmtttaa semeii
der Lehrerschaft und Lem Gemeinder.Lt tm Galst-
haus zur „Sanne" eine kleinr Abschiedoifeler für
die Fantilie des auf 1. November in den NuHe^

Frauerrverein
Mchastlich mit
-rat tm Galst-

stand tretenden Obcrlehrcrs Kramm. Der zahl-
reiche Much der Abschiedsfeier bewies, welche Ach-
tuna^und Liebs die Familie Kramm. die 32 Zahre
lang hier war. hier geaok. Frau Krmnm war M
Gründung des Frwuenvereins nn ZaHre 1896 Mch-
nerin u. Herr Krninm bsinahe so lana Beirctt des
Vereins.. Profestor Erimmig hob in semer
Rede die ostlen Berdienste hervor. die die Familie
KramM in diesen vielen Zahren dem Frauenver-
ein geleistet hat. Die Prästdentin des Frauenver-
eins, Frau Dr. Müller. überreichte mit Worten des
DanVvs den Schoidrnde,» als Andeukon ern großes
Bild von Nußloch. Hauptlehrer Schreiber kenn-
zeichuste die Verdienste Kramms äls Oberleibrer
und Hob das schöne Verhältnis in der Lehrerschast
hervor. Als Zeichm ber Verehrung übergab er im
Namen der Lehrerschaft ein Buch ..Der Schwarz-
wald" von Zenien. Gsme-inderat Reidel über-
reichte°im Namen der E-emoindo als Ze'chen der
Dankbarkeit einen RuheMel, Gemeindero.t Metz
dankte im Ncrmen der ehemaligen ecwachssnen
Schüler. Ätohrere Darbirtungen schlosstn die t^eier.

(!) Nutzloch. 2t. Okt. Auch der dritte Wcchl-
gang der Bürgermeiiterwahl ist ergobnislos
verlaufcn. Der Stcrat wird jetzt einen Bürgermei-
ster auf zwei Zahre einsetzen,

Mamcheim. 22. Olt. Die stadti 'ichen A r -
beiter erftärtsn stch in einer gestrtgen, sturmisch
verlüufenen Verfamnilung bereit, ven Vqrschuk
von 300 be,;w. 100 Mk. aiizunehmcn unter der De-
dinauns, das; die restliche Summe his lcingstens
Samstag abend ausgezal)lt. werdcn muk-

EcrichtsZeiiung

Heidelberger Strafkan.mer vom 2!.. Ottober
D'e wegen Dioüst'ahh.' ichc-- nc.ibcstratte Näherin
Anna Kraft von Pforz' cim verübte in diescm
Sommer wiederum Zwei Dlelchähle in Eppclheim
und Psorzh."im. Cie wucde zn vwr Monatcn G:-
fängnis verurteilt, — Ani 9. Septcmber oie,es
Zahrcs entiuendete dcc Schi'.iod Zalob Dühler.
von Neustadt im Zaule de; Därgermnstcrs D.ck
in Waldbilsbach ein auf-4700 Mk. lautendes Spor
kastenbuch, 1430 Mk. in brc und verichiedene Ge
gcnstände, zum Teil aus der Schublad/e eines
kretärs, die init eiiism Dolch crdrochcn wurocn.
Aitt oas Sparöastenbuch hob er bsi der Sparkas>e
in Äreckcsheim 1200 Mark aü nnd guittierte mit
dem Namen de§ D'stohlenen. Dii: Sliase lautete
wegen Diebstahls i N. Urkundensä-schung und
Detrugs anf 1 Zahr " Akvn.tte Gttnngius. —
Chausfeur Oskar Kuhn vo.n Wiesloch bat sich rm
SeptemLer ds. Zs. dahier >an eincm l3jähriÄ:n
Mädchen vergangen. Er wnrde zu 1 Zahr 6 Mona-
ten Gefängnis vcrurteilt.

Letzte DrahLberichto'

Zur Gefattgoüenrückkehr
Brrlin, 22. Dkt. Nach Mttttälui'g, dcr dei-tsch -i
Zyntvalstelle- für Kriegcigcsai'.g.ne sind zw schcn 13.
und 21. Oktobcr 10 089 Ge 7 angcnca s E n° g -
land zurnckeckehrt. — Ueber die von einem Mi>
tagsblatt als HavaLmeldimg gcch..achte Nach ich.
dak der Rücktransvort d.'r d.'nt'chcn Kriegi.gcfa!ig:-
nen aus F-rcuttce ch b.s z-.ir Nä'. iniing.d-r rvst.sch n
Ecdiatc eingcstclst sci, ist an amtllchec Stelle nich'5
bekannt!

B 0 rlin, 233. Oft. W-'e dcr Vsrmärts aus Mieu
ersiihrt, werLen dio de:ttsck.-östcrreichischcn G iv rä
schgsten oine Bertretmig uach Wiish>ngton-nicht ent-

scnden.

Vrcslau, 22. Olt. Der Vizepräsident dcr Na-
tio.nalversammluiig L ö b e wurde bsi einem Wa-
genunfall Icickst verle^t.

Rom. '22. Ott. Heute morgen 7.11 Uhr ere g-
nete sich oin starler E r dst-ost. Nachrichten aus
den Städten- der. Hauptprovinzen melden jedoch
keinen Schaden

Bern. 22 Olt Der Dampfer „Patti" ist mit
einer ans Maschinen und Werkzeuaen bestehendLU-
Ladung als erites, dentsches Echiff im Hafen von
Eenua eingetrosfen.

München. 22. Ott. Zsach, dcm amtlichen Vcvöl-
kerungsbericht hgt Dayern tzis. Ende 1918 etrya
160 000 Gefatlene anfz),weiscn, aukcrdamt vtwa
70 000 Zivilper onen durch die MirLung der Hun-
gerblockade ver!c,ren. sowie einen Gebnrtsausfall
von etwa 400000, ungeborensr Kinder. zu ver-
zeichrwn.

MI. BÄ!i«KUi«iPü:

Nr. 303. Mit Zustimmung des Aezirksrats und nach
VoNzlehbarkeiiZertlärung des Herri, Landeökommissärs
in Mannheim erhalten die W 2 und 3 der bezlrkspo-
lizeilichen Vorschrift voin 2. Noveinbec 1910, die lleber-
wachpng der Pflegckinder betr., folgende Fassung:

tz 2: Wer eincS der im ß 1 genannlcn Kinder in
Pflege noymen will, hat hicrzu vor dcr Armahme die
Genehinigung dcs Bürgcrmclsteraintcs einzuholeu. Hier-
bei sind alle über die Pcrson des Pflegckindes vorhan-
dcnin Nachweise vorzulcgen.

Uneheliche Nkütter, welche ihr Kind von Ge.bvrt,a>l
in Pjlege behasten, habcn um dic Gcnetzmiguiig inner-
halb 14 Tagcn nach der Geburt nachzusuchen.

Die Genehmigung wird durch das Bürgcrmeister.
amt im Beiichmeii mit deni Ortsaussch,itz des VereinS
für Bolksivoblfahrt Heidelbeig-Land e. V., in derWeise
erteitt, daß ocin Pstegcr ei» GrlaubniHchein ausgehäii»
dtat wird, wclcher den Nainen des Kindes, die wcsent-
lichcn Bestiminungen dieser Vorschrift und eine bczirks-
ärzttiche Aclehrung über Ernährung und Pflege der
Kinder enthält, deren genane Beachlung den Pflege.
eltern besvnders zur-Pflicht gemacht wird.

Die Genehmigung wird nur auf Widcrrus und nur
solchcn P.crsonen erteilst die hinsichtiich ihres Leiimun.
des ihrcc gesundhettllchen und wirtschafllichcn Verhält-
nisjc imd nach 'Bsschaficmheit ihrcr Wuhiiliug zur llcber-
nahme der Pstcge olme Gesährduug des lcidlichrn,
geistigen und sittlichen, Äohls des Kiudes gccigne!
ersche.n.n. Tabei ist auf das religiöseBetenntuis des
Pfteglings. Nüeksicht zu rnhmen. Personen, d.e im
Bczug von Arinenuiiterftützung stehen, sind von der
Genehmigung in dcr Negcl ansgeschlosscn.

;siic Üeberiiahme von glcichzeilig mchr als 2 Pstege-
indern soll nur in Ausnal>mest:lleii Genehm'ignng
ctteilt werden.

Die Geiiehmignng kann zurückgezogcn wcrdcn,
wcn i eine wescntlichc Voraussetzung der Genehmigung
wcgsällt, wcnn die Pflichtxn gcgen das PstLLeknid
vernachlässigt werden, und weun dcn Anor.d:iiingen
der Aussichtsper>oncn nicht Folge gcleistet oder die
bon diesen veriangte Auskunft verweigeri wird.

Die orteilte 0;'cnchmigung erlischt beim Wohnungs-
rccstel des Pflegcrs. Vor eincm solchen ist dahcr
die Geuehmigung zuc etwaigcn Fortsetz'.mg des Pstege-
oerhältnisses uittec Vorlage des Erlaubnisscheines
eriwuern zu laffen.

Vo»r jcdor Gcnehmiattnszur Slnnahme erncö
PflegekirrdeK hat das Büri>er-metfLerttmL- unter
Angnbc dcr genaucu Pcrsonalien dcö Kiudes
und nnter aenaircr BezelHnrrni; drr Pfteserltern
uaä, Name, Ttnnd ,tnd L0orrn»rna iLtiatze u,rd
<?attsrlninmec) sofort dem Bezirksamt »mch dern
>. orgcsHriebenett Bordrruke Srnzciae zu erftatten.

si 3. Die-Aufgabe des Pstegcberhüllniises ist eine
Woche vor-Abgabe des Pfiegekindcs dcm Bürgermeistei-
nmt unlec Angabe dcr neueu Pflegsstelle anzumclden.
Weim ein Pflegelind in e'me Pslegestelle aufh!rhalb
deS Bczi.k-; Mbrachd werden soll, mutz die Auzeige
l-4 Tage zuvor eri'tattet weidm.

Das BücaccinLifteramt hat über die Llnzs:-
gcn uach dcm poraesckttieveneu Br>rdru.ckc fofort
dcn; Dezirkonmt zn vcrichten.

Deu Lod dcs Pflegekindes hat der Pfleger miver-
züglich deui Leichenschaucc (Z 3 der Veiordnung vom
16. Te;ember 1875, die sanitätspolizeilichen Wahregcl.i
in Bezug. anf Leicheu- und Begräbnisstätten betr.) u:.d
dem Biiraermcisteiamt anzuzeigcn.

Das B»irg-v»ueistera«it hat untev Benützuna
des voraeschuiederriu BordruSes fofort deru
Bezirköamt 2irizeige zu erftaticw.

Heidelberg, den 4. Scptember 1919. ^

Be;irksa»nt.

Ev..ngeLifche^ Gemernde.
Wochen gottcc.dicus-!.
Friederrskirche: Dounorstag abend 8 Uhr Abend-
gottesdicnst, Stadtpfarrc Gilg.

Freitag abd. 8 llhr. Varüereit. zum Kindergottesdienst

-LsLKMiLmachung.

Fleischversorguna betr,

Jn der Woche vom 20. bis 26. Oktvber 1919
gelangen anf einc ganze Fleischkartc (10 Abschnitte)
I2k> (Sram»n Frifchstcisch znr Abggbe. Der PrciS
für 1 Pfund Nindflcisch bcträgt Nlk. 3.10. Von der
zustehendcn Bkenge Frischflcisch ist cin Fünftel in Wurst
zu bcztehen.

Heidelbcrg, den 22. Oktober 1919.

Städt. Nal-rtt»rgs»ttlttela,ttt.

BekannLmcchung.

Der unlerm 8. d. Wits. bekanntgegebcnen TageZ
ordnung sür die am

Freitag, dcn 24. Oktobe- d. JS. irachm. 4 Nhr

stattfindende Bürgerausschußsihung wurden folgende
Vorlagen als 2.-5. Gegenstand beigcfügt:

2.) ote Erwerbung des Anwesens Kocnmarkt 3.

9.) die Erwerbung des Lädchens Nr. 17 an der
Hciliggeistkirche,

4.) Lebensmittelverforgung und
6.) Errichtuiig von wetteren Professorenstellen an
der Oberrealschule.

Abdrücke dieser Vorlagen gehen den Mttgliedern
deS Bürgerausschusies gleichzeitig zu.

Heidelberg, ocn 16. Oktober 1t '

s919.

Der Oberbürgermeister.

vejen

ftir Holz- und Kohlenbrand
Nefern:

B.»»rff»R,tt--»r«chf.

H-idett'er-. 71S7

Gewandtes, saubereS

ZiUMttMlldlhtü

sucht sofort

Pen^

on Silvan»,

Nlageöls. 6090

VekannLmachung.

Plakatwefcn betr.

Das Neckit der Befcstiguiig Vvn Plakaten an dcn
städt. Anschlagstafet - und An^chlagssäulen, wird vom
I. Zanuar 1920 a,i anf 3 Jahre neu verpachtet.

Pachton ebotc sind biS zuin 15. Novembcr d. Js.
vovniltags 10 Uiir, schristlich bci- unL einzureichcn.

Lie Pachtbediilg.ungen liegen auf der Stadtrats-
rcgistratur zur Einsicht auf, oder können gegen eine
Gebiihr vo,n 1.— Dtt. von der gleichen Steüs bsLogen
werden.

Heidelberg, den 16. Oklober 1319:

Ter Ltadtraü 81-46

Vekauutmachuug.

Die freigewordene Stelle eines Jtt^e.N.ieur^
für Bau und Vetrieb an dcn hiesigen Gas-
und Wasserioerken ist sofort ncu zu besetzen.

Bewerbea init abgesihlossener, maschinen-
technischcr Hochschulbildung. welcher in ähnlichea
Stellung bereits tätig waren und größece Er-
sahrnngen im GaZ- und Wasserwerksbetrieb
besitzen, werden gebeten, ihre B^w.-rb ingsge-
suche nnter Bcifügung von Lebenslauf, Zeug-
nisabschriften. Bild und Gehaltsanspinch syäte-
stenS bis zuin 10. Noveinber an die unter-
zeichnete Tirektion einzureichcn.

Tie entgültige Anstcllnng dnrch Prioat-
Diensti'ertrag wird nach Ablauf eines Probe-
jahres unter Berücksichtigung d. i. Vorbercitnng
bcsindlichen Beawtengehaltstarifes gcrcgelt.

Heidelbeeg, een 22: Ottober 1919.

Dic DireMott der ftuvt. Gaö, Wasscr-
uttd EleLLr. Werke Hcidcldcrg.

Einladung

znr

Weiill. Sitzung des BlirgekuuZMes

der Stadtgemeinde Heidelbcva
am F-eitag, de»r 24. dS. MtS«, »»achrn. 4 Uhr

im Bürgerausschuhsaal deS Nathausos.
Tagesordnung:

Erschliehung einer Heilquelle.

Die bczüglichen Akteu liegen vom 20. dS. Mts.
an in der StadtratSreglstratur zur Einsicht' der- Mit-
glieder des Bürgeiaüsschusses offen. Abdrücke der Vvr-
lage gebt den Mltgliedern beS BürgerausschusseS
gleichzcittg zu.

Heidelberg, den 8: Oktober 1919.

Der Oberbüracrmeifter.

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