Koninklijke Nederlandse Oudheidkundige Bond [Editor]
Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond — 2.Ser. 4.1911

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houden, dat dit in de eerste plaats door het Bestuur met groote erkentelijkheid zou worden
gezien, omdat het inderdaad slechts daarmede, met dat contact, met die samenwerking,
kans ziet, de belangen, die ons hier samenbrengen, naar behooren te behartigen, — de belangen
van onzen Bond in de eerste plaats, niet echter slechts om hemzelve maar ook, omdat
de zijne inderdaad zijn en ook wezen moeten: de belangen van Nederlands Monumenten
van Geschiedenis en Kunst.

H. E. VAN GELDER,

Juli 1911. Secretaris.

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JACOB PIJN AS ODER JACOPO BASSANO?

Im Rijksprentenkabinet zu Amsterdam photographierte ich vor einigen Jahren, als
ich Material über die Rembrandtvorlaufer sammelte, unter anderem eine dort dem Jacob
Pijnas zugeschriebene skizzenhafte 20,7 X 30,5 cm. grosse Federzeichnung (Abb. 1). Das
Blatt stellt im Vordergrund einer kühn aufgebauten Gebirgslandschaft links drei weibliche
Figuren dar, von denen die eine, stehende, sich zu den beiden anderen am Boden knienden
vorneigt und mit der linken Hand nach links weist, wahrend deren Aufmerksamkeit von
dem sich rechts auf dem Bild abspielenden Vorgang in Anspruch genommen zu werden
scheint. Hier sehen wir, wie auf einem Viergespann eine mannliche Figur eine weibliche
umfasst, um die sich vergeblich Straubende mit sich fort zu führen. Es handelt sich
offenbar um eine Darstellung des Raubes der Proserpina, deren Gespielinnen wir in den
weiblichen Figuren links vorn auf der Wiese zu erkennen haben, aus deren Mitte Hades
sie beim Blumensammeln entführt hat. Rechts im Mittelgrund öffnet sich dem Gebieter
über die Unterwelt durch kühn geschwungene Gewölbebogen der Weg in sein Schattenreich.

Die Zuschreibung dieses Blattes an Jacob Pijnas schien mir von vornherein nicht
ganz glücklich zu sein. Aber es spricht gegen ihn, ja überhaupt gegen einen hollandischen
Künstler, eine sehr enge Beziehung dieser Zeichnung zu einem in der Galerie Doria in
Rom befmdlichen Gemalde von Jacopo Bassano, die ich feststellen konnte, als mir
zufallig wieder einmal eine Reproduktion dieses Bildes in die Hande kam (Abb. 2).

Die Nebeneinanderstellung der beiden Abbildungen illustriert das aufs deutlichste:
Die ganze Komposition der Landschaft ist in ihrem kühnen und verzwickten Aufbau
bis in Einzelheiten hinein hier wie dort genau dieselbe, und zwar stimmen sie unter einander
so genau überein, dass man unmöglich an eine Zufalligkeit denken kann.

Nicht ganz so verhalt es sich mit den Figuren, wenngleich auch da die linke
Gruppe vorn im Grossen und Ganzen dieselbe geblieben ist. Nur in den Armbewegungen
sind Anderungen vorgenommen, ist die Beschaftigung der beiden Knienden deutlicher
gemacht worden — sie heben einen mit Blumen gefüllten Korb —, was ja freilich auch
darin seinen Grund hat, dass wir hier ein ausgeführtes Gemalde, dort nur eine rasch
hingeworfene Federskizze vor uns haben.

Dagegen ist rechts das ganze Viergespann mit Hades und Proserpina weggeblieben,

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