Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

DOI chapter: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0411
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
* Sie findcn fich. Auf di« a-emeinsame
Reoolulronsfeier der juiradeinokratischen
und soLialistlscheir Studenten in Frankfurt
daben wir kür-lich hinacroiosen. Dieses Zusarn-
menarüelten tst ader nicht vereinzelt. In dcr
Zeitchrnt Empor^' der vemokrcrtischen Auaend-
avuppen des Landes Braunschweia vom 1
Nooembeer 1919 wird übcr «.ino ..erkeuliche
Wendrrn« m der ^ugendbewvauna" aus Ferrheim
berich'L't. Dort haben sich die demokratische
Iuaendaruppe und die Iunaendcrruppe der
sozialdemokratischen Partei. zu ae-
melnfirmer Rlrboit zuisammenacfch losss.en

D,° KuvrM!, dl° iMLlfftiM- IMMd. denn

Zeitunasausschufi
schreibt dam: . ..W,r bearüfien das als Vervnrl-
Uchuna des Ernhertsaedankens und wlinschen Ler
dortilmr ^uae-ndbewoauna auterr Ersolg!" —
dresen Zusammenschluf; auch denn
Klarkscrt über die demokrarische
. ur.end n.s Borspnnn der .'.'zralrstitchen.

«^^eutscher Kampfbund. In München
Etelle des oom »vroinprerlüiscken" Derlin

bofM-chaber der Rheinischen Armee LLe EiMchr
der ^raEirter ..DEsstimme" und der
furter oeltung fur drej sMonate verchoten.

Aus Baden

Einschränkungen im badischen
" Zugverkehr

Nach Wicdcraufnahmc des Personenverkehrs

Zur MiederaMchme des P-rsvnenDerlcchrs am
Mvnta«, 17. Nooe-mLer teilt die Eemeraldr-
rcktion der drodrschen jS-tzlmtscsssenbahnvn mit,
dab eme sröhere Anzabl vn Zusen, di«
bis zum 5. Nooünrber raselmähig uerkcchrteu. lns
auf weiterrs aus'fallen müssen. da >es notroen-
dia ist. sur Dllrchführuug der Kartoffel- nnd Koh-
lcnvcrsorgan« nur die unbcdingl notwendigen Züge
su sahreil. Zluherdom müsse-n 2ur Ernröglichuns dcr
slatton Du-rchNbrung der Schnelläüge evnge Halle
. cus Zwischenistationon aufgehoben wchden.

Da «leichgobtig <nn 17. Nooonrber dre Anbcitsseit
Zn den EewerbcL^-trielben i-m allgememen auf die
Stunden -wHchon 8 llchr vormttiaV und 5 Uhr
n-achnnttags oerl^gt weiLon soll, wukden zahlreiche
Fahrplanünderungen nvtwendiü, Vie aus den nen
bcrausgesabenen Aushan^Na-hrplrmcn auf den
Slationcn z-u eösohen sind. Um ernen allzu
starren, Andrang bei -den Zügen zu -vormer-
dei: müssen, allc nicht unbedingt uotwsndisen
Reisen u n t er b le i L e n. An Sonn- und F-?ier-
tagen bleibt der allaenioinei Psrsoncnocrkechx tüs
auf wetxcres etngestellt.

Zusammenstoh zweier Eüterzüge

Karlsruhe. 13. Nov. Jn der letzten Nacht naä)
1 Uhr hat dor GüteLzu-g 7745 von Haufach nach
Offeniburg in Ortenburg das .^alt" »ei-
so.bde ErnifabrtsisMl übersahren und ist auf den
Schluh des m ber Stafion haltenden «Gütersuges
7721 aufgcMhrcn. Hierberwurde dor Lokomo-
tivbeiKer des erstgenannten Eü-terzuges get-
tälet^ dor Loko m o 1 i-v f u hr<^r und der
Zugmeister kwmen mit lerchtcven Vevl-etzungen
davon. Bck dem Muistoßen sind- ungefäHr 25 Wa-
»oil entgleäst und haben sich zunr Teil queü
Lber die Gleilso gelegt, so da-b beide H.au-ptglcise gc-
sverrt waren. Der zugelassene Personenver-
k«hr wuübe durch llmsteigen ausrecht qühalteu.
Dringende Läbunsen werden über Schiltach-PforK-
heim umigeloitet. DorauSfichtlich wird Freitag,
1ö. NavomIbsL, der durchgebende Verkehr wieder
aiufsenqmimrm werden.

FLr eine Erhöhung Ler Krankengelder

Nach den gcgenwärtig geltonden gesetzlichen Be-.
stiininrungon koniien die Kran, ken k as sen selbst
dcn hoch entlahntcn Facharbeitern kein höhercs
Krankenoeld -alls 7,50 M. für den Tag ausLablcn.
Da dieser Betras mit Rücksicht au-f dic beutige
EeiLentwertun-g unid d.« allgom-eine TeueLung al-
lcr BiLicrrfsgogcmistände besonders für vevheiratcte
Aubeiter ntcht meihr ausrciche-nd ist, hat sich der
Allgemoino F ab r i kanteri o e rci n in
Mannhemn an das bädische Arboitsm in istcriunr mit
der Brtto gclwandt, bsi den zuständigcn Neichsbe-
hörden dwhin zu wirkon, dah im § 180 ider Rcichs-
vcrsichsiMKsordnung entwoder die Höchstgrcnze des
Erundbobkws überhaupt in Wcgfall konmrt, odcr
dah sie dem l>eutigen StarL der AribeitslöHne ent-
svrechend erhöht wird. Das bndische Arbeitsnii-
N'sberümn bat nunmcchr d<ä Boscheid gcgebcn, daf;
es im Sinne dos gcstellten Akit-riags an das Rcichs-
arbeits-ministerium herangctretc-n ist.

16. Noo. In der letzten Versamm-
wng d:r ausstandrgen Angesbellten der Motallindu-
strie wurden Mitglieder der Dereinigung der lei.
tenden AnMstellten in Handel und Znduftrie
^tsgruppe Mannhemr alls Streikbrecher be-
^v-ünisung wendet fich nun in ei-
der sie den derzeitigen Streik
Kegen den Loleidigenden
TEEuck unü erkiart. dast sie weder eine Arbetter-
sc-lbe Dewerrschaft, sondern
ein-e reine Avbeltnehmerorganisation sei. die fich
wur von den ubrigcn Angestellten und Gowerrfchaf-
ren ourch dre aus der hüheren Verantwartung ge-
Encm Sonderstellung ihrer Mitglieder unter-
?cherdeü Sie wollte vermittelnd eingreifen, wurde
avsr lchrosf QlbgiÄviosen. Der Stroik bätte sich
vermerden lassen. wenn nicht radikaile Ele-
die Streiklust unter den Anaüstellten ge-
schürt hatten.

Wrifenbach (Murgtal). 13. Nov. Wegen Koh-

stehen sämtkichc badi.sä>en und
wurtteniberarschen Papierfabriken still. Un-
1er rhnen auch die vrohe Wetsenbacher Papierfa-
brik, -die für die Bel'iöferung der badischen Zeitun-
gen hlmptsächjlich in Frage kmnmt.

Lahr. 13. Noo. Dcr Maldbüter -der Gemetndc-
wa'du-n-gen von Seelbach. Norbert Oehler, aus
Litschoutal. war am Montag mit dem Reinigen
«ines «aÄadenen N-wdlvers bcschUtigt. Es ging
«in Schusi los und trqf da§ Vjähriae Töchterchen
Oühlers in den Hintsrkopf. An dor schwrrcn Ver-
lctzung ist das Kind «^torben.

Aus Stadt und Umgegsnd

Die EinArmeindung von Kirchheim
wurde -in der sestrisen Sitzung des Dürgeraius-
schusses bcischlosfen und der Vcrtrag mit Kirchlheim
genehmigt. Damit ist «ine etwa zvhnjührise Ent-
wicklun-gsperi-ode zum Abschlus; gebracht und Ä-'r
Mann. der mit nie erLchmendem Eifer seit vielen
Iahren, mün-dlich un-d schriftlich. die Vereinigung
vetrieben hat. der Stcvdtverordnete Dorn wird
mit bofondever FreuLe und Eenuatuun« -auf die
endliche Krönung iseiner Arbeit Vlicken können.
Fr-eilich so sanz sinsach svstakt-'te fich die Schkuh-
fitzung nicht. Es cherrschte -auch nicht LinmütigLeit
oes Beschlusses, olkwoihl sämtliche Parteion fich dcr
Notwendigkeit der Vereinigun« an fich uicht ver-
schlossen. Doch g>cüb es auch Gegmcr. di« teils aus
technischen Gründen, teils Es zeitlichen Beden-
ken (w!re das Zentrum) ihre Stimme -g>:gon die
Vereinigung -abgaben.

'Die Debcrtte bewegte fich gestern erfroulicher-
weisc durchweg in ruhigen u-nd sachlichen Bahncn,
zeitigte aber von neuanr die Etkenntn'is. datz der
Soziakdamokrcttie immer noch die Eierschalcn ihrer
Vergangenheit anhän-gen. Sie itt «ben noch iricht
gewolpit. -MMiv zu donkrn und sachltch zu prü-
fen, svdatz sie überM „ArbeiterffeiUdlichkeit" und'
wer weisr was noä> für andcre Berr-uchthciten wit-
tert, wo auch nicht ein Splitter davon nur zu
sohen o-der zu verspüren ift. Man kann es begrei-
sen. daf; ihri, die immer nur ans Fordern gewölmt
ist, dtt Sinn für don vcchtcn Ton abhanden ge-
kommen ist, denn sonst wäre es nicht Legreiflich
geweseii wie sie sich gcgen die Eintraming der libe-
railen Wünsche in das Protokoll immer wieder ver-
Ischliesien konnte und es sogar fertig brachte. aus
der Stellung der Liberalen eine Schukfeindlichlkeit
heraus zu dfftilliercn Dabei betsnte der Sprech.'r
der Librralen, Dr. Curtius. wioderlwlt und
Stadtlfchulrat Nivhrhurst von derse-kbm Frak-
tion unterstrich dies noch, dafi von einer Schul-
feindlichkett seibstverständlich nicht die Riede- sein
könne. Wogegcn man fich mit Recht verwahre. sei
der Ton des Berträgsentwurfes. drn übrigcns auch
der Oüerbürgermeister« Lereits in seiner Begrü-
fiungsrcde bemängelt hatte. Haben denn die So-
raLdonrcikraten kcinen Sinn dafür. datz es umoür-
>ig ist, L-i «inem Dertrag. btt dem die Städt Hei-
belberg zugestandenermatzen die ürös.ten Opfer
brrnst, von einer Bereinigung »ber Gemoinde
Kirckheim m it der Stadt Heidelberg" zu spreck-en
und in diestfm Vertrag Fristcn und Bedinsung.M
«mifzustellen. die einfach der Stadt Herdelberg un-
würdig sind. Daf; dic Sozialdemokvaten dres nicht
Lesriffen und mit eänsr Hartnäckigkeit sonderglei-
,chen iinrmer wicder auss dem Schulpassus des Ver-
tvassentwurfs bestehen blieben. der ja durch vie
Erklärung gar niclst in Frage gestellt worden war.
unL von dsn Freunden der Eingemerndung, -älfo
ouch von den Liberalen cinsttmmig anvenomimen
wurde, legt kein rüihnüliches Zeugnis von ihrer
Einsicht und BcsrMsschnelligkeit ab. Der «inzise.
der den Zusammenhang durchaus richtis erfasit
Latte. war der Obmann StoL der dann auch fur
die ProtokolleinttaMNg «ls einziger SoziaLemo-
krat stmrmte. D°e Abstimmuna Wer du: Einge-
meindvns scM erbvachte eine Mehrhe.t von 74
Strimnen. Die Eegner verteilen fich au ftms Zem
trum und einige Angehöri-ge der Demokratte. <mch

Bürgermeffter D r a ch stimmte dagegen

Die Befchaffungszulage nebst ein,«en
finanzicllen Anhänaseln. im aanzen strst oi-ndrei-
vievtel Dttllionen Mark. bildeten dann nWm
einiaen klemeren belanalosen Vorlaaen den Rest
der Taaesordnuna. Die Debatte wurde 'nteres-
santer Weise rein akademisch aeführt und li«t
schlvesilüch in e-ine interessan.te Erörteruna ver-
schiedencr Finanzprobleme aus. (Nebonbei be-
merkt. haben acstern nrcht weniaer als 5 Abae-
ordnete. die aleichzettia auch Stadtverordncte oder
Städträte find. aesvrochen. wodurch die Verhand-
lunaen eines aewifi-en Schwunaes iricht «ntbehr-
te-n). Dedaluerlich bleibt aber. dafi die durchaus
bearündote Anreauna der Liberal-en Volkspartei.
von einer dritten Erhöhuna der Uml-aae abzusehen
und die Deckunasmittel aus den Reserven zu neh-
men. auf Ablehnuna sttcfi. die z-unn Teil won.ta
stichlmltta bwründet wurde. So ist bsisprelsweise
das nämentlich vom Oberbüraermeister immer
wieder voraebrachtc Araument. dak andere Stadie

Bahens «s auch so machten durchaus abweala. zu-
mal « auf eine Anfraae. ob und welche Neserven
denn berspielsweise in Freibura oder B-ruchsal vor-
banden keien. keine Auskuust aeben konnte. Ana-
loattschlüfie fickd nveist verfehlt. Sie stnd es ttn-
mer. weun es stch um wirtschastliche devartta wich-
tiae Diirge handelt. wte hier. Die Debatte darü-
ber. ob die a«aenwärti«e Finanzpolitik der Stadt
richtia tst. tcrnn trotz der schliefikich erfolaten ein-
strmmiaen Annahme des stadtrütlichen Äntraaes.
der also auch die abermalige Erlhöhuna der Umlage
brtngt. noch nicht abacschlofien sein.

Mtt der Einaemeinduna Kirchheims ist Heidel
bera wieder einen Schritt nähor zur Grofistädt ae-
aanaen. Hoffen wir. dafi alle Bcteiliaten die Er-
sülluna defien erleben. was fie erwarten. Den
neue-n Mbtbüraern herzljchen Willkommengrufi!
Mtt logtscher Folae wird nun die Fvage der Em-
gemetndung von Rohrbach folgen. sa. folgen müs-
sen. Vielleicht kommt fie rascher. gls es zunächst
den Anschein erwectt. (Dericht siehe m der Bei-
laae.)

* Der Born. Die 9. Numnner liegt der heutigen
Numnler ibeä und onthätt u. a. eine Nooelle oon
Alberk Stefssen. einen änterefianten Aufsatz
über ein „Ncfitocker Studentenstammbuch und einen
aktuellen Bettvag zur jetzisen Verkehrssperre.

* Prof. Dr. Rudolf Wcber. früher in Heidelberg
ein Enkel des Heidelberger Htstortkers E. Weber.
ist aus Anlafi des 500jährigen IiubilLums der llnr-
veisttät Rostock Aum ordentlichen Hcmorarprlffes-
sor ernamtt worden.

- Dex Fröbeloerein Heidelbera-Handschuhsheim
hält am Sanntag. den 16. November. nachmittags
2 Uhr im rtttien Schulhaus erne Eründungs-
verfammlnng iab.

* Dic Barsorgnng oon Beontten bei Dienst-
unfällcn. Das Staatsministerrum hat beschlofien.
von der*Befngnis des Paragvaph 72 Abs. 2 dcs
Boa-mtengesehes unter Anrechnuna der Teuerungs-
zulagen und Teuerümgsbeihilfen in weitestgeben-
dem Umfange E^rauch zu machen. wenn ein Be-
wmter durch einrn Angriff vLrunällicken sollte.

* Die qastwtttschcn Nngestellten Heidelbcrgs
Leschastigten sich in einer Bersammlrma mit der
Verfüauna des Ministeriums des Annern. wanach
Bsttiebe Anweisung «rhalten baben. ihren Haupt-
«stauvationsraum zu schliefien. Dadurch.sei das
Werterbestchen der Betricbe in ihrer jetzinen Form
nahezu «msgeschlofien. Notaedrungen müfite-n ver-
beiratete Anaest-ellte und aanz besonders weibliche
Angestell-te die Kündiguna erhalten. Sve lcgen
deshalb gegen die Schli,efiuna der Vetriebe und
cegen die Herabsctzuna der Polizeistunde auf 9 Uhr
Protest «in. S?ie beinachten es als Pflicht. wei-
1-ere Arbeitslosigkeil zu vcrhüten und ersuchen
das Mrntsterium des ^nnern. durch aeeignetc
MafiaÄmen Zdeisung von mehr Brennmaterial
das Wetterbestehen der" gros>en Betriebe zu gc-
ftattlen. und vic bereits verfüaten Schlicfiunqen
rückaänaia zu machen. Als Anrcaüngen für die
Ersparung von Licht und Strom machen
fie solgende Dorschläge'. Sofottiae Schlicfiuna allcr
Nebenzimmer und arofien Säle. Oeffiren derselben
erst näch Bebcbung der Kohlennot. Verbot seg-
licher Zulafirmg von Eastspiclttuvpen. Vcrbot jeg-
licher Tanz- rmd sonstigcn Bcluftiaungen. Strcnnstc
Durchführuna der Bestimmunqen über die Woh-
nunasiwt. bezw. Zutttuna von Wohnräumen. Ab-
sporruna pon Eas und elekttischem Lichi um 10.30
Uhr, ferncr ei-ne sofortige strenae Kellerkontrolle.
Deschlaqnahme aller Kohlenvorräte. die über die
bisheriae Zuwttsima hinausqehen. rmd Zuweisuna
dieser beschlagnahmten Kohlenvorräte an gewerb-
liche Betriebe.

* Antomobilvcrkehr Wie von zustän-diaer Stellc
mttgeteilt wird. ist in Hessen der Vertthr mit
Kvaftfahrzeuäen an Sonn- und Feievtagen und zur
Nachtrejt bis cvuf wciteres verboten.

* Stadttheater. Die Direttion Lat mtt der
DanzküiMerin Adrielin--Us>ula Hacker vin ein-
malises Easffpiel -abg^schlofiien. das Di'enstag. den
l8. Navemiber stattssindet. Die nvuMalisch« Be-
aleitung lhat das städtische Orchester unter Leitung
von MusiSdirettor Nadig übernommen.

* Zusammenstofi. Zu unserer aesttigen Mcl-
dung bl-erbt nachzutragsn. dafi der Waaenlenker
der hevannahenden Strafienbahn entaegengeaanaeii
ist. um fie zum Halten zu veranlasien. da sein
Pfero nicht mehr vom Eeleise hcrunt-er konnte.
Der Sttafienbähnlchasfner zoa dann sogleich die
Bremse. vermockite aber den Waaen nicht stüh qe-
rrua zum Stehen zu.brinqen. Die Dunkelheit. es
war zwifchen 8 und 9 Uhr abends. trua wesentlich
zu dÄn llnfall bei.

* Ein Erzgauncr. Auf der Hauptsttafie tauschte
gefftern nachmittag ein Mann auf mitleiderregende
Weise Nervenschiütteln vor. Das vorü-bergchcnde
Puiblikum ain.g glatt auf den Leim und gah dcm
„armen Mann" reichlich Almostti. Die Polizei er-
sichr davQn. erkMnte in chm emen gewifien A bert
Eengenlbach und verhaftste ihn. Das unvcr-
ständiae Vublikmn jedech widersetzte fich den Be-
amten uno wollte die Festnahmc des Gaun-crs ver-
eiteln. Anf der Polizeiwache war der Vetrüger
natürlich kernMund. Es stellte sjch heraus. dafi er
in einer Viertelsttm-de 2 6.— M a r k lü) eingenom-
man hatte und es stehi fest, dafi di-ssse Art Va-ga-
bunden Tagesemahmcn von 3—500 Mark haben.

» Grober Unfug. Heute nacht gegen halb 12
Uhr krachten in der AUstadt Feuerwerkskörpcr, an-
scheiuend „Frösche", los -un-d verursachten einen
Mordsrwdau. Leider entkamctt die Lausbubcn, die
diesen Unfug anstisteten. uuerkannt.

* Diebstähle. Fn der Augenklinik wurde ein
Herrenmantsl i-ni Werte vo>n 400 Mark gfftohlen.
— Ein Dienstmädchen aus Altenheim. das im
Fraueirvttein Bienenstrafie übernachtete. stahl ein-e
Armbanduhr im Wcrt von 500 Mark. A's man
sie erwffchte. lengnete fie, hattt aber inzwtschen die
Uhr durchs Fenster in den Earten geworfen, wo fie

wieder gefunden w-urde. — Zum Einbruch im
Speyerershof er/ahrcn wir, dafi dcr Ein-
brecher zuerst den Fensterladen aufgerNien hat und
dann durch das eingeschlagene Fenster in das
Spei.sezimmer eingedrungen ist. Aufier Sil-ber'-
sacken im Werte von 500 Mart nabm er noch 10
Tischdecken mit., die ebenfalls etma 500 Mark wert'
find. Die Fingerabdrücks an den Scheiben wcrd-n
dem Täter mohl noch zum Verhängnis werden.

Letzte Drahtberichte

Ein französischcs StreikocrLot
Saarbrückeir, 14. Nov. Eeneral And-lauer,
der oberstt militärische Verwalter des 'Saargcbiets.
erliefi, nachdchn dcp Belagerungssustand wufg-.hobeir
wo^den wcrr, etne Prollamation. worin das
Recht auf ArL ei t se i n stel l u ng aufge-
hohen wird. Fm Falle eines Strecks trrtt eur
Scirdersericht in Saavbrücken -usanrmen, das m.i
wcrtseihenden Befugnifien gegen zuwidrhandeir.i.'ie
Irüetter ausgcftattet wird.

Mackensens Heimkehr

Berlin, 13. Nov. Mch e-ner dcr Wi.rffcnstill-
siaudskomM'fiion in Düsseldorf zuseMn^enen Nach-
richt hat Mjarschall Foch angeordnct, datz dtt
Heimssührung Mackcnsens sossort in di«
A^ege gi.1leitet weilden soll.

Uebcrfall auf eincn Enterzug
Hamburg, 13. 4lov. Ein Eülerzug, d:r lrnf
sreier sStrecke auss der ELbchrücke bei Hamburs
hielt, wurde von einer Diebesband'e über-
ssallen und Leraubt. Das Zugpcrsanal war dja-
gegen machtlos. -Als das von dcin Ucherssall be-
nachrichtrgte Mttitär eintras, war die BwuLe ver-
schwunden? Es ist schr viel gestohlen worden, dch
stcht noch nicht se-st, welcher Art das gLstohlcne
Eut ist.

Lcbensmittelnot in Oesterreich
Wicn, 13. Nov. Da die Lcbensmtttelzussuhq kai.-nr
ausreicht, u-m -die Brotration imd die gckürzten
Mchlratvonen zu deckLn, mufi Las St-e-atsamt für
Volksernährnng von Mitte Nooember ab di« W-
gal»e pon L-sbenLmittelzulagen ssür Kinder ein-
fftellen.

Ein Er4»beben in Wien
Wien, 13. Ncw. 'Äm Mtttwoch inorgen um 5 Uhü
wurdoir in Wien-Neuiftadl 5 Sekutt:ien wäbvende
Erdkebenstöfie ttr der Rchtung Südwest—Norv-
o)t. bog-leitct von donnerähnl.-chem Eetöse vernom-
ni^n. Drc Leute wur-der. aus dem SHlasi: ge.
schr'.üt. Einige FsNstcrcherben wurden zerlstör-t u^d
einige Gobäude befchärigt.

Verhandlungen zwischen Rufiland und der E'itente
Rom, 13. Noo. Nach emer Meldui^ der Tri.
buna soll noch in dieser Wcche in Hclsinofors
eine Bcisvrechung rwischeii Verttetern Räte -
Nufilands und den Alliier-ten übav Frie,
dcpsverhan-dlringcu stattf'inden. Mr Idiess
Zest soll ettr Maffcnstillstau-d geschlofien werden.

Dprlin, 14. Nov. Aus Rio de Zanetto wirL ee-
mcldet, dah die Drasilianisch? Regierung die
Z u ckerausssu ha mit Neurwhr wttder crtznuben
wttd.

Dortmund. 13. Nov. Um die Wohmingsnct ta
den Berabaugebieten zu beliebon und die Kohlcn-
sörderu-Nig zu steisern, ist die Meun-ige Erstellun-r
vrn 100000 Bergarbciter, H«imstätr<-n!
gcplant. Die Stcigerung der Prodüktton bei «irisr
so starkctt Varmchriurg der BerMrttbebgch-rften
wird auss 30 Millionen Tonncn berechnet.

Amsterdam, 13. Nov. Das amerikauische
Schifss Konsul Vrub ist nördlich von Teschelling
auss erne M, ine gelaufen. 38 Schiffbrüchige
wnttden tti Nieuwcdiep gelmödet.

Viarseille. 13. Nov. Die Oper von Mar-
serlleiist durch Feuer 0cllständig zerstöei.
Vcrlu-M an Mknschenlcüen sttrd bis jetzt nicht gc-
picldet.

WlttermigSbeobchtM.-ie» i>er Baittslheil PH.

Wärme-
Grade
n. Cels.

niederst. ^ höchster

Wärmegrad seit
gestern

Winb-

richttmg

Himmcl

Lusrdc.

mm

— 2.8

- 8.4

-tt 0.8

S. O.

klar

750.5

Niedersschlcig 0.6 mm

Mittebverte von gestern:
Teiuperatur 6.0

Duiistdruck 4,1 ,nm

Relative Feuchttgkeit 80,3

Wasserstand am 1h. November 1919

Heidclberg, 1.10 m. Hcilbronn. 0,39 m
und in Neckarsteinach 0.78 m'

VeeAsme

tzeÄMWtEiUöKe
 
Annotationen