Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

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Ar. 4.
W00.

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-IS.
atzW.

Die lrlvsterschule in Schnssenried
vor loo Jahren.
Bon Amtsrichter a. D. Beck.
In dem Prämonstratenser-Reichsstifte
S ch n s s e n r i e d in OberschwabcnH war
im 18. Jahrhundert eine Art höherer, mit
einem Pensionat verbundener, ans sechs
Klassen bestehender Lehranstalt für die
sogen. Jnferiora eingerichtet, deren Anfänge
noch in das vorvorige Jahrhundert nach
dem 30jährigen Krieg znrückreichen sollen.
Eine Volksschule, sogen, deutsche Schule,
unterhielt das Kloster schon lange Zeit,
was schon aus folgendem Eintrag der
Schussenrieder Klvsterchronik (II. S- 202
und 203) hervorgcht: „ES seien i. I.
1587 im Dezember von Würzbnrg her
wegen des Sebastiani Faber (oder
Schund) 200 st. zu Unterhaltung der
deutschen Schule (!) in Schnssenricd im Kloster
angelegt worden". Dieser Faber, über
dessen Persönlichkeit sich in der Kloster-
chronik weiter gar nichts findet, war indes
nicht Konventuale im Gotteshanse Sch.,
sondern nur in S ch. geboren — er nennt
sich selbst Loretlrnnus — war um d. I.
1563 Hofkaplan der Herzogin Anna von
Bayern nnd um d. I. 1565 nach Me-
tz e r e r s Annalen von Ingolstadt i. I.
p. 294 Or. der Theologie nnd Lehrer
in Ingolstadt, schrieb u. a.: „Bericht, wie
-) S. über dasselbe i. A. die Schrift des Ver-
fassers: „Zum 7Ü0jährigen Jubiläum des Prämon-
stratenserreichsstifts Sch. :c., Stuttgart, Buchdru-
ckerci der Akt.-Ges. „Deutsches Bolksblntt", 1883"
(84 S., 8°) sowie „Aus einem schwäb. Reichsstift"
vom Verfasser im „D.-A. von cschwaben" Alt.
1894, Beilagen S. 1—24 nnd XM. 1895, S.
2g—32; 138—114 nnd 172—177.

sich ein Christ bei Kirchenspaltungen ver-
halten soll, verdeutscht aus dem Lateinischen
des hl. VinzentiuS Lirinensis. Ingolstadt.
1563. 8°". — Die eigentliche Kloster-
schnle für die Jnferiora nebst Pensionat
war im vorigen Jahrhundert in einem
besonderen, gegen Westen gelegenen Ge-
bäude, dem sogen. „Studentenban" (nach-
maligen Rentamt und Laborantenbau) nnter-
gebracht. ES war dies aber, wie wir
gleich vorausschicken wollen, keine Anstalt
für junge Leute, die etwa in den Ordens-
stand cintreten wollten; die angehenden
Kleriker, Novizen, Fratres wurden b e -
sonders im Kloster unterrichtet und später
auf Universitäten, so namentlich nach Dil-
lingen, Rom rc., dann auch in auswärtige
Norbertinerklöster gesandt. In der zweiten
Halste des vorigen Jahrhunderts erfreute
sich die Anstalt eines guten Rufes, wurde
sogar gerühmt und war auch für die da-
malige Zeit — so beim Kriegsausbruch
j. I. 1793 von 74 Schülern — ziemlich
besucht. Der St. Galler StistSbibliothekar
?. Nep. Hanntinger 0. 5. U., welcher
sie i. I. 1784 besuchte, spricht in seinem
Neisetagbuch (2. Vereinsschrift der Görres-
gesellschaft für 1889 re. S. 19) von einem
„gntgeleiteten, vielbesuchten Gymnasium,
in dessen niedern Klassen das Einsiedler-
Institut (!) gegeben wird", welch' letzteres
nach seiner Ansicht wohl die durch einen
Kapitnlaien des fürstlichen Gotteshauses
Einsiedelu verfaßte, 1783 in 2. verbesserter
Auflage erschienene lateinische Grammatik
sein wird. Sie zog sogar in der letzten
Zeit ihres Bestehens die Aufmerksamkeit
und Anerkennung des bekannten Berliner
Reisenden Fried. Christoph dt i c o l a i
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