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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0309
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8oöisÄ)L VOsi

wochenbeilage: Oer Sorn . d

Landesorgan öer Deutschen liberalen volkspartei Vaöens

Hauptschristleitcr und verantwortlich fiir den politischcn und volkswirtschastlichen Teil Kurt Fische^, für das
Feuilleton, Kunst und Wisscnschaft, Theater und Musik, Neues aus aller Welt und die Unterhaltungsbeilage
Iulius Kraemcr, sür Baden, Öertliches und Litcratur Fritz Gan denb erger vonMotsy, für Turnen

Spiel und Sport Alfred Sch m i tz, sämtlich in Heidelberg. Fernruf 182. - Berltner Dertretung: Berlin VV 50-
Bambergerstr. 3. Fernrus Amt Kursürst 918. - Für denAnzeigenteil verantwortlich Alfr ed SchmitzinHeidelberg,
Fernruf92. - DruSr und Derlag . Heidelberger Derlagranstalt und Druckerei G.m.b.H. Heidelberg, Hauptstr. 23.

Das Wichtigste vom Tage

Generalseldmarschall Häseler ist.
84jährig. gestorben.

Z» der N a t i o » a l v e r s a m m l u u g entur.k-
kelte Rcichsminister Dr. Bett ietn Verkrlirspro-
gramm.

«

Das E i s e u b a h n u n g l ü ck bci Kranowist
hat 5 0 T o te und 15 0 V e r w u n d e t e als Opfer
gesordert.

Auf dem Müncheucr Katholikentaq hat Erz-
üischof Faulhaber sehr scharsc Worte qcqen die
Reqierunq qesprochen.

Amerika sott die Absicht haben. in Vonta
Delqada lAzorcn) eine Flottenstation zu crrich-
ten. .

Die Enqländer und Amcr koner wsrden aus der
intcruationalen Arbeitcrkchouferenz die EinfLhrunq
des 8 S t u nd e n t a q e s fllr die dem Vvlkerbund
üeitretenden Länder cmpfehleir.

Aus Badcn

Die Vefchaffunqszulaqe wurde aufqruud
eiues Kompromisses im Houshaltsaueschusi dcr
Kammex mit 13 qeqen 4 Stimmeu anqenom-
m e n.

Finanzminister Dr. Wirth ist Pnisidrnt des
Landesfinanzamtes für Baden.

Das badische Staatsministerium hat beschlosseu.
dic tz a d. Eesandtsch a sitt für^B« n ern uud
26 ürttemberq in MUnchen mit Wirkunq vom
1. Januar 1920 aufzuheben.

Der Abq. Venedey - Konstanz lDem.) hat
scin Mandat niederqelcqt._

Haeseler f

Vou unserein Verlincr Vertreter

i:> Verlin, 27. Okt. Wie uns qemeldet w:rd, ist
Eencralseldmarschall Eras Gottlieb oon Hae-
jeler gestern im Alter von Sald 84 Zahren auf
seinem Cute in Harnecoü, Kreis ObcrSarnim ge-
st o r b e «.

,Mit dem alten Hai'seler i..B2ter EottlieL") ist
ciner der Lekanntesten und populärsten Persönlich-
leiten des deutschen Heeres dahinge'llangen. Er roar
ain l9. Zan. 1836 in Potsdam geboren, erhielt
seine Bildung in der Nitterakadmnste zu Branden-
urg, im Pädagogium ?.u Hallc und im Kadetteir-
korps. 1853 trat er als Leutnant im Ziedhcn-Hu-
iarenreÄiment in die Arniee ein. Deu FeldMg
1864 mack)te er als Hauptmann im GenieralstcL,
den non 1866 als Eskadronches im 15 Husarenre-
qunent mit. 1667 wucde er Major, 1871 OLerquar-
Ucrmeister dec Okkupationsarmee. 1873 Komman-
deur des 2. Ulanen-Reaiments, zu dessen Vhef er
1879 ernant wu'.dr 1876 wurde ihm die Leibuns
der Kriogsgeschichtlichrn irlLteilung lm Eeneralstab
ubcrtragen. 1881 zum Gene>:a2ma>ior ernannt,
fichrte er zunäMt die 12. Kav.illeriebrigade. später
e>e 31. Als <9enerallsutnant erhiclt er 1886 das
Kommando ^der 20. und stmter Ver 6. Division
'E Oberquartiermeister des GeneralstaLrs. Zm
^ahre 1810 zum Kammandiere.iden drs 16. Amnch'-
iorps in Metz crnannt. eqinnt jene Zeit seiner Tä-
i'gleit an der Erenze. die nur das cine Ziel vm
<>.'ge hatte, das ihm untsrst-.llie Armeekorps so
lnegst.ichtiq und schlagsertm w!e möglich zu
uiachen, cin Ziel, das iu erreichen tym cuch in her-
umragender Meist- gelungen jst. Nachdem cr 1901
>um Genrrailoo-.rst ernanut wurde. wurdp ,er 1903
mit ccm Raug eines Feldmarschalls z D. qestellt.
Die Ernennunq a.um Geucralfeldmar'chall si.'Ibst
üui 27. Zanuar 1005 Anch nach seiner
rdienWeNai'a war Haescler aus;erordentlich
sur oic Armce tniig. io wac er u. A. Mitglied de-
Komnnsion zur Beratuna d.->; Kavallerie-Excrzier-
Regle'nents und der Fclddisnstordmin,a. auch war
»-r bei der Herausgabe d?s GuieralstaLswerkes
über den Dsutsch-sranchsisch/en Krieg beteiligt Die
lei-tcn Fuhve sestnes Lebens verbrachte er auf sdineiin
Gut Haunecob bei Fran.ksurt a. O. Die Jung-
Deutsck-landeweguag hatte in ihm einen ihnsr eifri-
gen Förderer.

Der Ausbruch des Krieges 1914 liosr dcn asttsn
Soldateii nicht richig ;u Hause leiben. Gewisscr-
lnas-eu als Schlack>tenLummler zoa er mit scknem
alten Korps, das der Kronprinzen-Armee zugeterlt
war, mit. Dorh war er dsii Ttrapazep des Feld-
zuges nicyt mehr gewachsen, sodast er beveits i>m
DezemLer 1914 wiedec auf sein Gvt zuriickkechrte.

Es hat Hacssler nichi an Ghrunqen gefehlt.
Er war Mitgliod des Preusiischen Herreuhauses aus
Lebcnszeit, Ehof des Ulanen-Rsts. Nr. 11. in deffsn
Uniform cr am Lcchanntesten geworden ist. An Aus-
zeichnungen bel-asi er das E. K. i und 2 von 1870
und dcn Pourlen'.erite Das Sperrfort >auf dsm
St. Blaistber^ i - Ars >a. d. Mofel wurde nach ihm
Lenannt

Die Nämpfe in Rußlanö

Noch keiiie Entscheidung

Die B o ls ch e w i stc n wehron stch vsrtzwoifelt,
und verteidigsn/wie dies der russische Generalstab
voraussa.h, bs,i rhrem Rückäug jckd>en HanÄbreit
Bodon. Aus Petropawlowsk tresfen fortwähread
graste B e r st ä r k u n g en fiir sie ein. Die roten
Truppen richteten n>ach dsr Näumima von Zars-
kqje Tselo in der Umgebung VerterdigungssteMr
ein. KÄvallerieabteilungen der Arnvee Iude-
nitsch stkevon. brs zmn Narwator vor. Am
'Slädlkc-e'rs von Pstersburg scheint Judenttsch das
U'rgestüin seiner Truvpen zu zügeln, um Berstär-
kungen LbvU.warteii. Die Stellung Äer Rordwestt-
qrmec bci Zarskojc Sselo und Pawlosk wurde ver-
stärkt und s:bt tzu keincn Befürehtungen «rohr A!m-
laü. Hior glaubt nian in mrlitärlschen Kreisen
nicht, dad d.e Ka v i t u lat i o n von Peters-
burg eine Fvage von Stunden sei, weil mohrere
Tousend Bolschewisten das Not.dufer dös Finnst-
schsn Mserbusens bHctzt baben und weil die Ueber-
gabe von Kansnaya Go'.ka dste Verteidigung
von Kronstadt nur crbitterter gLstalton wird.
Soit dcn o Tagen des Bcrmarsches konnte dio Ar--
in w Judenitsch ihre BGände von 13 000 Lis 25 000
Mäirn anwächsen sehen durch bolschemrstische Ucber-
iäuier,. welche mit Towalt «n Lis Neihen, dec No-
ten Armee gestcltt wo.den waren.

Nach eintt wLitere.r Aöeldung dauern die
Kämpfe an dr-r Front des Eenevals Iud« nitsch
imt grotzer Anspannung fort. Der Gegner
führt frisch angetommene Truppen ins Gofecht.

Die „Times" nreldet ans Hclsingiors: Das Ge-
schwader de»c Miicrten setzte L-ie Besch etzung vo:i
Kronstadt fort. Die Bolschewistsn haiben am
Montag nach der Anknnst von 1500 Soosoldaten
vcn Petc-rrLurg einen Ausfall aus Kvasnaia
Gorka versucht. wurden jeddch zurllckgsschlagelf.
Liner Meldung n'lls Reval züfolgc, hrt Katlina
die Stadt Eprewlo bei Poltawa und die wes-
1er ästlich gelegene Stalien Strelitz arobert.

Trshkis Stab gefangen?

London, 26. Okt. Die Vläter meld.in, datz Ler
Generalstab Trotzkis in Zarskoje Sselo gesangen
gcnommen worden sei; dem D'cktator selbsst gelang
es, -nn Auto zu entfliehen.

In Petersburg

habeln sich dste Sorialrevolutionärs erhoben.
Der Kampf in den Stratzen geht weiter. Die Sow-
jetregierung sMnmelt alle Kräfte su einem er-
bitterten Endkam p f. Die Soldatenräte
sind ufgehoben worden. Es befehlen
jetzt nur noch Offljiiere. Flnnische Blätter melden,
datz es den Bolschewisten gelungen rst, be>i Petro-
zawotdsk voärudr'cngen, wodurch die britischen Truv-
vesl geswungen wurden, stch -urückzuziehen. Bet
Strugilbelaja ist jetzt eine Gegenofsensive rm
Gang. Der russvsche Bericht vom Mantag meldet
ein heftrges Eefscht nördlich von Zarskoje Ssero,
unsefähr 18 Akeilen von Prtersburg entfernr.
Ligowo scheint noch in don Händen der Bolsch«-
wisten zu sein. Deje finnrsche EeneralstaL melder:
Die Flotte Leschietzt Kr>asnaia Eorka. mo Explosio-
uien beobachtet wurden.

Sechs bolschewistische Schiffe «ntergegangen
Helsingfors, 26. Okt. Sechs bolschewistt-
sche Schiffe sind Lei Kronstadt auf Minen gv-
stotzen und in die Luft geflogen.

Hoffnung auf friedliche Lösung

Eigener Drabtbcrichl der Badischcn Post"
Berlin, 26. Okt. Me wir von zuverlässteer
Seite crfahreii. besteht in England die Absicht,
ncch eine letzte AÄglichkeit zur friedlichen
Lösung des russrschen Problems zu ergveifen. Es
wird eine Aktiom elngeleitet worden. durch dke die
Moskauer /Sowjetregierung veranlatzt werden soll,
eine gesetzmützige Vertretung des russischän
Volkes anzuörkennen und dieser eine Negie-
r u n g s n e ub i ld u ng zu übcrlassen.

Nichtbeachtung der weihen Flagge
Helsingsors, 26. Okt. Der Ehef de.r amerikani.
schen Roten-KreuMckfe im Baltikum, Obcrst
Ryan, wurde berm Ucberschreiten der Rigaer
B'ücke von den Lctten unter Mlaschrnengewehrfeuer
geilvmmen und dauernd beschossen, trotzdem
ex veraLred'.mgsgomätz mit einer weitzen Flagge
Zcichen gab. Auch ein i-hm entgegengech cktes
amerikanrsches Auto wurde von der lettvschen ^lr-
tillerie mit Schrapuells belschoffen.

BernsLorsf über unsere Ziele

Magdcburg, 27, Oktobor. Hicr spprach gestern in
ö'fenllicher Velsanunlung vor beinEe 4000 Perso-
nen Eräf Bernstorfs üöer unsere Ziele. Zu-
r.ächst mützten wir uns selb-t lholfen und uns
durch Arbeit läutern. In Anknilpfung
wirtsthaftlicher Bezichungen, auch zu^unseren Foin-
den lliege dio MöüUchkeit zur Arbekt. Das beste
Mitt.ck enthalte das eine Wort „RMtoffe". Wir
müsitcir auch sck>leunigst erfahren, wos die Entente
unter ..Wieoergutmachungsforderung" verstvht.
Diese beiden Pll'ckte bilo-'ten die Grundlagen für
nnsere Hosfnungen, die sich zusamnlensaffen laffen
n die Worle ..Revision des Versailler
F rst e do n sve r t rä as. >Menn WiHons Hal-
cung uns anch noch so cnitäuscht haben mag, so
balte er c§ doch für uninöalich, eine airdere Politik
,',v. iroiben, als die mit der Nichtunq au-f den Völ-
terbmrd. Deshalb sei es gut, datz die Arbeitcrkon-
feren», in Washinaton von uns bMiickt werde. Wir
v-ürden dock-, sprechcn könnrn als Mensch zu Mensch.
Das Ostproblem sei schlemiigst zu lös«n. Dbe uns
zugeniutete Blockade Rutzlands sei abzulohnen.

Spaltung der Kommunisten

Dte ko m m u n i st i s ch e Partei Deutsch-
la"ds hat sich auf ihrcin Berliner Parteitag ge-
svalten. Die Leitsätze dier Zentvale, die dke
grmidjätzlicho AnerkeiMUna des Partikulärisyius
verlangen und jeden Föderälivmus als syndckali-
sii.ch vovwarfen, wurden mit 25 gegen 18 Stimmen
angeno>nmen und darauf die Minderhett Ur aus-
geschloffen evklärt. Die Mbnberheit, an beven
Spitze Dr. Laufeirbera und Wolfheim aus Ham-
bui'g stabon. erlätzt nun in der Hamburgqr kom°
muirbstischeu Arbeiterzeitung einen Aufruf, in dem
sie sich als elge!nia Partej organistert.

Diese Politiker, die nicht weniger als di« aanze
Wclt uinkrempeln und soaar ve«cbeffern wollten,
können also nicht einmal ihre^Mone Pavtei susam-
rnen halten!

Die deulfche Ostseeschisfahrt
wieder ermöglicht

Kiel, 26. Okt. Von dctr Marinestation wird
mitgetevlt: Die Ostseespsrre ist insofern gemil-
dert worden, als die Hobeitsgewäffop jotzt als
autzerhalb dcr Beschränkung stohend betrachtet
wcrden, wodurch di« Leutsche Ostseeschifsahrt wiedex
ermöglicht wird.

Zeitweilige Einstellung des
Personenverkehrs

Die Einstelluna des Eiseiibahnversonen-
vcvkehrs ist von der üayerischen Regierung in
Berlin beantragt worden, d. h. mindostens für
Süddeutschland. Jnsolge Veschluffes des Mi-
nbsterrats wurde an dsn Reichskanzlor sowic an
den Neichswirtschaftsminister in Berlin eln Tcle-
gvamm gerichtet, wvrin der bayerische: Mnistqrrat
sevne Auffassung kund tut, datz die in Süddoulsth-
land hevrschende Kahlenot zur Katastrophe führen
y'utz, rvenn nicht eine Einstcllung des Eisenbahn-
personenvcvkahrs auf10bis15Tago er.
f o l g t.

Gleichüeitig wird auch üoantragt. zur B-ratung
und Belschlutzfassung dieser Matznahmon die Ver-
kehrsminister der einzelnen Länder sofort
nach Berlin zu berufen.

Wieder elnmal!

(!) Berlin, 27. Okt. Die „Deutsche Zei-
tung" jst abermals durch «inen Erlatz Noskos
verboten worden, und swav ist das Verbot auf
elnen Loitartikel der Deutschen Zeitung zuvücksu-
führen, in dsnen aufgrund von Aussp.üchen Eberts
j und Scheidemanns die Zeitung die Eidesoer-
weigerung enipfohlen hat.

Selbständigkeit, nicht
Berschmelzung!

Dje Deutsch« libsracke Volkspartei
schreilbt uns:

Zn seinem Aibendblatt vom 11. Oktober r«gt
der .Mlannheimer Gennalanzeiger" unter dein
Strchlwort: ,/vas ganze jSammeln" eine
Vereiniguns der Deutjchliberalen und dsr Demo-
kraten >an, Uenn dre Zeit ruf« govadszu nach e4-
ner grotzen Partei des gemätzigten Bürgertums.

Am 19. Ocktober hat auf dem Parteitas der
Deutschnationalen Partei Badens der Vorsitzende,
StaatsminrsteÄ Dürrnger, erklärt, die Deutsch-
nationale Partei ssi eine Sammelparte'r für alle,
die rochts vom .^Bevliner Tageblatt" und von
der Frankfurter Zeitung" ftehen.

Am 29. Ottober aber fand auf dem Parteidag
in Leipzig folgende Eüklärung der Parteiletitung
lebhaftüste und einmüttge Zustinrmung:

„In der Preffe der liicks und rechts von ums
stcrhenden Parteien tauchen immer wi-eder Nach-
richten .und Meldungen auf, denen zufolge inner-
balb der Deutschen Volkspactei Bestrebungen in
Gynge le-cn. aus B e . s-h m c 11 u n g dcr T«ut-
schen Volkspartei mit der Dent'chnationalen oder
mit dcr Deutschen Demokratischen Partei. Ls
könnte überflüffig erscheinen, diese Nachrichlen noch
einmal als völlig haltlos zu demenrieren, nach-
dem die Leitung der Dsulschen Volksvarter in rsie-
derholten. durch ihve Presse veröffenllichten Kund-
gebungen den festen Willrln zur Erhaltung
der völligen Se lb ständigkeit der Parl«l
dargetan hat, nachdem writer die Tatsache dcr
Steigerung unserer eingoschriebenen Mitglieder in-
Erhalb von 5 Monaten von 100 000 aus 500 000
bewiesen hat, datz düe Ziele und die Jdeen der
Deiutschen Volkspartei immer stärkeren W'docLall
'in unserem Dolke finden, nachdem endlich der Ver-
lauf des jetzvaen Parteitages die feste Gchchloffen-
heit, Einmütigkeit und Kraft der Partei Lckun-
der hat. Uni aber allen weitsren Answeiflungen
noch einmal zu begegnen — die wvv als Leavutzie
Jrreführungen kennzeichncn mützten. wenn ste von
heute ab nochmals erhoben wüiden stelleu wir
vcxr dem Partoitag und oor aller Ossfeutlichkeit
fcft:

Die Deutsche Volkspartei hält an ihrem Cha-
rakteri als nationale, liberale und soziale Parter
uub'dingt fest und mird ihre volle Selbständig-
kcit nachlinkswienach rechts unbeirrt
aufrecht erhalten,"

Von diesem Standpuickt nach links oder nach
rechts abzuweichen, liegt fllr uns nicht der min-
dsslv Anlatz vor. Mir halten an unserer oölli-
gen Solbftändigkeit fcst und lehnen jed« Ver-
mischung mii dcr Nachbarpartei ab. — Dadunh
wird abor ein Zusammenarbeiten von
Fal'l zu Fall nicht ausgeschloffen.

Diie Auffordcrung zur Verschmcklzung, dio von
liitks und rechts an uns gerichtet roerdOn, hcbcn
ihren Grund darin, Liatz die DeuMnationals und
die Demokvatischs Partei, gomädigte Eile-
mente enthält, die von den Radckalen in bai-
den Parteien mclhr odor wenigar u-ntevdrückt und
an Geltendinachung ihver Ucberäsugung gch ndett
werden. Diese gomätzigten Eleniente nöchtcn
durch lühre Verbindung mit dcr Dsutsch.'N (liiberalen)
Volkspartci. an Einflutz gewinnen; von rhnen
gehen wohl dle Nufe nach Vevbindung in erster
Linie >cms. Datz diese gemätzigten Elemcnte in
'oen beiden Nachbarparteien sich vereinswmt filb'
len, glauben rvix gern. Der Weg füw sie, aus der
Veretnsamung herauszukom'men, kann aber nur der
sein, dab sie den Ahut sinden, sich von den extre-
men Partcien. in die sie ebc!n nicht gchörem, ent-
schloffen loszusageNj und sich der Pcrrtci anzuischlie-
tzcn die nach bhrom natiomalen, libsralen und so-
zialen Grundsatz allein berufen ist, die Partei des
gesamten gemäbigten und selbstbcMutzten Bür-
gertunis zu werden, dex Deutschon (liberalen)
Volkspartei .s

Die Verschmelzungsbestrebungen oiitspringsn

a.uf der andenow Seite der Bovftellung des Zwei-
parteiensvstenvs. Dte Vorteile Lrches Systeins lie-

! W
 
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