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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0632
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— Nr. 300

Mittwoch, den 24. Dezember 1919

Aus Baden

Miuister Hummel LLer die Lehrerbildungsfrage
unL Schnlreform

Am Ende ües jLinvst aSgehaltenen K-urses sür
FLrtLUidMVschullLMrr hiclt Unterrühtsnrintster
Hu. mmol etne M>s>vr«che an die KursteilneHmer,
in dcr er u. a. auss'iihrt«, dirß das noue FortLil-
duns scha-SÄ-setz van 1318 einchr Lesonldereir,
Le-brertyv sachl'fe, an dessem HeranlbrVmnig mit
diesem Kiurse eini A-nfang gmnach worden scki. Der
Miniister hab dcrnlv Ne Wichtngkeit der LübroMH'
dunssfruge und der Schulroform hlrror unL W>rte
«us, rusche uud entche'dende Schritte könnten
augenLliSlich iricht mrteriwmmnoir weüÄen. da su-
erst veim Roich wus die gvundlegenLen Fvagen
ctner Klänung bMirsten. Nus den rverterein Dar-
lcLUNgcn des M'uistc-rs wair ru entneLmen, d-atz or
Lioßes Eewicht aus dte M-itarbejt Äer Lech-
rerschaft logt. Um auch grötzrrs Kreiso Ur d<rs
srstze Wsrk des Neürausbaiuios des Schulwosens N
gswinnen, soll bekanntlich imr nächften Jachr einu
LanldcÄfthubksnsersnz stattfindem.

Vadische Torfgewinnung G. m. S. H.

Im Arbeitsnrin ister iium itt aim Fre^tog
in ciner unter dsm Dorsit; des Ministers obselM-
tsncn Persumml'ung von Bertretvrn staatlicher Be-
hörden und ooir Kommimalosrbamlen des Landes
eine Demsinnchriss Gesellschast untor dsnr R r
..Badische TorfigLwrirnung. G nr. b. H. segrinrdet
worien. An dsnr StammkaviLal mit 1600 000 Mk.
bstsilrgen sich eine ÄLihe ftädtrschsr und ländlich-r
KünrmMrMverbünve mit Linl'Ogen von snsseftrmt
62-1000 Mk.. dcr Stant mit dcm Reft. wobsi er in
Anrechnung uuf seine EtMnmeinlage sein rn H-in-
terMrten betriebenes Wrrk nrit Einrichtunsrn nach
dsm vorhandenen ALrL einbrinst. Der maft-
gebende Einflutz des Stacrtes anL die GeseNchafl ist
autzer durch l-ie Essellschast ist crutzer durch die be-
zsichneto Höhe seines Geschäftsrmteils Lnrch die
Ä<chl der ihm oorbchaflenen Stellen im Auffichts-
rate 3 von 6>, die mit ss einoin Bcrtrcter des Ar-
LeiLsministerrums des Finanzmnristeriums und der
Oberdivettion des Waffer- und EtraßenÄaM's be-
setzt weÄcn, fichersrstellt.

* Skus der Bcamtenschast. Dcr StaaLsanzeig-rr
meldet, datz der Vovstmrd des Forsärmrs GernLhuch,
Oberrorftsr Dr. MLölf Pfsfferkorn, smnKsi-
lLgialmitglrcid -er ForftcrLLeilung «des Firvan-mnini-
ft.irimns untcx Borb.-iiLaurg dex Amtsbessichmuns
For>ftrat eonamnt worden ist. Mrtsvorstainb Eech.

Vatzische post

Rc-g..Rat Msr Zökler sn Biibl wurde cms sÄn
Wnsuchen Mm VezirksMnt Durlach, AmLsvovstaind
Obnanrtnvcrnn Dr. VolLsrt Pfaff in Schqpfbesm
str gleicher Vigonlschast nach Mbl versetzt und Ober-
«rmtimmn Theoidor Wi ntermantel beimr Bo-
zirksamt Ueiberlingen raurbe zumr Amtsvorstand str
Schopfberm ermmnt. Ferner muaL-e L«7r -fvWere

1. Vürgermveister der SLabt KarlsruLe Dr. Kaiftmir
Paul zum Hilfsoeferenton bekn Ministzeriiuim des
Fmrarn -mit dar Amtsbeseichwung Nsgi-erumgsrm
erniannt. Dcmr früberen öllsoA'lotbr. GswerLoin-
svektor Pauil Hanowinckel umM; dio Stelle
sincs 2. Baamten beimr Gowerbemr'ksichtsanni Llber-
tragen.

Die Teueruugszulagen der Beamten und
Lehrer. Die Aus-^hbung der TeueruugsFulagien
an Famrilienmvgohörige. oie der gleichen Diensd-
stelle «mgebören. hat zu Mitzvcrstimdnifien geMrt.
Der Wortlaut der matzgebenden Destimnnung llvu-
tet folgendertnvatzen: ^Sind mehrere Awgostellte des-
selben Hausha-Ls im Stcvatsd-ienst bsschäftigt. so er-
hälL nur ein Elied des Haushallts (der Äwter
oL-er die Mntter oder das Dienstältere der Kin-
der usw.) die volle Aulase. Den iibrigen wird dve
nach -den vorstchenden Bestinmrungen berechnete
Zuläge für Led ig e abzüglich eines B-etvass von
ie 260 DL jährlrch gewcchrt. ' Hlcrans ergibt fich.
ootz mehreve. unter Umftandsn bei «in urvd dersel-
bcn Drenststelle beschcrstrgte Familrenu-nsshSrise so-
fern fie getrennten Haushalt fiLhoen, chve
vollen Teuerrmgszulagcn erchalten, un!d datz.
was rrohl nicht uwbillrg ersche-inen und auch im Jn-
terefie der Stouerzahler ge egen sein dürfte. die
Kürzurrg mrr boim Vorhcrndensein eines -gsmein-
schastlichen Hcrushalts eintritt.

«' Die Maul- und Klauenseuche greift in Dad e n
in kLtzten Zeiit vmmer mebr um sich umd hat ernon
bcdrohlichen llmfcrng cmgenomniE Die
Eefcrhr ist um so grötzor, weil di« Seuchs vrelfach
bösarflg aiufftritt. DaL-Mch rst die Milchvor-
sorgung errvstlich aefäh L>et. Jn erner aimtlicherr
Prefi /.rotis wird mitget-oiilt, datz unter d'cesen llirr-
stänLen «rllu Mrbnirvhmcn getroffsn werden müfien,
die geergnet sirrd, cine WütorverhveitWrs der Seuchs
zu verhindiern. Die baü>. VezrrrsLmLer wurden cvr-
sewi-lserr, Lia-besühenden Vorschrr'sten zrrr BeLmrv-
stms Leu Seuche in vollem llimfams unld mit crller
SLrense Lrrrchzuführerr.

FreiSrrrg, 23. Dez. Jn BellinDNr ist im 68. Le-
bcirsjcrhr Evaif Roöert vvn unB ru Andlaw-
HomLu -rs eeftorbemr. Der Errtschlorfene rvcrr frü-

her Mlltglied, der 1. bald. Kcvmimr und imät Feoidor-e
Fr^iiu von TLrcke verheiratet.

«ktenbach, 233. Doz. A>m Samstag nachnstttatz
verletzte fich der Mcurrer Aakob Bauder dakdirrrcl>,
datz beim Hautiet'm mit setnemv Gervohr ein sSchutz
losging, eäheb'llch. ÄerzUiche Hilfe wvir sofort z-rrr
Stelle. -

Aus Ltadt und Umgeqend

» Dr. Leo Walbel aus Heidelberg Halbilitierte
fich -an dor wirtichaftswifienschaftlichon Fakiultät
oer UniversitcA Köln mit einer Arbeüt ülber
^Wintorroaen in DoutschSMswrlftaifrWa für" fiir
das Fach der Geographie. Dr Wai/bel ift erst lürz-
lich cvus Südwostafrika zurückgokle-hrt. roohin er im
Februar 1914 Professor Jäger aus Derlin auf
einpr amtlichen Forschungsreise ibegleitet hatte.
-und wo «r. nach TeUnahme <mn kolonialion FelL>-
zuig bis zum Sommer dicses Zahros W-rückgebail-
ten rrmrde. Früher scl>on hartte er mit dom Köl-
ner GoogravhirPWfessor Dr. Thorbecko Ka-
nrevun berefft.

* Personalmeldungeu. Ernvnnt wurden Mn
Betriebsansfther Schirvimrnn David Riehl: zum
Amtsflden>er Schaffner Anton Körner. Sckftrr-
mann Adam Herbold und üadenneister Alvert
Siehl. Etatmätzig nngeftellt wutden als Lrckb-
motivheizer Karl Mohr. Friedr. Rohkeder;
äls Brenffer Peter Mrchelbach. Georg Kel-
ler und Kcrrl Gschender; BüroWchilfe Friädr.
Linf in Heirelbers rrmrde nach St. Jlgen ver-
setzt; Schirrmann Io-ef H«id zur Riche gesetzt.

* Der Reichsbund der KrfegsbeschÄtiÄen, Orts-
griuiwe Heiidelbsrg, veranstaltvl amr sroeiten Weih-
nachtsfeieirtaia tn der Turnhcrlls am Ktrngentecch
seine Weibnachtssoier, der «rn« Bc^ermra
der Kriesswaffen vovausgöht. V«ü dn nachmitLass
oftn.ltlich 2 llhr bcimnnenden KinLi-erbes-ch«-
rung wevdcn Lber 600 Kinder mit brauchba-ren
Gefchcmken erfreut, dsren Unkosteni zroin grötzten
Teil« aus Svenden edler Siiftcr. sowie vcm «inem
Vertva« des vorehrl. StEvates unL> des BctzirL-
ausschufies Les Roton Kreruzeis gibeckt werLvn kän-
nen. Dio Abonldferer bcgrmrt um 7 Uhr.

* Neue Höchfftvreise für Siitzigkeiten. Das Lan-
desorcciLamt -macht HaNdler unib Verbvamchcr daraus
. awfmerksanr, dab seit dem 12. T-evombeo 1319 in-

folge der gestie-genen Zucktzrvreffe etno GvEMmg
k<r Höch^toreise sür Siitz^erten eiugetrüten ist. NL-
b-ers DuLLunst, iinsbesonLerv «mh LLer die GrvHhcmr-
ldelsvreisL siur die KleinhänHker, erteilt das Landäs-
vreisanrt.

5 Veilag«

« Krlegsstistung Mr Vi« Angehörigen drr
Reichs-Posb und Telegravhenverwaltung. Anji
vegung dea fvühevsn Ober-Posibirektors von Ber'-
lin. WLrLichen Geheiimen Obev-Poftrats Borbes
ist während des Krieges unter dom Peksonal der
Reichs-Post- und TeleMwvb«iNttimxc.ltung eine
GMffammlung vercünlstaltet worden, die iiirsgcisamt
etwa 33^ Dürlltonen erbracht bcrt. Hiervcm sind
ru-nb 1950 000 Mvrk Lu gvmeinnützrgen Krie^-
wcblfalbrtsvwecken vorwendOt wcnLM. Vas
Nestbetrase ist erne .Ariegsstistrrng fur d-ks Rnge-
hörigen dor Reichs-Poft- und T«1c«rcnvheuvarrral,
tung" errichtet worden. Es ist M hoflen. datz aus
lver sStvftunig. -die «mn 1. Ianucrr 1920 in WrLkam-
keit treten soll, der PostbcaimtE., AngekdeMin- uich
iMrbeiterschäst re-icher Segsn errvachsen wirb.

* Verzeichnis der deutschen AussuhrverLote.
Domnächst erscheint eine Neuauflage des Verzeich-
nifiev der deutschen Ausfrrhrv-erbote. zusicmvmenM-
stellt von der Handelstcnnmer Berrln. das für alls
Exporteure unontbcchrlich fft. Rächeres ift auf der
Eeschäiftsftelle der Handelskamimer Hei-
delbers zu -crstihren.

Handel und Verkehr

n. Mannheiiner Handekswoäftnberichts. Dcz-
Der Strest Mischen den Pflanzern unb Derrä-
rern rvesen der Tabake <rus l>er Erntr 19W tst
rmnrer noch nicht Leigelegt. Akter inlänp-ffchisr
Nohtabax fft tzichr rar. Di« Lisher von der D:tag
importrerlen Ausl.cmLstab'lre werden hrnsichtlich
der Q-uallitat wentg günftig beurteilt. Die Pveffe
fist in- uird vusländische Mpyen wsrrden echöht.
— Das WeinsHchiist ltand rrnter dem Zrichcn
ier Aufwärtsbewegung. Sln der Obechaardt
iPfalz) wurben füir neuen Wün Mk. 10 000—12 000
gezablt. an der MitteGai-rrdt 2i!k. 12000-20000
urd an der Unterhaüirdt M7. 9000—13000 dst
1000 Liter. — Die K o-hlena-nrünfte für die Zn-
dustrie waren immer noch unerheblich. Nicht ein-
ma! die sübdeuffchm Eas- »nd Elettrizitätsmcrke
erhielten ausreichende Zurveisunaen. Die verfüs-
baren Mengen von Hausbrand warssn «Lensalls
sehr llein.

Nus dem Geschastsleben

Der MofzLhlurrg der HandwÄtker, die Lei dTin,
Ausbau des „T af afö" beteiüst waren, siM ncch
folsendo Herren nachMt'ragen: EmU Ba.uor,
Klemvner, Otto Co nrad, Bfldchauer. uM Tavc-
tonsefch-äft Enselhcrrd.

N.-Äiehs.-Gesetz und S 49 Ver Vollz^Verordg
hierzu.

9. Jm ganzen Bereickie 5eS Bcobachtr,ngSgebi«!eZ
ist der geineinfchaftNche Weidegang von Klauen-
vieh ans den Bestanden verschiedener Desitzer
nnd die gemeinschastliche Benutzung von Vrrrnnen,
Tränken rrnd Cchwemmeir für Klauenvieh ver-
boten.

4. Hnnde stnö iur BeobachtungS'gebist fsMulegen.
III. Maßregeln für ben Sverrvezirk:

1. Für den ganzen Vereich d«S SperrVeziM gclten
folgende Beschränkungen:

s) Sämtliche Hnnöe sinb festznlogen. Dev Feft-
leaung ist daS Führen an bsr Leine mid lei
Ziehhunden die sssts 'Anschirrung gletch zu er-
achren. Die Verwcndung vow Hirtenhundeir
une Bcgllitung von Horden und vorr Jagd«
hu.rden ber der Jcrgd ohne Leiire kanrr auf
Ansuchen vonr BezirkSamt gestattst werden.

d) Echlachtern, Viehkastrierern sorvie HSndleru
uno anderen Perionen, Lie gewerbsnraßig in
Etällcn vevkehren. forner Personen, öie ein
Gewerbe im llmhechieheu auSüben, ist das
Betreten aller Ställe und fonstiger Stand-
orte von Klauenvish im Sperrbezirke, deZ-
gleichen der Einttitt in die Seuchengehöfte
verboten. Jn besonderS dvinglrcheu Fällen
kann das BczirkSamt AuLnahmen zulassen.

c) Dünger vnd Janche von Klauonvieh, fcrner
Geratschaflcn und Gegenstänöe aller Art, die
mit solch in Vieh in Berührung gs'ommen
pnd, durien ans dem Eperrbezirk uur mit
bszirbSanrtlrcher Erlaubnis unier den vor-
geschriebenen VorsichtSmaßregeln auKgeflihrt
werven.

6) Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperr-

. bezirk sowre daS Durchtreiben von solchem
Meh öurch Sen Bezirk ist verboren. Dem
Durchtteibsrr vvn Mauenvieh ist das Durch-
fahren mit Wiederräuergespannen gleichzu-
stellen. Lie Eiu nhr von Klauenvreh zvr
sofortigen Schltuhtuug, inr Falls eineS 8o
sonderen wirlschaflltchen Bedürfnifies^ auch zu
Stutz- oder ZuchtzweckeNt kann bezirkSmntlich
gestattet werden.

e) Tie Ber- und Entladung von Klauenvrsh
auf den Eisenbahn- bzw. EchiMstationon- nrr
Sporrbszirk ist verboten.

2. Die vcrscuchten Gehöste in Mtnenborf werden
gegen den Verbehr mit Tieren und mit solchen
Gegenständen. die Trager d«S AnsteckungSjroffS
sein können, abgesperrt.

3. SämtHcheS Klauenvieh nicht rerseuchter Gchöste

deS SpcrrbezirkS unterliegt der Absondcrung im
Stallec *

4. Für alle Gehöfte ist daS Weggeben von Milch
ohne bisherige Abkochung oder andere ausreichende
Erhitzung verboten.

v. DaS Abhalton von Deronstaltungen in dem
Seuchengehöfte, die eine Ansammiung efiler
grötzeren Zahl von Personen im Gefolge habett»
ist vor eriolgter Schlutzdesinfektion verboten.

6. Anf Len an dem Seuchengehöfts vorbeifützreuöen
Straßcn ist der Transport unö die Benügtt"8
von Lieren jeder Art verboten.

Heidelbergi. den 18. Tezeinber 1919.

Bezirksnmt. 0449

Ml. Zckmt«ch>M:

Nr. 4344.

verordnung.

Die Verwendimg Lrä Meh»
erlöfeS au^ den Häüten von Schlacht-
vieh und Schkachtpferden bettefiend.

Auf Grund 8er VerordnaWg über KriegSmatzuah-
uren zur Srcherung Ser DolkSernährnnLp vom 22. Mai
1910 (Reichs-Gesetzbr. S. 401) (18. August 1917 (Reichs-
GestBk. S. 829) sowie des K 10 der Verordnung übar
Vie Preise für landwirtschaftliche Erzeugnifie und iür
Schlacht- und Nutzvieh vom 1:>. Iuli 1919 (Rorchs-Oje-
setzbl S. 047) und ÜeS § 8 der Versorgung über Pfer-
eslelsch^ und Ersatzwurft vom 22. Mai 1819 (ReichS-

Gesetzbl. S. 467) wrrd verordnet:

§ 1.

Der Mehrwert der roheu Häute und Felle von
Schlachtticreu (Rinder,. IkälLern. Schafcn, Pferdsn,
Eseln, Maultrereu und Mauleseln), dec sich auS der
Sreigerung der Preise gegenüber deu früheren Höchsi-
preiserr ergicbt, wirü auf den Tier -alter (alä Häule.
zuschlag) und aus deuKömnlunaWerband. in Vem die
Schlachtung stattfinüet. verteitt.

Frühere Höchftpreise find die Hochsrpreise. die m
beu Bekanntmachuugeu vom l. Mat 1919, betrefieud
Höchstpreise voir Kalb-, Schast, Lanim- und Ziegen»
selleu (Teutscher Reichsanzerger Nr. 100)/ festgesegt
worden sind.

A2.

Der dem Tierhalter zustehenüe Häuteznschlag wird
in folgeudem Verfahren sestgesetzt.

Die Reichsfleischsrelle ermirrelt bis zuin 15. joden
Mvnats auf Grund der vvchergegangenen Häutc-
auktionen die durchschnittücheu Erlöse für Häute und
Felle der verschiedeuen Tiergaltungcn, berechnet durch
Abzug der früvcren Höchstpreise die Btshrerlüfe je Ki-
logramm Haut over Fell, ermtttKtt,- wieviel Hau:- oder
Fellgewicht entsällt, berechnet hiernach die durchschnrrr-
lichen MehperlLse je Zentner Lebendgewicht und setzt
Lie Häutezuschläge in Höhe vou dtefer Beträge
für Lie verschieöeuen Tierguttungen fest.

Bei^fumtlicheii Ermirllungen hat die NeichSflei-ch-
stelle Sachverständigo des Schlächrergewerüer?. dos
Hautehandels und dcr Landwirtschaft zuzuziehen.

Die festgesetzten Häutezuschläge sind rechrzeitig ü
kannt zu machen. Sie gellen jeweits vvn dem auf
Len 1-4. ernes Monats folgenden Montag ab.

8 3-

Die Zahlnug des HäntsznschlagS an den Tierhnl.
ter erfolgr gleichzeitig mir der Bezahlung deS Tieres
und auf der Grundlage des für das Ticr bozahlren
Gewichts.

Ter B-trag des Häntezuschlags darf bei Weiter-
mrbe dem Abnehiner iu Rechnung gestellt werdon.
Eine Unrsatzgevühr darf von deu staatlich Üesttmmttn
rll'Äwbuahmestellcn (Äiehhandellverbändeir, Fleisch-
versorgungSftelleu) sür diesen Zuschlag nrcht erhuben
werden. ^

8 4.

^ ^ DerNLndung üeä verblciüenden Resles

des Mehrwerts der roheu Huutt und Felle besttmmt
dtt Konnnmralve-band. in dsm die Schlachtung statt.

8 5.

^ die mit Genehmiguug deS Kommunal-

verbands die Schlachttiero unmittelbar aufkaufen. ha-
ben. sofern der Kommunalvcrband sich nicht die Rück-
gabe der s-äute gesichert hat. au den Kommrmalvec.

diejenigen Beträge abzusübren. die sie latsäch-
ttch über den früheren Höch,lprerS und den Häute m-
jchlag hinaus für die Haut erhalten, abzüglich eines
chucu von dem Kommunalverbande zuzubilligenden
angemefienen Nohgeivinns.

Tie Lchlächter find verpflichtet» ihrrn tatfächlicherr
rlös irachzuweisen. Biö zur Fiihrung ÜeS Nachwei»
ses wrrd vermuret, datz der abzusührenöe Rest deS
berechneten durchschnittlichen Mehrerlöses beträgt.

Ncber Streitigkeiteu ent chcidet entgillttg die von
der LandeS-Zentralbehörde bestimmtt Stelle.

8 6.

Tie Landeszentralbehvrdeir habeu die erforderlichen
Aussührungsbestimmungeu zu erlafien.

Diefe Verordmnrg ttitt mit deur 1. Dezeinber 1919
in Kraft.

Mit dem gkeichen Zeitpunkt ttitk die Dcrordnnng
über dis Dorrvendung deS Mehcerlöses cmS den Häu-
ttn vorr Schlachrvieh nnd Schlachtpferden vom 29: Sep-
tember 1919 (Reichs-Gesctzülatt Seite 1714 auher
Kraft.

Für Tiere, die vor diesem Tage öem Ticrhalker
abgeiromnttir worden find, gelten dis biSherigen Be-
stünnmngen.

Rerkrn, den 26. Novenrber 1919.

Der Reichswirtfchaftsrninisterr

gez. Schmrdt. 9448

Nr. 344.

Verordnung

(vom 0. Dezember 1919)

Die Verwendnng des MetzrerlüfeS
aus dcn Säuten von Schlachtvieh
rrnd SchlachrpferSen detreffend.

Zuw Vollzug der Verordnung des ReichZwirtschafts-
minifters vom 26. Novcnrder 1919 über Lis Verwen«
örmg des Mehrerlöses aus den Häuteir von Schlacht-
vich und Schlachtp erden (Reichs-Gesetzblatt Seite 1903)
wird rmter Aushebung unserer Verordnung gleichen
Betrefis vom 8. Lttuber 1919 (Gesetz- und Verord-
nungsbsatt Seite 404) verorduet, was folgt:

8 j.

Ter nach K 1 Absatz 1 der eüigangä genannten
Verordirnng dem Tierhaltor znstehende Häuteznschlag
ist vuur Kommunalverbaud nebeu dem lleberuahme-
prers au Len Tierhalrer, der ihm dns Schlachttier ge-
lrefert hat, zu zahlen unü bei der Wertergabe dcs
Schlachttteres dem Abnehmer iu Rechuung zu stellen.

Eine llinsatzgebühr darf von dem Kommunalverband
oder vow desseir Boaustrcrgttn (OSeckäirfer, llnterkänfer)
für dieseu Zuschlag nichr erhvbeu werven.

8 L

^Feber SittiUglciten, die sich ans den Vorschristeu,.
deseingangs gencrnntcn odcrdicserVcrordnungergebcn/
entscheidet enügülttg der Landeskdmmiffär.

Karlsrnhe» deu 9. Dezember 1919.

Ministcrinm SeS Jnrrerttr

I. A.:

gez. Föchrenbach.

A. Sperrbe;irkr

Di« Gemeinüe Altuondvrf Sildet einen Sperrbv.
zirk f. S. dsr KH 161 ff, Ssr Ausführunasvorfchrisren
des Bundeärats zuin Reichsviehseuchengesetz.

S. BeobachtunsSgcdietr

Um den Sperrbezirk (A) wird ein NenbachtmlgL-
qebiet im Sinne dcr 166 kk öer Ausführungsvor-
jchrifren zum Neichsviehseuchengosetz bestehend auS den
Temeinden Schönau. Heddcöbach, Heiligkreuzsttinach
nnd WUHelmsfelV gcbildet.

6. 18 Mlomcler Umrreis r

Jn dem Umkttis von 12 Mlo.metirr vom Seucheie-
ort AltneuVorf enlfenit .(§ 168 der AusführungSvor-
schrifttn zrrm R^ichsviehseucksngesetz) fallen die Ge-
meinden Lampenhain mit Wrsbach, Hilfenhaiir rmö
Vorderheirbach sowie Brombach.

l. Gemeinsauie Maßregelu fi!r den SperrbcLirk, daS

Beobachtun'gsgebiet und den 15 Kilometer NmkreiS.
Ju doir unter H,—-L genannttn Gemeiuden ist
verbolen:

1. Die AVHcrltung von KlauMiviehmärktcn, mrt Aus-
nahme der Schlachtvrehmärkte in Schlachtvreh-
bösen, sowie der Auftriov von Klauenvieh auf
Jahr- und Wochenmärktt. Dieses Verbot erstrerkt
sich auch auf marktähnllche Bsranstaltungeu.

2. Der yandel mit Klouenvtthz soivie mit Gestügek,
der oyne vorgäugige Bestellung entweder autzev-
halb des Gemeindebezftr^ der gowerblichen Nre-
Verlafiung des HsndlerS oder ohns Begründung
einer solchen stattstndek. Als Handol im Sinne
dieser Vorschrtst gilt anch dus Aufsnchen von
Bestellnngen durch Händker ohue Viitführeu von
Tleren und das Aufkausen von Tieren durch

^ HZndler.

3. Die Veranstaltuug bon Dsrftergerinsgsn von Klau-
envieh. Das Verbot findet Seine^Anwendung auf
Vichvrrsteigerungen auf dem eigcnen nicht ge->
sperrttn Gehö,te des Besitzers, wenn nur Tiore
zum Verkaufe kommen, dte sich nilndestens drei
Monate tm Besitze des VersteigereS bestnöen.

4. Die Abhaltung von öfientltcheu Tierschauen mit
Klauenvieh.

5., Das Weggeben von nicht auSrsichend erhitzter
Milch aus Sammel iwlkereien an k-.indwixlschaft''
liche Bekr ebe in denen Kläuenvieh gehalten wird,
sowie die Verwertung solcher Milch in den ei-
genen Viehbeständen Ler Rtolkerei, ferner die
Entfernung der zur Anlieferung der Rtilch uud
mr Ablieferung Ser Milchrückstckuds benutztsn
Gefäße aus der Mvlkerci, bevor sie desiiifickerl
sino (vgl. tzll, Abfatz 1, Nr. 9, 10 der Anwei-
sung flir das Tesinfektionsverfahren).

Vorstehendes bringen w.r hiermit zur öffeutlichen
Kenninis. Die Verordnung d>s bad. Min. des Jnner»
gleichen Betreffä vom 8. Oktober 1919, Gesetz- nud
Verordnungsblatt Seite404, ist hierdnrch anfgehvben.
Die Bekanntmachnngen der Reichsfleischstelle llber den
jeweils gelteirden Berrag des HäutezujchlagS werden
an gletcher Zttlle bekannt gcgeben werden. 9469
Heidelberg, den 12. Dezember 1919.

BeiirkSamt.

Vekanntmachung.

Nr.367M. Die Bekämpfttng dev Mattl-

nud «lauenseuche detr.

Nachdem in den Ställen der Peter Rehberaer Wwe.
und des Valentin Herbig iy Altneudorf dtt Maut-
und Klauenseuche ousgebrochen ist, wrrden folgende
Anordnungen getrofien:

Jnr gleichen UnikreiS slnd verboten:
s) Mehmärktc und Lfientliche
fle andere Tiergcrttungen

ehinärkte und öfientliche Tiorichauen» soweit
als Wiederkäuer

und Schwein' betrefien;
d) Jahv- und Wochenmär tt,anch wenn anf ihnen
Vieh nicht gehandelt wird;
c) Körnngen vou Tieron jedec Gattung.

!l. Mahregrln für das BeobachüurgSgebiet.

1. Aus dem Beobachtuugsgcbict darf Klauenvieh
ohno polizeiliche Genehmigung nicht entfeuit
werdon. Auch ist daS Durchtreibcn von Klnuen-
vieh und daS Durchfahreu mit fremden Wiedir-
käuergespannen durch daS Beobachtungsgebiet
verboten.

2. Die Ausfuhr von Mauenviey zum Zwecke der
Gchlachtllng kann durch daS Bürgermcisteramt
gestattel werden. Di« AuSflibr vvn Klauenvieh
zu Nuh- oder Zuchtzwecken kann durch daS Be-
Airk-amt gestattet werden. Wegen üerBedingunaen
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